Dreckiger Schnee von Joseph Knox

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2017 unter dem Titel Sirens, deutsche Ausgabe erstmals 2018 bei Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.
Folge 1 der Aiden-Waits-Serie.

  • London: Doubleday, 2017 unter dem Titel Sirens. 374 Seiten.
  • München: Knaur, 2018. Übersetzt von Andrea O'Brien. ISBN: 978-3-426-52210-3. 432 Seiten.

'Dreckiger Schnee' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Als Detective Aidan Waits mit dem Gesicht im Rinnstein aus der Gosse gezogen wird, nachdem man ihn niedergeschlagen hat, weiß er noch nicht, dass die nächsten Wochen die absolute Hölle für ihn werden. Überraschend erhält er vom englischen Justizminister den Auftrag, dessen Tochter zu finden und auf sie Acht zu geben. Isabelle Rossiter ist einige Monate zuvor von zu Hause ausgerissen. Was sich zunächst nach einem einfachen Fall anhört, wird für den Detective Waits zunehmend gefährlicher.

Er muss sich mit dem Drogensumpf, Bandenkriegen und auch der Polizei-Korruption in Manchester auseinandersetzen. Selbst drogenabhängig gerät er immer mehr in eine Spirale aus Gewalt und Brutalität. Schließlich muss Waits selbst um sein eigenes Leben fürchten.

Das meint Krimi-Couch: Kompromissloser, harter Thriller 86°Treffer

Krimi-Rezension von Thomas Gisbertz

Detective Aidan Waits, bei seinen Vorgesetzten seit langem in Ungnade gefallen, soll die Tochter des Justizministers wiederfinden. Seine Suche auf den nächtlichen Straßen Manchesters führt ihn in einen Sumpf von Drogen und Gewalt: Offenbar setzt Zain Carver, der mächtigste Drogendealer Manchesters, minderjährige Mädchen, sogenannte »Sirenen«, als Drogen-Kuriere ein. Diese sollen nicht nur die Drogen übergeben, sondern auch das Geld kassieren. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Carver Polizisten bezahlt. Jahrelang verschwinden immer wieder Beweise, Razzien laufen ins Leere. Waits wird wegen eines polizeilichen Vergehens suspendiert und gilt fortan als korrupt.

Das macht sich sein Chef, Superintendent Parrs, zunutze. Er stellt den Detective vor die Wahl: Entweder wird ihm fristlos gekündigt und er sitzt im Gefängnis seine Strafe ab oder er arbeitet undercover im Drogenmilieu, um Carver das Handwerk zu legen und die Korruptionsfälle aufzuklären. Waits hat nichts zu verlieren. Während er sich auf die Suche nach Isabelle Rossiter macht, gelingt es ihm mehr und mehr das Vertrauen von Zain Carver zu gewinnen. Im Rahmen seiner Ermittlungen erkennt er, dass die Tochter des Justizministers ein dunkles Geheimnis mit sich trägt. Ein zwielichtiges Spiel in den Grauzonen des Gesetzes beginnt. Waits muss bei seinen Ermittlungen immer mehr die Grenzen des Legalen überschreiten, um die Wahrheit herauszufinden, und stößt dabei auf ein Geflecht dunkler Machenschaften, bei dem er bald niemanden mehr vertrauen kann.

Starkes Debüt eines jungen Autors

Joseph Knox wuchs in der Gegend um Stoke-on-Trent und Manchester in England auf. Er arbeitete in Bars und Buchläden, bevor er nach London zog. Er ist leidenschaftlicher Leser, Autor und Jogger. »Dreckiger Schnee« ist sein erster Thriller, mit dem er auf Anhieb die englischen Bestsellerlisten stürmte. Knox gehört zu einer Reihe junger britischer Autorinnen und Autoren wie Erin Kelly und Chris McGeorge, die in letzter Zeit im Thrillergenre auf sich aufmerksam gemacht haben.

Thematisch erinnert Knox’ Thriller an Alan Parks Debütroman »Blutiger Januar«, der fast zeitgleich im Heyne-Verlag erschienen ist. Zwar spielt Parks düsteres Werk in Glasgow, aber in beiden Cop-Krimis wird ein brutales, aber lebensechtes Bild der jeweiligen Stadt und der dortigen organisierten Drogenkriminalität gezeichnet.

Die dunkle Seite Manchesters

Im Mittelpunkt des Thrillers steht mit Manchester eine der größten Städte im Nordwesten Englands. Knox gelingt es, einen realistischen, atmosphärisch dichten Eindruck der Stadt zu vermitteln und spart nicht mit dessen schmutzigen, dunklen und kriminellen Seiten. Die Drogenproblematik in Manchester ist nicht neu und hat erst 2017 durch eine neuartige Spice-Droge einen traurigen und unrühmlichen Höhepunkt erreicht. Da passt es, dass der Autor in schonungsloser und oftmals drastischer Weise das Leben in der Drogenszene dieser Stadt beschreibt: Keine konstruierte Wirklichkeit, sondern nüchterne Realität. Hier wird nichts beschönigt, verklärt oder bagatellisiert. Knox bleibt erschreckend nah an der Wahrheit.

Aidan Waits – Ein drogenabhängiger Detective

Der Leser lernt mit Detective Waits sicherlich keinen neuartigen Ermittlertyp kennen. Drogen- oder alkoholabhängige Polizisten tauchen immer wieder in der Kriminalliteratur auf. So erinnert die Figur sehr stark an Ken Bruens Privatdetektiv Jack Taylor. Beide sind desillusioniert und scheuen kein Risiko, da sie letztendlich auch nichts zu verlieren haben. Waits ist im Heim groß geworden.

Die Ohnmacht, die er als Kleinkind spürte, da er allem ausgeliefert war, scheint nun eine Triebfeder für sein Leben zu sein: Er wehrt sich gegen alles, was sich ihm in den Weg stellt und hat dabei auch keine Angst vor Hierarchien und Gewalt. Die Übergänge zwischen dem Polizisten und dem Kriminellen Waits sind fließend. Selbst von Speed abhängig taucht er in eine Welt ein, die für ihn befremdlich und zugleich doch so vertraut ist.

Dasein ohne Perspektive

Waits ist ein durch und durch zerrissener Ermittler, ein klassischer Anti-Held, der unaufhaltsam seinem düsteren Schicksal folgt und ihm nicht zu entkommen vermag.

Lichtblicke in seinem Leben verschwinden ebenso schnell wieder, wie sie gekommen sind. So verliebt sich Waits in Catherine, eine von Carvers Lieblingen. Aber auch diese sich andeutende Liebesbeziehung endet tragisch. Waits Leben scheint nur Schwarz und Grau zu kennen. Aber nicht nur das Schicksal ist daran schuld. Auch Waits steht sich mit seiner Art immer wieder selbst im Weg. Man bekommt sogar das Gefühl, dass er sich in gewisser Weise auch mit seinem zerrütteten Leben arrangiert hat.

Facettenreicher Thriller mit Tempo

Der Roman bietet dem Leser zahlreiche Handlungsstränge, die nach und nach zusammengeführt werden. So geht es nicht nur um die Tochter des Justizministers, die in das Drogenmilieu abgerutscht ist, sondern auch um korrupte Polizisten, brutale Drogendealer, Bandenkriege und das unaufgeklärte Verschwinden eines Mädchens, das sich zum zehnten Mal jährt. Wie alles zusammenhängt, erkennt der Leser erst ist im Laufe der Handlung. Zwar ziehen sich die ersten 130 Seiten etwas, aber es lohnt sich, weiter zu lesen. Nach dem Tod einer der Hauptfiguren nimmt der Thriller richtig Fahrt auf. Die Ereignisse überschlagen sich und man kann den Roman nicht mehr aus der Hand legen. Ein echter Pageturner. Dabei spart Knox weder an harten Sprüchen und Zynismus noch an überraschenden Wendungen.

Ein großes Talent

Knox ist in seiner Darstellung schonungslos realsistisch. Messerscharf und kompromisslos seziert er in teilweise atemberaubender Weise die Schattenseiten menschlicher Existenz: erschreckend, bösartig und zugleich authentischer als man es wahrhaben möchte. Unglaublich, dass der Thriller ein Debüt sein soll. »Dreckiger Schnee« ist English Noir vom Feinsten. Knox ist sicherlich eines der größten Talente des englischen Thrillers. Ob er auch ein Star wird, bleibt (noch) abzuwarten. Mit »The smiling man« hat der Autor bereits einen zweiten Band der Aidan-Waits-Reihe fertig gestellt, auf den man sich sicherlich schon jetzt freuen kann.

Thomas Gisbertz, Oktober 2018

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c-bird zu »Joseph Knox: Dreckiger Schnee« 22.10.2018
Entsprach nicht ganz meinen ErwartungenDetective Aidan Waits schlägt sich undercover durch Manchesters Drogenmilieu. Sein Auftrag: Er soll Isabelle Rossiter, die Tochter eines hochrangigen Politikers finden. Das Mädchen war zuletzt als Geldeintreiberin für einen bekannten Drogenboss unterwegs.Der Einstieg in die Handlung ist mir nicht unbedingt leicht gefallen. Zu viele Namen und Zeitsprünge, die mich anfänglich sehr verwirrten. Erst nachdem sich die Figuren gefestigt hatten, kam ich richtig gut in die Geschichte rein.Mit dem Protagonisten Aidan Waits konnte ich auch nicht richtig warm werden, was möglicherweise auch an seinen eigenen Drogenkonsum lag. Überhaupt blieben die meisten Charaktere ziemlich blass, da sie meiner Meinung nach nicht ausreichend gezeichnet waren.Der Autor Joseph Knox beschreibt in seinem Debutroman ein gewalttätiges Manchester, Drogenmissbrauch und Korruption bei Politik und Polizei gehören zum Tagesgeschäft. Richtig schlimm wird es, wenn dann das Heroin nicht sauber ist, sondern mit Giftstoffen verschnitten. Hier leitet sich auch der deutsche Titel des Buches her, denn „Dreckiger Schnee“ meint genau solches Heroin.Super waren die angenehm kurzen Kapitel, die praktisch dazu aufforderten schnell noch eins zu lesen. Der Sprachstil des Autors hat mir ebenfalls gut gefallen, knapp gehaltene Sprache ohne viele Schnörkel. Zum Ende hin wird es noch einmal richtig spannend und das Buch überraschte mich hier schon.Insgesamt lagen meine Erwartungen an diesen Thriller etwas höher und ich war schon etwas enttäuscht. Dennoch ist es ein spannender Thriller, eben nur mit ziemlich blassen Figuren. „Dreckiger Schnee“ ist der Beginn einer ganzen Serie rund um Aidan Waits. Ich werde dem Autor auf alle Fälle noch ein weitere Chance geben.
Darts zu »Joseph Knox: Dreckiger Schnee« 26.09.2018
Dreckiger Schnee ist der Debüt Thriller von Joseph Knox. Er bekam in seinem Heimatland England bereits sehr viele gute Kritiken und mit diesen wird er hier in Deutschland beworben.

Da war ich wohl mit zu hohen Erwartungen ans Lesen gegangen. Der Anfang ist sehr verwirrend und ich kam nur schleppend in die Handlung. Am Schreibstil lag es nicht, denn der ist klar und flüssig. Die Handlung ist in kurze Kapitel eingeteilt.

Detective Aidan Waits unterschlägt ein Beweisstück aus der Aservatenkammer und steht kurz vor der Suspendierung. Sein Chef gibt ihm aber noch eine Chance und schickt ihn ins Drogenmilieu als Undercover Ermittler, gleichzeitig soll er Isabelle Rossiter, die Tochter eines einflussreichen Politikers, suchen. Diese ist bereits seit über einem Monat verschwunden.
Die Hälfte des Buches spielt in der Unterwelt von Manchester. Es geht um Drogen, Drogenhandel, Prostitution und Aidan Waits ist mittendrin. Sein Drogen-und Alkoholproblem steigert sich von Seite zu Seite. Mir persönlich waren diese Ausführungen zu intensiv und langatmig. In der zweiten Hälfte nimmt der Thriller richtig an Fahrt auf und die Handlungen sind nachvollziehbar und spannend. Zum Schluss kommen alle Fäden zusammen und es ergibt sich ein für mich versöhnliches Ende.
Fazit: für mich war der Ausflug ins Drogenmilieu zu lang und der Anfang zu unverständlich aber insgesamt gesehen war es dann doch noch ein spannender Thriller. Ob ich weitere Fälle mit Detective Aidan Waits lesen möchte? Da möchte ich mich jetzt noch nicht festlegen.
oberchaot zu »Joseph Knox: Dreckiger Schnee« 03.09.2018
Detective Aidan Waits hat zwei Aufträge: Einerseits muss er sich in den Kreis von Drogendealer Carver einschleusen, um mehr Informationen zu dessen Machenschaften zu bekommen. Gleichzeitig soll er Isabelle Rossiter, Tochter eines Politikers, "beschatten". Sie verkehrt ebenfalls in Carvers Kreisen. Und all das muss Aidan Waits machen, obwohl er bei seinem Chef in Ungnaden gefallen ist.

Das Cover zeigt eindeutig, worum es in diesem Buch geht: Um viel Drogen. Ein Suchtmittel, von dem auch Detective Aidan Waits Gebrauch macht. Dreckiger Schnee bedeutet ja verunreinigte Drogen. Auch das kommt in diesem Thriller vor. Ausser Drogen kommen Korruption und Prostitution vor.

Ich finde, das Buch zeigt eine düstere Seite von Manchester. Überall sind böse Jungs. Der Spannungsbogen bleibt, auch wenn mich die Hauptperson, Detective Aidan Waits, nicht besonders anspricht, da ja auch er Drogen konsumiert. Alles in allem ein recht gelungenes Debüt von Joseph Knox.
Miss Marple zu »Joseph Knox: Dreckiger Schnee« 30.08.2018
Im Drogensumpf von Manchester
Detective Aidan Waits ist bei seinen Vorgesetzten in Ungnade gefallen, suspendiert und nun in seinem aktuellen Fall undercover im Drogensumpf von Manchester auf der Suche nach skrupellosen Dealern, die auch nicht davor zurückschrecken, minderjährige Mädchen als Kuriere, sogenannte „Sirenen“ auf die Straße und die Clubs zu schicken. Als er dann auch noch beauftragt wird, die Tochter eines MP im Auge zu behalten, die von zu Hause ausgerissen ist, begibt er sich immer tiefer in die Verstrickungen der dunklen Seite der Stadt und sich zunehmend in Gefahr. So hat er nicht nur Feinde im Drogenmilieu sondern auch noch in den eigenen Reihen, die ihm nach dem Leben trachten. Bald wird ihm klar, dass Isabell zu ihrem eigenen Schutz untergetaucht sein muss.
Ich mag sie, diese schwierigen, unangepassten Detectives der britischen Krimiliteratur. Zwar sind die Figur und die Thematik an sich nicht neu, aber es gelingt dem Autor in seinem Debüt den Leser zu fesseln und eine spannende Story zu präsentieren. Aidan Waits hat sein eigenes Päckchen zu tragen, er ist nicht der schicke Anzugträger, sondern der Rebell im Revier. Er kommt aus schwierigen sozialen Verhältnissen, konsumiert selbst Drogen, steckt ohne Ende selbst Prügel ein. Aber er ist äußerst besorgt um die jungen Frauen, die er versucht zu beschützen. Trotz seiner eigenen Demütigung, ihm wird vorgeworfen, Drogen aus der Asservatenkammer gestohlen zu haben, lässt er nichts unversucht, Verrat und Korruption in den eigenen Reihen aufzuklären. Dabei handelt er oft im grauen Bereich des Gesetzes.
Fortsetzung folgt, denn der 2. englische Band ist schon veröffentlicht.
niggeldi zu »Joseph Knox: Dreckiger Schnee« 26.08.2018
Schmutziges, schockierendes Debüt

Detective Aidan Waits, selbst drogensüchtig, wird auf der Suche nach einer verschwundenen Politiker-Tochter in einen Sumpf von Drogen und Gewalt geführt. Wie es scheint, ist die vermisste Isabelle nicht umsonst abgetaucht...

Das Cover gefällt mir sehr gut, es ist schlicht gehalten, aber dadurch umso überzeugender. Es ist wie ein aufgeschlitztes Heroin-/Kokain-Paket gestaltet, was wunderbar zur Geschichte und zum Titel passt. Dreckiger Schnee bedeutet nämlich mit Gift o.Ä. verunreinigtes Heroin.

Der Schreibstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit legt sich das und das Geschehen wird immer rasanter.
Die Kapitel sind kurz und knackig, sie animieren einen dazu, immer weiterzulesen.
Der Prolog facht die Neugier sofort an, man fragt sich, was wohl geschehen ist und möchte es unbedingt erfahren. Die Informationen bekommt man nur häppchenweise, was am Anfang noch etwas verwirrend ist, aber je weiter man in der Geschichte vordringt, desto klarer werden die Zusammenhänge.
Detective Aidan Waits ist nicht nur durch seine Drogensucht ein ungewöhnlicher Ermittler, er bewegt sich stark am Rande der Legalität. Die Schilderungen der Drogenszene und der Gewalt sind sehr eindringlich und schockierend, dadurch äußerst authentisch.
Die Auflösung ist in sich schlüssig, doch endet nicht für alle Beteiligten in einem Happy End.

Trotz der ungewohnten Erzählweise kann ich dieses Buch nur empfehlen und freue mich schon auf den nächsten Band! 4,5 Sterne.
HexeLilli zu »Joseph Knox: Dreckiger Schnee« 24.08.2018
Die Geschichte spielt in Manchester-England und ist das Erstlingswerk des Autoren. Der Roman wird in der Ich Form erzählt. Er setzt sich zusammen aus sechs einzelnen Büchern, mit teilweisen kurzen Kapiteln. Am Cover und am Titel kann man gleich erkennen, um was es in der Geschichte geht.Aidan Waits der Drogen konsumiert und gerne Alkohol trinkt fällt bei seinem Polizei Boss in Ungnade. Undercoover soll er den Drogendealer Carver beschatten, um herauszufinden, welchen Kontaktmann dieser bei der Polizei hat. Außerdem ist die Tochter eines bekannten Politikers in dessen Fänge geraten, er soll sie zurückbringen. Er gerät in einen Strudel aus Drogen und Gewalt.In den Schreibstil musste man sich erst einlesen. Auch die vielen Personen waren erst verwirrend. Alles dreht sich um Drogen, Prostitution, Korruption, Bandenkrieg, Mord und Missbrauch. Hier darf man nicht empfindlich sein. Der Roman wurde spannend und fesselnd geschrieben, mit teilweise schockierenden Gewaltszenen. Als Leser weiß man lange nicht, wer ist der Gute, wer der Böse.Das Buch hat mich prima unterhalten und die Geschichte wirkte noch lange nach.
elke17 zu »Joseph Knox: Dreckiger Schnee« 23.08.2018
„Dreckiger Schnee“, das Debüt des englischen Autors Joseph Knox, wird von der britischen Tageszeitung „The Guardian“ mit Ian Rankins Edinburgh-Krimis auf eine Stufe gestellt. Nicht die schlechteste Referenz, aber dennoch gewagt, denn Rankin ist, zumindest für mich, das Maß aller Dinge in der Gattung des „Urban Noir“.

Manchester als Handlungsort ist interessant, wurde die Stadt doch noch nicht zig Mal in Krimis/Thrillern beackert (mir fällt hier nur die Mark Heckenburg-Reihe von Paul Finch ein). Ist aber eigentlich auch egal, könnte auch Buxtehude sein, denn die Unterwelt funktioniert überall nach den gleichen dreckigen Regeln. Im Zentrum der Handlung DC Aidan Waits, kein strahlender Held, sondern ein abgestürzter Polizist, der Drogen konsumiert und auch dem Alkohol nicht abgeneigt ist. Aber gerade diese Eigenschaften prädestinieren ihn nach Meinung seiner Vorgesetzten für einen Undercover-Job im Drogenmilieu. Isabell, Tochter eines hochrangigen Politikers, ist verschwunden und hat sich offenbar mit Zain Carver zusammengetan. Großdealer, ein schlimmer Finger, der immer wieder minderjährige Mädchen für seine schmutzigen Geschäfte einspannt. Sie verschwinden spurlos von der Bildfläche, bleiben unter dem Radar, und sollten sie doch wieder auftauchen, sind sie üblicherweise tot. Keine leichte Aufgabe für Waits, denn wie er bei seinem Ausflug in Manchesters Unterwelt feststellen muss, hat er es nicht nur mit den Drogenbossen zu tun. Denn es geht nicht nur um verschwundene Mädchen sondern auch um korrupte Politiker und bestechliche Kollegen.

Flüssig geschrieben, Spannung ab Beginn, ordentlich Tempo in der Geschichte, interessantes Personal, eine Hauptfigur mit Kanten und zahlreichen Narben auf der Seele. Sympathisch, mitfühlend, der aber auch ordentlich zulangen kann, wenn’s denn sein muss. Und sein muss es oft. Für meinen Geschmack insgesamt etwas zu ausschweifend erzählt, hier hätte man ohne Probleme das eine oder andere Mal den Rotstift ansetzen können, um die Handlung zu straffen.

Aber dennoch ist „Dreckiger Schnee“ alles in allem ein guter, solider Reihenauftakt, der zwar noch Luft nach oben hat, aber hoffen lässt. Denn auch Ian Rankin benötigte für seine Rebus-Krimis eine gewisse Anlaufzeit, bis sich deren Qualität entfaltete.
subechto zu »Joseph Knox: Dreckiger Schnee« 20.08.2018
Sex und Drogen und Gewalt

Der Einstieg ist etwas verwirrend. Danach ein Rückblick in die Vergangenheit. Detective Aidan Waits arbeitet undercover im Drogenmilieu. Außerdem soll er die verschwundene Tochter eines Abgeordneten wiederfinden. Isabelle war zuletzt als Geldeintreiberin für einen Drogenboss im Einsatz.
Joseph Knox zeigt in seinem Debütroman ein gewalttätiges Manchester. Mit dreckigem Schnee ist dreckiges oder schmutziges Heroin gemeint. Also Heroin von schlechter Qualität. Heroin verschnitten mit einer toxischen Mixtur. „Dreckiger Schnee“ ist ein dreckiger Krimi. Es geht um ein tödliches Netz aus Bestechung und Korruption, in das auch Politiker und Polizei verstrickt zu sein scheinen.
Aidan Waits tappt im Dunkeln, wird überfallen und bedroht. Doch er überlebt. Dabei lässt es der Autor richtig krachen. Waits ist ein interessanter Charakter. Kein Superheld. Aber er verbeißt sich in den Fall. Und so fiebert und leidet man mit ihm mit. Nebenbei klärt er auch noch einen alten Fall.
Eigentlich hat „Dreckiger Schnee“ alles, was einen guten Thriller ausmacht - und das in einer kraftvollen Sprache. Aber es liest sich auch ein bisschen wie eine Gebrauchsanleitung für Drogen. Interessant fand ich, dass in manchen Bars UV-Licht verwendet wird, damit Süchtige, die spritzen wollen, ihre Venen nicht finden können. Nichtdestotrotz lässt mich das Ende etwas zwiespältig zurück.

Fazit: Drogen. Drogen. Drogen. Sex und Gewalt. Ein Detective auf Speed. Nee, nee, nee. Das war mir ein bisschen "too much".
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