Der Milchkontrolleur

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • Drochtersen: MCE, 2005, Seiten: 206, Originalsprache
  • München; Zürich: Piper, 2008, Seiten: 221, Originalsprache
  • Drochtersen: MCE, 2006, Seiten: 5, Übersetzt: Peter Kühn

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Andreas Kurth
Brutale Morde in der Elbmarsch

Buch-Rezension von Andreas Kurth Aug 2010

Neid und Eifersucht unter der Oberfläche

An der Grenze zwischen Elbmarsch und Moor leben bodenständige Menschen, die ihren Lebensunterhalt überwiegend in der Landwirtschaft verdienen. In der nahen Kreisstadt Stade gibt es zwar auch etliche Industriebetriebe, aber noch können die meisten Bauern von ihren Milchviehbetrieben ganz gut leben. Und dennoch ist die Gemeinschaft in dem kleinen Dorf ein überaus zerbrechliches Gebilde, denn unter der Oberfläche gibt es ein Geflecht von Neid, Eigensucht und Missgunst. In diesem Milieu ist der erste Kriminalfall aus der Feder von Thomas B. Morgenstern angesiedelt, der das Elbe-Weser-Dreieck bestens kennt, denn er lebt und arbeitet selbst dort.

Tote liegt im Entwässerungsgraben

Als er beim Abschießen einer durchgebrannten Kuh hilft, erlebt der Nebenerwerbslandwirt und Milchkontrolleur Hans-Georg Allmers mit, wie in einem Entwässerungsgraben eine unbekleidete Frauenleiche gefunden wird. Mit durchgeschnittener Kehle liegt Else Weber in dem Graben - ihr Ruf in dem kleinen Dorf war eher zweifelhaft. Sie war zwar keine Prostituierte, aber die Mehrheit der Männer des kleinen Ortes hat bereits den Weg in ihr Bett gefunden. Und so gibt es entsprechend viele Verdächtige. Der ermittelnde Staatsanwalt aus Stade ist ausgerechnet der Bruder von Hans-Georg Allmers, und nutzt jetzt gern die hervorragenden Kontakte seines Bruders, der als Milchkontrolleur auf den Höfen des Dorfes wie selbstverständlich ein und aus geht, und so nahezu jedes Gerücht aufschnappt.

Überraschendes Finale

Der Milchkontrolleur nimmt den Auftrag seines Bruders zunächst widerwillig an, findet dann jedoch zunehmend Gefallen an der Detektiv-Arbeit. Zugleich fängt er ein Verhältnis mit einer neuen Volontärin des Stader Tageblatts an, die er im Vorzimmer seines Bruders kennen gelernt hat. Während sich Hans-Georg Allmers unauffällig umhört, kommt es zu einem weiteren Mord. Die Polizei versucht, Zusammenhänge herzustellen. Allmers bricht im Zuge seiner Ermittlungen in das versiegelte Haus von Else Weber ein, wird anonym denunziert und in Untersuchungshaft genommen. Da die Beweislage jedoch reichlich dünn ist, muss er schließlich wieder freigelassen werden. Neue Ermittlungen münden schließlich in einem dramatischen und überraschenden Finale.

Kriminalfall könnte mehr Dynamik vertragen

Wer krachende Aktion oder subtile psychologische Spannung sucht, sollte dieses Buch im Regal stehen lassen. Wer sich jedoch für Land und Leute, differenzierte Charaktere und eine amüsante Kriminalgeschichte interessiert, liegt bei dem Roman-Debüt von Thomas B. Morgenstern durchaus richtig. Zutreffend und humorvoll zeichnet der Autor in seinem Krimidebüt das bisweilen sympathische, meist eher skurrile Bild eines Bauerndorfs zwischen Elbmarsch und Moor. Sein Soziogramm einer brüchigen Gemeinschaft ist für sich schon lesenswert, der Kriminalfall dagegen könnte durchaus etwas Dynamik vertragen. Dem Publikumserfolg hat das einen Abbruch getan. Was kam verwunderlich ist, denn auch die eher gleichmütig erzählte Geschichte vermag angesichts der interessanten Charaktere zu fesseln. Um dem Anspruch eines guten Kriminalromans zu genügen, muss der Autor bei der eigentliche Geschichte aber noch ein paar Schippen drauflegen.

Der Milchkontrolleur

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Letzte Kommentare:
03.12.2011 18:59:44
lesenchris

Ein durchaus vielversprechender Anfang, der jedoch nicht hält, was er verspricht. Nette Charakter, die jedoch am Ende die Gründe des Mordes nach langerZeit nicht erklären. Der Krimi ist flüssig geschrieben, ich habe ihn an einem Tag durchgelesen, jedoch mir fehlt der Tiefgang und das Spezielle an diesem Buch. Nichts Nachhaltiges, jedoch vergnüglich.

14.01.2011 17:32:28
Cilla

Jahrelang lag dieses Buch im Regal und wurde von mir nicht beachtet. Nun habe ich es doch hervorgekramt und bereue es, diesen tollen Lesestoff erst jetzt entdeckt zu haben. Eine sehr gute Geschichte um den Milchkontrolleur, die niemals langweilig wird. Den Einblick in das ländliche Leben finde ich so herzerfrischend ehrlich und nachvollziehbar, teils amüsant, teils traurig. Dass das Buch so schlecht beurteilt wird, kann ich persönlich ganz schlecht nachvollziehen. Es handelt sich um keinen echten Thriller, aber den wollte ich ja auch nicht. So, wie dieser Regionalkrimi geschrieben wurde, ist er für mich PERFEKT - und Thomas Morgenstern muss sich nicht hinter Jaques Berndorff oder Wolfgang Burger oder anderen deutschen Krimiautoren verstecken.

01.09.2010 10:36:11
Sebastian Haffke

Gerade als Dauerleser fand ich diesen Roman sehr gut. Er unterscheidet sich deutlich vom Sonstigen und auch gerade von dem inzwischen um sich greifenden skandinavischen Schreibstil. Anders geschrieben, lustige Figuren und ein wenig Mitdenken gehören zu diesem Roman.

Insofern für mich ein schönes und vor allem erfrischendes Debüt. Die Langeweile kann ich nicht nachvollziehen, die schlechten Noten ebenfalls nicht.

15.08.2010 18:51:47
fridolinie

Positiv ist die ganz nette Schilderung der ländlichen Charaktere zu nennen, die Figuren sind gut herausgearbeitet. Ich wollte das Buch dennoch mehrfach zur Seite legen, weil es mich nicht gefesselt hat. Da ich aber meist erst den Schluss lese, wollte ich herausfinden, wieso denn nun ausgerechnet dieser Täter. Das ist mir nicht geglückt.
Auf den letzten beiden Seiten eine relativ neue Spur und als abschliessenden Satz "nun wusste er, wer der Täter war" - schön für ihn, aber mir erschliesst sich die Logik nicht und ich hätte auch schon noch ganz gerne gewusst, warum.
Auf meiner persönlichen Skala: "ganz nett, aber nicht nochmal"

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