Der einsame Bote von Gard Sveen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 unter dem Titel Blod i dans, deutsche Ausgabe erstmals 2018 bei List.
Ort & Zeit der Handlung: Norwegen, 2010 - heute.
Folge 3 der Tommy-Bergmann-Serie.

  • Bergen: Vigmostad Bjørke, 2016 unter dem Titel Blod i dans. 316 Seiten.
  • Berlin: List, 2018. Übersetzt von Günther Frauenlob. ISBN: 978-3-471-35150-5. 400 Seiten.

'Der einsame Bote' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Kommissar Tommy Bergmann steht am Abgrund. Bis heute gibt es keine Spur von der 13-jährigen Amanda, die er schon seit Monaten sucht. Jetzt wurde das Mädchen für tot erklärt, der Mörder angeblich beerdigt und der Fall offiziell abgeschlossen. Gibt Bergmann seine Ermittlungen nicht auf, wird er suspendiert. Doch er kann nicht anders, er muss weitergraben in diesem hoffnungslosen Fall und wird dafür von seinen Kollegen isoliert. Als er fast aufgeben will, stößt er auf die Spuren einer Sekte. Ihr Anführer sieht sich als weiser Hirte, der das einfache Leben liebt. Er glaubt, dass ein Mörder erlöst werden kann, wenn ein junges Mädchen geopfert wird. Wie Amanda. Oder wie die Tochter von Susanne Bech, Bergmanns Kollegin.

Das meint Krimi-Couch.de: Schräger Pageturner mit Schwächen 65°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Oslo im April. Elf Jahre hat Anders Rask für mehrere Mädchenmorde im Gefängnis gegessen. Für Morde, die in Wirklichkeit Elisabeth Thorstensen und Jon-Olav Farberg begangen haben. Jetzt sitzt er im Rollstuhl und ist bereit, mit Kommissar Tommy Bergmann zu sprechen. Im Januar des Jahres behauptete Thorstensen, ihren Partner Farberg ermordet und verbrannt zu haben.

Doch bis heute liegen keine Ergebnisse der DNA-Auswertung vor, und so ist es Bergmann, der als einziger Polizist glaubt, dass Farberg noch lebt. Denn am Tag seiner vermeintlichen Ermordung verschwand die dreizehnjährige Amanda Viskveen, seither fehlt von ihr jede Spur.

Rask ist nicht sehr mitteilsam, warum sollte er auch, doch gibt er Bergmann einen Hinweis auf die geheimnisvolle Sekte der Skopzen. Deren Mitglieder glauben, dass Mörder erlöst werden, wenn sie junge Mädchen mit dem Sternzeichen Widder vor ihrem vierzehnten Geburtstag verstümmeln. Die Zeit drängt, eine erste Spur führt Bergmann in die litauische Stadt Vilnius, von wo Farberg angeblich zwei Postkarten verschickt haben soll. Seine Kollegin Susanne Bech fährt derweil nach Göteborg, um den Mord an einer 53-jährigen Frau aufzuklären. Ist auch sie, trotz ihres fortgeschrittenen Alters, ein Opfer Farbergs?

Ermittler mit durchaus zwiespältigem Charakter

»Der einsame Bote« ist eine krude Geschichte, die weniger auf Glaubwürdigkeit, denn auf hohes Lesetempo setzt. Direkt auf der ersten Seite geht Bergmann bei einem Boxtraining zu Boden. Die Leser des Romans sollten härter im Nehmen sein, denn die Handlung verlangt ihnen einiges ab. Es fängt schon damit an, dass beide Ermittler – Bergmann und Bech – innerlich völlig ausgebrannt sind.

Im wahren Leben wären sie nicht im Einsatz, sondern krank geschrieben, was immerhin für Bergmann auch im Roman zutrifft. So kann er machen was er will, denn nach einer Abmahnung darf er in dem Fall Farberg gar nicht mehr ermitteln. Schließlich verbrannte dieser ja vor einiger Zeit, der Fall ist also offiziell abgeschlossen. Warum nach rund vier Monaten noch immer keine DNA-Ergebnisse vorliegen, darf man an dieser Stelle nicht hinterfragen (ebenso wenig wie das Verhalten von Bergmanns Chef Reuter und von Oberstaatsanwalt Finneland), denn sonst funktioniert ein Teil des Plots nicht.

»Irgendwo in Nordeuropa muss ein toter Mann herumlaufen. Sollten er und Amanda wirklich am Leben sein und wir keinen Finger gerührt haben, müssen sich alle in diesem Raum noch vor dem Sommer nach einem neuen Job umsehen. Und glauben Sie mir, ich werde nicht zögern, Sie alle mit in die Tiefe zu reißen, wenn es darauf ankommt.«

Problematisch bei Bergmann und Bech ist vor allem, dass beide Figuren leicht unsympathisch erscheinen. Bergmann ist ein störrischer Einzelgänger, der seine frühere Frau regelmäßig geschlagen hat und sich daher selber kaum leiden kann. Dass er in der Folge in Vilnius ausgerechnet starke Gefühle für eine junge Prostituierte entwickelt, passt daher ins Bild.

Aber auch Bech ist kein einfacher Fall, da sie nach einem tätlichen Angriff auf ihre Person in ständiger Angst lebt. Angst um sich, aber vor allem um ihre junge Tochter Mathea. Die ständige Erwähnung eben dieser allgegenwärtigen Angst geht dem Leser mit zunehmender Dauer auf die Nerven. Getoppt wird die Situation aber dadurch, dass Bech trotz ihrer Ängste mal eben so einen Mann befragt, den sie für einen möglichen mehrfachen Mörder hält. Selbstredend befragt sie ihn allein und unbewaffnet. Na klar doch.

Auch gibt es einige kleinere Schnitzer, die ins allgemeine Bild passen. Als ein weiterer Mord geschieht, heißt es hierzu auf Seite 51 »Ein paar Tage zuvor&«, nur eine Seite später »&vor zwei Tagen&«. Auf Seite 52 heißt es zudem, dass die ermordete Frau 53 Jahre alt war. Später ist die Rede von »etwas über 50 Jahre« (Seite 93), bevor es dann prompt wieder heißt »Die Frau war 53« (Seite 95). Kleinigkeiten gewiss, aber dennoch ärgerlich, da unnötig.

Wen das alles nicht schreckt, der kann gerne einen Versuch starten, denn trotz der genannten Schwächen treibt der Autor mit seinem Schreibstil den Leser ordentlich voran. Die rund 300, äußerst großzüzig gedruckten Seiten, in zahlreiche kurze Kapitel aufgeteilt, sind schnell gelesen, und wer einfach nur mal in der Bahn abschalten will, ohne groß mitzudenken, der ist mit diesem Mainstream-Pageturner durchaus gut bedient. Denn trotz aller Kritik, spannend ist es schon. Einige schaurig-blutige Sequenzen sind bei den Verstümmelungen der Frauen allerdings in Kauf zu nehmen.

Jörg Kijanski, September 2018

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books4ever zu »Gard Sveen: Der einsame Bote« 28.07.2018
Leider nicht ganz so gut wie der Vorgänger

"Der einsame Bote" ist der dritte Band rund um den Kommissar Tommy Bergmann. Das Buch knüpft unmittelbar an die Handlung des Vorgängerbandes "Teufelskälte" an und enthält somit auch diverse Anspielungen und es wird einiges an Vorwissen vorausgesetzt. Ich kann jedem nur raten, zuächst den Vorgängerband zu lesen.

Seit Monaten fehlt von der 13-Jährigen Amanda jede Spur. Mittlerweile wurde das Mädchen für tot erklärt, da der angebliche Mörder beerdigt wurde. Der Fall gilt für die Polizei als abgeschlossen, nur Tommy Bergmann ermittelt auf eigene Faust weiter. Schließlich stößt er doch noch auf eine Spur, die ihn nach Litauen zu einer mysteriösen Sekte führt. Laut dieser kann ein Mörder erlöst werden, wenn er ein junges Mädchen opfert...

Auch dieser Krimi von Gard Sveen ist wieder durchaus spannend geschrieben und die Handlung äußerst düster. Ich habe mich gefreut, dass es ein Wiedersehen mit Tommy Bergmann und seiner Kollegin Susanne Bech gibt, dich ich bereits aus "Teufelskälte" kannte. Trotz seiner Probleme und seiner doch recht eigenwilligen Art habe ich Tommy auf seiner verbissenen Suche nach der Wahrheit ins Herz geschlossen. Ich habe mit ihm mitgefiebert und immer gehofft, dass er diesen Fall, der ihn so mitgenommen hat, endlich abschließen kann.
Einzig mit der Auflösung am Ende hatte ich dann doch so meine Probleme. Nachdem Tommy auf der Suche nach Amanda lange Zeit im Dunkeln getappt ist und mit seinen Ermittlungen nicht so richtig weiterkam, ging mir das Ganze zum Schluss dann doch etwas zu schnell. Hier hätte ich mir am Ende noch ein oder zwei Kapitel mehr gewünscht, um den Fall abzurunden und auch die Beweggründe des Täters noch etwas ausführlicher zu beleuchten.

Insgesamt ist "Der einsame Bote" ein guter Nachfolger, in dem der Fall aus "Teufelskälte" endlich zu einem Abschluss kommt. Leider kommt er von der Handlung und auch der Atmosphäre nicht so ganz an seinen Vorgänger heran.
StephanieP zu »Gard Sveen: Der einsame Bote« 12.07.2018
Vor mehreren Monaten verschwand ein 13 jähriges Mädchen spurlos. Das Kind wurde mittlerweile für Tod erklärt und der potenzielle Mörder begraben und der Fall gilt als gelöst. Der leitende Ermittler Tommy Bergmann muss seine Ermittlungen einstellen, wenn er keine Suspendierung riskieren möchte. Dennoch sucht er weiterhin nach dem Mädchen und stößt auf eine Sekte, welche an Mädchenopfer glaubt.

Gard Sveens Kriminalroman war für mich persönlich sehr verwirrend. Ich konnte zwar Anfangs problemlos in die Handlung einsteigen und ihr Anfangs auch folgen, allerdings wurde dies im Laufe des Buches immer schwieriger. Der Schreibstil des Autors ist sehr fesselnd, weshalb ich unbedingt weiterlesen wollte. Ich habe immer wieder zurückgeblättert, da ich dachte etwas überlesen zu haben, was aber nicht der Fall war. Sehr schade, da das Buch wirklich stark begonnen hat.

Die einzelnen Protagonisten sind authentisch und zum Teil vielschichtig. Als Leser kann man sich schnell ein Bild machen und Sympathie oder Antipathie entwickeln. Vor allem Tommy Bergmann war mir wirklich sympathisch. Dennoch hatte ich auch hier immer wieder das Gefühl, dass mir wichtige Informationen aus den Vorgängerbänden fehlen.

„Der einsame Bote“ ist der dritte Teil rund um Tommy Bergmann. Ich kenne noch keinen der Vorgängerbände. Vermutlich war dies auch der Grund für meine Verständnisprobleme. Meiner Meinung nach kann „Der einsame Bote“ nur sehr schwer unabhängig von seinen Vorgängern gelesen werden, da dem Leser ansonsten für das Verständnis wichtige Informationen fehlen. Ich denke nicht, dass ich Zukunft zu weiteren Büchern der Reihe greife. Andere Bücher des Autors würde ich hingegen gern lesen, da mir sein mitreißender Schreibstil im Großen und Ganzen wirklich zugesagt hat.

FAZIT:
„Der einsame Bote“ beginnt sehr stark und der Autor überzeugt durch einen fesselnden Schreibstil. Ich hatte allerdings immer wieder Verständnisprobleme und fand die Handlung zum Teil sehr verwirrend. Ich denke, dass dies daran liegt, weil ich die beiden Vorgängerbände nicht kenne. Aus diesem Grund vergebe ich 3 Sterne!
Darts zu »Gard Sveen: Der einsame Bote« 04.07.2018
Der einsame Bote ist das dritte Buch von Gard Sveen, welches in Deutschland erschienen ist. Ich empfehle zumindest Band zwei (Todeskälte) vorher zu lesen, denn dieser endete mit einem Cliffhanger. Der einsame Bote schließt gleich wieder dort an. Das Mädchen Amanda wird schon länger vermisst und Tommy Bergmann gibt die Hoffnung nicht auf das Mädchen lebend zu finden, außerdem vermutet er dass ein Mörder der angeblich getötet wurde doch noch lebt. Da er seine Vorgesetzten nicht von seiner Theorie überzeugen kann, setzt er alles auf eine Karte und ermittelt selbst. Seine Kollegin Sabine kommt unabhängig davon auch zu ähnlichen Resultaten und begibt sich selbst in Gefahr. Da ich dieses Buch kostenlos von Vorablesen und dem List Verlag zur Verfügung gestellt bekommen habe, wollte ich zuerst die Vorgänger Bände lesen. Band eins zog sich ungefähr bis zur Hälfte sehr lahm dahin wurde aber zum Schluss richtig spannend. Bei dem zweiten Band war die langatmige Anfangsphase schon kürzer und auch hier nahm das Buch richtig an Fahrt auf. Band drei geht gleich in die Vollen. Die spannende Handlung zieht sich durch alle 300 Seiten und lässt sich sehr zügig lesen. Ein spannender Thriller der durch sein Ende auf weitere hoffentlich spannende Fälle hoffen lässt.
4,5*
Maren Richter zu »Gard Sveen: Der einsame Bote« 03.07.2018
Obwohl ich den Vorgängerband "Teufelskälte" gelesen habe, fand ich das Buch stellenweise ziemlich verwirrend.
Der Autor springt stellenweise ordentlich hin und her.
Tommy Bergmann ermittelt immer noch gegen den Massenmörder Jon-Olav Farberg, denn er ist der Meinung das dieser immer noch lebt.
Doch als wieder ein junges Mädchen verschwindet glaubt Bergmann Parallelen zu erkennen.
Obwohl ihm die Ermittlungen untersagt werden, setzt er sich darüber hinweg und fliegt sogar nach Litauen. Er hatte schon im Vorgänger so seinen eigenen Ermittlungsstil. Der mir im übrigen auch nicht immer wirklich sympathisch ist.
Alles in allem war das Buch unterhaltsam und spannend und alles deutet auf eine weitere Fortsetzung hin.
anyways zu »Gard Sveen: Der einsame Bote« 03.07.2018
2005 werden insgesamt sechs junge Mädchen getötet. Als Täter wird Anders Rask ermittelt, der durch einen Schuss in den Rücken seit der Festnahme querschnittsgelähmt ist. Tommy Bergmann, der ermittelnde Kriminalist glaubt jedoch nicht daran das Rask der alleinige Täter gewesen sein kann. Er hat jemand ganz anderes in Verdacht. Auf eigene Faust und ohne Rückendeckung durch seine Vorgesetzten ermittelt er weiter.
Der Autor Gard Sveen präsentiert seine Krimireihe um Tommy Bergmann und dessen Kollegin Susanna Bech nicht als in sich geschlossene Fälle sondern als direkte Fortsetzungen. Leider hatte ich nicht das Glück die ersten beiden Bücher zu lesen, dementsprechend musste ich mir gerade zu Anfang viele Dinge selbst zusammenreimen. Das schmälert ungemein den Lesegenuss. Bruchstückchenhaft habe ich mir die Story aus den beiden Vorgängerbüchern zusammengesetzt, vieles blieb jedoch trotzdem nebulös. Deswegen konnte mich der Plot irgendwann auch nicht mehr begeistern und mein Interesse sank deutlich.
Ein Aspekt den ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte waren die ständigen Alleingänge der beiden Kriminalisten. Ohne jegliche Rückendeckung ermitteln sie nicht nur in Oslo sondern auch in Vilnius. Wirklich positiv waren nur die recht kurz gehaltenen Kapitel. Ansonsten habe ich mir viel mehr von diesem Krimi versprochen. Doch die Handlung war allzu oft extrem sprunghaft und wirkte seltsam konstruiert. Wenn ich mal zynisch werden darf, bei diesem Buch reicht es sich den Klappentext durchzulesen, denn leider verrät der schon alles. Viel schlauer wird man durch die extremen Übersprunghandlungen der Protagonisten und die zu dick aufgetragene Wiederauferstehung einer Sekte aus dem 18.Jahrhundert leider nicht.
Susi zu »Gard Sveen: Der einsame Bote« 27.06.2018
Tommy Bergmanns letzter Fall lässt ihn nicht das Verschwinden der 13 jährigen Amanda. Der Täter soll Tod sein, obwohl der Beweis noch nicht vorliegt- jedoch wird damit der Fall abgeschlossen.

Dies kann und will Bergmann nicht zulassen.
Er bleibt weiter an den Ermittlungen und bekommt plötzlich einen Anruf von einem Beteiligten, der misteriöse Postkarten bekommen hat. Bergmann macht sich direkt auf den Weg zum Absenderort und gefährdet damit seinen Job und sein Leben.


Das Buch war sehr flüssig geschrieben und der Schreibstil war gut. Es ist von der ersten Seite an spannend. Leider habe ich nicht bemerkt, daß dies der dritte Teil eines Bandes ist. Ich hatte des öfteren das Gefühl, dass ich etwas übersehen hatte oder mir Insiderwissen fehlte.
Deshalb kann ich es alles in allem nicht richtig beurteilen, wobei ich auch so die Handlung spannend fand.

Ich werde mir aufjedenfall die Vor-Teile noch holen und diese lesen. Gard Sveen schafft es einen in den Bann zu ziehen.
Büchermaulwurf zu »Gard Sveen: Der einsame Bote« 22.06.2018
Nicht zu empfehlen ohne Kenntnis der vorherigen Bände

„Der einsame Bote“ schließt nahezu nahtlos an den Vorgängerband „Teufelskälte“ an. Ich kenne die beiden ersten Bände der Reihe noch nicht, was definitiv ein großes Problem war.

Der Klappentext war sehr vielversprechend und ich hatte die Hoffnung, auch ohne Vorkenntnisse in die Geschichte hineinzukommen. Dies stellte sich allerdings als Irrtum heraus, da vieles , was in den Vorbänden passierte, im dritten Band nicht weiter erklärt wurde. Es gibt lediglich einen kurzen Zeitungsartikel am Anfang, der die bisherigen Geschehnisse kurz zusammenfasst.
Beim Lesen bin ich immer wieder auf Namen und Andeutungen zu den ersten beiden Bänden gestoßen, mit denen ich ohne diese Vorkenntnisse nicht viel anfangen konnte. Da das Buch direkt an den Vorgängerband anschließt, ist es wirklich besser, die Vorgeschichte zu kennen. So hatte ich einige Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzufinden. Auch die Hauptcharaktere blieben mir fremd, weil mir das entsprechende Vorwissen (ihre Vorgeschichte) fehlte. Deshalb habe ich nach dem ersten Drittel kapituliert, um mir die ersten beiden Bände zu besorgen, damit der Lesespaß nicht ganz auf der Strecke bleibt. Diese werde ich bei nächster Gelegenheit in der Reihenfolge lesen, denn Schreibstil, Plot und die Personen fand ich durchaus vielversprechend.

In Anbetracht meiner Leseerfahrung kann ich daher nicht empfehlen, das Buch ohne Kenntnis der vorherigen Bände zu lesen, da es direkt an den Vorband anschließt (kein neuer Fall) und für Neueinsteiger zu wenig erklärt wird.
oberchaot zu »Gard Sveen: Der einsame Bote« 22.06.2018
Die dreizehnjährige Amanda ist verschwunden. Sie wird für tot erklärt, genauso wie der vermeindliche Mörder, und der Fall ist abgeschlossen. Jedoch ist Kommissar Tommy Bergmann davon überzeugt, dass sie noch lebt. Verbissen macht er sich auf die Suche und läuft in Gefahr, seine Stelle zu verlieren. Seine Reise geht nach Litauen, denn die Spuren führen ihn zu einer Sekte, welche es offiziell nicht mehr gibt.

Ich finde das Buch packend und konnte es kaum weglegen. Mit seinen 300 Seiten ging es Schlag auf Schlag, auch wenn sich nicht alle Fragen beantwortet haben. Es liest sich gut und ist verständlich. Eindrücklich wird das Leben in Litauen beschrieben, es wird einem klar, dass das Leben dort, v.a. auf dem Lande, nicht gleich ist wir hierzulande. Googelt man sich dann durch diese Gegend, schaut man sich Bilder an zum Beispiel vom Ort Svencionys nahe der weissrussischen Grenze, fühlt man sich um einige Jahre zurückversetzt, und die Geschichte erscheint noch düsterer.

Ich kann "Der einsame Bote" nur weiterempfehlen.
leseratte1310 zu »Gard Sveen: Der einsame Bote« 18.06.2018
Tommy Bergmann ist seit Monaten auf der Suche nach der 13-jährigen Amanda und er hat immer noch keine Spur. Offiziell wird der Fall abgeschlossen und das Mädchen für Tod erklärt. Der Mörder wurde angeblich beerdigt. Aber Bergmann ist anderer Ansicht und will den Fall nicht aufgeben, obwohl im die Suspendierung droht. Als er schon fast resigniert, gibt es Spuren zu einer Sekte, deren Anführer merkwürdige Dinge predigt.
Dies ist bereits der dritte Band um den Kommissar Tommy Bergmann und ich denke, dass es empfehlenswert ist, die Bände nacheinander zu lesen. Mir haben schon die Vorgängerbände gut gefallen und auch dieses Mal wurde ich wieder gepackt. Als Fan von Skandinavien-Krimis gefällt mir die düstere Atmosphäre.
Bergmann ist ein guter Polizist, der nicht aufgibt, auch wenn alle gegen weitere Ermittlungen sind. Er ist kein einfacher Charakter, neigt zu Aggressivität und dennoch mag ich ihn. Um bei diesem Fall weiter ermitteln zu können, lässt er sich krankschreiben. Aber auch seine Kollegin Susanne Bech ist mir sympathisch. Sie ermittelt in einem anderen Fall und dennoch scheint es da eine Verbindung zu geben.
Es ist eine komplexe und abgründige Geschichte, die sehr spannend ist und am Ende sogar richtig dramatisch wird.
Ein packender und überzeugender Krimi.
Netti zu »Gard Sveen: Der einsame Bote« 15.06.2018
Bewertung zu: Ohne ein einziges Wort. Sarah besucht ihre Eltern in Großbritannien. Sie begegnet ihrem Traummann und verbringt sieben Tage mit ihm. Sie ist sich sicher, das es die große Liebe ist. Ihm ergeht es sehr ähnlich. Allerdings muß Eddy verreisen - da er vor Wochen mit einem Freund seinen Surf-Urlaub gebucht hat. Er geht nur sehr ungerne und verspricht ihr sich auf dem Weg zum Flughafen zu melden. Allerdings folgt kein Anruf. Verzweifelt wartet sie auf eine Antwort von ihm... Gute Freunde raten ihr-ihn ganz schnell zu vergessen-aber Sarah liegt dem nicht so-sie kennt Eddy genauer. Es muß irgendwas passiert sein, nur was??? Sarah ist davon überzeugt, das es einen Grund dafür gibt. Sie hat auch recht, der Grund ist sie selber. Im Gesamten finde ich den angenehmen Roman von Rosie Walsh sehr gut. Es werden alle Sinne und Gefühle angesprochen. Durchgelesen habe ich diesen Roman in einem Rutsch. Die Buchthematik wurde stilistisch sehr gut umgesetzt. Und ist auch mit viel Liebe geschrieben worden. Daher gebe ich für diesen wunderbaren Roman auch sehr gerne die vollen 5 Sterne. Und auch eine klare Lese- und Kaufempfehlung für diesen sehr wunderbaren Herzensroman.

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