Eisige Nähe

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Augsburg: Weltbild, 2010, Seiten: 591, Originalsprache
  • München: Knaur, 2011, Seiten: 592, Originalsprache

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Andreas Kurth
Packend und realistisch

Buch-Rezension von Andreas Kurth Dez 2009

Die Ähnlichkeit des skandalumwitterten Peter Bruhns mit einem in Norddeutschland lebenden, höchst umstrittenen Musikproduzenten ist der Realität abgeschaut. Dass Bruhns tot neben seiner jungen Geliebten gefunden wird, ist jedoch rein fiktiv. Eine Beziehungstat? Oder das Werk eines persönlichen Feindes, von denen es reichlich gibt? Natürlich gerät Bruhns Ehefrau als Erste in Verdacht, doch weder Sören Henning noch Lisa Santos von der Kieler Mordkommission wollen so recht daran glauben, dass sie etwas mit der Tat zu tun hat.

Bei der Obduktion wird nicht nur ein Gift gefunden, das den Kommissaren große Rätsel aufgibt, auch Schmauchspuren an der linken Hand des Opfers werden entdeckt, die allerdings manipuliert sind. Vielleicht doch Selbstmord? Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Doch dann nimmt der Fall scheinbar eine ungeahnte Wendung, als am Tatort Fremd-DNA sichergestellt wird, die mit einer DNA übereinstimmt, die man bereits seit mehreren Jahren in Deutschland an unterschiedlichen Tatorten gefunden hat.

Henning und Santos sind verwirrt, waren doch jene Fälle offiziell gelöst, da man herausgefunden hatte, dass all die Jahre mit kontaminiertem Ermittlungsmaterial gearbeitet wurde – zumindest hat diese Version der Innenminister der staunenden Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz verkündet. Auch dieser Aspekt ist ein Bezug zur Realität – vom Autor geschickt in die neue Geschichte eingebaut.

Ein ehemaliger Tontechniker von Bruhns wird von dem Ermittler-Duo verhört, doch sie halten ihn nicht für den Mörder. In einer Einsatzbesprechung am nächsten Tag wird der Mann jedoch als Täter präsentiert. Zwei LKA-Beamte wurden von ihm angeblich in eine Schießerei verwickelt, und mussten den Mann in Notwehr erschießen. Der Fall wird für gelöst erklärt. Immer mehr drängt sich Henning und Santos der Verdacht auf, dass hier vertuscht und nicht aufgeklärt werden soll – und bald sind sie einem der bestgehüteten Geheimnisse der Politik auf der Spur.

Mit der Lektüre von Eisige Nähe ist es wie so oft bei den Kriminalromanen von Andreas Franz – wenn man erst einmal angefangen hat zu lesen, lässt einen die Geschichte kaum wieder los. Dabei geht es dem Autor nach eigener Aussage vor allem darum, die vielen verschiedenen Facetten des Verbrechens in Deutschland darzustellen. Andreas Franz betont stets, dass seinen ausgezeichneten Kontakten zu Polizei- und anderen Dienststellen die große Authentizität seiner Kriminalromane zu verdanken sei. Dabei haben sich diese Kontakte zu Ermittlern von Landeskriminalämtern aus verschiedenen Bundesländern, verdeckten Fahndern und anderen Spezialisten erst im Laufe der Zeit ergeben und intensiviert. Der Autor nutzt mittlerweile seine Lesereisen durch die gesamte Bundesrepublik zu Treffen mit Experten, die ihm neue Anregungen geben. Nahezu alle Krimis von Andreas Franz basieren auf tatsächlichen Fällen, und auch in Eisige Nähe hat er wieder Situationen eingebaut, die sich so oder so ähnlich tatsächlich ereignet haben.

Das macht einen großen Teil der Faszination seiner Romane aus. Hinzu kommt ein Erzählstil, der ohne allzu viel Drumherum auskommt. Man könnte auch von einem fakten-orientierten Roman sprechen, wobei die Spannung niemals leidet. Franz versteht es immer wieder, durch geschickt platzierte Andeutungen und neue Wendungen die Spannung konstant hoch zu halten. Der Roman wirkt dabei keineswegs zu durchkonstruiert, am Ende läuft es fast zwangsläufig auf ein heftiges Finale zu.

Äußerst zwiespältig ist in Eisige Nähe die Figur des Auftragskillers Hans Schmidt. Schließlich ist der Mann ein eiskalter und zuweilen brutaler Mörder, der sich allerdings darauf beruft, bis auf zwei Ausnahmen nur Menschen getötet zu haben, die es verdient haben, weil sie selbst so viel auf dem Kerbholz haben. Aber nun mordet er auf eigene Rechnung, und bringt Menschen um, die es in der kriminellen Szene besonders heftig getrieben haben. Da muss man schon aufpassen, nicht hier und da verständnisvoll zu nicken. Am Ende bleibt er jedoch der "bad guy", trotz aller Rechtfertigungsversuche.

In ihrem nunmehr dritten Roman erleben die Ermittler Sören Henning und Lisa Santos das übliche Auf und Ab – im Beruf und in ihrer privaten Beziehung. Untypischerweise ist es oft Santos, die trotz ihrer spanischen Wurzeln den aufbrausenden Henning auf den Boden holen muss. Hatten die beiden in Spiel der Teufel schon mit heftigem beruflichen Frust zu kämpfen, so werden sie in Eisige Nähe mit ganz neuen und tieferen Abgründen konfrontiert. Der Leser fragt sich mehrfach, wie die beiden das Geschehen wohl psychisch verarbeiten. Hier werden offenbar höchst realistisch die schlechten Seiten des Polizisten-Berufs aufgezeigt – ungeschminkt und schonungslos. Auch das Ende von Eisige Nähe lässt die beiden Ermittler – und damit auch den Leser – mit einer gewissen Ratlosigkeit zurück. Oder man denkt sich den Schluss weiter, um doch noch zufrieden zu sein.

Ob andere deutsche Kriminalschriftsteller mit ihren Romanen auch so nah an der Realität sind, kann ich nicht beurteilen. Aber Andreas Franz ist hautnah an der Wirklichkeit, fast schon zu sehr. Gerade deshalb geht eine abgründige Faszination von seinen Büchern aus, was fast soweit führt, dass man als Leser sogar Verständnis für den Serienmörder aufbringt, weil er endlich die richtigen Leute umbringt. Er will der Schlange den Kopf abschlagen – und übersieht dabei, dass jedermann austauschbar ist.

Der Frust der Ermittler kann auch im wirklichen Leben dazu führen, dass sie blind zurückschlagen. Santos und Henning balancieren ständig an einer Schwelle, ohne bisher darüber gegangen zu sein. Der Leser spürt unterschwellig den Zorn des Autors und der Ermittler auf die Verhältnisse, wie sie geschildert werden, und wie sie offenbar auch in der Realität sind. Manchem Leser mag dieser Stil und die daraus resultierende Erkenntnis nicht so recht gefallen. Aber die stets noch weiter steigende Auflagenzahl zeigt, dass Andreas Franz damit einen Nerv trifft. Für mich ist Eisige Nähe einmal mehr ein überaus gelungenes Buch.

Eisige Nähe

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Letzte Kommentare:
16.04.2015 07:20:49
Rosi

Hab's als Hörbuch gehört - spannende Geschichte - supergut gelesen von Stephan Benson.
Was diesen Krimi so kribbelnd macht ist, dass die Geschichte wahr sein könnte.
Dass am Ende die Gerechtigkeit siegt entspannt nicht wirklich - denn der Hydra wurde zwar ein Kopf abgeschlagen - aber wie viele wachsen nach?

07.10.2014 12:24:00
Liesel

AF hat gerne ūber die perversen Irrungen und Wirrungen in unsere Gesellschaft geschrieben. Bilder und Verknūpfungen entworfen, die bstimmt einigen nict gefallen haben. Gerade aktuell sind Vs und Bnd ja auch ziemlich in Kritik,diese Õffentlichkeit ist bestimmt nicht gewollt. Ich bin bestimmt kein Anhånger von Verschwörungstheorien, aber manche Dinge machen einen schon stutzig. Gerade in seinem letzten Buch eschreibt AF die enge undnich immer koschere Verknüpfung von Politik und Wirtschaft, von engagierten Aids Wissenschaftlern die mit weltbewegenden neuen Erkenntnissen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommen. Erinnert an jūngste Ereignisse in der Ukraine, oder? Und dass der Autor so plõtzlich nach Veröffentlichung unerwartet an Herzversagen verschieden ist.Hmmm, schon spannend.

07.10.2014 11:41:00
Sarah Albertz

Das"Eisige Nåhe" ist neben "Jung, blond, tot" mein zweites AF Buch. Beide waren mit Sicherheit und zu Recht spannend, sinnvoll und lehrreich. Wer angesichts der exponierten Hauptthemen : Korruption in Politik und Wirtschaft, Menschenhandel und Kinderpornographie immer noch nicht wahrhaben will, dass es existiert und gerade im Westen die Drahtzieher sitzen, kann die Motive des Autors ja auch nicht verstehen. Und wenn man sich dann über sog unnõtige Wiederholungen ergeht, sollte man evtl doch lieber beim PC spielen bleiben. Da wird man eher nicht mit solchen uns alle angehenden Abgrūnden der Gesellschaft konfrontiert und muss sich auch nicht, und sei es nur in Gedanken, näher beschåftigen. Ein "Hoch" auf unser wunderbar funktionierendes Abwehrsystem! Måh, ihr Schafe.

06.07.2014 06:40:14
Ilses

BILD behauptet, Andreas Franz sei der deutsche Mankell, nur besser als dieser. Diese Aussage hätte mich mißtrauisch machen sollen: Ein Lob aus dieser Ecke kann nur Schlimmes bedeuten. Ach, hätte doch ein anderer Autor die Idee zu diesem Roman gehabt. Denn der Plot verspricht eigentlich höchste Spannung, war aber leider völlig spannungsfrei umgesetzt. Und dann die Dialoge: Mahlende Kiefer äußerten ständig "Hm", ein Klischee jagte das andere und Plattitüden auf jeder Seite. Vieles war auch unfreiwillig so komisch, daß es mich doch sehr amüsiert hat. Und dann dieser wundervolle Schluß, der gleichzeitig der Auftakt zu einem klassischen Lore-Roman sein könnte. Wahrhaftig ein begnadeter Autor!

28.02.2013 16:08:19
Nicole

Eines vorweg: ich habe alle Bücher von Andreas Franz gelesen. Leider war "Jung, blond, tot", sein meiner Meinung nach einziges wirklich gutes Buch, das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe, und irgendwie bin ich dann aufgrund der Inhalte dabei geblieben. Darüber geärgert habe ich mich aber nict nur einmal.

Andreas Franz erfindet großartige Geschichten, ist aber leider für mich nie ein guter Schriftsteller gewesen. "Eisige Nähe" fand ich nun aber so grausam schlecht geschrieben, dass ich mir einen Kommentar dazu nicht verkneifen kann.

Dass alle Geschichten in Frankfurts oder Kiels bzw. Hamburgs High Society spielen - geschenkt. Dass es zumeist eine junge bezaubernde Witwe mit charismatischer Schönheit gibt, die durch den Tod ihres Mannes endlich wieder aufblühen darf - von mir aus. Dass es nur gut (= schön UND intelligent UND sympathisch) und schlecht gibt und nichts dazwischen und der in jedem zweiten Roman auftauchende obligatorische arme Alkoholiker selbstverständlich nur durch einen schweren Schicksalsschlag abhängig wurde - auch noch irgendwie zu ertragen. Dass Andreas Franz es nie geschafft hat, seine Figuren über Stereotypen hinaus zu tiefen Charakteren zu verhelfen - auch das war mir vorher klar.
"Eisige Nähe" war für mich trotzdem kaum zu ertragen, da die Dialoge einfach nur schlecht waren und ständig jeder aufbrausend wurde, ohne dass sich dies vorher irgendwie abgezeichnet hätte. Für mich mit weitem Abstand das schlechteste Buch von Andreas Franz. Hätte ich damit begonnen, hätte es nie ein weiterer Franz-Krimi in mein Regal geschafft. Schade um das wichtige Thema, schade um die erneut gute Idee, die leider absolut stümperhaft umgesetzt wurde.
Vergleiche mit Nesser & Co. sind eine Beleidigung für diese Autoren, deren Figuren stets feinst gezeichnet sind - ganz ohne Salamibrot und Quoten-Alkoholiker.

08.09.2012 00:28:52
fictionela

Ich hatte mir das Buch bis vor kurzem aufgespart. Da ich dachte, es geht nicht weiter. Ich habe bei weitem nicht alle AF Krimis, aber werde sie mir nach und nach bestimmt zulegen. Beim durchsehen der vielen Kritiken bei den Büchern, war ich doch recht erstaunt. Worüber sich manche Menschen beim lesen brüskieren. Jeder Autor, hat sozusagen seine Macken und schreibt wie er es für sich richtig empfindet. Wenn jemanden das Buch nicht gefällt, bitte, dann hat er doch die Wahl es weg zu legen.
Ich fand das Buch gut. Erschreckend, wenn es tatsächlich so sein sollte, oder sein könnte. Ich empfand niemanden als nervig, denn ich finde auch bei den Durant Krimis immer einen Wiedererkennungswert. Ich finde es gut wie Frau Durant ihre Salami-Brote isst und durch ihr Privatleben herunter gezogen wurde. Nur Menschen ohne private Probleme, können sagen das es nervt, da sie wohl niemals solche Situationen in ihrem Leben hatten. In diesem Krimi konnte ich zwar keine Parallelen ziehen, aber erschreckend fand ich es allemal, dass man letztendlich Sympathie für einen Auftragskiller im Nachhinein empfindet.

03.08.2012 10:04:34
simone

Dies ist das erste Buch von Andreas Franz was ich gelesen habe und werde wohl auch noch ein zweites von ihm lesen. Ich fande das Buch sehr Spannend, von Anfang bis Ende, wobei das wiederholen der Gespräche die Santos und Co. führen manchmal etwas nervig sind. Das tut der Spannung aber keinen Abbruch. Ich würde das Buch mit gutem Gewissen weiter empfehlen.

28.02.2012 15:51:49
hapesu

Ich habe vor Jahren mit "Tod eines Lehrers" zum ersten mal einen Roman des Autors gelesen und fand ihn sehr gut. Entsprechend angetan war ich daher zu Beginn vom vorliegenden Werk: spannend, knallhart ohne zu sehr in die widerlichen Abstrusitäten mancher amerikanischer Autorinnen abzugleiten. Aber je länger sich die Geschichte hinzog, desto mehr machte sich in mir Verärgerung über das nicht endenwollende Gequassel der handelnden Personen breit. Ja lese ich hier einen Krimi oder das Drehbuch zu einem mittelmäßigen Theaterstück ???
Dann der Schluss: statt der mit Spannung erwarteten Apokalypse geht das Ganze bieder-betulich im Stil von Lieschen Müller aus: also stirbt wer Böses tat.
Und als ob dies noch nicht genug wäre, folgt dann ein peinlicher Epilog, in dem überschüssige Personen wegsterben und die guten Helden auf der Terrasse über dem Meer den Abend geniessen - Friede, Freude, Eierkuchen !
Nichtsdestotrotz habe ich die Absicht, weitere Romane von Andreas Franz zu lesen

24.01.2012 20:50:00
Claudia Friedel

Das ist mein erster Franz - und ganz bestimmt auch mein letzter. Ja, die Story ist spannend, macht auch vielleicht sensibel für Machtmissbrauch. Die Sprache ist aber unerträglich primitiv, der Satzbau wenig abwechslungsreich und die Dialoge einfach nur schlecht. Herr Franz traut wohl dem Leser nicht das kleinste bisschen an Gedächtnis und Mitdenken zu. Immer wieder werden die Fakten wiederholt, Selbstverständliches wird wenig elegant erklärt und die Psychologie der Personen ist wenig differenziert.
Da gibt`s wirklich bessere Krimis!

15.11.2011 11:42:34
Ulli

Vor einigen Monaten gelesen, etwas schockiert durch das Nachwort des Autors (kann es so etwas wirklich in unserem Rechtsstaat geben?) und seit wenigen Tagen erkennen wir den erschreckenden Bezug zur aktuellen Nachrichtenlage und Wirklichkeit.

Wer es noch nicht gelesen hat, JETZT wäre es höchste Zeit, das nachzuholen!

25.09.2011 12:20:34
larissa

Ich kannte den Autor seltsamerweise vorher nicht und habe bin total begeistert. Er kann meines Erachtens sehr gut mit den Schweden und Dänen und so weiter sehr gut mithalten. Mir fällt auf, dass die guten Bewertung zumeist von Leserinnen, die schlechteren von den Lesern kommen. Also mein Mann war auch begeistert. Was mir so gut gefallen hat, war, dass man viel Einblick in die Motivation des Täters erhalten hat, außerdem finde ich es super, wenn man von Anfang an weiß, wer ist und die Geschichte trotzdem viel Spannendes bereithält, so dass man trotzdem viel zum Grübeln hat. Warums Frauen evtl. besser gefällt: Es geht vielleicht mehr ums Innenleben des Protagonisten, keine große Actionshow. Wobei, schon ganz schön brutal zwischendurch!

23.09.2011 15:52:19
Nina Pick

Also ich habe das Buch gelesen und ich finde es einfach klasse. Wenn man dieses Buch liest so kam es mir vor das man dann selber in diesem Buch drin ist so packend ist das geschrieben worden.So wie der Fall von den beiden Kommissare gelöst wurden einfach grandios. Das ist das spannendste Buch was ich jemals gelesen habe. Ich werde mir auf jeden fall noch die anderen Bücher zulegen. Bin schon ein Fan von diesen Büchern.

20.07.2011 19:02:37
Jürgen

Es mag ja sein,daß Herr Franz auch bessere Bücher geschrieben hat,dieses ist keines davon.
Wenn seine Recherchen tatsächlich aus Polizeikreisen stammen,dann Gnade uns Gott. Ich habe allerdings wenig Vertrauen in diese Ausssage. Seine hanebüchene Geschichte ist eine Spur zu dicke aufgetragen und soll wohl den Frust des Autors über deutsche Politiker und anmaßendes Gebaren der sog. High Society kompensieren.
Weitere Schwächen:
Stete Wiederholungen von bereits bekannten Vorkommnissen,bis auch der blödeste Leser es endlich begriffen hat,worum es geht.
Triviale Dialoge,die einen die Tränen in die Augen treiben.
Der Köder "Sex und Gewalt" soll den Leser locken und nicht etwa raffiniert überraschende Wendungen,denn die gibt es in dem voraussehbaren Plot leider überhaupt nicht.
Da bleibe ich dann doch lieber bei den angloamerikanischen oder skandinavischen Krimiautoren.

05.06.2011 14:20:11
Kblitz

Ich muss mich eher meinem Vorgänger anschliessen. Es wiederholt sich, auch den Stil des Autors habe ich besser in Erinnerung, speziell was Die Dialoge der beiden Kommisare anbelangt.
Trozdem ist das Buch spannend zu lesen und mit der zeitlichen Cronologie immer gut zu verfolgen.
Es ist immer noch ein guter Franz aber sicher nicht der Beste.

11.01.2011 11:58:13
Dino

Wer diesen Stoff als \'realistisch\' beschreibt, scheint unter Wahrnehmungsstörungen zu leiden. Habe schon einige Bücher vom Autor gelesen, auch hier gilt: man hätte das Buch auf 250 Seiten beschränken können, diese ewigen Wiederholungen (ist halt so bei Serienkillern, gell) nerven. Und dann immer wieder diese "die Kleinen da unten und Grossen da oben"-Geschichten. Aber für einen RTL2-Krimi reicht es allemal. Lieber Qualität als Qantität. Ich habe zuvor "Tiefe Narben" von Petra Ivanov gelesen, jenes Buch spielt zwei Ligen höher.

05.10.2010 20:19:05
Esther P.

der spannenste, detailierteste und emotionalste Franz überhaut. ein Buch das fesselt, und immer wieder überascht.
Franz versteht es mal wieder geschickt zu verpacken dass nicht alles Gold ist was glänzt. schlimmste Verbrechen in allerhöchsten Kreisen, häusliche Gewalt, Alkoholkonsum um Konflikte zu bewältigen, besser kann man einen Roman nicht abmischen.
das Privatleben der beiden Ermittler Santos und Henning wird kaum angetastet, im Gegensatz zu den Durant und Brand Romanen. muß es auch gar nicht, denn so liegt die Konzentration beim lesen mehr auf dem Fall als auf den Komissaren.
der Serientäter erscheint einem fast sympatisch, sein Privat- und "Berufsleben" wird detailiert beschrieben. die Motive für fast all seine Taten lassen den Leser fast hoffen dass diese Taten ungesühnt bleiben.
nach der letzten Seite des Lesens wünscht man sich sofort den nächsten Roman herbei. nach einigen "Schwächen" hat Franz hier mal wieder bewiesen warum er der erfolgreichte Romanautor Deutschlands ist !!

03.09.2010 14:55:28
Diana

Ich habe das Buch gelesen - nein - ich habs verschlungen. Ich habe schon viele Bücher von Andreas Franz gelesen und fand dieses Buch mit eines seiner Besten.
Das dieses Buch bzw. der Inhalt nicht an den Haaren herbei gezogen ist, darüber muss man nicht disskutieren. Gut geschrieben. Ich freu mich auf das nächste neue Werk - dürfte ja nicht mehr so lange dauern.

07.08.2010 20:31:59
bücherkrümel

.wiedermal genial!

Ich habe "eisige Nähe" als Hörbuch genossen und war wiedermal gefesselt von der Erzählkunst meines Lieblingsautors.

Seine Bücher wie auch Hörbücher sind für mich ein Eintauchen in eine andere Welt. So hautnah empfinde ich seinen Erzählstil.

Freue mich jetzt schon auf weitere Werke von ihm.

03.07.2010 11:12:20
Toyota

In diesem Buch wird wieder mal deutlich gemacht, das es nichts nirgends gibt, was es nicht gibt. Ein Fünkchen Wahrheit ist in seinen Büchern immer gegeben und auch dieses Mal ein sehr spannender, fesselnder und zum Nachdenken anregender Krimi. Ich hoffe, Andreas Franz wird noch sehr lange Krimis schreiben, denn bis jetzt waren bis auf 2 oder 3 wenige alle einfach super!

22.06.2010 08:02:38
rolandreis

Wie immer werden sich die Geister an dem Andreas Franz Roman scheiden. Da ich seine Bücher sehr gerne lese, habe ich natürlich auch bei diesem Roman zugegriffen, und ich wurde nicht enttäuscht. Ich empfand die Geschichte vom Anfang bis zum Ende als sehr spannend . Die Thematik des Buches ist aktueller denn je. Für mich war dieses Buch eine kurzweilige Lektüre und erhält glatte 100 Prozent.

08.06.2010 09:01:11
S_H1

So stelle ich mir ein Drehbuch für eine Billig-TV-Produktion vor: Eine an den Haaren herbeigezogene Story, hölzerne Figuren, ebensolche Dialoge, die einen mit der Zeit wirklich nerven können und dann folgt auch noch ein Krimi-Klischee auf das andere. Manchmal musste ich fast lachen, obwohl die Handlung keineswegs Anlass dazu gab.
Kann kaum glauben, dass dieses Buch hier eine Bewertung von über 80% bekommt.
Na ja, es trifft halt meinen Geschmack überhaupt nicht, also von mir gibt es bestenfalls 30%.

08.06.2010 09:00:45
S_H1

So stelle ich mir ein Drehbuch für eine Billig-TV-Produktion vor: Eine an den Haaren herbeigezogene Story, hölzerne Figuren, ebensolche Dialoge, die einen mit der Zeit wirklich nerven können und dann folgt auch noch ein Krimi-Klischee auf das andere. Manchmal musste ich fast lachen, obwohl die Handlung keineswegs Anlass dazu gab.
Kann kaum glauben, dass dieses Buch hier eine Bewertung von über 80% bekommt.
Na ja, es trifft halt meinen Geschmack überhaupt nicht, also von mir gibt es bestenfalls 30%.

28.05.2010 07:26:02
Henriette

Peter Bruhns, deutschlandweit bekannter Musikproduzent, wird zusammen mit seiner extrem jungen Geliebten erschossen. Die Kommissare Sören Henning und Lisa Santos bekommen einen anonymen Anruf, der sie zu dem Tatort führt. Die beiden Kommissare sind seit einiger Zeit Kollegen und auch privat ein Paar. Sie haben eine sehr hohe Aufklärungsrate und werden von ihrem Chef bei ihren recht ungewöhnlichen Ermittlungsarbeiten unterstützt. Doch diesmal geraten sie in einen Fall, der ihnen Rätsel aufgibt. Es taucht eine DNA bei der Obduktion auf, die es eigentlich nicht geben dürfte. Und dann geschieht es wieder. Die Kommissare bekommen wieder anonym einen Hinweis auf den nächsten Tatort. Wieder ein Toter und noch mehr Rätsel für Santos und Henning.

Andreas Franz hat mich mit diesem Krimi wieder in den Bann gezogen. Thematisch hervorragend geschrieben und anscheinend auch recherchiert, was möglich war. Ich habe ganz schön gegrübelt, ob diese Vorgehensweise innerhalb der deutschen Behörden bzw. in der freien Wirtschaft auch wirklich so möglich ist. Andreas Franz verarbeitet in diesem Krimi nicht nur den Auftragsmord, sondern auch Bestechung und Menschenhandel. Diese Kombination ist sehr spannend und gut verständlich geschrieben. Ich konnte allen Gedankengängen und dem Geschehen gut folgen. Ich empfand das Buch als außerordentlich spannend. Die Spannung wurde ziemlich zu Anfang aufgebaut und hielt bis zum Ende. Die Geschichte entwickelt sich für mich unerwartet, da ich gewisse Komponenten nicht erwartet hätte.
Zum Cover gibt es nicht viel zu sagen, da ich es als typisch für Andreas Franz empfinde. Diese Art von Bildern passt nach meiner Ansicht gut zu den Büchern von Herrn Franz.

Fazit: Wer Andreas Franz gern mag, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. Ich vergebe für diese hervorragende und spannende Unterhaltung fünf von fünf Sternen.

13.05.2010 15:36:56
Feuerzeichen

@ Jutta: Salamibrote? Das war doch Julia Durant! Oder? :-)

Zu dem Buch:
Realistisch, wie oben beschrieben, fand ich es nicht. Es ist actionreich - aber wenig spannend, wenn man sich in die Handlung erstmal eingelesen hat, und das passiert recht schnell.
Tiefgang gibt es in meinen Augen keinen, aber wenn man den sucht, sollte man nicht zu diesem Autor greifen.
Man kann es gut lesen, um sich die Zeit zu vertreiben, aber es ist kein Krimi, der mir in Erinnerung bleiben wird.

13.05.2010 11:49:03
Jutta Pirzer

Auch wenn ich über die letzten Bände von A.F. etwas enttäuscht war, kaufe ich mir bestimmt das neue Buch. Aber mir geht es wie clare 1512: besonders Lisa Santos geht mir entsetzlich auf die Nerven und ist unerträglich in ihrer arroganten Art. Dabei hoffe ich stark, dass sie nicht wieder ständig Salamibrote isst! Anderseits finde ich die leider immer vorhandene Nähe zur brutalen Wirklichkeit schon spannend und auch erschreckend, denn das ist leider nicht erfunden.

05.05.2010 09:50:38
Daniel Beyer

IN Verbindung mit dem Buch haben meine Freundin und ich eine Lesung mit Herrn Franz in Erbach genießen dürfen. Die exellenten Beziehungen, dass Einflechten verschiedener realer Fälle.(zB die Hinrichtung des Mädchens, welches sich weigerte sich zu prostituieren), die geniale Erzählkunst und der sympatische Eindruck von Herrn Franz, machen Eisige Nähe wie auch allen anderen Romane zu einem Ereignis für die Sinne. Man kommt nicht umhin sich mit den immer aktuellen Themen wie Bestechung, Vetternwirtschaft, Beziehungskisten, Kriminalität - hier Menschenhandel, Prostitution,Mord usw. direkt auseinanderzusetzen. Manchmal würde man sich einen Herrn Hans Schmidt wünschen, der zumindest bei denen aufräumt, unter Umgehung unseres Rechtsstaats, die es verdient haben. Es gefallen die psychologischen Aspekte (immerhin rettet er unseren Helden das Leben) genauso wie das Zwischenmenschliche im Privaten wie im Dienstlichen. Das schöne bei allen Franz Romanen- man ist immer mit dabei, nur wird unser Name in den Handlungen nie erwähnt. Herzlichen Dank dafür.

03.05.2010 13:53:19
@1956

Die Lektüre des Buches war parallel der Schenkung für Griechenland. Ich habe zeitweise Gänsehaut bekommen. Meine Nähe zur Justiz erlaubt mir die Erkenntnis, vieles ist etwas verfremdet, ist aber realitätsnah. Z.B. der Skandal Kinderbordell war in Leipzig, nicht in Dresden. Unter dem Aspekt könnnten viele andere Szenarien der Realität entlehnt sein. Wer ist dann im inneren Kreis? Wie sind Odenwaldschule oder Kachelmann zu bewerten ? Die Marionetten des äußeren Kreises schauen jeden Abend aus der Glotze.
Für mich war der Roman der Spiegel unserer Gesellschaft und ich gratuliere Herrn Franz, auch ob seiner Unerschrockenheit.
Obwohl grundhumanistisch erzogen, wurde mir bewußt, dass ich zum Ende einen Auftragsmörder zum Romanhelden machte. Die Welt ist aus den Fugen, wie schon Hamlet erkannte.

17.03.2010 20:15:52
clare1512

Kann mich leider der guten Kritik nicht anschließen. Bin eigentlich ein großer Fan von Herrrn Franz.
Habe alle Bücher gelesen. Der Plot des Buches ist sicher auch nicht schlecht.
Aber mit den den beiden Kommissaren Sören Henning und Lisa Santos werde ich einfach nicht warm.
Die Beiden kommen unsympathisch und Frau Santos sogar nervig rüber. Zumindestens empfinde ich es so.
Da ist der Auftragskiller liebenswürtiger.

11.03.2010 16:32:42
Ramona v. d. Leißen

Ein sympathischer Auftragskiller? Geht das, fragt man sich beim Lesen von "Eisige Nähe" unwillkürlich. Und ganz seltsam, je weiter ich las, desto mehr Sympathie empfand ich für diesen Hans Schmidt, der über zwei Jahrzehnte als Auftragskiller in der ganzen Welt unterwegs ist. Er tötet Menschen, die selber eine Menge Dreck am Stecken haben.
Doch als er in seine Heimat Kiel zurückkehrt, verfolgt er ganz eigene Ziele.
"Eisige Nähe" ist ganz sicher ein sehr außergewöhnliches Buch, denn eigentlich müsste man für den Mörder Abscheu empfinden, doch als klar wird, welche Motive hinter seinen jetzigen Taten stehen, beginnt auch die Sympathie.
A. Franz war schon immer einer der Besten seines Fachs, doch mit Eisige Nähe hat er m.E. definitiv sein bestes Buch geschrieben. Sehr facettenreich, sehr detailliert in der Schilderung der Personen, kluge Dialoge, aber auch eine bisweilen fast unerträgliche Brutalität zeichnen diesen Krimi oder auch Thriller aus.
Besonders interessant und auch spannend finde ich die Seitenhiebe in Richtung Medien und einem allseits bekannten Musikproduzenten, der für seine derben Sprüche bekannt ist. Dazu kommt ein Ende, wie ich es so nicht erwartet hätte.
Natürlich sind auch Sören Henning und Lisa Santos mit von der Partie, doch Schmidt ist die dominierende Person.
Ich habe dieses Buch geradezu verschlungen und werde es garantiert noch einmal lesen.
Wertung: Glatte 100 Prozent!

22.02.2010 13:15:52
Claudia

Eisige Nähe war wieder mal ein super spannendes Buch. Ganz im Stil von AF. An zwei Nachmittagen leider schon ausgelesen, aber wenn man einmal anfängt ist es schwierig das Buch aus der Hand zu legen. Zu was Menschen alles fähig sind, ist kaum zu glauben. Ist ja nur ein Roman, aber selbst wenn nur die Hälfte davon wahr wäre ist es sehr schlimm. Obwohl ich mir vorstellen kann, dass alles der Wahrheit entspricht.