Am Rand der Welt

Erschienen: Januar 1989

Bibliographische Angaben

  • New York: Mysterious Press, 1987, Titel: 'Out on the rim', Seiten: 314, Originalsprache
  • Frankfurt am Main; Berlin; Wien: Ullstein, 1989, Seiten: 362, Übersetzt: Jürgen Behrens
  • Berlin: Alexander-Verlag, 2008, Seiten: 406, Übersetzt: Jürgen Behrens; Gisbert Haefs; Anja Franzen, Bemerkung: Nachwort von Thomas Wörtche

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Thomas Kürten
Vier Gentlemen und eine Lady auf der Jagd nach dem großen Geld

Buch-Rezension von Thomas Kürten Okt 2008

Dass Ross Thomas zu den ganz großen und hierzulande leider viel zu wenig gelesenen, amerikanischen Kriminalschriftstellern zählt, haben wir an anderer Stelle bereits zuvor angemerkt. Es ist eine wahre Freude, dass der Berliner Alexander-Verlag sein Werk in loser Reihenfolge neu verlegt und mit Am Rand der Welt nun den inzwischen sechsten Roman von Thomas in sein Programm aufgenommen hat. Nach Umweg zur Hölle ist es der zweite Roman, in dem uns die Meisterganoven Artie Wu und Quincy Durant über den Weg laufen.

Doch zunächst wäre da Booth Stallings. Ein selbsternannter Terrorismusexperte, der sich mit großen Schritten dem Ruhestandsalter nähert. Sein Arbeitgeber feuert ihn und eigentlich noch bevor er auf der Straße steht, erhält er von einem flüchtigen Bekannten im Auftrag geheimer "Geldgeber" ein sagenhaftes Angebot. Er soll einen philippinischen Guerillaführer, den Booth noch aus dem zweiten Weltkrieg kennt, nach Hong Kong ins Exil begleiten. Der Terrorist soll dort fünf Millionen Dollar erhalten und sich damit zur Ruhe setzen. Und da Booth der "Alleinanbieter" ist, setzt er den Preis für seine Vermittlung auf 500.000 Dollar.

Ihm ist klar, dass es sich bei dem Geld um Schwarzgeld handelt und schielt eigentlich von Anfang an darauf, die ganze Summe einzuheimsen. Doch dafür braucht er Hilfe, Leute, die sich "am Rand der Welt", also auf den Philippinen auskennen. Kontaktmann Maurice "Otherguy" Overby kann sie ihm vermitteln: Artie Wu und Quincy Durant. Doch auch Georgia Blue, die bei der Beauftragung von Booth bereits seitens der "Geldgeber" involviert war, will bei dem großen Coup mitmischen und einen Teil von der Beute abhaben. Die Fünf treffen sich in Manila und arbeiten einen Plan aus.

Ross Thomas demonstriert vor einem unmittelbaren historischen Zusammenhang (der Roman erschien 1987, nachdem erst Anfang 1986 das Marcos-Regime auf den Phillipinen abgelöst worden war) wie komplexe politische Zusammenhänge und Machtspiele durch einen charmanten Ganovenroman gut verständlich transportieren lassen. Dass die "Geldgeber" keine Industriellen sind, ist eigentlich klar, sobald diese Worte ausgesprochen werden. Dass sich der Terrorist mitnichten zu Ruhe setzen, sondern heimlich, still und leise zur einer Übergabe von "Sponsorengeldern" eskortiert werden soll, ist ebenso deutlich. Die Rolle von Geheimdiensten und Mittelsmännern (und -frauen) ist lange Zeit unklar, jedoch sind ihre Machenschaften im Hintergrund stets präsent.

Doch wollen wir uns hier nicht zu lange mit den realen politischen Hintergründen und dem Ansinnen der Geheimdienste beschäftigen. Das nimmt uns Thomas Wörtche in seinem lesenswerten Nachwort ab. Worauf es ankommt, ist dass der Roman auch ohne diesen Bezug zur Realität funktionieren würde. Er bezieht seine Qualität aus einem ungeheuer lebhaften Wechselspiel zwischen den Akteuren, fünf skrupellosen Ganoven, die - nimmt man Wu und Durant einmal als Einheit - alle ihren eigenen Interessen hinterher jagen. Auch wenn jeder im großen Plan seine feste Rolle spielt, versuchen alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten etwas mehr als nur ihren Anteil am Jackpot für sich herauszuholen. Die Konsequenzen, das hohe Maß an Improvisation und die Abgeklärtheit von Wu und Durant verschlagen nicht nur dem relativ unbedarften Booth Stallings ein ums andere mal die Sprache.

Am Rand der Welt ist ein durchweg spannender, kitzliger und niemals langweiliger Ganovenroman, der zwar einen engen zeitlichen Bezug hat, jedoch zeitlos gut ist. Mit Staunen wird man am Ende feststellen, warum der Plan doch funktionieren konnte, wo die Schwachstellen waren und wer wo wann besonders arglistig falsch gespielt hat. Erstklassige Thriller kann man lange suchen - bei Ross Thomas wird man immer fündig.

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Letzte Kommentare:
17.02.2010 19:52:08
Federfrau

Ganz zu Anfang eine Warnung: Das Buch taugt überhaupt nicht als Bettlektüre - es sei denn ihr seid abends geistig fit und munter!
Es erfordert nämlich einige Aufmerksamkeit, die vielen Personen zuzuordnen und bei ihren Winkelzügen und Täuschungsmanövern nichts zu verpassen.
Allerdings entschädigen die genialen Figuren, die rabenschwarzen Dialoge reichlich für das aufgewendete Hirnschmalz. Und als ich - spät, ich gebe es zu - endlich kapiert hatte, wie das Ganze läuft, war ich voller Bewunderung für diese toll gestrickte Handlung.