Mariaschwarz

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • München: Piper, 2008, Seiten: 315, Originalsprache
  • München; Zürich: Piper, 2010, Seiten: 315, Originalsprache

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Gibt es die perfekte Beziehung? Am ehesten wohl bei jener Symbiose, die ein Wirt und sein Gast eingehen. Wie zwischen Job Grong, dem Wirt, und Vinzent Olander, seinem Gast. Bis zu dem Tag, als Grong ihn vor dem Ertrinken in einem See rettet. Danach ist alles anders. Der See ist ein tiefes Gewässer, das den Namen Mariaschwarz trägt und von dem die Einheimischen meinen, in ihm würde sich nicht nur das Weltall spiegeln, sondern auch ein Ungeheuer beheimatet sein. Als man ein Skelett aus jenem See birgt, ruft das den Wiener Kriminalinspektor Lukastik auf den Plan. Mit famoser Arroganz und gewohnt unkonventionellen Ermittlungsmethoden tritt er in das Leben der Dorfbewohner und stellt Mariaschwarz gewissermaßen auf den Kopf. Doch an manchen Beziehungen gibt es nichts zu rütteln.

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Letzte Kommentare:
27.05.2013 11:57:13
Ernesto Sparrow

Ich kann mich den begeisterten Kommentaren nicht anschließen. Wenn ich etwas an einem Krimi überhaupt nicht mag, dann ist es, wenn große bis größte Erwartungen an den Plot geweckt werden, indem der Autor großartig-kauzige Figuren auffährt und die Handlungen ein paar geniale 180-Grad-Wendungen ererfahren lässt - und dann am Ende alles in einer großen Blase zerplatzt, weil keine der geweckten Erwartungen dann auch eingelöst wird.

Kennen Sie dieses Gefühl, wenn ein Buch gefühlt 100 Seiten vor seinem Ende bereits aufhört? Wenn Sie jede Wendung der Geschichte mitgemacht haben, sich nun Ihre eigene Theorie gebildet haben, wie's denn tatsächlich gewesen war und wer's gemacht hat - und dann endet das Buch ohne _jede_ Auflösung? "Offenes Ende" ist hier keine Entschuldigung, denn hier bleiben keine Einzelfragen offen, sondern die Handlung ist dem Autor ganz offensichtlich entglitten. Man kann zum Beispiel nicht das ganze Buch über über merkwürdige Affenfiguren herumgeheimnissen, ohne dann wenigstens irgend ein pfiffiges Angebot zu ihrer Deutung zu bringen. "Puff!" - plötzlich ist egal, was mit den Affen ist. Und was war mit Löchern hinter Bildern? Speziell hinterm Heidegger? Was war mit der geheimnisvollen Firma in Hiltroff? Ein Krimi, der nur Spannung erzeugt ohne jede Einlösung ist wie ein Horrorfilm, der nur Grausen um des Grausens willen erzeugt - innen hohl.

Riesige Erwartungen wecken - das kann - sprichwörtlich - "jeder". Sie pfiffig einlösen, das macht dann die 100°-Lesetemperatur aus.

22.06.2011 00:41:53
Marv

Heinrich Steinfest ‚Mariaschwarz‘ ist auch ein spannender Kriminalroman, mit allem was dazu gehört. Tode, Verdächtige, Motive, zwei Ermittlungsbeamte und am Ende sogar eine Auflösung, zumindest partiell (wer will schon alle Rätsel, sofern es sie gibt, gelöst haben?). ‚Mariaschwarz‘ ist aber vor allem ein wunderbar zu lesendes Buch, welches Freude macht am lesen. Die Freude resultiert zum einen aus dem gelungenen Nutzung von eigentümlichen Figuren, an deren erster Stelle natürlich Kriminalinspektor Lukastik zu erwähnen ist. Zum zweiten trägt die eigentliche Handlung, ihre Ir- und Abwege zum Genuss bei. Vor allem jedoch ist es Steinfest feiner, meist unterschwellig oft auch offen gezeigter Humor, sein Gefühl für Sprache, sein Sprachwitz, sein Blick für die Details, für Absurditäten die zu einem echten Lesevergnügen beitragen. ‚Mariaschwarz‘ ist keine Lektüre für die S-Bahn, die man schnell durchpflügt, sondern ein Buch, dass in Ruhe genossen werden sollte

29.08.2009 14:00:08
Usch

Dies ist das erste Buch, welches ich von diesem Autor las ... und bin begeistert. Viele seiner Sätze vergleiche ich mit Eistörtchen - selbstredend gehören diese zu meinen Favoriten was Süßigkeiten angeht. Seine Wortschöpfungen sind grandios - beneide ihn sehr darum! Habe nun allerdings etwas Angst seine vorhergeschriebenen Bücher zu lesen - werden mich diese enttäuschen?

17.12.2008 19:26:38
top28

Aller Anfang ist schwer, aber wer sich durch die erste Personenvorstellung zum wahren Helden durchgearbeitet hat, der wird belohnt.
Wie immer bei Steinfest ein schräger Fall, versponnene Beobachtungen, "Lippen, als hätten sie gerade einen Silberlöffel entlassen.", die philosophischen Ausflüge, auch wenn sie eigentlich vom Ermittler vermieden werden sollen machen den Krimi zu einer Seltsamkeit, welcher sich schwer ausweichen lässt.
Nebenbei lernt man einiges über Naturphänomene und Schokoladeneierinhalte-ein Wort wie von Steinfest.
Spannendes und höchst amüsantes Lesevergnügen!

13.11.2008 20:34:53
Helga Robinson

Gut, die ersten 50 Seiten waren etwas fad, aber dann hat es mir super gefallen. Ich liebe die abgeklärte, lebensweise und philosophische Erzählweise von Herrn Steinfest.
Ein kluger Mann mit viel Humor!!!
Auch das Buch "Lilli Steinfest", Tortengräber und der Umfang der Hölle habe ich liebend gern gelesen.
Schade, daß ich nun alle durch habe. Könnte jede Woche eines von diesem Autor lesen.

22.09.2008 11:50:20
Dana

Ich weiß nicht warum, aber literarisch-psychologisches Gefasel und handfeste Krimiunterhaltung gehen für mich einfach nicht zusammen. Ich habe mich durch die ersten 50 Seiten gequält (die sich angefühlt haben wie 200) und dann aufgegeben. Heinrich Steinfest hat mir beim Lesen irgendwie auf der Schulter gesessen und sich die ganze Zeit über seine Genialität gefreut. Für Krimileser mit hohem literarischen Anspruch kann das gut was sein, für mich ist es total anstrengend.

10.09.2008 16:22:50
rueb

Also, ich kann mich der hier vorherrschenden Meinung überhaupt nicht anschließen: Dieses langweilige und - entschuldigung - verquaste Geseiere lässt einen die Lust am Lesen verlieren. Steinfest berauscht sich offensichtlich selbst an seinen Ergüssen, mit einem spannenden Kriminalroman hat das jedoch für mich überhaupt nichts zu tun.

27.08.2008 08:17:43
mase

Wie immer ein Hochgenuss wie Steinfest mit der deutschen Sprache spielt und philosophische Gedanken lustig zu verpacken vermag.

Bei „Mariaschwarz“ geht Steinfest wie mir scheint deutlich weg von der Komödie. „Lili Steinbeck“ war doch eher mehr Komik als Krimi. Ich würde sogar behaupten, dass dieses Buch am nächsten am konventionellen Krimi ansiedelt als seine älteren Werke. Der Plot ist spannend und sehr verzwickt, wobei die Geschichte selbstverständlich in Steinfests Manier geschrieben ist.

Der gute Plot gepaart mit Steinfests Stil hebt „Mariaschwarz“ eindeutig in die Ränge seiner besseren Bücher.

Was Steinfest uns jedoch mit dem eingeschobenen Kapitel von Lukastik und seiner Schwester sagen möchte, ist mir schleierhaft. Es ist völlig deplaziert in dieser Geschichte. Wollte er nur provozieren?

Und warum versucht Steinfest den Lukastik immer als unsympathisch darzustellen? Bei den „Nervösen Fischen“ meine ich auch schon. Ich finde Lukastik nicht unsympathsich.

Zahlreiche unbeantwortete Fragen beschäftigen mich: Wasserpfützen? Affensammlung?, Seeungeheuer?, usw.
Irgendwie komme ich mir reingelegt vor. Gut, Steinfest darf das, aber falls sich jemand mit mir ausstauschen möchte, sehr gerne.

25.07.2008 20:45:38
vargas

Ein echt tolles Buch! Die feine Nase der Lilli Steinbeck war zuletzt schon sehr gut, aber diesmal übetrifft sich Steinfest in punkto skurriler Handlung und ausgefeilter Sprache noch einmal.

Die Idee mit dem fossilen See scheint er sich aber von Fred Vargas (Der vierzehnte Stein) abgeschaut zu haben.

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