Labyrinth des Zorns

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • München: audio media, 2009, Seiten: 6, Übersetzt: Frank Engelhardt, Bemerkung: gekürzt

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Wolfgang Franßen
Und wieder ein Fall

Buch-Rezension von Wolfgang Franßen Jun 2009

Labyrinth des Zorns beginnt wie ein Bericht. Ja, so stellt man es sich vor, so nüchtern kommen Vergeltungsschläge daher und so gleiten sie für Schritt für Schritt durch die Instanzen deutscher Behörden und durch die Medien. Diesmal Karlsruhe. Der Bundesgerichtshof. Und die Zelle trägt den lautmalerischen Namen Dar al-Islam.

Zweites Kapitel, gut dass man uns darauf aufmerksam macht, dass das Ganze drei Monate früher spielt, dass sich Wassermoleküle der Elbe mit denen des Charles Rivers treffen. Hut ab, genau recherchiert. Keinen Fehler begangen. In Personenbeschreibungen taucht der Typ Sonnyboy auf. Auf einer Party ist jemand ein Mauerblümchen. Stimmen sind leise und dadurch umso eindringlicher und allmählich breitet sich der Verdacht aus, dass hier ein Krimi sich als Aufsatz versteht.

Ein Thema wird vorgegeben, die Charaktere angekratzt und die Spannung wird sich schon einstellen, wenn man in die Geschichte eingedrungen ist, die Suche nach dem verschollenen Vater beginnt, die Brücke zwischen faschistischer Verfolgung und Restauration in den Fünfzigern geschlagen ist und zu guter Letzt auch noch der Sohn der Freundin bedroht wird. Gut dass es Josef Maria Stachelmann gibt, der all das aufzuklären vermag.

Leider schlägt man das Buch voller guter Absichten womöglich schon früher zu.

Der Politcal-Correctness-Krimi

Darf man das überhaupt kritisieren? Es ist doch so rechtschaffen. Es geht immerhin um die bundesrepublikanischen Verwerfungen der Adenauerzeit, um das finstere Herz Nazideutschlands?

Der 1953 geborene Christian von Ditfurth ist studierter Historiker, weiß somit, wovon er schreibt, und er ist Lektor, kennt sich somit von der anderen Seite des Schreibtisches mit dem Handwerk des Schreibens aus. Seine Geschichte ist jedoch so altbacken verfasst, das man seinem Stachelmann zwar zugesteht, einen weiteren Fall Aufklärungsarbeit abzuhaken - die Spur führt einmal mehr wie im Mann ohne Makel in die Vergangenheit - doch ertrinkt sie zuweilen in Klischees wie der umwerfenden Schönheit, die in ein Büro platzt, um wie bei Chandler die Suche nach einem Vermissten in Gang zu setzen. Von Ditfurth haftet dem Leben Etiketten an.

Zum Wohle der Political Correctness. Wehret den Anfängen, wehret dem Vergessen. Wenn das spannend beschrieben ist, liest sich das in einem Zug und bewegt einen. Wenn es wie bei Ditfurths erstem Satz den langen Atem der literarischen Hoffnung weckt, um im Banalen des

 

"Geschichte hatte sich als Flop erwiesen und alles andere fand Georgie noch langweiliger. Was war sein Leben? Noch hatte er einiges auf der hohen Kante, es würde ein paar Jahre reichen."

 

zu enden, klafft der Anspruch auseinander und fällt in sich zusammen, um salopp zu klingen.

Aufsätze werden benotet. In ihnen werden Stil, Sprachschatz, Auffassungsgabe, Verwendung Klischees und die Umsetzung des Themas bewertet. Von Ditfurth hat in Stachelmanns fünftem Fall sicher nicht das Thema verfehlt.

Labyrinth des Zorns

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Letzte Kommentare:
06.08.2011 16:56:45
lesenchris

Und erneut ein Dr. Stachelmann, der jetzt zwar kein Sesselpuperposten mehr hat, jedoch sich auch außerhalb des wärmenden öffentlichen Dienst als Historik-Detektiv beweisen will und auch ganz gut zeigt, dass er es kann; wenn auch mehr schlecht als recht. Der 1. Auftrag stellt sich als wieder einmal in das 3. Reich führend heraus. Das Hauptthema des Buches führt uns jedoch nicht nur in die Nazizeit sondern auch in die ehemalige DDR. Das Thema hat mich besonders interessiert und v. Ditfurth hat gut umgesetzt. Lesenswert!

20.06.2009 15:32:57
Schrodo

Jetzt hat er es also doch getan! Herr Ditfurth lässt seinen Helden, den Rheumatiker Stachelmann, seinen Professoren-Job schmeißen und ihn als Ermittler weiterwursteln. Recht so Herr Ditfurth, diese Queraussteiger, die aus dem gutbezahlten Staatsdienst in die freie Wirtschaft wechseln sind mir doch die liebsten. *lach* Da können sie mal zeigen was sie drauf haben….und Stachelmann hat eine ganz gehörige Menge drauf. Vor allem ewige Selbstzweifel, dauernde Frauenprobleme, einen maximalen Dickkopf und unglaubliches Glück bei den Ermittlungen.
Aber von Anfang an: Die Amerikanerin Cecilia beauftragt ihn, ihren in den 50ern verschollenen Vater zu suchen. Stachelmann legt los, gräbt tief in der Zeit der ehemaligen DDR und natürlich löst er den Fall. Das hätte ich ja alles noch geglaubt, aber warum plötzlich der Sohn seiner (Ex) Freundin bedroht wird und somit die Story unnötig verlängert, ist für mich viel zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Das Ganze erscheint mir dann doch zu konstruiert und reichlich unglaubwürdig. Ach ja, im Buch wird auch noch der Bundesgerichtshof in Karlsruhe in die Luft gesprengt, diesmal von Ex Ost Agenten…warum auch immer!

09.06.2009 19:12:06
Konrad Erblein

Ich fand das Buch ganz in Ordnung, besser als den vierten Fall und keineswegs schlechter als die anderen, aber natürlich nicht so gut wie Fall Nr. 1. Sehr originell ist diesmal der historische Plot. Und dass Stachelmann von der Uni weg ist, bringt mal was Neues in sein Leben.
Was anderes: Ich kann mich wie die beiden anderen Kommentarautoren auch nur über die Krimi-Couch-Rezension von Herrn Franßen wundern. Vielleicht hat er ja eine Gelegenheit gesucht, einen Anfall schlechter Laune abzureagieren. Was er als Begründung für seine Kritik anführt, trifft nicht zu; was er darüberhinaus kritisiert, belegt er nicht. Offenbar hasst er alle Krimis, in denen Zeitangaben über Kapiteln stehen und in denen mit einem Klischee gespielt wird, und so ganz recht scheint es ihm auch nicht zu sein, dass die Lösung mal wieder in der Vergangenheit liegt. Ich dachte, die Krimi-Couch will ihren Lesern Orientierung bieten. Da helfen solche schlampigen Schlechte-Laune-Ergüsse aber nicht. Zumal wenn sie peinlich schlecht geschrieben sind. Man fragt sich etwa, was "der lange Atem der literarischen Hoffnung" sein soll und wie ein "Anspruch auseinanderklaffen" kann.

09.06.2009 14:38:03
Anja S.

also so schlecht wie der Rezensent der Krimi-Couch dieses Buch beurteilt, ist es nun auch wieder nicht.
Der Autor hat solide recherchiert und die Suche nach einem vor ca. 50 Jahren verschwundenen Familienvater interessant dargestellt. Ausserdem berichtet er ueber ein Stueck fast vergessene Geschichte aus dem Nachkriegsdeutschland. Zugegeben "Mann ohne Makel" ist deutlich besser als dieser 5. Fall, aber dennoch hat mich das Buch einige Stunden gut unterhalten, und ich werde noch weitere Buecher ueber Stachelmann lesen.

09.06.2009 13:55:01
Hermann Sperl

Ein Krimi soll mich gut unterhalten, und das hat auch der neue Krimi, der fünfte in der Serie der "Stachmann-Krimis" von Ditfurth, aufs Neue vorzüglich getan. Wie erwartet, spielt nun der Historiker Stachelmann, "befreit von der Uni", aber damit natürlich nicht befreit von seinen Selbstzweifeln, den "Privatdetektiv", pardon, den historischen Ermittler - den Hinweis auf Chandler fand ich höchst amüsant, mir fiel auch gleich die Fielmann-Werbung ein - und gerät - auch das ist ja in den bisherigen Krimis so gewesen - in eine ziemlich abstruse Geschichte, die aber wiederum gut und interessant erzählt wird. Ein Krimi soll ja auch nicht die Wirklichkeit abbilden. Das man nebenbei auch ein wenig Zeitgeschichte mitbekommt, ist für mich immer wieder spannend, zumal v. Ditfurth das nicht trockenlangweilig wie im Geschichtsunterricht hinbekommt.; der Historiker und der Geschichtenerzähler ergänzen sich für mich aufs angenehmste. Für mich Anlass, weitere Literatur und hist. Dokumentationen aus der Adenauerzeit zu dem angerissenen Thema zu lesen.
Ich hoffe, Herrn v. Ditfurth fallen für Stachelmann noch ein paar gute Geschichten ein. Ich fand den Krimi deutlich wärmer als die von Herrn Franßen vergebenen 10°! Aber Geschmäcker sind ja nun einmal - und das ist ja auch gut so - verschieden.