Sommernachtstod von Anders de la Motte

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 unter dem Titel Slutet på sommaren , deutsche Ausgabe erstmals 2018 bei Droemer.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden, 2010 - heute.

  • Stockholm: Forum, 2016 unter dem Titel Slutet på sommaren . 372 Seiten.
  • München: Droemer, 2018. Übersetzt von ?. ISBN: 978-3-426-30624-6. 432 Seiten.

'Sommernachtstod' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Ein Kind verschwindet. Ein Dorf schweigt.

Seit der kleine Billy an einem Sommerabend vor 20 Jahren spurlos verschwand, liegt ein Schatten über dem Dorf in Südschweden. Nun kehrt Billys Schwester, die Therapeutin Vera in ihren Heimatort zurück. Ihr neuer Patient Isak hat ihr eine beunruhigende Geschichte über einen verschwundenen Jungen erzählt, und Vera will jetzt endlich wissen, was damals wirklich geschah. Doch längst nicht jedem im Dorf gefallen ihre hartnäckigen Fragen.

Das meint krimi-couch.de: Morbide Spannung und Einblicke in verkrustete Strukturen 95°Treffer

Krimi-Rezension von Annette Wolter

Der Prolog klingt schon so richtig unheilschwanger. Ein kleiner Junge möchte ein Kaninchen fangen. Er schleicht sich an und erinnert sich dabei an die Tipps seines Onkels Harald. Der ist ein erfahrener Jäger. Der Junge namens Billy ist mutig und scheint vor nichts Angst zu haben. Aber dann kommt nur noch ein verzweifeltes Mama!

Veronika aus Stockholm ist kein Sommermensch mehr

Zeitsprung nach Stockholm in die heutige Zeit. Die attraktive Veronika ist eine Therapeutin für Menschen, die einen lieben Verwandten oder Freund durch Tod, Unfall oder Selbstmord u.a. verloren haben. Trauerarbeit nennt sich das. Das Ganze stellt sich irgendwie verwirrend dar, denn Veronika darf die Menschen nicht alleine betreuen, sondern bekommt einen älteren Herrn namens Ruud zur Seite gestellt.

Veronika hat ein Geheimnis und wahrhaftig ihr eigenes Kreuz zu tragen. Sie ist selbstzerstörerisch und labil. Trinkt zu viel Alkohol und lässt sich mit vielen Typen ein. Kein Wunder, denn die bedrückende Grundstimmung liegt nicht nur über dem Leben im Heimatdorf von Veronika, sondern auch über deren aktueller Lebenssituation.

Anders de la Motte frischer Wind aus Schweden

Der Name klingt italienisch, ist aber schwedisch. Anders de la Motte, geboren 1971, arbeitete mehrere Jahre als Polizist in Stockholm und in der Security-Branche, bevor er Schriftsteller wurde. 2010 erhielt er für sein Debüt »Game« den Preis der Schwedischen Akademie der Krimiautoren. Sein Roman »UltiMatum« wurde 2015 als bester schwedischer Kriminalroman ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Malmö.

Interessantes Psychogram über das Leben und Sterben abseits der Schären

Dieses Buch spielt nicht in der zauberhaften Idylle von Pippi-Langstrumpf-Land. Ich finde besonders interessant, wie detailliert und beinah sezierend beschrieben wird, dass ein tragisches Ereignis, wie das Verschwinden des kleinen Billy, die gesamte Entwicklung einer Familie über Jahrzehnte beeinflussen kann. Als ich diese Beschreibungen gelesen habe, hatte ich das Gefühl, dass de la Mottes Krimi autobiographische Züge trägt.

Alles ist trist, traurig und im Buch kommt eine totale Hoffnungslosigkeit zum Tragen. Eine Sehnsucht nach Liebe und Beachtung der großen Kinder durch die Eltern; aber stattdessen absolute Ignoranz. Niemand kann aus seiner Haut, und das geht bei einem halbwegs sensiblen Leser unter die Haut.

Schon der Moment, wo Veronika nach langen Jahren wieder ins Dorf kommt und absolut kalt und wenig herzlich empfangen wird, lässt frösteln. Einzig ihr Bruder schenkt ihr mal eine Umarmung.

Auch ohne Gemetzel gibt es Serienkiller-Spannung pur

»Sommernachtstod« ist aber gleichzeitig auch ein spannender Roman, in dem der Leser die Protagonistin Vera/Veronika auf der verwirrenden und komplizierten Suche nach der Wahrheit begleitet. De la Motte versteht es, den Leser zu fesseln und ihn auf zwei Zeitebenen stets mitfiebern zu lassen. Die damalige Suche nach dem kleinen Billy ist dabei genauso spannend wie die Personen, die an der Suche beteiligt waren und das, was heute aus ihnen geworden ist.

Neben der eigentlichen Tat spielen auch die perversen Gewohnheiten/Besonderheiten einer kleinen, eingeschworenen Dorfgemeinschaft eine große Rolle in diesem Buch. Das spürt auch der Polizeichef, der bei seinen Ermittlungen bestenfalls belächelt, schlimmstenfalls behindert oder sogar bedroht wird.

Vor allem die seltsamen Hierarchien im Dorf und Jagdrituale werden exzellent beschrieben. Das alles könnte in jedem kleinen Kaff passieren. Vor allem als die Polizei eine versteckte Jagdhütte entdeckt, wird mir von dem beschriebenen Geruch von Fleisch und Blut fast schlecht. Gegensätzlich kommt dann der süße Duft der schönsten Rosen vor, die der Vater im Garten züchtet. Die Auflösung des Ganzen ist wirklich eine Überraschung, aber dennoch ist alles einfach schlüssig und stimmig.

Ich habe das Buch an einem Nachmittag verschlungen, konnte es nicht mehr weglegen. Anders de la Motte steht ganz oben auf meiner (Lese-)Liste. »Sommernachtstod« ist ein Krimi, den man kennen sollte. Wer allerdings rasante Thriller liebt, die eher wenig auf die Psychologie der Protagonisten eingehen, kommt zu kurz.

Annette Wolter, August 2018

Ihre Meinung zu »Anders de la Motte: Sommernachtstod«

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niggeldi zu »Anders de la Motte: Sommernachtstod« 30.07.2018
Solider Krimi


Ein Schatten scheint über einem Dorf in Südschweden zu liegen, seit dort vor 20 Jahren der kleine Billy Lindh spurlos verschwand. Die Mutter des Jungen nahm sich daraufhin das Leben, ein Verdächtiger, dem aber nichts nachgewiesen werden konnte, tauchte unter und ließ Frau und Kinder im Stich.
Nun kehrt Billys Schwester, die Therapeutin Vera Lindh, in ihren Heimatort zurück: Ihr neuer Patient Isak hat ihr eine alarmierende Geschichte über einen verschwundenen Jungen erzählt, und Vera will endlich wissen, was damals wirklich geschehen ist. Längst nicht jedem im Dorf gefallen ihre hartnäckigen Fragen. Und wie vertrauenswürdig ist eigentlich Isak? (Amazon.de)

Das Cover passt gut zur Geschichte, zum einen verkörpert der Baum etwas Düsteres, zum anderen erinnert die Hütte an die eines Dorfes.

Vera Lindhs Leben ist seit dem Verschwinden ihres Bruders Billy nicht mehr das selbe, sie hat starke Probleme und ist nicht gerade glücklich. Von ihren noch lebenden Bruder und Vater hat sie sich entfremdet, auf der Arbeit läuft auch nicht alles rund. Als dann dieser Isak auftaucht, erfährt man so langsam immer mehr ihrer Probleme. Auch die Rückblenden in die Zeit kurz nach dem Verschwinden offenbaren so einiges. Leider zieht sich die Story ein wenig hin, bis es dann endlich zur Sache geht. Die Auflösung ist in der Tat unerwartet, aber schlüssig. Ich war erstaunt über das Ende, was mir gut gefallen hat, da man ab und zu auf falsche Fährten gelockt wurde.

Sommernachtstod ist ein solider Krimi, der mich gut unterhalten hat. Aufgrund dessen, dass er ein wenig zu lange braucht, um in die Gänge zu kommen, vergebe ich 4 Sterne.
TochterAlice zu »Anders de la Motte: Sommernachtstod« 13.07.2018
Der vorliegende Fall ist überaus schmerzhaft - und zwar für ein gesamtes Dorf! Psychologin Vera hat ein einem sehr persönlichen Ereignis aus der Vergangenheit zu knabbern: Sie war noch ein Kind, als ihr kleiner Bruder Billy - damals erst vier - verschwand und nie wieder auftauchte.

Weder sie noch ihr älterer Bruder haben dieses Erlebnis je verwunden, zumal sich ihre Mutter - vormals eine umschwärmte Schönheit - bald nach dem traurigen Ereignis das Leben nahm. Doch sie verarbeiten es unterschiedlich: während Vera allein geblieben ist und das heimatliche Dorf meidet, ist Mattias, der Polizist geworden ist, inzwischen mit seiner Jugendliebe verheiratet und besucht seinen Vater, der noch immer im ehemaligen Elternhaus lebt, regelmäßig.

Vera leitet eine Trauergruppe, in der der junge Isak auftaucht, der einen Fall erläutert, der sein Leben geprägt hat: in seiner frühen Kindheit ist sein bester Freund verschwunden. Vera ist sich sicher, dass er Billy betrauert. Billy, dessen Leiche nie gefunden wurde. Es könnte passen, denn Billy wäre jetzt im entsprechenden Alter. Und Isak erinnert Vera sehr an Billy...

Nach langen Jahren kehrt sie zurück ins Dorf, bereit, in die Vergangenheit einzutauchen. Und ihren alten Dämonen zu begegnen.

Ein Krimi, zu dem man nur greifen sollte, wenn man bereit ist, sich tiefer Trauer und großen Verlusten zu stellen. Ein Fall, in dem es durchaus auch spannend zugeht, der aber auf der anderen Seite nicht gerade wenige Längen aufweist.

Was mich fasziniert hat, war ein ungewöhnlicher Ansatz: dieser skandinavische Krimi lässt sich aus meiner Sicht mit keinem anderen bisher dagewesenen vergleichen und hat mich in mancher Beziehung - nicht zuletzt auch bei der Auflösung - durchaus überrascht. Probieren Sie selbst, ob Sie mit dem Autor Anders de la Motte, der früher übrigens selbst Polizist war, etwas anfangen können!
Miss Marple zu »Anders de la Motte: Sommernachtstod« 12.07.2018
Veras kleiner Bruder

Billy- Veras kleiner Bruder- verschwand vor zwanzig Jahren. Eine wochenlange Suche war erfolglos und sein Verlust stürzte die Familie in eine tiefe Krise. Vera-eigentlich Veronika-verlässt das Haus als sie 18 ist und kommt nur selten auf Besuch. Sie arbeitet als Trauertherapeutin und lernt eines Tages den jungen Issak kennen, der eine Geschichte über den Verlust seines Freundes erzählt, die der ihren täuschend ähnlich ist. Nach langer Zeit wieder macht sie sich auf den Weg in ihr Dorf, um nach Billy zu suchen. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.
Vera, selbst psychisch angeschlagen, ist die Hauptperson im Buch. Obwohl sie für den Leser anfänglich schwer zu fassen ist, entwickelt der Autor seine Heldin nach und nach und wir erleben sie als eine sehr zielstrebige und mutige junge Frau, die aber schwer unter den Ereignissen der Vergangenheit leidet, was sich bis in ihre eigene Bindungsfähigkeit zieht. In abwechselnden Kapiteln, die sich auf die Vergangenheit und Veras gegenwärtige Suche beziehen, erhalten wir Einblick in die Familiengeschichte.
Der Spannungsbogen kann nicht durchweg gehalten werden, findet aber zum Ende hin seinen Höhepunkt in einer überraschenden Auflösung der dunklen Geheimnisse um Billys Verschwinden.
Maren Richter zu »Anders de la Motte: Sommernachtstod« 03.07.2018
Ein spannendes Buch mit einem unvorhersehbaren Ende.
Ich konnte das Buch einfach nicht wieder aus der Hand legen.
Ein kleiner Junge verschwindet eines Tages spurlos, der Hauptverdächtige wird frei gesprochen, der leitende Ermittler wechselt den Beruf und die Mutter des Jungen begibt Selbstmord.
Doch ca 20 Jahre nach dem Verschwinden taucht bei der Schwester des Verschwundenen plötzlich ein Mann auf, der ihrem Bruder Billy sehr ähnlich sieht.
Auch sie kam nicht über das Verschwinden hinweg und arbeitet jetzt als Therapeuthin für Menschen die jemanden verloren haben.
Vera möchte nun endlich Licht ins Dunkel der Geschichte bringen und stösst damit nicht immer auf Zustimmung.
Spannend bis zur letzten Seite.
skaramel zu »Anders de la Motte: Sommernachtstod« 29.06.2018
Anders de la Motte, selbst jahrelang Polizist in Schweden gewesen, bringt mit „Sommernachtstod“ endlich mal wieder einen typischen Krimi auf den Markt. Es muss nicht immer Horror, Psycho und viel Blut sein. Es darf auch gerne mal eine gut konstruierte Geschichte sein und die bekommt man auch. Geschickt verknüpft er zwei Erzählstränge und führt den Leser damit im stetigen Wechsel zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart umher. Schreibtisch gibt es kaum etwas auszusetzen, de la Motte weiß ganz genau was er tut und wie er die Worte benutzen muss, um den Leser bei Stange zu halten.
Leider verliert er sich gegen Ende etwas in Details und Belanglosigekeiten, jedoch alles in Allem ein solider, guter Krimi.
Nijura zu »Anders de la Motte: Sommernachtstod« 01.06.2018
Packender Schwedenkrimi mit überraschendem EndeIm Sommer 1983 verschwindet der 4jährige Billy spurlos. Die Ermittlungen verlaufen trotz eines Verdächtigen im Sand. Die Familie zerbricht daran, die Mutter begeht Selbstmord. Zurück bleiben ein trauernder Vater und die Geschwister Vera und Mattias.20 Jahre später: Billys Schwester Veronica arbeitet in einem Therapiezentrum, als Isak auftaucht und Andeutungen macht, die Veronica dazu veranlassen, neue Nachforschungen über die damaligen Ereignisse anzustellen. Doch inwieweit kann sie Isak trauen?Als Erstes hat mich das tolle Cover angesprochen und den Klappentext fand ich äußerst interessant.Am Anfang zog sich das Buch ein bisschen, Veronica (Vera) wirkt seelisch nicht sonderlich stabil und ich wusste nicht recht, was ich von ihr halten soll. Im Verlauf der Handlung wurde sie mir dann doch sehr sympathisch, was auch daran lag, dass sie nicht hysterisch durch die Gegend lief, wie ich anfangs befürchtete.Der Autor hat einen angenehmen und flüssigen Schreibstil. Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht des damals ermittelnden Kommissars Mansson und aus der gegenwärtigen Sicht von Veronica geschildert.Im Verlauf ergeben sich immer neue Hinweise, sodass ich kaum mit dem Lesen aufhören konnte. Manche Sachen waren mir recht schnell klar, aber was mit Billy passiert ist, wurde wirklich erst ganz am Ende geklärt. Die Auflösung war unsagbar tragisch und hat mich sehr mitgenommen.Allerdings führt der Prolog den Leser auf eine komplett falsche Fährte. Dennoch kann ich den Kriminalroman wärmstens empfehlen!
HexeLilli zu »Anders de la Motte: Sommernachtstod« 06.05.2018
Haben mich Cover und Titel sofort angesprochen, fand ich die Leseprobe nicht besonders. Nach ca. 100 Seiten hat mich dann das Buch eines Besseren belehrt. Super spannend geschrieben, ich konnte kein Ende finden.
Es werden parallel zwei Geschichten erzählt. Im Sommer 83 verschwindet der 4 jährige Billy. Trotz Suche durch die Polizei, den Dorfbewohnern und der Familie bleibt der Junge verschwunden. Den Hauptverdächtigen muss man wegen fehlender Beweise laufen lassen. Die Familie zerbricht an dem Schicksalsschlag. Irgendwann wandert der Fall zu den Akten. 20 Jahre später.
Vera Billys Schwester arbeitet als Therapeutin für Menschen die jemanden verloren haben. In einer der Sitzungen taucht ein junger Mann auf. Die Frau hat das Gefühl es könnte ihr damals verschwundener Bruder sein. Sie beginnt nachzuforschen. Aber es gibt jemanden dem das gar nicht gefällt. Es tauchen immer neue Spuren und Verwicklungen auf, so dass der Leser bis am Schluss auf die Folter gespannt wird.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, musste ich doch wissen, wie es ausgeht. Gut und flüssig zu lesen, hat es mir spannende Stunden beschert,
mit einem überraschenden Schluss. Nur passte der Prolog nicht dazu. Trotzdem gut geschriebener Schwedenkrimi den ich sehr empfehlen kann.
Danke Vorablesen für dieses Buch.
subechto zu »Anders de la Motte: Sommernachtstod« 01.05.2018
Das Ende des Sommers
Den Einstieg fand ich etwas langatmig, war sogar kurz davor aufzugeben: Ein Prolog im Sommer 1983, als der kleine Billy verschwand.
20 Jahre später. Wir lernen die Therapeutin Vera kennen. Sie ist Billys Schwester und ist nach Südschweden zurückgekehrt, um das Verschwinden ihres Bruders aufzuklären. Dabei scheint sie selbst traumatisiert zu sein.
Nicht nur der vierjährige Billy ist damals spurlos verschwunden, sondern auch der einzige Verdächtige. Kurz darauf beging Billys Mutter Selbstmord. Kommissar Månsson ermittelte. Aber ein Täter konnte nie überführt werden.
Vera, die sich heute Veronica nennt, ist davon besessen, dass ihr kleiner Bruder noch lebt und begibt sich auf eine gefährliche Suche nach der Wahrheit…
„Sommernachtstod“ von Anders de la Motte ist eher eine Familientragödie als ein Krimi. Mäßig spannend. Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Ab und zu sind Liebesbriefe eingestreut. Sie verleiten zu unterschiedlichen Spekulationen und Deutungen. Alles sehr mysteriös.
Nur schrittweise wird enthüllt, wohin das Ganze führen soll. Die Auflösung ist überraschend, aber stimmig. Mit Vera aka Veronica bin ich bis zum Schluss nicht wirklich warm geworden. Sie stalkt ihren Ex und vernachlässigt ihren Job. Kommissar Månsson ist mir dagegen sofort ans Herz gewachsen.
Fazit: Typischer Schweden-Krimi. Düster und beklemmend!
StephanieP zu »Anders de la Motte: Sommernachtstod« 23.04.2018
Vor zwanzig Jahren verschwand in einem kleinen Dorf in Schweden ein Junge. Dessen Mutter konnte den Verlust nicht verkraften und nahm sich selbst das Leben. Die Polizei konnte zwar einen Verdächtigen fassen, mussten ihn aber aufgrund mangelnder Beweise wieder auf freien Fuß lassen. Er verschwand daraufhin und lies seine gesamte Familie zurück. Die Schwester des vermissten Jungen Vera arbeitet als Therapeutin und wird von einem Patienten aus ihrem Heimatdorf beauftragt: Er erzählt ihr von einem vermissten Jungen. Vera beginnt daraufhin zu ermitteln in der Hoffnung das Verschwinden ihres Bruders doch noch aufklären zu können.

Anders de la Mottes Schreibstil ist fesselnd und flüssig. Ich konnte sofort in die Handlung einsteigen und ihr ohne Probleme bis zum Ende folgen. Das Buch konnte mich von der ersten Seite an mitreißen und bis zum Schluss fesseln. Dies lag nicht zuletzt an den unerwarteten Wendungen und der sehr logischen und gut durchdachten Handlung. Der Autor kann mit der ersten Seite Spannung aufbauen und diese die gesamte Handlung durch halten. Die einzelnen Kapitel sind logisch aufgebaut.

Besonders gelungen finde ich, dass sich die aktuelle Handlung immer wieder mit Geschehnissen aus der Vergangenheit abwechseln. Dadurch lassen sich Wiederholungen und Längen komplett vermeiden. Zudem baut dies zusätzlich Spannung auf und macht das Buch besonders lesenswert.

Ausnahmslos alle Protagonisten sind authentisch und vielschichtig beschrieben. Als Leser kann man sich schnell ein Bild machen und Sympathie oder Antipathie entwickeln. Vor allem Vera war mir von Anfang an sehr sympathisch und ich musste mit ihr das gesamte Buch über mitfiebern.

FAZIT:
„Sommernachtstod“ ist mein erstes Buch des Autors und es konnte mich wirklich überzeugen. Der Kriminalroman kombiniert eine spannende Handlung mit interessanten Charakteren und einem flüssigen Schreibstil. Aus diesem Grund werde ich auch in Zukunft gerne seine Bücher lesen und vergebe 5 Sterne!

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