Das Ende der Hoffnung von Hendrik Falkenberg

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2018 bei Amazon Edition M.

  • München: Amazon Edition M, 2018. ISBN: 978-2919802340. 414 Seiten.

'Das Ende der Hoffnung' ist erschienen als Taschenbuch

Das meint Krimi-Couch.de: Emanzipierte Männer, Machos und Emanzen 70°

Krimi-Rezension von Brigitte Grahl

Im letzten Sommer startete Amazon die »edition m«, ein Print-Verlagsprogramm mit Thrillern und Krimis. Fünf der erfolgreichsten Self-Publishing-Autoren bei Amazon wurden auserkoren, darunter Hendrik Falkenberg. Dessen Krimireihe um den Sportpolizisten Hannes Niehaus geht mit »Das Ende der Hoffnung« bereits in die siebte Runde. Wie in den Vorgängerbänden spielen sich die Ereignisse in einem nicht genannten Ort an der Ostsee, wo Halbtags-Leistungssportler und Polizist Hannes Niehaus ermittelt, und zeitweise in Schweden ab.

Ermittler will lieber für Olympia trainieren

Eine sorgfältig drapierte Frauenleiche wird, in einem Ruderboot treibend, auf der deutschen Seite der Ostsee entdeckt. Hannes Niehaus geht davon aus, dass der Fall bald von den Schweden übernommen wird, da der Mord im schwedischen Ystad geschehen ist. Das ist ihm auch ganz recht, denn er muss für seine Olympiaqualifikation als Ruderer trainieren.

Aber der Fall erweist sich als komplizierter und umfangreicher, als anfangs gedacht. Die Tote stammt aus Deutschland, eine weitere Deutsche verschwindet in Ystad, dazu kommt eine neue Tote – und alles scheint mit einem alten, unaufgeklärten Frauenmord in Verbindung zu stehen. Hannes wird dazu verdonnert, vor Ort in Schweden zu ermitteln.

Feministische Frauen, emanzipierte Männer und romantische bis kranke Fantasien

Da sein Vorgesetzter in Urlaub ist, leitet er zum ersten Mal einen Fall, in dem er es mit feministischen Frauen, emanzipierten Männern und romantischen bis kranken Männerfantasien über Frauen zu tun bekommt. Derweil erlebt Hannes Freundin ein privates Drama und liefert sich, ohne es zu ahnen, einem Mann aus, der zu den Verdächtigen in Hannes Mordfällen zählt.

Autor Hendrik Falkenberg hat einen Krimi mit vielen Figuren, Schauplätzen und Nebenhandlungen entworfen. Trotzdem hat er seinen Plot so gut konstruiert, dass der Leser nicht den Überblick verliert und sich alles schlüssig entwickelt und verzweigt. Die Personen seines Krimis sind erfrischend normal, selbst die Bösen sind auf der Psychopathen-Skala im Bereich des Realistischen und glaubhaft. Protagonist Niehaus zeichnet sich nicht durch Ticks oder Traumen aus, er fällt nur mit einer kleinen körperlichen Anomalität auf: seine unterschiedlich gefärbten Augen.

Die übrigen Figuren besitzen alle »Fleisch« und agieren glaubwürdig. Die Nebenfiguren und die Nebenhandlung sind gleichwertig gut ausgearbeitet, die Figuren und ihr Handeln nachvollziehbar, die Dialoge sind lebensecht. Der Nebenkonflikt passt zu den Hauptthemen und alle Handlungsfäden laufen logisch aufeinander zu. Mehrere Verdächtige sorgen dafür, dass der Täter nicht zu früh enttarnt wird und die Nebenhandlung trägt im letzten Akt mit dazu bei, dass die Spannung steigt.

Kleine Exkurse in die schwedische Mentalität, Lebensart und Geschichte

Für Erstleser wie mich ist es kein Problem, erst spät in die Reihe einzusteigen, da Falkenberg geschickt das nötige Hintergrundwissen aus den vorherigen Bänden einfließen lässt. Er scheint zudem ein guter Schwedenkenner zu sein und gibt seinen Lesern kleine Exkurse in die schwedische Mentalität, Lebensart und Geschichte. Auch eine wohldosierte Prise Humor streut er in die Handlung ein. Hendrik Falkenberg ist völlig zu Recht zu einem der ersten Autoren der edition m auserkoren worden.

»Das Ende der Hoffnung« liest sich flüssig, und ist mit seinen knapp 400 Seiten genau das Richtige für ein Lesewochenende. Die Lektüre macht Lust auf mehr. Und Falkenberg gibt am Schluss des Buches schon einen Hinweis, worum es im achten Band gehen wird – Stammleser dürfen sich auf ein Wiedersehen freuen mit einem bisher ungelösten Fall.

Brigitte Grahl, November 2018

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