Die dunklen Straßen von Köln von Myriane Angelowski

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2018 bei Emons.
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.
Folge 5 der Lou-Vanheyden-Serie.

  • Köln: Emons, 2018. ISBN: 978-3740802790. 336 Seiten.

'Die dunklen Straßen von Köln' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

Das meint Krimi-Couch.de: Für Freunde skandinavischer Krimis 75°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Die junge Romy befindet sich mit ihrem sechsjährigen Sohn Linus offenbar auf der Flucht. Nachdem sie in ein Haus eingebrochen sind, entwenden sie einen Kleinbus, in dem sie fortan wohnen. Doch Linus muss weiterhin in den Kindergarten, irgendwie muss Romy an Geld kommen und ihr Leben wieder in den Griff kriegen.

Das Rentnerpaar Valeska und Hubi muss derweil jeden Cent umdrehen, jeder Supermarkt-Prospekt wird eifrig studiert. Die Sonderangebote bestimmen, was auf den Tisch kommt, auch Valeskas Arbeit bringt nur einen geringen Zusatzverdienst. Angelina ist noch frisch verliebt, träumt von einer Zukunft mit dem attraktiven Dennis, obwohl dieser sie kürzlich zum ersten Mal geschlagen hat.

Oberkommissarin Maline Brass kämpft um ihre neue Beziehung zu Jette, in der es alsbald kriseln wird. Bis dahin gilt es parallel einen Todesfall aufzuklären, dessen Ursache zunächst unklar ist. Oktay Demirkan wird in seiner Wohnung aufgefunden, zusammen mit reichlich Tabletten und Alkohol sowie einem Abschiedszettel. Laut seiner Tochter, die ihn verachtet, war ihr Vater allerdings Analphabet, konnte weder lesen noch schreiben.

Kriminalhauptkommissarin Lou Vanheyden hat währenddessen leichte Probleme mit ihrem Ex-Mann, der sich nur schwer damit anfreunden kann, dass die gemeinsame Tochter Frieda aus einem Auslandsaufenthalt vorzeitig und noch dazu schwanger nach Hause zurückkehrt. Doch zunächst hat Lou einen Todesfall aufzuklären. Antonetta Beradi wurde tot in ihrer Wohnung aufgefunden und ihr Sohn beschuldigt deren einstigen Lebensgefährten, Dennis Vater. Der Rechtsmedzinier findet zwischenzeitlich heraus, dass beide Opfer mit Methanol vergiftet wurden …

Mehr Privatleben und Schicksalsschläge gehen nicht

»Die dunklen Straßen von Köln« ist bereits der fünfte Roman der Brass-Vanheyden-Reihe und spielt in der titelgebenden Domstadt sowie in deren näherer Umgebung. Die Kapitel sind mit dem jeweiligen Ort der Handlung überschrieben, zumeist mit den entsprechenden Kölner Vororten. Der Roman ist dreigeteilt. Er bietet neben dem eigentlichen Krimiplot umfangreiche Einblicke in das Privatleben der beiden Kommissarinnen sowie in die Lebensläufe mehrerer Personen am unteren Rand der Gesellschaft (einige davon sind oben bereits erwähnt).

Die eigentliche Hauptfigur ist Romy, die verzweifelt versucht, mit ihrem Sohn über die Runden zu kommen. Von Obdachlosigkeit bedroht, kommt sie auf immer gewagtere Manöver, zumal ihr auch völlig klar ist, dass ihr das Jugendamt ihren Sohn wegnehmen wird.

Mit ihren Versuchen, sich vor der eigentlichen Verantwortung gegenüber ihrem Sohn zu stellen beziehungsweise vielmehr diese selbst in die Hand zu nehmen, setzt sich eine Abwärtsspirale in Gang, der sich auch die übrigen Figuren nicht entziehen können. Der Weg in die Kriminalität ist nicht weit und so überschlagen sich mitunter die teils grotesk anmutenden Ereignisse.

Der eigentliche Krimiplot geht gelegentlich ein bisschen unter

Wer sich für die sozialen Probleme unterschiedlicher Menschen sowie die privaten Probleme der Ermittlerinnen interessiert, der darf einen Krimi erwarten, der sich vor vergleichbaren skandinavischen Werken nicht verstecken muss. Gleichwohl geht der eigentliche Krimiplot gelegentlich ein bisschen unter, wird aber letztlich mit einigen überraschenden Wendungen aufgelöst.

Die Lebenswege nahezu aller Nebenfiguren sind irgendwie miteinander verknüpft, daher erscheint die Geschichte arg konstruiert. Noch eine unvorhersehbare Beziehung zwischen zwei Personen da und hier und so weiter. Die Auflösung selbst ist nicht vorhersehbar, das zugrundeliegende Motiv wird nicht jedem gefallen. Insgesamt aber eine gut lesbare Geschichte, in der Köln als Kulisse kenntnisreich vorgestellt wird.

Jörg Kijanski, Mai 2018

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