Die Handschrift des Todes

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • München: Heyne, 2010, Seiten: 544, Übersetzt: Friedrich Mader
  • München: Lagato, 2011, Seiten: 6

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Wolfgang Weninger
 

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Dez 2010

Warum suchen sich Neueinsteiger im Krimischreibgeschäft fast immer Serienmörder als Thema? Weil man die Seiten mit einem brutalen Mord nach dem anderen leichter füllen kann, als wenn man eine komplizierte Einzeltat zu klären hat?

Warum haben alle Paradeermittler Psychostress mit sich selbst und der Familie, vor allem mit verstorbenen Kindern und uneinsichtigen Frauen, die nach 25 Ehejahren noch immer nicht kapiert haben, dass sie Polizistenfrauen sind?

Und warum macht der Heyne Verlag aus dem zutreffenden Originaltitel Think Of A Number (Denk dir eine Zahl) in der Übersetzung von Friedrich Mader Die Handschrift des Todes?

Dazu äußert sich noch ein angesehener Autor wie John Katzenbach mit einer Lobeshymne: "Herausragend! Einer der besten Thriller, den ich seit Jahren gelesen habe."

Da wird der erfahrene Rezensent bereits misstrauisch, wenn er an den ersten Worten des über 500 Seiten langen Krimis schnuppert.

Den Preis für den besten ersten Satz wird John Verdon mit Sicherheit nicht gewinnen und auch bei der Vorstellung Dave Gurneys wird dieser alte Haudegen nicht unbedingt sympathisch, denn wenn ein pensionierter Kriminalist sich die Zeit damit vertreibt, dass er alte Täterfotos digital verfremdet, weil ihm so langweilig ist, dann wird es wirklich höchste Eisenbahn, dass den erfahrenen Polizisten jemand um Hilfe bittet, ganz gegen den Willen der Frau Gemahlin. Diese wird fast schon unsympathisch beschrieben, weil sie den alten Haudegen nicht gleich mit Feuereifer in seinen ersten Rentnerfall jagt.

Zu Beginn geht es noch um Kinkerlitzchen. Da wird ein selbsternannter Lebenshilfeguru um eine prompt erdachte dreistellige Zahl gefragt und diese Zahl liegt bereits in einem Kuvert im Postkasten. Der (zukünftige) Mörder scheint also Gewalt über die Gedanken des Bedrohten zu haben und über dessen Vergangenheit Bescheid zu wissen, als dieser Gurney um Rat fragt. Trotz dessen Ratschlägen überlebt der Prominentenlebensberater nicht und Dave Gurney muss als Sonderermittler dem gesamten Polizeiapparat zeigen, wie ein richtiger Bulle seine Fälle mit Akribie und Gehirnschmalz löst.

Und dabei zeigt John Verdon, dass er aus der Werbebranche kommt und eine Handlung kreativ gestalten kann und dabei den Spannungsbogen systematisch steigern kann. Was am Anfang nach einem der üblichen Serienmörderdilemmas aussieht, wird im Laufe des Geschehens zu einem spannend und intelligent konstruierten persönlichen Mörderspiel zwischen Dave Gurney und seinem Widersacher, bei dem jeder nur auf einen Fehler des anderen wartet, um diesen zur Strecke zu bringen.

Schreiberisch darf man dem Neuling eine gelungene Arbeit attestieren. Sein Stil ist flüssig, und im ganzen Roman gibt es keinen Moment, wo der Lesefluss stoppt. Auch wenn der erfahrene Lesekriminalist nach spätestens 300 Seiten einen wohlbegründeten Verdacht hegt, so ist das Finale ein gelungener Höhepunkt einer linear durchgezogenen Handlung, die keiner Rückblenden bedurfte.

Ganz so euphorisch wie John Katzenbach möchte ich John Verdons Krimidebüt nicht beurteilen, aber im Wust des Einheitslesebreis der letzten Monate sticht Die Handschrift des Todes tatsächlich positiv heraus und macht richtig Lesespaß, wenn man ein Freund von literarischen Schnitzeljagden ist.

Die Handschrift des Todes

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Letzte Kommentare:
19.06.2016 13:41:44
Thrillerfan

Ein Detective in Pension, der sich mit dem Malen von Verbrecherbildern beschäftigt wird von einem Bekannten kontaktiert. Der Mann und der Detective hatten viele Jahre nichts voreinander gehört. Aber nun bittet der Mann, der sein Geld als Motivationstrainer verdient, den ehem. Detective um Hilfe. Grund ist, dass er einen Brief erhielt der ohne Adresse war. In diesem Brief ist ein rätselhafter Text und er wird aufgefordert sich irgendeine Zahle zwischen 0 und 1000 auszudenken. Dieser Aufforderung kann er nicht widerstehen. In einem verschlossenen Umschlag der diesem Brief beigelegt ist, bestätigt sich nach Öffnen die ausgedachte Zahl. Und nun beginnt das Grauen. Er bekommt Gedichte und verschiedene "Sprüche" per Telefon. Deshalb wendet er sich an den ehemaligen Detective und hofft auf Hilfe. Der ehem. Detective ist auch über die ganze Sache überrascht und versucht ihm zu helfen.
Wobei die Ehefrau des ehem. Detectives natürlich nicht von dieser Arbeit begeistert ist und trotzdem hilft sie etwas mit Ihren Überlegungen mit. Der ehem. Detective kann langsam die Mitteilungen besser einordnen und nun genauer "forschen".
Aber nun beginnt das Grauen wirklich.
Der Motivationstrainer wird erschossen und mit Glasscherben im Halsbereich verstümmelt aufgefunden.
Alle Spuren ssind Rätsel und sind nicht einordenbar. Nun wird die Arbeit der Polizei mit dem pensionierten Detective aufwendig und kompliziert.
Und das Spiel des Killers geht weiter.

Es ist ein gut geschriebener Thriller.
Aber leider läuft die Handlung etwas zäh an. Trotzdem ist es ein Thriller, dessen Handlung spannend erzählt wird.
Der Autor hat sich Mühe gegeben die Aufmerksamkeit der Leser zu halten.

29.12.2013 21:24:10
Anna

Seit ich mit zwölf Jahren angefangen habe, Krimis und Psychothriller zu lesen, war ich oft - eigentlich fast immer - davon enttäuscht, dass man Vorraussagen, oder zumindest Ahnen konnte, was als nächstes passiert. Als ich "Die Handschrift des Todes" angefangen habe, zu lesen, habe ich das eigentlich nur gemacht, weil ich das Buch immer noch ungelesen in meinem Bücherregal stehen hatte und dachte, dass ich es zumindest mal anlesen sollte. Von wegen! Ich habe dieses Buch innerhalb von 24 Stunden wahrlich verschlungen! Die Charaktere wirkten so realistisch, als würde man sie kennen, die Landschaften konnte man im inneren Auge schon vor sich sehen und ich habe wirklich bis zur "Enthüllung" des Mörders keine Ahnung gehabt, wer es bloß sein könnte. Der Mord war für mich so unglaublich gestaltet, dass er so real wirkte und nur noch besser zu dem Mann passte, den man auf den ersten zwei Seiten zu sehen -eher zu lesen - bekam. Dieses Buch ließ mich erst dann los, als ich die letzte Seite mehrmals hin- und herblätterte und traurig feststellte, dass ich das Buch durchhatte. Doch die Geschichte ist immer noch in meinem Kopf und wird ihn wahrscheinlich nicht so schnell verlassen.

21.01.2013 08:32:35
rolandreis

An sich wäre die Story ja spannend, doch ich hatte meine Probleme mit dem Buch. Teilweise doch sehr langatmig und dann auch wieder in der Sprache recht umständlich geschrieben, dann wieder flotte Abschnitte. Daher kam ich auch schlecht in die Geschichte rein, brauchte einige Zeit um mitzukommen. Gegen Mitte des Buches war die Spannung da, aber leider flachte es wieder zum Ende hin ab. In Summe denke ich ein durchwachsener Thriller.

14.11.2012 16:57:36
ISKA

Der Anfang des Buchs war für mich keineswegs langweilig - endlich mal wieder ein Schriftsteller, der kein Macho ist und der über eine Ehe und Liebe aus männlicher Sicht schreibt. Das ist hoch interessant und ganz selten; mir fallen da nur Xavier Marías und Murakami ein. Herrn Weninger hat die Ehefrau anscheinend nur genervt, ihm wäre sie wahrscheinlich längst davon gelaufen.
Insgesamt gibt es wunderbare Charakter- und Landschaftsbeschreibungen.
Ein Buch für Frauen, die immer noch hoffen zu ergründen, wie Männer ticken.
Auch ich finde, daß das ein herausragender Thriller ist. Ich freue mich schon auf den nächsten von John Verdon.

22.06.2011 07:36:18
John67

Richtig los geht das Buch erst nach ca. 70 Seiten, aber dann kann man es tatsächlich nur schwer aus der Hand legen. Was mich besonders an dem Buch erfreut hat ist, dass es selbst in den teilweise vorkommenden Hängern immernoch zum Weiterlesen reizt, weil Verdon einen wirklich guten und interessanten Schreibstil besitzt, der einfach Spaß macht, ihn zu lesen.
So ist auch die Story und deren Ausgang nicht so tief hängengelieben, ich weiss schon überhaupt nicht mehr, wer der Mörder ist, aber der gute Schreibstil dieses Erstlingswerkes wird mich gewiss zum Kauf eines weiteren Krims des Autors bewegen.

07.06.2011 14:30:42
Sarah_Ch

Das Buch ist in drei Teie aufgeteilt. Den ersten Teil fand ich ziemlich langweilig. Die wenigen spannenden Momente waren schnell wieder vorbei.

Ab dem zweiten Teil, bzw. als der Tod von Mellery verkündet wurde, hat der Autor richtig losgelegt.
Super spannend bis zur letzten Seite und absolut toll geschrieben. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Der Aufbau des Buches in drei Teil war sinnvoll und schlüssig.

Bis auf den (meiner Meinung nach) langweiligen Einstieg war das Buch absolt super.

Ich hatte gar nicht mehr erwartet, dass "Die Handschrift des Todes" noch so spannend werden würde.
Ein ziemlicher Überraschungseffekt, da dies das erste Buch des Autor war.

Ich bin auf das nächste Buch von John Verdun gespannt. Ich werde es mir auf jeden Fall kaufen.

05.06.2011 12:45:00
Peg

Ein Buch, dass ich kaum weglegen konnte und clever geschrieben finde. Es ähnelt im Stil schon den skandinavischen Krimis (trauriger Kommissar mit schwieriger Beziehung) und ich fand den ungeheuren Aufwand des Mörders zu Beginn seiner Serie beeindruckend, damit konnte man nicht rechnen, das hat mir gut gefallen. Der deutsche Titel ist nichtssagend, das Original stimmt viel besser auf den Inhalt ein.

12.04.2011 08:58:32
Alexa

Die Handschrift des Todes war für mich ein reiner Glücksgriff, nach all den gelesenen Büchern von Cody McFadyen und Simon Benckett war dieses Buch wahrlich ein Genuss! Die intelektuelle Art des Schreibens, der flüssige Stil, die sehr präzise Art die Charakteren und deren Probleme zu beschreiben...das alles sind nur einige der vielen tollen Sachen an diesem Buch!Es wird einem nicht nur alles vorgegeben, sondern man wird wahrlich auch dazu angeregt mitzudenken...so zusagen Detective Gurney bei der Suche zu unterstützen und zu versuchen dem sehr atypischen Mörder ein Schnippchen zu schlagen! Es war eine tolle Abwechslung vom üblichen Gemetzel von Cody McFadyen und dem von Forensik angefressenen Simon Benckett. Ich kann es nur empfehlen, konnte das Buch nicht mehr weglegen und habe es innerhalb von 5 Tagen gelesen. Einfach Top!