Satori

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • New York: Grand Central, 2010, Titel: 'Satori', Originalsprache
  • München: Heyne, 2011, Seiten: 592, Übersetzt: Conny Lösch

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Jürgen Priester
Ein Wiederbelebungsversuch

Buch-Rezension von Jürgen Priester Dez 2010

Satori und Shibumi - zwei Titel. Winslow und Trevanian – zwei Autoren. Nicolai Hel – ein Held. Shibumi, 1979 veröffentlicht, ist einer der parodistisch angehauchten Spionageromane, die der 2005 verstorbene, amerikanische Schriftsteller Rodney William Whitaker unter dem Pseudonym Trevanian schrieb. Auch wenn die Chronik von internationalen Bestsellern schreibt, dürften Autor und Werk eher vergessen sein. Ob nun auf Initiative der Erbengemeinschaft oder aus wirtschaftlichem Kalkül eines Verlages ist jetzt der Versuch gestartet worden, Shibumi wiederzubeleben. Dazu wurde kein Geringerer als Don Winslow als Re-Animateur auserkoren. Winslow, spätestens seit seinem hervorragenden Tage der Toten auch in Deutschland kein Unbekannter mehr, schrieb eine Art Vorgeschichte zu Shibumi, in der Winslow geschickt ein Zeitfenster von vier Monaten in der sonst ausführlich abgehandelten Biografie des Helden nutzt. Satori und Shibumi wurden bei uns zeitgleich und in einem aufeinander abgestimmten Design veröffentlicht. Wem der beiden Romane der Heyne-Verlag mehr Erfolgsaussichten zutraut, zeigt allein schon das Format. Während das überarbeitete Shibumi als Taschenbuch erschienen ist, präsentiert sich Winslows Satori als großformatiges Klappenbroschur zu entsprechendem Preis. Aber das korreliert auch mit der Qualität.

In seinem monatlich erscheinenden "Leichenberg" bezeichnet Krimi-Kritiker Thomas Wörtche Satori als "ein fröhliches Märchen für Jungs". Damit liegt er ziemlich richtig, denn schon der Beginn der Geschichte scheint aus einem Märchen zu stammen. Ein junger Mann kommt aus dem Gefängnis frei und gleitet unversehens in die Arme einer verführerischen Französin. Solange, gülden-lockig, grün-äugig, wohl proportioniert ist nicht nur eine Zauberin am Kochtopf, sondern auch in anderen Künsten wohl bewandert. Wie es in Märchen so mal ist, verlieben sich die beiden ineinander und leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Nein, nein, das ist ihr gemeinsamer Traum; die Realität sieht aber anders aus, außerdem sind wir noch ganz am Anfang.

Der junge Mann heißt Nicolai Hel, entstammt der Liaison seiner russischen Mutter mit einem landadligen Deutschen, aufgewachsen bis zum Tode seiner Mutter in Shanghai, danach unter den Fittichen seines japanischen Ziehvaters bei einem Go-Meister in Japan untergebracht. Mit Ende des 2. Weltkrieges gerät Hels Ziehvater in Kriegsgefangenschaft. Hel verhilft ihm zu einem ehrenvollen Tod. Aus diesem Grund wird er seinerseits von den Amerikanern misshandelt und inhaftiert. Nach drei Jahren in Isolationshaft bietet ihm die CIA eine vorzeitige Haftentlassung, wenn er im Gegenzug Stalins Oberbevollmächtigten in Peking liquidiert. Dazu soll Hel die Identität eines französischen Waffenhändlers übernehmen. Das "Savoir vivre" soll ihm die betörende Solange beibringen.

Gut vorbereitet – wie er glaubt – betritt Nicolai Hel chinesischen Boden. Doch Peking zu Beginn der 1950er Jahre gleicht einer Schlangengrube: innerparteiliche Machtkämpfe der Kommunisten, Geheimdienstaktivitäten der Großmächte und Lobbyisten aus aller Welt. Mitten in diesem Getümmel versucht Hel sich zu behaupten. Obwohl er schon nach kurzer Zeit enttarnt wird, zieht er den eigentlich fingierten Waffenhandel mit den Vietnamesen durch. Seine Handelsreise, die mehr einer Verfolgungsjagd gleicht, führt bis nach Saigon, wo auch Winslows Teilgeschichte endet.

Bei der Ausstattung der einzigen Person, die auch in Shibumi mitspielen, (mal abgesehen von der Figur des Maurice de Llandes) hält sich Don Winslow im wesentlichen an den Vorgaben Trevanians. Nicolai Hel ist sowohl Meister des Hoda korosu, einer todbringenden Kampfkunst, als auch des Go-Spiels, Sprachtalent und Besitzer einer außergewöhnlichen Gabe, des Proximitätssinnes, der Fähigkeit, die Annäherung von Lebewesen durch Mauern hindurch oder auch im Schlaf zu spüren. Somit ist er prädestiniert für einen Job als Auftragskiller, wenn er denn seinen ersten Auftrag meistert. Aufgrund seiner traditionellen japanischer Erziehung orientiert sich sein Denken mehr an fernöstliche Wertvorstellungen. Mit Abscheu betrachtet er die Auswüchse der westlichen Dekadenz, die ihm im kolonialen Saigon begegnet. Hels Weg ist der des "Satori," des Verstehens, das zu "Shibumi", der Vollendung führen kann. Diszipliniert und hartnäckig arbeitet er auf sein Ziel hin.

Don Winslows Satori ist eine in sich abgeschlossene Geschichte, die auch ohne Kenntnis des Ausgangsmaterials (Shibumi) gelesen werden kann. Abgesehen von dem schrecklich kitschigen Einstieg entwickelt sich Satori zu einem actionreichen Abenteuerspektakel, das zwischen den Fronten des Kalten Krieges in China und Vietnam aufgeführt wird. Kommunistische Kommandos, Drogenhändler, französische Truppen und nicht zuletzt die korsische Mafia in Saigon sind adäquate Gegner für den Superhelden. Das Go-Spiel, das ihm in Fleisch und Blut übergegangen ist, unterstützt seine strategischen Überlegungen bei den Auseinandersetzungen mit seinen Feinden. Mit der Ehrbarkeit eines Samurai verlässt er das finale Schlachtfeld als physischer und mentaler Sieger.

Don Winslow reicht den Lesern das nach, was der Spiritus Rector der Hel'schen Philosophie uns verwehrt hat. Mit der Lockerheit unserer heutigen Zeit beschreibt Winslow den Helden bei seinem ersten Einsatz. Viel Action in der beängstigenden Schlangengrube Peking oder vor der wilden Kulisse des vietnamesischen Hinterlandes. Schade nur, dass die Kampfszenen einander so ähnlich sind: Hel tappt in eine Falle und kann sich dank seiner überragenden Fähigkeiten wieder befreien. Aber dieses Manko ist ja genretypisch.

Es darf bezweifelt werden, dass das Kalkül, Satori als flankierende Maßnahme der Wiederveröffentlichung von Shibumi zur Seite zustellen, von Erfolg gekrönt sein wird. Es gibt zwar einen gemeinsamen Helden, aber die beiden Romane sind zu unterschiedlich, als dass sie ein gemeinsames Publikum ansprechen könnten. Satori ist kurzweilige und spannende Unterhaltung, die nicht den Anspruch hat, die Welt zu verändern.

Satori

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Letzte Kommentare:
18.01.2017 11:39:06
Dima

Obwohl es als eigenständige Story beschrieben wird, kann man "Satori" aus meiner Sicht nur richtig verstehen, wenn man Travenians "Shibumi" gelesen hat. Die Story und der Stil sind diesem Thriller total angepasst und aus meiner Sicht auch gut gelungen. Ich hoffe, es gibt demnächst noch mehr von Nikola Hel zu lesen, da die Zeitspanne zwischen den beiden Bücher-Themen ja genug Stoff dazu bietet...

11.10.2016 10:07:00
Ricarda

Ein schöner Roman, spannend, dabei leicht zu lesen, wenn auch oftmals überzogen. Was micht störte, war der unterschwellige Kalte Krieg, der leider nicht dazu dient, die Welt zu verbessern. Und töten gehört wohl zur amerikanischen Mentalität, damit kann alles entschuldigt werden. Fazit: Obwoh gut zu lesen, aber nicht weiterempfehlenswert, da dem Helden, der mordend durch die Lande zieht, zuviel Sympatie des Schreibers entgegenschlägt.

15.04.2016 21:27:05
jose la mouche

Zuerst war es etwas zeitraubend, sich einzulesen.
Dann ging es aber recht flott zur Sache.
Ich habe das Buch kaum aus der Hand gelegt, fand es recht spannend. Immer wieder was neues.
Natürlich kein Geschichtsbuch mit recherschierten Tatsache; aber immerhin recht spannend, halt ein Roman.
Klar, Tage der Toten war spannender; aber man sollte es nicht so zerreissen. Ich fand Satori gut.

29.03.2015 19:57:14
mikes

Wer "Tage der Toten", "Kings of Cool" oder auch die Neal-Carey-Romane gelesen hat, der fragt sich, ob es sich hier tatsächlich um ein- und denselben Autor handelt oder ob ich irgendein zweitklassiger Schreiberling die Namensrechte geklaut hat. Das "Satori" eine Art "Prequel" zu Trevanians "Shibumi" ist, (das ich nicht kenne) habe ich erst auf der letzten Seite des englischen e-books erfahren und das Buch daher unvoreingenommen gelesen. Man vermisst nicht nur schmerzlich die kurze, präzise Schreibe etwa aus "Savages", sondern auch den Witz der Neal Carey Romane. Superheld Hel prügelt sich vollkommen humorfrei durch Japan, China und Vietnam. Zwei Killer krabbeln über Deine Gartenmauer, um Dich zu töten? Kein Problem für Herrn Hel. Erst ein paar Handkantenschläge, dann ein Tässchen grüner Tee und anschließend ein Nümmerchen mit der Gastgeberin, so fängt der Tag gut an. Und man sollte doch wirklich meinen, die Stühle in der Folterkammer des Chefs der chinesischen Geheimpolizei seien so fest im Boden verankert, dass man sie auch mit nochsoviel "Ki" nicht einfach aus dem Boden reißen kann. Die Chinesen der 50er Jahre waren vielleicht rückständig, aber doch nicht bescheuert.
Die Beschreibungen von China und Vietnam der Fünfziger sind - soweit ich das beurteilen kann - gut recherchiert und und durchaus lesenswert, für den eigentlichen Plot gilt das aber nicht. Er wirkt extrem konstruiert und unglaubhaft, zudem verworren und unlogisch. Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, 50 Bazookas wären in der Lage gewesen, den Verlauf der Auseinandersetzung zwischen Franzosen und Vietminh zu verändern? Der Tod der weiblichen Hauptfigur, die Hel doch so sehr begehrt, geht schließlich ohne viel Federlesens vonstatten und ist wohl nur dem Umstand geschuldet, dass das Geschehen sich eben sonst nicht nahtlos in die spätere Geschichte von Trevanian einfügt.
Erstaunlich, dass ein Autor wie Winslow, der seine Fähigkeiten, exzellente Krimis mit Anspruch zu schreiben, schon so oft unter Beweis gestellt hat, hier so einen Murks abliefert. Vielleicht ging es hier wirklich nur um die große Kohle ... sie sei ihm gegönnt, wenn sie es ihm ermöglicht, zukünftig auch wieder qualitätvolle Werke abzuliefern. 60“, und das ist noch großzügig.

17.02.2014 16:01:15
Alfred Bodner

Ich war und bin von Satori beeindruckt.
Das Buch ist sehr mitreißenden, spannend und (fast) nirgends langatmig. Nikolai Hel ist lebendig dargestellt jedoch etwas von dem amerikanischen Klischee angehaucht.
Im Großen und Ganzen halte ich Satori für absolut lesenswert, doch es ist bestimmt nicht Jerdermanns Sache

29.11.2012 12:13:32
Peter Scheibenzuber

Ich kann verstehen, dass "Satori" nachdem man "Tage der Toten" gelesen hat, schlecht weg kommt. "Tage der Toten" war einfach genial und seine "Surver"-Krimis einfach endlos cool. Dennoch ist "Satori" ein absolut lesenswertes und spannendes Buch und auch, wenn es von seinen anderen Büchern etwas abweicht, immer noch ein "echter Winslow". Ich habe es gerne gelesen und kann es hier auch empfehlen. Auch Freunde von mir waren von dem Buch nicht enttäuscht. Ich glaube, es gibt weitaus schlechtere Bücher. Es teilweise so zu verreißen, finde ich nicht fair und ist meiner Meinung nach auch nicht angebracht.

22.08.2011 20:01:54
romy.80

Satori ist mein zweiter Winslow nach Tage der Toten, kommt an dieses bei weitem nicht heran, ist aber trotzdem lesenswert. Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten mich in die Geschichte hereinzufinden, bis die story fahrt aufnimmt dauert es ein Weilchen, doch dann will man schon wissen wie es weitergeht. Die verschiedenen Handlungsorte bringen gute Unterhaltung und die Figuren sind interessant, das Buch ist vielleicht nicht grade spitzenklasse, aber auch nicht so schlecht wie hier kritisiert.

22.08.2011 18:35:28
mo

Auch ich war von "Tage der Toten" begeistert. Dieses Buch habe ich nach nicht einmal 100 Seiten enttäuscht weggelgt. Unnöitg lange Beschreibungen von Details. Kein Wunder, das das Buch so dick geworden ist! Die Geschichte erinnert an einen 3-Groschenroman a la Jerry Cotton. Falls den noch jemand kennt. Total konstruiert, wo sind die guten plots von Winslow geblieben?

04.08.2011 10:11:23
Thurgood

Durchaus gut und wesentlich besser, als man den Kritiken hier entnehmen würde.

Die Story ist durchaus Winslow\'isch komplex verstrickt und Hel zwar ein "Superheld", aber das ist James Bond auch.
Man fiebert mit und auch wenn einige Charaktere Stereotype sein mögen und der Einstieg tatsächlich etwas lahm verläuft.

Das Buch ist absolut unterhaltsam.

17.07.2011 20:27:01
peter köhlert

Nach der Lektüre von Tage der Toten - absolut großartig, mit das Beste, was ich in den letzten Jahren an Krimis gelesen habe - und nach einem seiner Krimis aus der Surfer-Szene war ich schon irritiert, warum Winslow nun von Suhrkamp zu heyne gewechselt ist. Die ersten zwanzig Seiten gelesen und es war klar: mit so einem Schmarr\'n wird sich Suhrkamp nicht abgeben wollen - Hut ab. Schlampige Schreibe und nicht existentes Lektorat führt dann zu Stilblüten wie "Es war ihm egal, ... , aber es ärgerte ihn" S.11f) Ähnlich unsinnig ist die Kurzbiographie seines monströsen Gegenspielers auf Seite 76. Wie auch immer, dieses Werk hatte ich innerhalb von zwei tagen durch, und zwar nicht weil es so enorm spannend war, sondern weil ich ca. ab 300 nur noch quer gelesen habe; was da noch an Story anstand war wirklich nicht der Rede wert. und das outing der ach so schönen Solange als profikillerin ist ja wohl als Versuch zu werten, einem faden und völlig überflüssigen Buch auf den letzten Seiten noch ein bißchen Drive zu verleihen. Auch dieser Versuch, mit einem klischee - schöne Frauen sind entweder willig und gut im Bett oder hinterlistig und gefährlich - zu punkten, geht völlig in die Hose: Fazit: völlig überflüssig, dieses Machwerk. Dass Suhrkamp dieses Werk nicht haben wollte, kann ich absolut nachvollziehen.

03.07.2011 20:41:29
Dieter Niehoff

Ein seltsames Buch von Winslow. Die fieberenden Darstellungen von Saigon und Vietnam sind durchaus gelungen, aber die glorifizerende Überhöhung des Hauptdarstellers zu einem Helden mit Superkräften (sein "7. Sinn"). Die Bösen und die Nebenfiguren sind alle interessanter gezeichnet als der Held und seine Geliebte.
Nein, das Buch hat einige Seltsamlkeiten zu bieten. Ein humpelnder Mönch der, wenn man ihn braucht auch im tiefsten Dschungel auftaucht, seltsame Folterdarstellungen. Und, aber das nur am Rande, einige unsinnige Darstellungen zum GO - Spiel.
Dennoch: Winslow ist immer noch Winslow und das Buch ist daher immer noch lesenswert. Als Schmöcker ist dieses unglaublich dicke (aber dennoch nur 600 Seiten) Taschenbuch gelungen.
Wer jedoch noch nichts von Winslow gelesen hat, der sollte unbedingt mit einem anderen Werk des Autors anfangen, denn dieses ist bislang das schwächste Buch von ihm.

14.06.2011 17:25:09
manni

Was für eine herbe Enttäuschung! Nach ca. 100 Seiten hatte ich das Gefühl Winslow hat diesen Roman gar nicht selbst geschrieben. Die Handlung ist leicht voraussehbar, die Geschichte wirkt sehr konstruiert, die Personen bleiben trotz der
exotischen Schauplätze blass und uninteressant, da kommt nicht wirklich Spannung auf, ich hatte mir wesentlich mehr erwartet. "Tage der Toten" und alle Winslowromane vorher sind Perlen der Krimiliteratur, "Satori" ist überflüssig und reicht vielleicht als Liegestuhllekture, wenn überhaupt. Schade eigentlich!

29.05.2011 20:02:43
Christiane Föhr

Ich habe das Buch deswegen gelesen, weil es die Vorgeschichte von Shibumi erzählt. Der Autor hat es geschafft, aufgrund der ihm bekannten Charakteristiken den jungen Nikolas Hel auferstehen zu lassen. Die Agentin und Geliebt Solange war mir insgesamt etwas zu perfekt und glatt dargestellt, speziell zum Ende des Buches. Der Griff des Autor in die Vergangenheit seiner Mutter fand ich gelungen und gibt auch eine zusätzliche Erklärung für das spätere wohlhabende Leben im Baskenland. Ich habe es gern gelesen und fand auch den Aspekt des sich schon entwickelnden Konfliktes in Vietnam interessant. Auf jeden Fall nichts für Amerikafans.