Todesangst

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • London: Bantam Press, 2007, Titel: 'Severed', Seiten: 316, Originalsprache
  • München: Heyne, 2010, Titel: 'Todesangst', Seiten: 398, Übersetzt: Gunter Blank

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Wolfgang Weninger
Simon sagt: Eine Liebesnacht, eine Tote, ein mieser Tag

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Mär 2010

Todesangst klingt natürlich für unsere Ohren deutlich besser als Severed, wie der neue Actionreißer von Simon Kernick aus dem Wilhelm Heyne Verlag an die Leser vermarktet wird. Aber hier ist endlich wieder einmal eine Geschichte von Gunter Blank aus dem Englischen übersetzt worden, die nicht nach der Sinnhaftigkeit des Lebens und dem Stellenwert großer Literatur fragt, sondern schlicht und einfach unterhalten will. Und dass tut Todesangst in bester britischer Manier, mit der auch ein Ken Follett oder Frederick Forsyth ihre Fans begeister(te)n.

 Man kennt sie mittlerweile zur Genüge. Diese Elitesoldaten im Ruhestand, mit Narben geziert, rastlos und immer auf der Suche nach einem Job, bei dem die einzige Referenz das bisherige Überleben darstellt. Auch Dan Tyler ist so ein harter Bursche, der seinen Einsatz in Nordirland überlebt hat und der endlich seine innere Ruhe zu finden glaubt, weil er in die hübsche Leah verknallt ist. Doch das bittere Ende dieser keimenden Beziehung folgt am Morgen, als das Mädel ohne Kopf neben ihm das Bett mit ihrem Blut versaut. Dan weiß, dass er nicht der Killer war, aber eine Videoaufnahme beweist das Gegenteil. Damit er den Beweis seiner Schuld in die Finger bekommt, muss er natürlich einen Job erledigen, doch es bleibt ihm keine Wahl. Und nur ein paar Freunde aus der Army können ihm eventuell dabei helfen, sich selbst zu rehabilitieren und den Übeltäter zu finden, um Leah zu rächen.

 Wer sich ob dieser Schilderung einer hanebüchernen Story bereits mit Grausen abwendet, verpasst allerdings bestes Popcorn-Kino im Kopf. Hier wird gemeuchelt, geschossen, gebombt und abgefackelt, dass es eine Freude ist und die Leichen von Freund und Feind werden wahllos über den Seiten verstreut. Dass bei so viel Hau-Drauf-Spaß die Charaktere notgedrungen auf der Strecke bleiben, ist man von solchen Produktionen gewöhnt und erwartet dies auch nicht.

 Viel wichtiger ist das Hochhalten der permanenten Spannung und das schafft Simon Kernick mit Bravour. Soweit man dies aus der (gelungenen) Übersetzung ablesen kann, produziert der Autor klare Sprache ohne jegliche blumigen Schnörkel, mit der Vertiefung örtlicher Gegebenheiten und der Erörterung eventueller ethnischer Randgruppenprobleme hat Kernick nichts am Hut. Hier gibt es nur Gut und Böse ohne Rücksicht auf Verluste& und das tut dieser Geschichte ausgesprochen gut.

 Simon Kernick macht, was so viele Autoren mittlerweile vergessen. Er produziert massenkompatible Unterhaltung und das macht er, so wie es sich gehört. Es würde mich wundern, wenn nicht bald ein findiger Filmregisseur käme, der nach dieser Vorlage die Leinwand brennen ließe. Aber vorerst bin ich ja schon zufrieden, wenn gute Unterhaltung ohne tiefschürfende Weltprobleme einen entspannten Feierabend bietet und genau dafür kann man Todesangst von Simon Kernick bestens empfehlen. Und ausnahmsweise gebe ich Harlan Coben in seinem Statement auf der Buchrückseite recht: "Simon Kernick schreibt mit voll durchgetretenem Gaspedal".

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