Crinellis kalter Schatten

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2008, Seiten: 6, Übersetzt: Dietmar Bär

Couch-Wertung:

65°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
1 x 81°-90°
0 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:84
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":1,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Sabine Bongenberg
Rasant

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Jul 2009

Vermutlich wird es mir immer ein Rätsel bleiben, warum ermittelnde Kriminalbeamte nicht einfach Müller, Meyer oder Schmitz heißen können, sondern immer einen reißerischen Namen - wie in diesem Fall "Jerry Crinelli" - tragen müssen. Aber für den Kampf gegen den Super-Verbrecher kann offensichtlich kein Müller, Meyer oder Schmitz herhalten, da muss es schon ein "Crinelli" sein.

Der ohnehin schon von argen privaten Sorgen gebeutelte Jerry Crinelli trifft in seinem zweiten Fall auf einen mehr als angemessenen Gegner, der im Laufe der Geschichte eine veritable Wanderung durch die Untiefen des Strafgesetzbuches hinter sich bringt. Dazu gehören einerseits diverse Morde, ein großes Attentat auf einen vollbesetzten IC, zwei Kindesentführungen teilweise mit spektakulärem Ausgang und andererseits ein paar Peanuts wie Waffendiebstahl oder die Gründung einer kriminellen Vereinigung. Crinelli klemmt sich mit nimmermüdem Ehrgeiz auf die Spur dieses Superverbrechers und deckt im Alleingang böse Versäumnisse und Vertuschungen im Polizeiapparat auf bis es endlich zum furiosen Showdown im "Hauptquartier" des Gegners kommt.

Wenn man bei diesem Krimi davon absieht, dass Werner Köhler bei der Konstruktion der Verbrechen doch manchmal die Phantasie durchgegangen ist und auch verschiedene Hinweise, die letztendlich zur Lösung des Falles führen, mehr als phantastisch sind, ist insgesamt ein temporeicher und lesenswertes Buch entstanden. Sicherlich, der Leser muss sich schon fragen, warum der Hinweis, dass die Munition, die bei vollständig verschiedenen Verbrechen verwendet wurde, aus ein und derselben Fabrik stammt, als deutlicher Hinweis für die Gesamttäterschaft gilt. Wenn dem so wäre, wäre es dann nicht auch bedenklich, dass viele Täter vermutlich bei der Flucht auf einen Volkswagen zurück greifen?

Bedenklich stimmt auch, dass die Mitglieder einer kriminellen Vereinigung dadurch identifiziert werden, dass sie einen schwarzen Anzug eines bestimmten Herstellers tragen. Die Kunden von C&A oder Kaufhof sollten daher vorsorglich die Etiketten aus ihren Anzügen trennen. Als aus dem Reich der Phantasie hervorgezogen, muss auch der Fundort eines Entführungsopfers gelten, wurde dieses doch an besonders exponierter Stellung - nämlich an einem Fahnenmast auf der vielbefahrenen Deutzer Brücke - aufgefunden. Für die Durchführung dieses Projektes würde sicherlich eine Brückensperrung mit Bereitstellung eines Hubwagens erforderlich, aber diese kleinen Nickligkeiten trüben insgesamt nicht den Gesamteindruck dieses spannenden Buches.

Köhler führt den Leser auf eine spannende Reise durch ein unpathetisch beschriebenes, verregnetes Köln, die auf charmante Weise auch immer wieder einen kleinen Einblick in die Gewohnheiten und den Sprachgebrauch seiner Einwohner bietet, ohne dabei aufgesetzt oder konstruiert zu wirken. Der Held, Jerry Crinelli, ist dabei auch endlich einmal ein hart arbeitender Cop, der sicherlich Probleme im Privatleben zu erleiden hat, aber auch dieser Nebenschauplatz tritt nicht in den Vordergrund der ansonsten detailliert und realistisch beschriebenen Arbeit im Polizeialltag.

Besonders erwähnenswert ist auch Köhlers Abstecher in die Welt und Selbsteinschätzung der Obdachlosen, die in diesem Fall immer wieder eine Rolle spielen. Dem Autor gelingt hier eine schnörkellose und dennoch feinfühlige Beschreibung der Mentalität dieser gesellschaftlichen Außenseiter, auch wenn letztendlich unklar bleibt, wie diese Gruppe der Gestrandeten letztendlich als kriminelles Werkzeug verwendet werden konnte. Sicherlich ein weitere Ungereimtheit, aber in Anbetracht des furiosen und rasanten Endes und der insgesamt gut aufgebauten Story bleibt nur das Gesamturteil: Sehr ordentlich, Herr Köhler. 65°

Crinellis kalter Schatten

Crinellis kalter Schatten

Deine Meinung zu »Crinellis kalter Schatten«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
17.10.2011 14:09:17
Kblitz

wenn mein ein Buch nicht mehr aus der Hand legen und es gleich durchlesen möchte, muss es spannend und gut sein.
So ist es mir bei diesem Buch von Werner Köhler ergangen. Zumal ich den Autor nicht kannte.
Die Geschichte ist gut erzählt, bringt auch gelegentlich Kritik an beim Thema Öffentlichkeit, Imagebewahrung, Zusammenarbeit der Polizei mit BKA.
Ein angagierter Kommisar( erinnert mich allerding stark an J.Seghers Romane)
Daher ist meine Bewertung höher als die Rezension.

14.12.2009 17:24:26
PittsPitter

Ich kann mich der Kritik von Sherlyholmes nur anschließen.
Werner Köhler hat mit diesem Buch einen echten Treffer gelandet. Als ehemaliger Kölner war es ein Genuss für mich, dieses Buch zu lesen.
Auch an Spannung hat es nicht gefehlt. Der Autor verliert sich nicht in Nebensächlichkeiten, sondern bleibt beim Wesentlichen. Das macht den Krimi erst recht rasant und hochspannend.

11.12.2009 11:40:22
sherlyholmes

Crinelli, der kettenrauchende , einem guten Tropfen nicht abgeneigte Polizist, kämpft am liebsten alleine gegen das Verbrechen. Dabei erinnert er mich an eine Mischung aus Schimanski und James Bond.
Hier steht er gleich vor drei Verbrechen - die in dem Buch wie lose Fäden beginnen und sich am Ende zu einem Ganzen zusammenfügen. Seiner Intuition ist es zu verdanken, dass er die Zusammenhänge begreift, die anderen verschlossen bleiben. So ist er den Kollegen vom BKA immer einen Schritt voraus, aber der Täter ist noch raffinierter und kann Crinelli täuschen. Aber Crinelli gibt nicht auf.
Am Ende liefert er eine Verfolgungsjagd, die an Spannung nichts zu wünschen übrig lässt.
Krimfans kommen hier voll auf ihren Kosten.