Der Holzfischer

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Hall in Tirol: Berenkamp, 2010, Seiten: 263, Originalsprache

Couch-Wertung:

75°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91°-100°
0 x 81°-90°
0 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:98
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":1,"99":0,"100":0}
Lutz Vogelsang
Ein charmantes kleines Sittenbild

Buch-Rezension von Lutz Vogelsang Jan 2011

Landstein gleicht einer Idylle. Die tägliche Verbrechensbekämpfung stellt die Polizei der fiktiven Tiroler Kleinstadt nicht gerade vor unüberwindbare Hindernisse. Verkehrsdelikte, Diebstähle und gelegentlich eine Fahndung. Die Beamten führen ein eher ruhiges und beschauliches Berufsleben. Genau das richtige Pflaster für Matteo Steininger, seines Zeichens eingeborener Landsteiner und Kriminalinspektor alter Prägung. Steininger, der seinen Papierkram vorzugsweise auf einer klapprigen Reiseschreibmaschine im Biergarten der Dorfschenke erledigt, ist ein Mann ruhiger Töne, umgänglich und gewissenhaft. Sein Gewissen verpflichtet ihn allerdings weniger seinem Vorgesetzten und den bürokratischen Dienstroutinen, als seinen Mitbürgern, von denen er einen Großteil sein Leben lang kennt. Ein Umstand, den er in seinen Ermittlungen geschickt auszunutzen weiß.

Mit dieser Harmonie ist es allerdings nicht mehr weit hin, als in einem Birkenwald unweit der Stadt bereits skelettierte Überreste gefunden werden. Die Leiche der jungen Frau, die an die 50 Jahre dort gelegen haben muss, lässt kaum Rückschlüsse auf ihre Identität zu. Wer war die Frau? Und vor allem: War es Mord? Während Polizeikommandant Knittel sich bereits mit der medialen Ausschlachtung des spektakulären Falles beschäftigt, beginnt für Steininger eine langwierige Ermittlung, die ihn weit in die Vergangenheit führt.

Wer hier allerdings auf den Anfang einer spannenden Krimi-Handlung hofft wird enttäuscht. Man wird den Eindruck nicht los, dass der Autor seiner Erzählung die Krimi-Elemente eher widerwillig überstülpt. Das beginnt schon damit, dass der sonst relativ unambitionierte Inspektor Beweismittel vom Tatort mitgehen lässt, um sich einen Ermittlungsvorsprung zu sichern. Das eben diese Puzzleteile am Ende des Buches die Beweiskette schließen, ist absehbar. Ein zufällig auftauchender Landstreicher und anonyme Briefe liefern die nötigen Informationen. Und wenn gar nichts mehr vorangehen will, muss ein "cold hit", ein Zufallstreffer einer spanischen DNA-Datenbank, herhalten. Nein, dieses Buch ist kein klassischer Krimi, zumindest kein wirklich spannender.

Dietmar Wachter hat mit Der Holzfischer eher einen Heimat-, denn einen Kriminalroman vorgelegt. Ein charmantes kleines Sittenbild seiner eigenen Tiroler Heimat. Die ländliche Idylle gerät durch den Leichenfund aus den Fugen, und Inspektor Steininger versucht, mit viel Fingerspitzengefühl die Wogen zu glätten. Man merkt, dass der Autor reale Vorbilder vor Augen hatte, als er seine eigenwilligen Charaktere zu Papier brachte. Er schafft es ganz wunderbar, all seinen unverwechselbaren Figuren Kontur und Gesicht zu verleihen. Und alle Figuren sind ihm auf ihre Art wichtig. Sie alle haben ihre Vergangenheit, ihre kleinen, ureigenen Anekdoten. Zudem ist die Schilderung der Holzfischer, die am Inn mit langen Haken Treibholz aus dem reißenden Fluss angeln, ein sympathisches Stück Geschichte und auch für Nicht-Tiroler interessant.

Dieses Buch, mit all seinen liebevoll ausgemalten Figuren und seinen charmanten Anekdoten, zu lesen, fühlt sich an, als würde einem die Geschichte wirklich von jemand vertrautem erzählt. Als säße man am Kamin mit seinem Großvater, der für einen langen Abend in seiner Erinnerung schwelgt, mal nachdenklich, mal verschmitzt lächelnd. Aber immer persönlich und vertraut.

In einem Interview hat der Autor erwähnt, er könne sich durchaus weitere Bände mit Inspektor Steininger vorstellen. Dem möchte ich mich anschließen.

Der Holzfischer

Der Holzfischer

Deine Meinung zu »Der Holzfischer«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
22.09.2011 02:28:40
wachter bernhard

Einen Tag vor Österreichs Wahlsonntag treiben zwei Beamte der Polizeiinspektion Landeck einen erst 23 Jährigen auf offener Straße in den Tod. Bezirkspolizeikommandant Werner Hauser bedauere den Vorfall, heißt es in einer Aussendung der Pressestelle. Die beteiligten Beamten seien bereits in psychologischer Betreuung.

Journalisten sind den Hütern des Gesetzes ein besonderer Dorn im Auge. Viele bezeichnen den wilden Umtrieb der Beamten Oskar Schmid, Dietmar Wachter, Markus Öttl, Alois Thurner, Anton Krammer und SPÖ Gemeindechef Helmut Gstir, als Zumutung für den Bezirk.

Dutzende Betroffene erhofften nach Berichten des Nachrichtenmagazin Xlarge zum Thema „Schikanen im Oberland“ hilfesuchend Lösungen – Philipp S. (24) gegenüber Xlarge »Ach ja, der Wachter Didi, den kenn’ ich ganz genau. Der macht Hausdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss. Seine ständige Ausrede „Gefahr in Verzug“«

Rückendeckung gewährt Landecks Bezirkshauptmann Stellvertreter und ÖVP Ortsgruppenleiter, Siegmund Geiger. Seine Armada, bekannt für rätselhafte Bescheide der Bezirksverwaltungsbehörde, mischt tatkräftig mit. Seit Xlarge den Bezirkshauptmann Markus Maaß zum Interview bat, glänzt dieser mit Tatendrang im Außendienst.

Seit einigen Wochen zeigt das laufende Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Innsbruck die wahre Tragweite der „Schikanen im Oberland“, wie Unterlagen aus dem Ermittlungsakt belegen, die Xlarge exklusiv zur Verfügung stehen. Versuchte Kindesentführung durch Polizeibeamte, Fälschung von Ermittlungen, fingierte Anzeigen, Verleumdung und Aktenmanipulation, sind nur einige Punkte im Anklageregister.

Tirols Polizeichef Oskar Gallop wechselt währenddessen ins Burgenland. In der Polizeiinspektion Oberwart wolle er sich neu orientieren. Ob die bevorstehende Luftveränderung mit dem anhaltenden Polizeiskandal in Tirol zusammenhänge, war auf Xlarge Anfrage von Oskar Gallop nicht zu erfahren. Kein Kommentar heißt es aus dem Büro des scheidenden Landespolizeikommandanten.

Martin Kreutner der BIA (Büro für interne Angelegenheiten) hingegen will endlich Ordnung schaffen. Im Gespräch mit Xlarge Redakteur Siegfried Gasser zeigt der gebürtige Tiroler Handlungsbedarf »Bis heute wusste ich nichts von den Vorfällen. Selbstverständlich leiten wir umgehend Untersuchungen ein«

Xlarge Jurist Michael Kovalsky rät

So schützen Sie sich vor unliebsamen Polizeibeamten: Gewähren Sie der Polizei nur dann Einlass in Ihre eigenen vier Wände, sollte Ihnen vor Betreten der Räumlichkeiten ein richterlicher Beschluss ausgehändigt werden. Verständigen Sie umgehend Ihren Rechtsbeistand. Legen Sie gegen den Hausdurchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl bei der Ratskammer des ausstellenden Gerichts Beschwerde ein. Eine Vorführung bei Behörden und Gerichten durch die Polizei ist nur dann zulässig, sollte Ihnen ein Vorführbefehl zuvor schriftlich ausgehändigt worden sein. Ansonsten steht Ihnen die Aufsichtsbeschwerde beim Unabhängigen Verwaltungssenat zu. Bestehen Sie bei Einvernahmen immer auf eine Vertrauensperson, egal ob Sie als Opfer oder Verdächtiger vernommen werden sollten. Im Falle einer Festnahme muss Ihnen die Polizei umgehend das Gespräch mit einem Verteidiger ermöglichen und hierzu ein Informationsblatt des Bundesministeriums für Justiz aushändigen. Jeder Einvernahme der Polizei muss eine Rechtsbelehrung vorausgehen, die Sie in der Regel gesondert unterfertigen müssen. Die Zustellung von gerichtlichen und behördlichen Poststücken durch die Polizei ist unzulässig und kann mit einer Aufsichtsbeschwerde an den Unabhängigen Verwaltungssenat bekämpft werden. Sollten Sie Teil einer Amtshandlung der Polizei werden, verlangen Sie stets die Dienstnummer aller anwesenden Beamten.

BEHIND THE DOOR
Der Raum. Die Tat. Das Rätsel.

Lies die Geschichte, erkunde den Tatort und bringe Licht in das Dunkel um einen mysteriösen Kriminalfall. Welche Auffälligkeiten bringen die Ermittlungen voran? Welches Indiz überführt den Täter? BEHIND THE DOOR - spannende und interaktive Kurz-Krimis auf Krimi-Couch.de.

mehr erfahren