Tod eines Milchbauern / Der Aufhörer

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Drochtersen: MCE, 2008, Titel: 'Der Aufhörer', Seiten: 268, Originalsprache
  • München; Zürich: Piper, 2010, Seiten: 268, Originalsprache

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Andreas Kurth
Kühe, tratschende Bauern und brutale Rache

Buch-Rezension von Andreas Kurth Aug 2010

Milchkontrolleur Hans-Georg Allmers hat die Morde im kleinen Dorf auf der Stader Geest und seinen Gefängnis-Aufenthalt noch gar nicht richtig verarbeitet, da stolpert er förmlich über die nächste Leiche. Als er am frühen Morgen zur Probenentnahme in den Stall von Eduard Rolke kommt, liegt dieser erschlagen zwischen seinen Kühen. Rolke war äußerst unbeliebt im Dorf, da er als "Prozess-Hansel" nahezu jeden seiner Mitbürger bereits einmal verklagt hat. Hans-Georg Allmers wundert sich daher nicht, dass niemand wirklich um den Toten trauert. Der Mordfall landet auf dem Schreibtisch von Werner Allmers, Staatsanwalt in Stade und hochnäsiger Bruder des Milchkontrolleurs. Im Zuge der Ermittlungen erfährt vor allem Hans-Georg wieder viel Neues über die Menschen in seinem Dorf – aber erst passiert ein weiterer Mord, den die Brüder jedoch zunächst nicht in Zusammenhang mit dem toten Bauern Rolke bringen.

In seinem zweiten Kriminalroman ist Thomas B. Morgenstern seinem Stil treu geblieben. Das gilt für seine Schwächen, aber auch für die Stärken. Wie bereits in "Der Milchkontrolleur" kommt die eigentliche Kriminalgeschichte zuweilen etwas zu kurz, aber dennoch zeigt der Autor sich auch in seinem zweiten Buch als guter Geschichten-Erzähler. Der Mord an "Stinkstiefel" Rolke wird im Dorf eher achselzuckend zur Kenntnis genommen. Für die Ermittler eine verheerende Situation, denn es gibt reichlich Mitbürger, die ein Motiv für einen Mord an dem unbeliebten Großmaul haben. Insofern ist das Talent von Hobby-Detektiv Hans-Georg Allmers wieder gefordert, auch wenn der zunächst keine rechte Motivation zeigt.

Aber da er nun mal täglich auf einem anderen Hof die Milch kontrolliert, sammelt er zwangsläufig Informationen. Und so erfahren der Milchkontrolleur und die Leser immer mehr über die Machenschaften und Streitereien des Ermordeten, über Liebschaften und Kuckuckskinder, über ergaunerte Grundstücke und rechtsradikale ansichten. Es wird dabei nie langweilig, denn die vielen kleinen Schweinereien, die in so einem Dörfchen auf der Stader Geest passieren, sind durchaus amüsant und unterhaltsam, zuweilen auch schockierend. Zudem geht es auch um die Hahnenkämpfe in der Staatsanwaltschaft, wo sich Werner Allmers gegen harsche Kritik aus der Polizei und den Medien wehren muss. Morgenstern liefert zahlreiche Anekdoten, blumige Jugenderinnerungen seines Protagonisten, und es geht auch um Brandstiftung und einen versuchten weiteren Mord.

Rückblicke in die Nazizeit, wirtschaftliche Zusammenhänge und landwirtschaftliche Grundsätze runden das Bild ab, das der Autor mit leichter Feder zeichnet. Dabei wird sein Protagonist, der dem Leser im ersten Band schon vertraut wurde, weiter vorgestellt. Hans-Georg Allmers ist eine vielschichtige Persönlichkeit, und es wäre interessant, vom Autor zu erfahren, wie viele autobiografische Elemente in dieser wirklich sympathischen Figur stecken. Das Liebesleben des Milchkontrolleurs erfährt auch im zweiten Roman einige Turbulenzen, aber auch seine detektivische Ader wird schließlich konsequent ausgelebt. Wie nicht anders zu erwarten, sind Kombinationsgabe und Zufall gleichberechtigt am Ermittlungserfolg beteiligt.

Thomas B. Morgenstern liefert solide Unterhaltung ab. Hohen literarischen Ansprüchen kann der Autor eher nicht gerecht werden, aber das dürfte auch nicht sein Anspruch sein. Immerhin ist sein Schreibstil mittlerweile flüssiger geworden, die Dialoge sind mal nachdenklich, mal wirklich spritzig. Wer Kriminalromane mit regionalem Beiwerk mag, sollte dieses Buch lesen. Denn anders als bei vielen so genannten Regional-Krimis sind die Bücher von Morgenstern wirklich authentisch. Man spürt bei jedem Satz, dass der Autor selbst in einem Dorf an der Unterelbe lebt und Land und Leute bestens kennt. Also eigentlich perfekte Unterhaltung für ein verregnetes Wochenende.

Tod eines Milchbauern / Der Aufhörer

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