Der Tod hat eine Anhängerkupplung

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2008, Seiten: 4, Übersetzt: Bernd Stelter
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2010, Seiten: 299, Originalsprache

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Thomas Kürten
Morde auf dem Campingplatz

Rezension von Thomas Kürten Dez 2008

Bernd Stelter hat sich als Kabarettist einen Namen gemacht. Er war einer der Dauergäste in RTLs Sieben Tage, sieben Köpfe und tourt außerdem mit Soloprogrammen über die Kleinkunstbühnen der Republik. Doch von seiner Urlaubsleidenschaft hätte wohl niemand erfahren, wenn er nicht schon den nunmehr den dritten Roman rund ums Campen geschrieben hätte. Und da Nr. 3 ein Krimi geworden ist, findet er schnurstraks seinen Weg auf die Krimi-Couch.

Sein Ermittler, Inspecteur Piet van Houvenkamp, hätte so gerne mal in einem Fall ermittelt, der den großen Whodunits einer Agatha Christie gleichgekommen wäre. Ein geschlossener Kreis von Verdächtigen und jeder mit einem Motiv für den Mord. Und dann er als großer Detektiv, der den Täter am Ende entlarvt. Doch in seiner kleinen Einsatzstelle in Middelburg ist ihm in all den vielen Jahren nicht ein einziger Fall von diesem Format untergekommen. Doch nun wird Coen, ein alter Weggefährte und Kneipenbesitzer auf dem nahen Campingplatz ermordet aufgefunden. Vielleicht bietet dieser Fall ja endlich die Chance für den Kommissar, seine grandiose Spürnase zum Einsatz zu bringen

Zeitgleich kommt Familie Lehnen aus Köln an ihrem Ferienort an. Papa, Mama, Sohn und Tochter verbringen hier regelmäßig die Ferien, man hat einen festen Stellplatz und kennt die Nachbarn bereits seit Jahren. Doch der gewaltsame Tod des geliebten Wirtes wirft Schatten auf das Ferienidyll.

Sympathisch-seichte Mischung

Stelters "Krimi" erhebt nicht den Anspruch auf Action und Spannung. Im Gegenteil, fast jedes Kapitel ist mehr oder weniger witzig illustriert, der Kommissar ist grandios schräg (geht erst mal ein Bierchen trinken, bevor er sich um den Fall kümmert) und auch die Verwicklungen der Familie Lehnen mit den anderen Stammgästen auf dem Campingplatz wirken auf eine sehr sympathische Weise amüsant. Die mit süffisantem Unterton geschriebene Geschichte ist eine gelungene Gratwanderung zwischen Schwärmerei (fürs Campen) und humorvollem Krimi.

Es sei nicht zuviel verraten, dass der Inspecteur schließlich die Gelegenheit erhält, vor dem geschlossenen Kreis von Verdächtigen dank seiner genialen Kombinationsgabe den Mörder zu entlarven. Die bis dahin seicht dahin fließende Handlung bekommt hier einen nicht mehr erwarteten, dramatischen Höhepunkt verpasst. Insgesamt bleibt Der Tod hat eine Anhängerkupplung jedoch im Nachhinein ein Unterhaltungsroman, den man gerne gelesen und dann recht schnell wieder vergessen hat.

Der Tod hat eine Anhängerkupplung

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