Slow Horses von Mick Herron

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 unter dem Titel Slow horses, deutsche Ausgabe erstmals 2018 bei Diogenes.
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.
Folge 1 der Jackson-Lamb-Serie.

  • London: Constable, 2010 unter dem Titel Slow horses. 329 Seiten.
  • Zürich: Diogenes, 2018. Übersetzt von Stefanie Schäfer. ISBN: 978-3-257-07018-7. 480 Seiten.

'Slow Horses' ist erschienen als Hardcover

In Kürze:

River Cartwright hat es verbockt. Der MI5-Agent jagt den Falschen und legt den Bahnhof King’s Cross lahm. Das ist zu viel – er wird zum Slow Horse, einem ausrangierten Agenten im Slough Haus. Hier darf er Müllsäcke durchsuchen oder abgehörte Telefonate überprüfen.

Doch dann wird ein pakistanisch stämmiger Jugendlicher entführt und seine Enthauptung live im Netz angedroht. Gleichzeitig ereignen sich merkwürdige Dinge im Slough House. River Cartwright wittert die Chance auf Rehabilitation und ermittelt auf eigene Faust. Doch er hat nicht mit seinem Boss Jackson Lamb gerechnet.

Das meint Krimi-Couch.de: Lahme Gäule brauchen lange bis sie in Trab kommen 60°

Krimi-Rezension von Carola Krauße

Mick Herron jetzt auch in Deutschland

In Großbritannien sind bereits fünf Bände der Jackson-Lamb-Reihe erschienen und jeder einzelne ist prämiert oder wenigstens für einen Preis vorgeschlagen. Nun hat Mick Herron auch Deutschland erobert. Mit dem ersten Band Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb steigt der Diogenes Verlag in die Reihe ein. Ob diese in Deutschland genauso erfolgreich sein wird, wie bei unseren britischen Nachbarn wird sich zeigen.

Die Versager des MI5

Slough House ist das Quartier der gefallenen MI5-Agenten. Jeder einzelne hat in irgendeiner Weise Mist gebaut. Auch der Leiter dieser »Außenstelle« – Jackson Lamb. Doch ist nicht von jedem das Vergehen bekannt. Hier werden sie von den »großen Jungs« in Regent’s Park, dem Hauptquartier des MI5, geparkt, in der Hoffnung, dass sie irgendwann die Nase voll haben und kündigen. Doch es sind Agenten, die auch etwas drauf haben. Vom IT-Nerd bis zum Organisationstalent reichen die Fähigkeiten der acht Ausgestoßenen.

Charakterisierung bis zum Einschlafen

Und genau diese acht und natürlich ihr Boss Jackson Lamb werden ausführlich vorgestellt. Die anfängliche Spannung, was im King’s Cross vor sich geht und wie es endet, fällt für die nächsten 200 (von insgesamt 472) komplett weg. Es ist zwar ganz nett zu lesen, wie jeder tickt, was er den lieben langen Tag so tut, aber interessant oder fesselnd kann man das nicht nennen. Die Charakterisierung ist einfach zu ausführlich ausgefallen und fordert sehr viel Durchhaltevermögen von den Lesern. Doch dann nimmt die Geschichte wieder Fahrt auf und mutiert doch so langsam zu dem versprochenen spannenden Spionagethriller.

Spionage, Intrigen und eine Entführung

Wie es sich für eine richtige Agentengeschichte gehört ist alles nicht so, wie es auf den ersten Blick erscheint. Intrigen, Heimlichkeiten, Spionage und Opfer gehören einfach dazu. Und hier hat Mick Herron ganze Arbeit geleistet. Der entführte Jugendlichen wird zu einem viel größeres Problem, als erst vermutet. Er war nur das Werkzeug für einen perfiden Plan, in dem sowohl er als auch die Rechten in Großbritannien als Mittel zum Zweck dienen sollten und der gehörig schief geht.

Jetzt gilt – die arroganten MI5-Agenten im Regent’s Park gegen die Looser aus dem Slough House. Sie schenken sich nichts und geben alles, wobei die Slow Horses immer unterschätzt werden. Doch der egozentrische und vulgäre Jackson Lamb hält sich an keine Regeln und führt seine Truppe mit Geschick und unkonventionellen Mitteln.

Die Spannung steigt mit jedem Turn in der Geschichte und steigert sich bis zum Schluss doch so sehr, dass man die ersten 200 langweiligen Seiten generös verzeiht und froh ist, weitergelesen zu haben. Dabei gewinnt die Geschichte durch unterschiedliche Perspektivträger zusätzlichen an Schwung. Dadurch ist der Leser ganz dicht an den Handelnden, ihren Gedanken, Ängsten und natürlich auch an ihren Intrigen.

Konstruierte Geschichte, die hoffentlich Fiktion bleibt

Ein Agententhriller ist wohl nie ein Tatsachenbericht, aber dieser ist dann doch etwas weit hergeholt. Wobei der Missbrauch von Staatsgewalt für persönliche Zwecke vielleicht nicht so unwahrscheinlich scheint, wie die jüngste politische Vergangenheit zeigt. Das dann auch noch rechte Fanatiker Rache nach dem Motto »Auge um Auge, Zahn um Zahn« fordern, macht ein bisschen Angst im Hinblick auf die Vorkommnisse in Chemnitz und andernorts unserer Republik. Bleibt inständig zu hoffen, dass die Vernunft über Dummheit siegt.

Hoffnung für kommende Fälle für Jackson Lamb

Wer Geduld mitbringt und nicht gleich enttäuscht vor Langeweile das Buch in die Ecke schmeißt, wird schon bei diesem ersten Fall für Jackson Lamb mit Spannung und einer guten Geschichte belohnt. Für die kommenden Bände der Reihe besteht die Hoffnung auf durchgehenden Nervenkitzel, sind die Personen doch wirklich detailliert genug vorgestellt. Nachdem die Slow Horses nun auch bewiesen haben, dass sie noch gut im Rennen sind, kann man gespannt sein auf das, was noch kommt.

Carola Krauße, Oktober 2018

Ihre Meinung zu »Mick Herron: Slow Horses«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

kkarin zu »Mick Herron: Slow Horses« 17.10.2018
Mission accomplished

Mick Herron gelingt es in seinem Serienstart um River Cartwright und Jackson Lamb hervorragend, die Stimmungslage aufgrund der Terrorangriffe in Großbritannien (und der restlichen Welt) und die damit einhergehenden (sicherheits-)politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen aufzugreifen und sie mit einer spannenden Geheimdienstgeschichte rivalisierender Secret Service-Teams zu vernetzen.

Mit britisch-trockenem schwarzen Humor werden Sichtweisen zu situationselastischen Regelauslegungen, der Instrumentalisierung von Einzelpersonen und/oder Gruppen, internationale Konflikte und nationalistische Tendenzen sowie das Spannungsfeld zwischen fake news und Wahrheit sowie Freund und Feind behandelt.

Dabei sind es - ähnlich dem „Sonderdezernat Q um Carl Mørck“ (von Jussi Adler-Olsen) - auch bei Mike Herron die vermeintlichen underdogs/lahmen Gaule/alten Klepper, die aus ihrem „Drecksloch“ heraus mit eingeschränkten Ressourcen agieren und auch vor „friendly fire“ nicht gefeit sind, um wahre Größe beweisen können.

Die Spannung fällt zwischendurch zwar kurzfristig ein wenig ab, wird jedoch – im Sinne der Nachfolgebände – gut genützt, um die Hauptcharaktere zusehends detaillierter zu skizzieren.


Fazit:
Ein spannender Start dieser neuen britischen Spionage-Reihe! Vielversprechend dürfte sich die Rivalität zwischen Taverner und Lamb entwickeln, aber auch River und sein Großvater (eine bereits pensionierte MI5-Legende) sowie Rivers KollegInnen - allen voran Catherine Standish (die „Miss Moneypenny“ von Slough House) und hoffentlich auch wieder Sid Baker - sind es Wert, an dieser Reihe weiter dran zu bleiben!
Sagota zu »Mick Herron: Slow Horses« 19.09.2018
"Slow Horses" von Mick Herron, übersetzt von Stefanie Schäfer aus dem Englischen ins Deutsche, erschien (HC, gebunden) 2018 im Diogenes Verlag.


Dieser Agententhriller, der mir einiges abverlangte, mich aber auch begeisterte, ist der Auftakt einer Serie um Jackson Lamb, seines Zeichens Chef der Slow Horses im Slough House; einem morbiden Gebäude in London, das zum Geheimdienst, dem Secret Service, zählt: Der Roman gliedert sich in zwei Teile, wobei Teil 1 die Hintergründe der einzelnen Agenten beleuchtet, die allesamt vor einer strahlenden Karriere standen - und durch diverse Fehler (zuweilen nicht selbst verschuldet, aber auf einer imaginären Abschussliste) im Slough House, der Außenstelle, landeten. Von den "Dogs" im Regent's Park schon lange nicht mehr ernst genommen, führen sie ein tristes Agentendasein, verdammt zu langweiligen Rechercheaufgaben und weit weg von spektakulären Einsätzen des Geheimdienstes, für den sie entweder weiterbrennen - oder sich frustriert per Kündigung verabschieden...

Es beginnt hochexplosiv, als auf den ersten Seiten im Londoner U-Bahnnetz ein terroristischer Sprengstoffanschlag von River Cartwright, Enkel der Legende O.B. - seinerzeit ebenfalls beim Geheimdienst, verhindert werden soll: River (der seinen Namen aus der Hippiezeit seiner Mutter trägt) kommt eine halbe Sekunde zu spät - und findet sich bei den Slow Horses wieder, um fortan den Müll eines Journalisten nach verwertbarem Material zu prüfen und wie die anderen Slow Horses stupiden Beschäftigungen nachzugehen. So lernt man Catherine Standish kennen, die trockene Ex-Alkoholikerin, Min Harper, der ständig nachschaut, ob er auch nichts verloren hat (er ließ eine CD liegen, wo sie nicht hätte bleiben sollen), den genialen IT-Spezialisten Roderick Ho, der jedoch eine große Antipathie gegenüber Menschen hat, Louisa Gay und andere, die es alle auf die eine oder andere Weise "vermasselten" - und die Rolltreppe der Karriere seither abwärts ging. Von River erfährt man die meisten Hintergrundinfos - er hat Biss und lässt sich von der Hoffnung tragen, dass er nicht immer bei den Slow Horses bleiben wird: Er besitzt trotz aller Frustration die gleiche dickköpfige Entschlossenheit seines Großvaters...

Während im ersten Teil des Romans das Tempo eher gemächlich ist, zieht es im zweiten Teil gehörig an: Aus den Slow Horses werden Rennpferde - und zum ersten Male arbeiten die Einzelgänger im Team zusammen, ergänzen sich durch ihre spezifischen Fähigkeiten perfekt:

Die Entführung eines jungen pakistanischen Mannes, die nach 48 Stunden mit dessen Exekution beendet werden soll (live im I-net ausgestrahlt), bringt Bewegung in den Secret Service, die "Dogs" und - auch ins Slough House.

Was hat Robert Hobden, der Journalist, dessen Karriere ebenfalls rolltreppenabwärts ging, mit dem Entführungsfall zu tun? Welche Daten befinden sich tatsächlich auf dem USB-stick, den er immer bei sich führt? Und wer steckt hinter der spektakulären Entführung des jungen Pakistani?

Dieser Teil ist überaus wendungs- und temporeich sowie spannend: Mick Herron lässt den Leser zuweilen wütend aufstöhnen, da das Procedere nur allzu bekannt und auch beim MI5 nicht anders ist: Fehler werden (besonders von karrierebewussten Mitarbeitern) nicht eingestanden, sondern in diesem Falle (vermeintlich!) 'lahmen Gäulen' angehängt, um selbst eine reine Weste zu behalten - und den nächsten Beförderungsschein. Eine wahre Meisterin darin ist Diana Taverner, stv. Leiterin des Secret Service, auch "Lady Di" genannt.

Als die Dogs einen Mitarbeiter der Slow Horses nicht ausfindig machen können, da es sich um den hochspezialisierten und genialen Roderick Ho handelt, muss man auch mal schmunzeln, dass die Karriere besagten Dogs "nun wie Pusteblumen die Korridore des Regent's Parks hinuntergeblasen" werden. (Der Regent's Park ist die Zentrale des Secret Service).

Dieser und viele andere markige Sprüche charakterisieren den Sprachstil von Mick Herron und geben dem Thriller eine ungeheure, manchmal makabre Dynamik und - eine persönliche Note! Besonders auf den letzten ca. 100 Seiten überschlagen sich die Ereignisse und das Buch entwickelt eine Sogwirkung: Der Plot war stimmig; einzig die Tatsache, dass man nicht erfährt, was mit einigen hochrangigen Einsatzleitern passierte, vermisste ich: Sicher wird man im weiteren Band der geplanten Serie darüber aufgeklärt.

Fazit:

Ein spannungsreicher, dynamischer Agententhriller mit politisch aktueller Brisanz (Rechtsextremismus), der in markanter Sprache, pointiert, teils sarkastisch gesellschaftliche Schieflagen aufgreift. "Slow Horses" verlangt dem Leser einiges ab - mir hat dieser wendungs- und temporeiche, intelligent geschriebene Thriller bestens gefallen und ich freue mich auf eine Fortsetzung (oder besser mehrere). Daher gibt es von mir einen "Lesetipp" und 94° auf der "Krimi-Couch" - Fachabteilung Agenten-Thriller sowie 4,5*
buecherwand13 zu »Mick Herron: Slow Horses« 12.09.2018
Verwirrender Schreibstil, anstrengend zu lesen - absolut nicht mein Fall

Das Buch beginnt aus der Sicht von River Cartwright, der eine Zielperson verfolgt, um einen Anschlag zu verhindern. Bald wird jedoch klar, dass er die falsche Person im Blick hat. Weißes T-Shirt, blaues Hemd oder blaues T-Shirt, weißes Hemd? Hatte er die Beschreibung falsch in Erinnerung oder wurde sie ihm falsch weitergegeben? Klar wird jedenfalls, er hat den Einsatz vermasselt. Daher wird er in eine Abteilung abgeschoben, die genau für solche Fälle gegründet wurde: Agenten, die sich schwerwiegende Fehler geleistet haben und die mit unbefriedigenden Aufgaben so lange beschäftigt werden bis sie von selbst kündigen: die Slow Horses mit ihrem Chef Jackson Lamb.
Ich war bereits vor einiger Zeit über eine sehr gute Rezension der Agentenserie mit Jackson Lamb gestolpert und wollte daher gern eins der Bücher lesen. Dann hat es mich jedoch leider sehr enttäuscht. Ich werde auf jeden Fall keine weiteren Bände lesen. Selten habe ich mich bei einem „Krimi“ so gelangweilt und war so genervt über den Schreibstil. Etwa nach der Hälfte des Buches war ich sogar kurz davor, es beiseite zu legen, was bei mir nur sehr selten vorkommt. Im ersten Drittel des Buches passiert – abgesehen von dem zunächst spannenden Einstieg – eigentlich nichts, außer dass die Slow Horses einer nach dem anderen vorgestellt werden. Ein besonders klares Bild hatte ich aber danach trotzdem nicht von ihnen. Dann kommt ein Drittel, in dem mehrere, eigentlich spannende Handlungsstränge nebeneinander ablaufen. Diese sind jedoch so dargestellt, dass ständig von einem zum anderen gesprungen wird und jeder nur maximal über eine Seite verfolgt wird. Bei jedem Sprung muss man sich wieder neu einfinden: Welcher Strang ist dies jetzt, welche Personen sind beteiligt, was war zuvor passiert? Dies empfand ich als sehr nervig. Im dritten Drittel wurde es dann glücklicherweise wieder etwas besser, die Handlung und die Personen haben mich dennoch nicht wirklich überzeugt.
Hochgelobte Agentenserie, die offensichtlich ihre Anhänger hat, mein Fall war das Buch nicht.
Mrs.Rabes_Bookaccount zu »Mick Herron: Slow Horses« 10.09.2018
River Cartwright, Agent der MI5, verpfuscht mächtig einen Einsatz am King’s Cross. Dafür wird er strafversetzt ins Slough House, Auffangstätte für abgehalfterte Agenten und Versager aller Art, nämlich den Slow Horses. Die tägliche Fadesse wird jäh unterbrochen, als ein junger Mann pakistanischer Herkunft entführt wird und vor laufender Kamera enthauptet werden soll.
Mir gefiel zunächst der rasante Einstieg, der verpatzte Zugriff im ersten Kapitel. Danach zieht sich zwar über Längen eine Vorstellung des Slough House und der Slow Horses. Aber lahme Gäule sind Cartwright und seine Kollegen nur dem Anschein nach, aus der öden Schrittgeschwindigkeit fallen sie nach und nach in forschen Galopp. Jeder der Slow Horses hadert mit dem eigenen Versagen. Aber es sind nicht nur ihre persönlichen Probleme, die sie beschäftigen, es sind auch die ganz allgemeinen, Radikalismus, Terrorismus, die großen Schlagworte der Angst in der heutigen Zeit. Das Cover mag ein bisschen 60er Jahre Flair vermitteln, aber das Thema ist ganz im hier und jetzt.
Dazu schafft Autor Mick Herron ordentlich Londoner Atmosphäre. Intrigen, Verschwörungen und skurrile Figuren machen dieses Buch nach der anfänglichen Durststrecke noch sehr vergnüglich. Jackson Lamb, der Leiter der Horses, ist absolut kein netter Mensch, ausgefuxt, vulgär und politisch vollkommen inkorrekt. Man muss ihn nicht mögen, seine Methoden, die blasierten Agenten im Hauptquartier auszutricksen, mochte ich hingegen sehr.
Der englische Wortwitz geht bei der Übersetzung leider unter. So ist der zweite Teil des Buches mit „Gerissene Huren“ betitelt. Ich wage zu wetten, dass nach „Slough House“ der Abschnitt „Sly Whores“ kommt.
Mit ein bisschen Durchhaltevermögen ein absolut lesenswertes Buch und jedenfalls keine 0815 Massenware, dafür bürgt schon auch der Diogenes Verlag.
Miss Marple zu »Mick Herron: Slow Horses« 07.09.2018
Die gefallenen Engel des MI5
Irgendwie sind sie alle in Ungnade des MI5 Hauptquartiers im Reagent’s Park gefallen- die Mitarbeiter des „Slough House“- sie sind ausrangierte Agenten Ihrer Majestät, die nun die sinnlosesten Aufgaben erledigen müssen, wie z.B. den Müll verdächtiger Personen durchsuchen. Ihre Karriere haben sie durch unvorsichtiges Verhalten frühzeitig verwirkt, so stehen in ihrem Sündenregister verpatzte Verfolgungen, Alkoholismus und eine toter Chef, eine liegengelassenen CD mit geheimen Informationen- natürlich vom ehrlichen Finder gleich an die Boulevardpresse weitergeleitet und einiges mehr. So fristen sie ihr Leben im Slough House, gehen einander aus dem Weg und warten auf die eine Chance, die ihnen die Rückkehr zum Reagent’s Park ermöglicht. Als ein pakistanischer Jugendlicher entführt wird und öffentlich im Netz geköpft werden soll, ergreift River Cartwright- Enkel eines ehemaligen Agenten- die Gelegenheit und macht sich auf die Suche nach dem Jungen. Doch schnell wird klar, dass mehr als nur die Entführung des Jungen dahintersteckt und er wird mit seinen Kollegen hineingezogen in ein Gestrick aus Geheimnissen und Intrigen in den eigenen Reihen.
Der Autor präsentiert eine interessante Story, die jedoch dem Leser durch ihre Konstruktion viel abverlangt. In schneller Folge wechseln die Schauplätze und eine Unmenge von Akteuren, sodass man sehr konzentriert lesen muss, um den Faden nicht zu verlieren. Die anfängliche Spannung, flacht schnell ab, da der Autor sich in einer unendlichen langen Beschreibung jedes einzelnen der acht ausgemusterten Agenten verliert. Die Spannung nimmt mit dem Bekanntwerden der Entführung in der zweiten Hälfte des Buches wieder Fahrt auf und man ist als Leser von mancher Wendung überrascht.
In meinen Augen ist das Potential der zu erwartenden Reihe nach oben offen, damit der Name „Slow Horses“ für die Agenten nicht zum Programm wird, sowohl was die Entwicklung der einzelnen Charaktere betrifft als auch der Fälle, die sie bearbeiten müssen.
Ihr Kommentar zu Slow Horses

Hinweis: Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen zu löschen. Beachten und respektieren Sie jederzeit Urheberrecht und Privatsphäre. Werbung ist nicht gestattet. Lesen Sie auch die Hinweise zu Kommentaren in unserer Datenschut­zerklärung.

Seiten-Funktionen: