Die Sau ist tot / Schafe und Killer

Erschienen: Januar 2002

Bibliographische Angaben

  • Bottrop: Black-Publ., 2002, Titel: 'Schafe & Killer', Seiten: 163, Originalsprache
  • Berlin: Ullstein, 2007, Seiten: 246, Originalsprache

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Andreas Kurth
Schafe, Killer und die Provinz-Mafia

Buch-Rezension von Andreas Kurth Jun 2011

Dieter Nannen, nach einer Erbschaft und Beziehungskrise aus dem Ruhrgebiet ins Münsterland verzogener Privatdetektiv aus Zufall, führt im schönen Buldern ein durchaus beschauliches Leben. Sein Erbonkel hat ihm dort einen alten Bauernhof vermacht, von Nannen nur liebevoll "Kotten" genannt. Gut eineinhalb Jahre nach seinem spektakulären ersten Fall gibt es für den autodidaktischen Schnüffler nach zahlreichen mehr oder minder dramatischen Ehedramen und ähnlichen "Hochkarätern" wieder einen Mord aufzuklären. Franz Eckholt, ein regional bekannter Bauunternehmer, wurde in seinem eigenen Haus erschlagen aufgefunden. Verdächtig ist seine Tochter Christa, die sich um den Haushalt des Toten gekümmert hat, denn sie wurde am Tatort angetroffen. Ihre Schwägerin Kirstin hält die Inhaftierte allerdings für absolut unschuldig – und engagiert Dieter Nannen, um den Fall aufzuklären. Der kümmert sich umgehend in der ihm eigenen Art um den Mordfall – und stolpert mal wieder in einen ausgedehnten Sumpf von Intrigen und Kriminalität, den er zunächst gnadenlos unterschätzt.

Das eingespielte Autoren-Duo Michael Bresser und Martin Springenberg zeigt sich auch im zweiten Roman der Reihe um den paddelig wirkenden Privatschnüffler Dieter Nannen in guter Form. Die "Ruhrgebietspflanze" ist gewohnt witzig und überaus lebenslustig, dennoch würde ich das Buch nicht als Kriminalkomödie bezeichnen – es steckt durchaus mehr darin. Der Protagonist überlagert zwar die eigentliche Geschichte immer wieder mit seiner enormen Präsenz, aber trotz aller Komik und eingestreuten Lebensweisheiten kommt die Aufklärung des Falles keineswegs zu kurz. Vielmehr verstehen es Bresser und Springenberg sehr gut, die wirklich witzigen Einlagen und Lebensumstände ihres zuweilen skurrilen Helden geschickt für den Fortgang der spannenden Handlung zu nutzen.

Und selbst die im zweiten Teil der Reihe wohl unvermeidbare amouröse Episode des nach wie vor an Oliver Korittke aus der Wilsberg-Verfilmung des ZDF erinnernden Privatdetektivs wird eher en passant bewältigt und sorgt für keine allzu umfangreiche Ablenkung der Leser. Die Autoren bieten ein stimmiges Gesamtpaket aus reichlich Slapstick, wirklich passenden und guten Dialogen und Spannung in der eigentlichen Kriminalgeschichte. Die Soziografie des gesamten Eckolt-Clans, der bei den zuweilen delikaten Ermittlungen von Dieter Nannen natürlich mächtig mauert, bedient so einige Klischees über Provinz-Fürsten und High Society-Möchtegerns, aber auch hier überdreht das Autorenduo keineswegs, sondern findet ein angemessenes Maß, das zum Plot der Geschichte bestens passt.

Der enorm hohe Unterhaltungswert wird durch die Polizisten-Karikaturen mehr als abgerundet. Nannens Intim-Feind bei der Provinzpolizei versucht auch in diesem Fall, ihm möglichst viele Steine in den Weg zu legen, aber dem wendigen Privatdetektiv kommen seine sexuellen Abenteuer zu Gute und so schiebt er den Dorfbullen locker beiseite. Dieter Nannen ist eine gelungene Mischung aus verschiedenen Typen. Sein sorgloser Lebenswandel paart sich mit gesundem Geschäftssinn, Lebensklugheit ergänzt sich mit Risikofreude und nicht zuletzt einer gewissen Chuzpe bei seinen Ermittlungsmethoden. Die Figur kommt sympathisch an, das wird auch durch kleine Nuancen unterstrichen. So ist es schon bemerkenswert, wie kreativ er Helfer für seine Beschattungen rekrutiert. Hilfe aus dem Altersheim und sein versoffener Kumpel Grabowski sorgen für Aufregung und Abwechslung.

Die Dauerfehde mit seiner Nachbarin – nach dem Motto "sie liebten und sie schlugen sich" - dürfte für Fans der Krimi-Reihe bereits einen gewissen Kultcharakter entwickeln. Kreativ gestaltet sind aber auch die anderen Nebenfiguren. Der Schäfer, der an Nannens Stelle gemeuchelt wird, dessen Nachfolger, die Figur des Dorfdeppen – das Autorenduo holt hier einiges aus der Schublade, und sorgt so für eine gut erzählte Geschichte, die nie langweilig wird. Es gibt viele – zu viele – Provinz-Krimis in Deutschland, die Reihe um das Original Dieter Nannen gehört in meinen Augen eindeutig zu den besseren. Unterhaltsam, spannend, wirklich gute und originelle Dialoge – wer solche Krimis mag, ist hier bestens aufgehoben.

Die Sau ist tot / Schafe und Killer

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