Der grausame Monat

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • New York: Minotaur, 2007, Titel: 'The cruellest month', Originalsprache
  • München: Limes, 2009, Seiten: 448, Übersetzt: Andrea Stumpf & Gabriele Werbeck
  • München: Blanvalet, 2011, Seiten: 471

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Jörg Kijanski
Ein verschlafenes Dorf zieht die Verbrechen magisch an

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Nov 2008

Irgendwo in der zerklüfteten Bergwelt Kanadas liegt das verschlafene Three Pines. Hierhin verläuft sich kein Tourist freiwillig und so leben die Dorfbewohner in einer Mischung aus Alltagsroutine und Langeweile. Da kommt die Einladung des örtlichen Bistrobesitzers gerade recht. Ausgerechnet an Karfreitag soll eine Séance stattfinden, um Kontakt mit den Toten aufzunehmen. Reichlich makaber nicht nur vom Termin her, denken sich die Leute, den Spaß entgehen lassen wollen sie sich dennoch nicht. Doch statt dem angekündigten Medium Madame Blavatsky kommt eine eher unscheinbare Frau daher, die als Hexe ihr Geld verdient. Die Séance geht schief und so kommt der Vorschlag, es doch am Ostersonntag im alten Hadley-Haus erneut zu versuchen.

Das Hadley-Haus liegt leicht erhöht über dem Dorf und ist seit langer Zeit unbewohnt. Schaurige Geschichten erzählt man sich, es soll dort spuken und vor allem soll der Kummer der Dörfler gen Himmel ziehen, aber vom Hadley-Haus aufgefangen werden. Dennoch wagen einige Neugierige die Teilnahme an der Séance und dieses Mal passiert tatsächlich etwas. Allerdings werden nicht die Toten lebendig, sondern vielmehr geschieht das genaue Gegenteil. Die allseits beliebte Madeleine Favreau erschrickt sich im wahrsten Wortsinne zu Tode. Oder sollte jemand nachgeholfen haben?

Armand Gamache, Leiter der Mordkommission der Sureté de Quebeck, soll Klarheit in den Fall bringen. Zwar steht schnell fest, dass der Verstorbenen die verbotene Substanz Ephedra zugeführt wurde, welche in Zusammenspiel mit dem Erschrecken zu Herzversagen führte, doch scheint es zunächst an einem Motiv zu fehlen. Je länger Gamache jedoch hinter die Fassaden der Dorfbewohner blickt, desto mehr wird klar, dass fast alle, die an der Séance teilnahmen, sehr wohl ein Motiv hatten.

Als wäre die Sachlage nicht schon verwirrend genug droht Gamache auch noch Ärger aus der Sureté selber. Nachdem er vor Jahren den damaligen Superintendent Arnot zu Fall brachte, gilt Gamache bei einigen einflussreichen Beamten als Netzbeschmutzer, die sich nichts sehnlicher wünschen als seinen Rücktritt. Dabei müsste Gamache erst einmal erkennen, wer Freund und Feind ist...

Immer wieder Three Pines

Three Pines ist schon ein seltsames Örtchen. Da liegt das Dorf in einem verschlafenen Tal, ist auf keiner Karte dieser Welt verzeichnet und dennoch kommt es dort alle Jahre wieder zu einem Kapitalverbrechen. Nach Denn alle tragen Schuld und Und die Furcht gebiert der Zorn verschlägt es den mitunter starrköpfigen Ermittler Gamache, der schon zu Lebzeiten eine Legende ist, erneut in das kleine Dorf. Die Bewohner sind mitunter recht verschroben und schrullig und so verwundert es nicht, dass eine alte Frau zur Gänsemutter mutiert und ein Mann mit den Bäumen redet.

"Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein." (Matthäus 10, 36)

Louise Penny nimmt sich sehr viel Zeit um das Dorf und seine Bewohner vorzustellen, bevor es denn tatsächlich zu dem Todesfall kommt. Genau genommen dauert es bis Seite 73 bis es soweit ist. Dieses beschauliche Erzähltempo, wie man es auch von zahlreichen englischen Kriminalromanen kennt, wird bis zum Ende konsequent beibehalten. Action? Fehlanzeige! Stattdessen kommt die Geschichte mit unzähligen Dialogen und streckenweise etwas langatmig daher, bietet dafür aber auch Gelegenheit, sich intensiv in das Dorfleben hinein zu versetzen.

 

Madeleine sei wie die Sonne gewesen. Lebensspendend, strahlend, hell und fröhlich. Aber die Sonne zerstört auch, Sie verbrennt und blendet. Und sie erzeugt gewaltige Schatten.

 

Nach und nach kommen die (geheimen) Beziehungsgeflechte ans Tageslicht, doch wird es dadurch für Gamache und sein Team nicht einfacher. Im Gegenteil und in Gamaches Team selbst läuft ebenfalls nicht alles rund, da sich eine Agentin permanent daneben benimmt und sich zudem noch ein "Maulwurf" in der Mannschaft befindet, der die Gegenspieler Gamaches in der Sureté mit Informationen versorgt.

Wer Susan Hill und Jim Kelly mag, der sollte Louise Penny kennen

Wer - beispielsweise - gerne die Romane von Susan Hill (Des Menschen dunkles Sehnen) oder Jim Kelly (Philip-Dryden-Serie) liest, der darf hier unbesehen zugreifen, sollte aber die Romane in der richtigen Reihenfolge lesen. Alles in allem überzeugt Der grausame Monat und ist bevorzugt in der kalten Jahreszeit zu empfehlen.

Der grausame Monat

Der grausame Monat

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Letzte Kommentare:
11.02.2013 16:26:26
Günter

In der Bibliothek aussortiert, habe ich das
Buch für 1 € erworben.
Ein mal angefangen habe ich es nicht mehr
aus der Hand gelegt, der Ort der Handlung und die Personen sind Wirklichkeitsnah be-
schrieben. Am Ende des Buches kennt man
den kleinen Ort und die Pesonen, ich kann
mir vorstellen dort Urlaub zu machen um die handlnden Personen einmal kennzu lernen. Jetzt will ich natürlich mehr, bin auf
"der grausame Monat" gespannt.

29.03.2010 12:26:58
kbahr

Ich bin aus Zufall auf die Bücher von Frau Penny gestoßen und bin begeistert. Nach der Lektüre des ersten Bandes meint man alle Personen des Romans persönlich zu kennen und kann sich auch sehr gut ihr Aussehen vorstellen. Was mir ausnehmend gut gefällt ist, dass die Stimmung des Buches (der Bücher) immer positiv bleibt, egal welche Abgründe sich dem Inspektor oder anderen Protagonisten auftun. Man fühlt sich immer verstanden und getröstet. Ich lese Bücher oft quer, bei diesen habe ich jeden Satz gelesen, den jeder Satz in diesen Büchern ist für sich eine kleine Geschichte. Wer die Verfilmungen von Inspector Barnaby kennt und liebt (die Bücher kenne ich nicht), dem gefallen diese Bücher in jedem Fall. Spannend, humorvoll und philosophisch, einfach wunderbar zu lesen - macht süchtig!

05.03.2009 13:46:39
Silke Schröder, hallo-buch.de

Dies ist der dritte Einsatz des sympathischen Detective Armaud Gamache von der Secûrité du Québec. Doch diesmal muss er sich nicht nur mit vermeintlich Übersinnlichem beschäftigen. In seinem Team herrschen Spannung und Misstrauen, denn Armand hat sich den Unmut vieler Polizisten zugezogen, als er den ebenso brutalen wie charismatischen Polizeiführer Arnot mit seinen Machenmschaften aufliegen ließ. So gibt es neben der klassischen Who-done-it Story eine beklemmende Geschichte um die Frage von Loyalität und Moral innerhalb der Polizeibehörde.

Louise Penny gelingt es dabei nicht nur, den Charme eines kleinen Dorfes und seiner eigenwilligen Bewohner bezaubernd authentisch darzustellen, auch die sich gegenseitig belauernden Polizeikollegen stellt sie überaus gekonnt dar. Allerdings ist es ratsam, mit dem ersten Abenteuer von Armaud Gamache („Denn alle tragen Schuld“) zu beginnen, da die Ereignisse zum Teil aufeinander aufbauen. Für alle, die den Einstieg schaffen: Ein spannender Krimi aus dem Herzen Quebecks.