Breakdown - Sie musste sterben. Und du bist schuld von B. A. Paris

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 unter dem Titel The breakdown, deutsche Ausgabe erstmals 2018 bei Blanvalet.

  • London: HQ, 2016 unter dem Titel The breakdown. 448 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2018. Übersetzt von Wulf Bergner. ISBN: 978-3734102646. 448 Seiten.

'Breakdown - Sie musste sterben. Und du bist schuld' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Die junge Lehrerin Cass gerät nachts auf dem Heimweg in ein schweres Unwetter. Obwohl sie ihrem Mann versprochen hat, es nicht zu tun, nimmt sie in strömenden Regen die Abkürzung über eine einsame Straße durch den Wald. In einer Ausweichstelle bemerkt sie einen Wagen, in dem eine Frau sitzt. Da die Frau nicht reagiert, obwohl Cass signalisiert Hilfe leisten zu wollen, fährt diese weiter.

Am nächsten Morgen erfährt sie, dass die Frau ermordet worden ist und, dass sie eine Bekannte von ihr war. Dann erhält Cass in regelmäßigen Abständen anonyme Anrufe, die sie befürchten lassen, der Mörder kennt ihre Identität. Von Schuldgefühlen geplagt fällt Cass in eine schwere Krise. Als sie dann auch noch anfängt Dinge zu vergessen, gerät ihr Leben ganz aus den Fugen.

Das meint Krimi-Couch.de: Nervtötende Geschichte nach altbekanntem Muster 35°

Krimi-Rezension von Carola Krauße

Bis auf die Protagonistin gut gelungene Charaktere

B.A. Paris schafft es die Nebencharaktere anschaulich und plausibel zu schildern. Aber bei ihrer Protagonist versagt sie auf der ganzen Linie. Cass ist 33 Jahre alt, vermögend, Lehrerin und seit einem Jahr verheiratet. Da sollte man doch meinen, dass sie eine unabhängige und selbständige Frau ist. Aber nein, sie verschweigt die Begegnung mit dem späteren Opfer, gibt lediglich einen anonymen Hinweis, bloß, weil sie versprochen hat auf der Hauptstraße zu bleiben.

Wer macht denn so was, wenn eine Aussage vielleicht zur Aufklärung beitragen kann? Hier muss wohl die Logik dem Plot weichen. Ebenso bei den anonymen Anrufen, die Cass erhält. Wieso sollte der Mörder sie auf diese Weise verunsichern wollen, was wäre der Gewinn für ihn? Völlig widersinnig ist ihr Verhalten, als sie fürchtet an frühzeitiger Demenz erkrankt zu sein. Sie schluckt immer mehr Tabletten, die sie völlig handlungsunfähig machen und erreicht so außer Bewusstlosigkeit gar nichts. Aber, wie gesagt, der Plot lässt auch keine starke, vernünftig handelnde Protagonistin zu. Das Buch wäre dann zum dünnen Heftlein verkümmert.

Vorhersehbarer Plot mit lausiger Spannung

USA Today verspricht »einen packenden Psychothriller« und The New York Times nennt das Buch auf dem Cover »Bestseller«, doch davon merkt der Leser nicht viel. Auf den ersten Seiten wird Spannung aufgebaut, aber selbst diese ist so schnell verpufft, dass man sie kaum wahr nimmt. Die Begegnung im Regen auf einsamer Landstraße wird gepuscht, weil sie als Aufhänger für das restliche Geschehen herhalten muss, aber danach flacht die Geschichte dermaßen ab, dass auch anonyme Anrufe und Demenzattacken nicht mehr helfen. Der Plot ist allzu bekannt und schon regelrecht ausgelutscht.

Sofort vermutet man ein Komplott um Cass aus dem Weg zu räumen. Bis zum Schluss hofft man dann auf einen Spannungsmoment, der dann auch kurz vor Ende endlich noch einmal auftaucht und zu einem doch ganz passablen Schluss führt. Davor muss der Leser allerdings gefühlte tausend Mal teenagerhaftes Geblubber wie »Sweatheat«, »Lieb dich – ich lieb dich mehr«, »wollen wir uns treffen?« antun, was die auf ein Minimum an Handlung reduzierte Geschichte nur noch nerviger macht. Auch die ansonsten doch recht simple Erzählweise lässt jede Raffinesse vermissen.

Cass schildert die Geschichte aus ihrer Perspektive, was eigentlich ein guter Ausgangspunkt für packend beschriebene Emotionen, Befürchtungen und allgemeinen Thrill gewesen wäre, aber alles bleibt an der Oberfläche. Eine Cass mit Ecken und Kanten und Durchsetzungswillen hätte allerdings auch einen raffinierter gestrickten Plot benötigt, der dann aber vielleicht wirklich ein »packender Psychothriller« geworden wäre.

Einschlafhilfe statt Psychothriller

B.A. Paris hat mit »Breakdown« ihren zweiten Roman vorgelegt und scheinbar auch eine erkleckliche Fangemeinde erlangt, der ich garantiert nicht beitreten werde. Zu simple die Sprache, zu langweilig der Plot, zu vorhersehbar der Schluss. Wer allerdings auf das alles keinen Wert legt und mal ein Buch statt einer Schlaftablette probieren will – hier ist die Gelegenheit.

Carola Krauße, Oktober 2018

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