Schneller als der Tod

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • New York: Little, Brown and Co, 2009, Titel: 'Beat The Reaper', Seiten: 310, Originalsprache
  • München: Der Hörverlag, 2010, Seiten: 6, Übersetzt: Christoph Maria Herbst
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2011, Seiten: 318

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Georg Patzer
Wunderbar böse und zärtlich zugleich

Buch-Rezension von Georg Patzer Mär 2010

Arzt zu werden, war immer sein größter Traum. Endlich konnte Peter Brown ihn sich erfüllen. Und arbeitet jetzt als Assistenzarzt in der Inneren im großen Manhattan Catholic Krankenhaus in New York. Und kennt sich aus mit der menschlichen Anatomie. Zum Beispiel weiß er, was passiert, wenn er dem Dödel, der ihn ausrauben will, auf die Kehle schlägt: "Trifft sie, wird sie die empfindlichen Knorpelspangen zerstören, die die Wand der Luftröhre versteifen. Wenn er dann das nächste Mal einatmet, verschließt sich die Luftröhre wie ein After,, und ihm verbleiben vielleicht noch sechs Minuten, bis ihn der Schnitter holt. Selbst, wenn ich bei dem Versuch, ihm einen Luftröhrenschnitt zu machen, meinen Propulsatilkuli ruiniere." Also haut er ihm auf die Nase. "Die gibt nach wie nasser Lehm. Nasser Lehm mit Zweigen drin. Der Dödel knallt bewusstlos auf den Gehsteig." Und dann, er ist ja schließlich Arzt, versorgt er ihn: "Ich drehe den Dödel auf die Seite, damit er nicht erstickt, und lege ihm den nicht gebrochenen Arm unter den Kopf, damit sein Gesicht vor dem eisigen Pflaster geschützt ist. Dann prüfe ich, ob er noch atmet. Er blubbert direkt vor Lebensfreude."

So flott und witzig, mit einem zynischen Einschlag beginnt der Roman von Josh Bazell. Da sprüht es nur so von komischen Kommentaren über Pharmavertreterinnen und Assistenzärzte: "’Die Station ist der reinste Albtraum’, sagte Akfal, der andere Assi in meinem Team, als ich ihn endlich ablösen komme. Was den Zivilisten ihr ´Hallo’, ist den Assistenzärzten ihr ’Die Station ist der reinste Albtraum.’"

Aber dann erlebt der Ich-Erzähler Dr. Peter Brown seinen eigenen Alptraum. Als er nämlich in das Zimmer eines Patienten kommt, der ihn von früher her kennt: als Mafia-Killer Pietro Brnwa. Der sich mit einem Zeugenschutzprogramm von seiner Vergangenheit entfernt hat. So etwas hat natürlich die "Familie" nicht gerne. Und also ist die Jagd eröffnet. Und zwar schnell. Denn die modernen Kommunikationsmittel sind nicht nur ein Segen, sondern sie lassen auch den Tod schneller kommen.

Das ist fast schon eine normale Geschichte. Aber wie Bazell sie erzählt, ist alles andere als normal. Das beginnt bei den vielen Fußnoten, in denen er manche Sachverhalte erklärt. Zum Beispiel Tibia und Fibula, die beiden Unterschenkelknochen. Oder en Unterschied zwischen dem geflügelten Stab mit zwei Schlangen (steht für Hermes und damit für den Handel) und dem ungeflügelten Stab mit nur einer Schlange (steht für Äskulap: "Hätten Sie’s gewusst?"). Oder warum er sich Peter Brown nennt (nach dem Song "The Ballad of John and Yoko", in der die Zeilen vorkommen: "Peter Brown called to say / You can make it O.K. / You can get married in Gibraltar near Spain." Denn Peter Brown war der "am längsten für die Band aktive Roadie der Beatles").

Sein Sarkasmus macht vor nichts halt. Auch nicht vor den Moribunden: "Mr. LoBrutto? Anruf für Sie auf Leitung eins. Gesagt hat er’s nicht, aber es hat sich angehört, als wär’s der Schnitter." Selbst nicht, als er quer durch’s Krankenhaus gejagt wird, denn er hat ja noch seine Patienten. Und er ist gerne Arzt. Und vor allem ist da diese junge Frau, der ein Bein amputiert werden soll. Und als sich Brown fast gerettet hat, fällt ihm noch eine andere Diagnose ein, mit der ihr das Bein erhalten bleiben kann. Und deswegen kehrt er noch mal um.

 Es ist ein wunderbar böses und zärtliches Buch, brutal und liebevoll, sachlich und kitschig, ernst und satirisch, realistisch und parodistisch gleichzeitig.

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Letzte Kommentare:
12.01.2018 18:18:48
Meni77

Ich musste mich an die Fussnoten gewöhnen und anfangs störten sie auch den Lesefluss, aber wenn man in die Geschichte eintaucht gehört ed irgendwie dazu, vor allem erklären sie die mir nicht bekannten medizinischen Fachausdrücke zumindest einen kleinen Teil davon. Der Schreibstil ist schnell und die Dialoge meist humorvoll. Mir machte das Buch nach hundert Seiten grossen Spass, brauchte jedoch einen zweiten Anlauf, mal wirklich was anderes, der Schluss einzigartig. Ich vergebe 85 grad

14.03.2017 18:07:09
kerstin

Ich fand das Buch fürchterlich brutal. Der Witz hat sich mir nicht erschlossen. Die Krankenhausszenen waren absolut unrealistisch, zwar sehr temporeich aber dadurch auch unglaubwürdig. Die Hauptperson blieb mir fremd. So wollte ich zwar wissen, wie es weitergeht, aber ohne dabei echtes Interesse am Schicksal der Figuren zu haben.

08.04.2015 19:38:44
Pascal

Action, Sex, Rache, Gewalt, alles was das Männer-Lese-Herz begehrt möchte man meinen und es war bei mir auch so. Ein so rabiates Buch habe ich noch nie gelesen. Der offene Umgang und bis ins Detail beschriebene Gewalt und Erotik haben mich angesprochen, es mich einsaugen lassen. Habe mir sofort den zweiten Teil bestellt und hoffe nicht entäuscht zu werden. Schreibstil und Handlung ist sehr abwechslungsreich, aber nie austauschbar. Zu hundert Prozent empfehlenswert. Ich werde es bstimmt wieder lessen.

10.06.2014 09:00:24
Charlotte Eisner

Ich habe schon lange kein so spannendes und actionreiches Buch gelesen. Der Krimi reißt einen mit, im wahrsten Wortsinne. Intelligente und spannende Unterhaltung, und ich muss sagen, die letzten Kapitel haben mich umgehauen, so etwas habe ich noch NIE ZUVOR gelesen. Und ich habe schon viele Krimis gelesen. Das Buch ist einfach GROSSARTIG!!!

05.11.2013 00:20:12
Titus

Gerade fertig gelesen und mir hat es jetzt am Schluss komplett die Sicherungen rausgehauen! Ich bekomme mich noch immer nicht ein!
Ich liebe diese aufgeteilten Kapitel denn man freut sich immer wieder auf das nächste weil man wissen will es weitergeht! es macht Spaß es zu lesen und ich kann es nur jedem empfehlen der auf Krimis steht ;)
Fazit ich bin begeistert!

26.08.2013 15:17:16
crimetime

Sorry! Nach rund 75 Seiten hatte ich genug von diesem "Humor" genossen, ging mir die Brutalität auf die Nerven, waren mir die Zeitsprünge zu anstrengend und die Figuren zu stereotyp. Meines Erachtens war es weder ein Krimi noch ein Thriller. Ich hatte mehr erwartet, insbesondere, da das Buch den deutschen Krimipreis bekommen hat.

05.07.2013 09:46:31
DDD

Diese vielen Rückblenden machen das Buch ja aus und interessant. Man switch vor und zurück, Präsens und Vergangenheit. Man könnte davon ausgehen bzw. behaupten, dass dieses Buch ein "Männer Buch" ist. Mir, als Frau, gefielen die Ausschmückungen der "Gewalt" und machen meiner Meinung nach das Buch und das Know-How als "Killer" aus. Bei den medizinischen Ausdrücken war ich etwas überfordert, die Schilderungen machten das wieder wett. Der Schreibstil ist gewandt, spannend und vielfältig.

Die deutsche Übersetzung ist jedoch mit einigen Fehlern bzw. falschen Satzzusammenstellungen verseht. Aber darüber kann man wegschauen.

FAZIT: Wer einen Mix von Action, Gewalt, Humor, Mafiabezug und einen hauch von Romantik sucht, Tipp: Lies das Buch!!!

14.01.2012 20:19:46
kianan

Das Buch wurde gelobt für die neue Idee für ein Krimi und seinem Humor. Neue Idee - ja. Für mich persönlich waren die Schilderungen jedoch viel zu brutal (die sich über das ganze Buch erstrecken) und davon war ich auch regelrecht genervt. Witzig war es auch, aber - wenn man es so formulieren kann - Witze, die Männer lieben?! Was auch zeigt, dass mein Mann das Buch sehr gut fand, ich eigentlich nur genervt war.

02.10.2011 21:01:56
koepper

Absolute Klasse. Eine ganz ungewöhnliche Geschichte erzählt Bazell. Zu einem besticht die aus dem Rahmen fallende Geschichte, die überhaupt nicht dem Mainstream folgt. Darüberhinaus hat Josh Bazell auch sprachlich viel zu beiten. Zum einen bedient er sich eines sehr flapsigen Stils. Und dann streut er Fußnoten ein, die ganz sachlich medizinische, rechtliche und andere Fakten erläuterten. Ich fand das überhaupt nicht störend, sondern sehr informativ. Das Buch ist hart, vor allem der Schluss ist schon sehr heftig. Aber es ist auch sehr emotional und letztendlich auch eine Liebesgeschichte. Hoffentlich hält Bazell diese Qualität, für mich eine echte Entdeckung.

09.08.2011 09:38:11
schredder66

Ich kann mich im Großen und Ganzen der KC-Rezi anschliessen - meine Bewertung liegt irgendwo zwischen 80° und 85°.

Störend, und da gebe ich allen Rezensenten recht, sind die den Lesefluss störenden Fußnoten. Sie sind für die Geschichte nicht relevant, aber interessant - und meistens humorvoll.

Die kritisierten vielen Rückblenden stören mich keineswegs - im Gegenteil: Ich erfahre etwas über Peter Brown und sein Vorleben. Dass die ganze Geschichte etwas zu unrealistisch erscheint, mag stören - ist aber dem Schreibstil angemessen.

Das Buch ist ein Pageturner, durchaus in ein paar Stunden zu lesen. Bazell´s Schreibstil gefällt mir - spätestens seit Charlie Huston´s "Clean Team" gehören solche Romane zu meinen Favoriten.

Ich freuen mich auf den zweiten Roman mit Peter Brown. Wenn Bazell seine Art zu schreiben und Geschichten zu erzählen beibehält, dann habe ich (für mich) einen neuen Autor entdeckt bzw. auf meine Top-Liste gesetzt.

08.08.2011 12:19:59
MrNice2011

Ich gebe zu, ich wurde durch den ungewöhnlich großen Werbeinsatz auf diese Buch aufmerksam. Die Erfahrung zeigt mir, dass eine intensive Werbung nichts über die Qualität des Buches aussagt. Der Autor hat sicherlich versucht im Stile von Filmemacher Tarantino ein Buch zu schreiben, dass von Aktion, Sarkasmus und der entsprechenden Blutmenge lebt. Leider wurde das Ziel verfehlt und Quentin Tarantino würde diesen Roman mit Sicherheit nie verfilmen. Ich war enttäuscht von der Handlung und musste mich regelrecht zwingen das Buch zu Ende zu lesen. Nichts war von der reißerischen Werbung übrig geblieben. Eine Empfehlung würde ich nicht unbedingt aussprechen, aber vielleicht waren meine Erwartungen auch einfach zu hoch.

03.08.2011 09:39:17
Torsten

Eigentlich ist das gar kein Krimi - jedenfalls wenn man ganz grob ein Verbrechen und dessen Aufklärung erwartet.
Bleibt also eine Geschichte über das Auffliegen eines Ex-Killers im Zeugenschutzprogramm samt darin eingewobener Lebensgeschichte im Rückblick, immer hübsch im Wechsel.
Zweifellos sehr gut lesbar, in einem sehr speziellen flapsigen, lakonischen, teils arg makabren Stil.
Ob das ganze realistisch ist, vom allgemeinen Klinikbetrieb bis zum doch sehr gewagten Abschluss, darf man ruhig vernachlässigen - unterhaltsam ist das allemal.
Gestört haben mich ein wenig die Fussnoten - teils werden (medizinische) Fakten erläutert, teils rein fiktive Details erwähnt. Ersteres könnte man in einen Anhang verbannen und letzteres im Text unterbringen, das fände ich persönlich sinnvoller.
Ausserdem war die Geschichte an sich letztlich merkwürdig in der Luft hängend - wenn man im Rückblick darüber nachdenkt, ist - in der Gegenwart - verblüffend wenig passiert. Da die Lebensgeschichte als Rückblick nur einmal erzählt werden kann, muss sich Bazell für das nächste Buch schon etwas mehr Inhalt ausdenken. Eine kleine Vorschau auf den im Herbst erscheinenden Folgeband findet sich am Ende - insgesamt ist Idee und vor allem aber der Schreibstil so gelungen, dass ich auf jeden Fall auch den folgenden Band lesen werde.

31.07.2011 14:14:25
hankhauser

Hab das Buch in zwei Tagen weggelesen. Ich fand\'s richtig gut. Nicht zuviel Humor, ich mag\'s nicht, wenn ich einen Thriller lese und dabei das Gefühl habe, es würde sich um eine Komödie handeln. Gut dosiert und rabenschwarz. Was die Story betrifft, hätte ich mir weniger Rückblenden und etwas mehr Handlung in der Gegenwart gewünscht. Kurz und knackig, das Buch hat nichtsdestotrotz gerockt, 85°.

27.11.2010 18:31:20
Addicted-to-read

Als ich den Klappentext dieses Buches las, war mir sofort klar, das muss ich lesen! Wurde mir doch ein cooler, schneller, adrenalingeladener Thriller versprochen...

Nun muss ich gestehen, dass dieses Buch durchaus ein extremes Tempo vorlegt, die Dialoge werden nur so aus dem Handgelenk geschossen, schwarzer Humor ist genug vorhanden und auch die Figuren sind allesamt überspannt und verrückt.

Jedoch fehlt mir jetzt nach Abschluß der Lektüre eine stringente Geschichte. Womit ich meist Schwierigkeiten habe sind Fußnoten, da sie mich aus dem Lesefluß reißen. Wenn dann auch noch ständig Rückblenden eingeflochten werden, hilft es der Geschichte nicht wirklich Spannung aufzubauen oder gar zu halten. Einzig die Schlußszene hatte für mich spannende Momente, wobei ich die Episode im Kühlraum doch sehr überzogen empfand, die aber natürlich vom Stil her gut in die abgedrehte Story passte.

Trotzallem ist es ein lesenswertes Buch, was mich unbestreitbar unterhalten hat!

24.10.2010 18:06:07
Schrodo

Dr. Peter Brown arbeitet als Assistenzarzt in einem Krankenhaus, zieht sich allerlei Drogen rein um den Tag zu überstehen, und war nicht immer der Doc, der er zu sein scheint.
Ein todkranker Mafiosi erkennt Dr. Brown, als den ehemaligen Mafiakiller, der er war. Damit beginnen die Probleme Browns, der dafür sorgen muss, dass der Patient seine Operation überlebt, da sonst seine Tarnung auffliegen wird und sich seine alten Freunde und jetzigen Feinde auf die Suche nach ihm machen werden, um die alten Rechnungen zu bezahlen.
Alle die in der nächsten Zeit einen Krankenhausaufenthalt planen, seien gewarnt! Aufgeputschte, unter Drogen stehende und hoffnungslos überforderte Ärzte versuchen den alltäglichen Wahnsinn im Krankenhaus zu beherrschen. Sie kämpfen gegen ihre Müdigkeit, ihre Kollegen und gegen das Pflegepersonal.
Josh Bazell schildert den Klinikalltag extrem überzogen, aber so manche Wahrheit läßt sich vielleicht herauslesen. Eine total abgedrehte Geschichte mit allerlei durchgeknallten Figuren die ein enormes Tempo vorlegt. Was jedoch fehlt ist die Spannung. Eine richtige Handlung existiert ebenfalls eher nicht, da die Story mit Rückblenden gespickt ist. Bazell erzählt damit wie aus dem Jungen Pietro Brwna erst ein Berufskiller der Mafia und schließlich der Arzt Dr. Peter Brown wird. Insgesamt ein lesenswertes Buch, wenn auch die Handlung durchaus als „extrem“ beschrieben werden kann.

24.10.2010 18:05:43
Schrodo

Dr. Peter Brown arbeitet als Assistenzarzt in einem Krankenhaus, zieht sich allerlei Drogen rein um den Tag zu überstehen, und war nicht immer der Doc, der er zu sein scheint.
Ein todkranker Mafiosi erkennt Dr. Brown, als den ehemaligen Mafiakiller, der er war. Damit beginnen die Probleme Browns, der dafür sorgen muss, dass der Patient seine Operation überlebt, da sonst seine Tarnung auffliegen wird und sich seine alten Freunde und jetzigen Feinde auf die Suche nach ihm machen werden, um die alten Rechnungen zu bezahlen.
Alle die in der nächsten Zeit einen Krankenhausaufenthalt planen, seien gewarnt! Aufgeputschte, unter Drogen stehende und hoffnungslos überforderte Ärzte versuchen den alltäglichen Wahnsinn im Krankenhaus zu beherrschen. Sie kämpfen gegen ihre Müdigkeit, ihre Kollegen und gegen das Pflegepersonal.
Josh Bazell schildert den Klinikalltag extrem überzogen, aber so manche Wahrheit läßt sich vielleicht herauslesen. Eine total abgedrehte Geschichte mit allerlei durchgeknallten Figuren die ein enormes Tempo vorlegt. Was jedoch fehlt ist die Spannung. Eine richtige Handlung existiert ebenfalls eher nicht, da die Story mit Rückblenden gespickt ist. Bazell erzählt damit wie aus dem Jungen Pietro Brwna erst ein Berufskiller der Mafia und schließlich der Arzt Dr. Peter Brown wird. Insgesamt ein lesenswertes Buch, wenn auch die Handlung durchaus als „extrem“ beschrieben werden kann.

18.09.2010 13:10:54
Bell

Fand das Buch "Schneller als der Tod" total genial. Es ist toll geschrieben und das auch ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Ich freue mich schon sehr auf das 2. Buch von Josh Bazell da er einen absoulut einzigartigen Schreibstil hat. Kann das Buch jedem emfehlen der auch für andere Schreibstile was übrig hat.

14.09.2010 19:01:55
SunshineRose

Thriller? Wohl kaum...

Also ich weiß ja nicht, was so manch einer unter dem Begriff Thriller versteht. Ein gähnend langweiliges Buch, bei dem sich die Seiten nur so dahin ziehen, fällt meiner Meinung nach nicht unter diesen Begriff. Aber erst einmal von vorne...

Dr. Peter Brown ist Assistensarzt, zumindest in seinem "neuen Leben". Davor war er allerdings für die Mafia tätig. Die Verbindung zur Mafia suchte er bereits im Alter von fünfzehn Jahren, da seine Großeltern, bei denen er lebte, vermutlich von Mafiosi ermordert wurden. Doch Peters eigentliches Ziel der Rache verschwimmt mit der Zeit immer mehr, dieMafia-Familie Locano ersetzt seine eigene. Irgendwann allerdings steigt Peter aus und möchte für all die Verbrechen, die er begangen hat, der Welt etwas Gutes tun, indem er seine Zeit als Arzt in einem Krankenhaus in Manhatten verbringt. Und eines Tages begegnet er dort einem der alten Mafiabosse, welcher Peter wiedererkennt und zu verraten droht für den Fall, dass er sterben sollte. Problematisch ist nur, dass dieser Mafioso an Krebs erkrankt ist...

Die Story war wirklich vielversprechend und wenn man diese alleine betrachtet ist das Buch auch nicht schlecht. Aber leider geht es in diesem Buch mehr um Peters Vorgeschichte und eine ganze Menge anderer Kleinigkeiten. So bekommt man z.B. mehr über die Geschichte der Mafia im Allgemeinen und die kinetische Energie eines Schusses erzählt als über die eigentliche Handlung. Das Lesevergnügen ist dabei nur mäßig, da man das Gefühl hat, das Buch wäre mehr als tausend Seiten stark, obwohl es gerade einmal dreihundert umfasst. Es hat mich viel Mühe gekostet weiterzulesen und zwischenzeitlich geriet ich stark in die Versuchung einfach die letzten zwanzig Seiten zu lesen, um einfach zu wissen wie es ausgeht. Alles andere war für mich sowieso uninteressant. Spannung, welche ein elementarer Bestandteil eines Thrillers ist, kam meiner Meinung nach das gesamte Buch über nicht auf.

Auch der Stil des Autors hat mich in keinster Weise überzeugt. Die Dialoge sind kurz und abgedroschen. Hier ließe sich natürlich argumentieren, dass sich Mafiosi miteinander unterhalten. Aber auch die können meiner Meinung nach Sätze mit mehr als fünf Worten bilden. Die verwendete Sprache ist auch auf einem unteren Niveau angesiedelt. Worte wie Dödel, Knarre, Scheißding, etc. sind keine Seltenheit. Also auch von dieser Perspektive her macht es keinen Spaß, dieses Buch zu lesen. Ebenso die mehrfach auftretenden Ergänzungen als Fußnoten, mit denen der Autor vermutlich etwas Humor in die Sache bringen wollte, sind genauso überflüssig und unlustig, wie einige der anderen episch langen Erklärungen.

Mein Fazit also: Wer von dem Thema absolut fasziniert ist, der kann dieses Buch natürlich gerne lesen, aber ansonsten ist es nicht empfehlenswert. Hier fehlt einfach von allem etwas: Humor, Spannung, Niveau,...

10.08.2010 14:00:13
anyways

Pietro Brnwa, Enkel eingewanderter polnischer Juden, findet seine geliebten Großeltern ermordet im Haus auf. Seit diesem Tag ist er von Rachegelüsten geleitet. Die Suche nach den Schuldigen führt ihn tief in Mafia. Er schafft es sich in die Familie Locano einzuschleusen, nur von da ab entwickelt es sich gar nicht so, wie der 16 jährige das ursprünglich plante. Er findet zwar die Mörder seiner Großeltern, wird aber zum Spielball und Killer für die „Familie“. Als das FBI ihm auf die Spur kommt, geht er einen Deal ein und wird ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen. Er holt sein Arztstudium nach ( er hat schließlich viel wieder gut zu machen) und macht seine Assistenzarztausbildung im Krankenhaus. Die Familie Locano hat aber noch eine Rechnung mit ihm offen und irgendwann holt ihn die Vergangenheit ein.



Alle die in der nächsten Zeit einen Krankenhausaufenthalt planen, seien gewarnt! Aufgeputschte, unter Drogen stehende und hoffnungslos überforderte Ärzte versuchen den alltäglichen Wahnsinn im Krankenhaus zu beherrschen. Sie kämpfen gegen Kollegen, legen sich ständig mit dem Pflegepersonal an und dürfen die Privatpatienten auch noch bemuttern.



Josh Bazell schildert den Klinikalltag zynisch und überzogen, den Beruf des Arztes als desillusionierend und die eigene Gesundheit gefährdend, aber so manche Wahrheit lässt sich als Insider heraus lesen und richtig interpretieren. Alle anderen werden es schwerer haben. Zum Glück gibt es ja jede Menge Begriffserklärungen die zeitweise Licht ins Dunkel bringen.



Eine irre Geschichte die fesselnd und rasant erzählt wird, nur für die Ausdrucksweise (insbesondere die ständigen Wiederholungen von einzelnen Wörtern oder Sätzen zu bestimmten Ereignissen, Personen oder Handlungen) gibt es ein mangelhaft.

04.08.2010 11:33:35
Blofeld2

Yep! Stimmt! Das Buch ist cool, zynisch, witzig und brutal. Das Problem: Es ist ZU cool, ZU zynisch, die Coolness und der Zynismus sind hier der Zweck und nicht das Instrument des Geschreibsels, will sagen: Handlung und agierende Personen wie zB Brwana´s Freundin bleiben extrem oberfläch, manch schillernde Figur wie Dr. Friendly oder Mafia Boss Squillante wird einfach verschenkt. Stattdessen werden kurze Rahmenhandlungen konstruiert, innerhalb derer sich der Autor House-like austobt. Das Ganze liest sich 100 Seiten lang flüssig weg, dann gehts einem auf den Senkel. Noch schlimmer sind die durchaus amüsanten Fußnoten, hier hätte der Autor die Texte lieber in Klammern in den Text integrieren sollen, King-Leser sind das eh so gewohnt. Als Leser muss man teilweise Handlungslöcher überspringen, in denen der Edersee Platz hätte, zB die Geschehnisse rund um Brwanas Verhaftung. Der Schluss mit der ungewöhnlichen Waffenbeschaffung...naja, wers mag, innovativ ists allemal...Mein ganz persönliches Fazit: Das Buch ist für einen guten Krimi mit einer schlüssigen Handlung zu kurz und für einen Schundroman zu lang. Etwas weniger Coolness, etwas mehr Handlung, etwas mehr Augenmerk auf die Akteure und das Ding hätte ne fette 90 verdient. So reichts nur zu ner schlappen70.

02.06.2010 13:58:35
Stefan83

Viel hat nicht gefehlt und John Bazells Debütwerk „Schneller als der Tod“ hätte sich auf Anhieb ganz nach oben in meine diesjährige Bestenliste katapultiert. Das es letztlich nicht gelangt hat, liegt vor allem am Ende, aber dazu weiter unten mehr. Und selbst trotz dieses kleinen Makels gehört das Buch fleißig beworben, denn seit Jason Starr und Ken Bruens „Flop“ und „Crack“ habe ich mich nicht mehr derart schräg im Pulp-Genre amüsiert. Bazell, der zurzeit als Arzt im Praktikum an der University of California in San Francisco tätig ist, hat hier eine Story aufs Papier gebracht, welche auf lange Zeit wohl unsere Sicht auf Krankenhäuser nicht unwesentlich verändern wird und die so genannten „Götter in Weiß“ mal von einer ganz anderen Seite zeigt.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Peter Brown, Assistenzarzt in einem Krankenhaus in Manhattan, der, als einer der wenigen fähigen Mediziner dort, alle Hebel in Bewegung setzt, um seinen Patienten helfen zu können. Was allerdings niemand weiß: Peter Brown heißt in wirklich Pietro Brnwa und ist ein ehemaliger Mafiakiller, der seit der Ermordung eines hohen Mob-Mitglieds von der Cosa Nostra in New York gesucht wird und nun dank des Zeugenschutzprogramms des FBI den Weg ins Krankenhaus gefunden hat. Die Medizin ist für ihn so etwas wie eine Möglichkeit zur Wiedergutmachung. Und da die stark heruntergekommene Einrichtung eher von der weniger zahlungsfähigen Bevölkerungsschicht frequentiert wird, ist die Gefahr hier erkannt zu werden, eher gering. So denkt zumindest Pietro, der eines Tages am Bett des ehemaligen Mafiakumpanen LoBrutto steht, welcher auch sogleich seine Identität auffliegen lässt und damit droht, diese überall bekannt zu machen. Nur unter einer Bedingung will er den Mund halten: Pietro soll ihn doch bitte vor dem Tode retten. Bei einem Patienten mit Krebs im Endstadium keine einfache Aufgabe.

Von nun an muss Pietro alles dran setzten, dass der Mafiosi nicht den Löffel abgibt, während er gleichzeitig damit beschäftigt ist, eine Gruppe Studenten in der Kunst der Medizin zu unterweisen und von einem Notfall zum nächsten zu hasten. Die Zeit läuft schnell ab. Und als er dann noch feststellen muss, dass es sich bei LoBruttos behandelnden Arzt um einen totalen Pfuscher handelt, drohen die Dinge völlig außer Kontrolle zu geraten …

„Bei riesigen Nebenwirkungen fressen Sie die Packungsbeilage und erschlagen Sie ihren Arzt oder Apotheker! Der Inhalt dieses Buches kann Heiterkeitsausbrüche bis hin zu extreme Lachkrämpfe auslösen, die in einigen Fällen zu Atemnot führen. Patienten mit einem ausgeprägten schwarzen Humor sind besonders stark gefährdet.“ Das schrieb die Amazon-Userin Sabine Kreutz einleitend in ihrer Rezension zu Bazells „Schneller als der Tod“. Und viel kann man wirklich nicht mehr hinzufügen. Von Seite eins an rast die Geschichte wie eine völlig außer Kontrolle geratene Achterbahnfahrt voran, wobei sich dem Leser ein dauerhaftes Grinsen ins Gesicht fräst (ich erntete immer wieder stirnrunzelnde Blicke im Zug) und das Zwerchfell auf eine schwere Probe gestellt wird (Ich sag nur: „Flamingo“). Voraussetzung: Allzu zart besaitet oder gar Vertreter der politisch und moralisch korrekten Linie sollte man lieber nicht sein. Ganz in der Tradition von Jeff Lindsays „Dexter“ geht es ordentlich blutig zur Sache. Und ähnlich wie der dortige Protagonist, so ist auch Pietro Brnwa ein größtenteils amoralisches Wesen, dem das Töten zur zweiten Natur geworden ist und der mit seiner Läuterung so seine Probleme hat. Welch herrliche Idee diesen dann als Arzt in einem Krankenhaus zu platzieren!

Bazell betont in seiner Biographie ausdrücklich, das sein Arbeitsplatz dem Krankenhaus im Buch in keinster Weise ähnelt. Das bleibt wahrlich zu hoffen, sind doch hier mehr Parallelen zu einem Metzgereibetrieb als zu einer medizinischen Einrichtung zu finden. Der Autor spart kein noch so unappetitliches Detail aus und lässt sich sogar in beigefügten Fußnoten dazu herab, sein Wissen mit uns zu teilen. (Äußerst interessant, was bei Zweckentfremdung eines Staubsaugers alles so passieren kann.) Die Sprache dabei ist kahl, knapp und wird mit uns mit kräftigen Adjektiven nur so um die Ohren gehauen. Schnelle Szenenwechsel, rasante Dialoge und zwischendurch immer wieder Ausbrüche derbster Brutalität. Ein FSK-18-Logo hätte dem Cover wahrlich nicht schlecht gestanden, zumal hier ein Großteil der Beteiligten unter denkbar schlechtesten Umständen aus dem Leben scheidet. Milde ausgedrückt.

Das „Schneller als der Tod“ letztendlich nicht zur einer totalen Komödie verkommt, liegt an den eingebauten Rückblicken, in welchen Bazell die Lebensgeschichte Pietros nacherzählt und Stück für Stück damit das Puzzle zusammensetzt, von dem man anfangs noch nicht annähernd ein Bild hat. Hier beweist der Autor seine schriftstellerischen Qualitäten, denn die Ausflüge in die ehemaligen Konzentrationslager Polens sowie der Hintergrund von Brnwas Familie verleihen dem Ganzen einen sehr ernsten, dunklen Ton, der die immer wieder heiteren Momente umso zynischer wirken lässt. Beeindruckendste Szene ist für mich aber das nächtliche „Abenteuer“ im Haifisch-Aquarium, das Bazell derart bildreich zum Leben erweckt hat, dass mir die Spucke wegblieb. Absolute Gänsehaut-Passage und gleichsam eindringlich wie erschütternd. Überhaupt bietet das Buch abseits von Irrsinn und blutiger Gewalt immer wieder kurze, ruhige Phasen, die andeuten, dass „Schneller als der Tod“ bei allem Pulp nicht ganz ohne moralischen Kompass ist.

Am Ende scheiden sich dann schließlich die Geister. Fakt ist: Pietros „Herstellung eines Messers“ fordert starke Nerven und sollte wohl das Tüpfelchen aufs bis dahin glänzende I setzen. Meiner Ansicht nach hat sich Bazell hier etwas vergaloppiert und zur sehr die Groteske bedient, um letztendlich noch ernst genommen zu werden. Das macht den Gesamteindruck zwar nicht wesentlich schlechter, ließ mich das Buch aber mit einem etwas faden Beigeschmack schließen.

Insgesamt ist „Schneller als der Tod“ ein temporeicher Hardboiled-Pulproman, der meines Wissens nicht nur als erster im Medizinthriller-Genre wildert, sondern zudem aufs Beste unterhält und allen Freunden von Dr. House, Dexter und Co. nur ans Herz zu legen ist. Ein wirklich gelungener Erstling, der sicher (schlecht umgesetzt) eines Tages seinen Weg auf die Leinwand finden wird. Auf den bereits angekündigten Nachfolger warte ich mit Freuden.

29.04.2010 23:06:39
Jay

Einfach Genial. Konnte das Buch garnicht mehr aus der Hand legen. Super geschrieben.

Es gibt zwar einige Passagen die schwer zu verdauen sind, aber gerade das macht dieses Buch auch aus. Auch der schwarze Humor hat genau meinen Nerv getroffen.

Ich bin gespannt wenn das ganze verfilmt wird. Potenzial daszu hat es auf alle Fälle.

27.04.2010 16:47:33
Anja S.

Dieser Erstling eines jungen Arztes hat sich ganz offenkundig an dem Aerzteklassiker "House of God" und an Filmen von Quentin Tarantino orientiert.
Eine wirklich originelle Idee, hohes Tempo und eine schnoddrig-lakonische Sprache machen dieses Buch besonders. Leider geht am Ende (das selbst gebastelte Messer) etwas die Phantasie mit dem Autor durch, aber das macht fast nichts.
Etwas stoerend sind die vielen Fussnoten, bei denen der Autor Sachverhalte verkuerzt oder ungenau darstellt (so entsteht der Eindruck, dass die IG Farben weiterhin im Auschwitz-Monowitz froehlich und ungestoert vor sich hin produzieren wuerde, was so nicht stimmt, die ehemalige Fabrik wird inzwischen vom polnischen Staat betrieben. Mit der Darstellung der Nachkriegsgeschichte der IG Farben hat der Autor allerdings recht.)

23.04.2010 17:35:45
Cookie Caracha

Diese Geschichte hat eindeutig zu viele Fußnoten, was meiner Meinung nach den Lesefluss sehr einschränkt. Die Hauptfigur ist mir ein bisschen zu \'cool\' und zu schlagfertig. Er hat immer auf alles eine Antwort und ist dabei natürlich unglaublich tough. Ich hatte mich auf Grund der positiven Kritiken auf die Geschichte gefreut, aber für mich war das kein Lese-Genuss.

24.03.2010 21:13:23
Marius

Eine Nacht, die man nicht so schnell vergisst

Es kommt relativ selten vor, dass man ein Buch zuklappt und nach der Lektüre dem Klappentext vorbehaltlos beipflichten kann – bei diesem Buch war es aber so.
Der ehemalige Mafiakiller mit dem vokalarmen Namen Pietro Brnwa, in Mafiakreisen Bärentatze genannt, beging in seinem früheren Leben einen Mord an einem hohen Mafiachargen und wird seitdem von der Cosa Nostra in New York gesucht. Im gelang es rechtzeitig im WITSEC, dem Zeugenschutzprogramm des FBI, unterzukommen und er praktiziert nun unter dem Namen Peter Brown in einem großen New Yorker Krankenhaus. Doch mit seiner Anonymität ist es eines Tages vorbei, als ein alter Bekannter aus Mafiazeiten eingeliefert wird, der im Sterben liegt. Sollte er tatsächlich sterben, würden Pietros ehemalige Mafiakumpanen auftauchen und die Karriere Pietros als Arzt wäre schlagartig vorüber. Deshalb geht es nun für Bärentatze ums Ganze und er darf sich nicht erlauben, dass ihm sein Patient unter seinen Händen wegstirbt. So wird der Kampf um Pietros Leben und das seines Patienten zum bestimmenden Mittelpunkt und der Leser ist live im OP dabei, als Peter Brown fast in Echtzeit um sein Leben operiert …
Zynisch, lakonisch, hart, brutal, schnell und witzig: Das sind nur einige wenige Adjektive, die allesamt auf die von Josh Bazell erdachte Geschichte zutreffen. In kurzen Kapiteln erzählt uns Pietro abwechselnd von seinem Kampf um das Leben seines Mafiapatienten und seine Lebensgeschichte, die nicht minder turbulent wie die Operation ist. Außerdem scheut sich der geläuterte Mafiakiller nicht, in zahlreichen kurzen Fußnoten sein medizinisches und allgemeines Wissen mit dem Leser zu teilen, was das Buch deutlich belebt.
Die Lektüre des Buches kam mir wie eine Mischung aus einem Quentin-Trantino-Film (wegen der schnellen Dialoge und Brutalität), einem Transporter-Film (weil der Protagonist sehr an den Transporter Frank Martin erinnert) und einer Dr. House-Folge (wegen den vielen medizinischen Kuriositäten) vor. Josh Bazell verquickt all diese Elemente zu einem gut lesbaren Thriller, der hervorragend den Brückenschlag zwischen Mafia-Erzählung und Krankenhaus-Thriller schafft. Insgesamt ein sehr gutes bis hervorragendes Debüt, das auf jeden Fall Appetit auf mehr macht!

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