Die Augen der Medusa

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Aufbau, 2008, Seiten: 296, Originalsprache
  • Berlin: Aufbau, 2010, Seiten: 296, Originalsprache

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Peter Kümmel
Montesecco zum letzten?

Buch-Rezension von Peter Kümmel Jun 2008

Granaten zerfetzen das mit einem bekannten Staatsanwalt sowie seinem Chauffeur besetzte Fahrzeug nahe dem kleinen Bergdorf Montesecco. Der mutmaßliche Attentäter verschanzt sich in einem Haus des Dorfes mit vier Geiseln. Nun besetzt ein Großaufgebot der Polizei sowie eine nicht minder zahlreiche Armada von Medienvertretern das kleine Dorf und lässt Montesecco im ganzen Land traurige Berühmtheit erlangen.

Ja, ist denn der Jaumann nun durchgedreht? Es geht hier um ein verschlafenes Bergdorf mit gerade mal fündundzwanzig Einwohnern. Und da soll jetzt schon zum dritten Mal ein Verbrechen stattgefunden haben? Diesmal von solch immensen Ausmaßen, dass es einer Großstadt gerecht würde. Da scheint der Autor wohl diesmal über das Ziel hinausgeschossen sein - so könnte man meinen, wenn man sich den Klappentext von Die Augen der Medusa zu Gemüte führt.

Doch liest man sich in den Roman ein, so relativiert sich das Ganze schnell. Schließlich ist es schon neun Jahre her, dass das Ableben des alten Sgreccia und die Entführung des kleinen Minh die Dorfbewohner in Aufregung versetzten. Und eben dieser Minh - mittlerweile siebzehn Jahre alt - soll ein brutaler Terrorist sein? Ein Mörder und Geiselnehmer? Das können die Dorfbewohner nicht glauben. Und doch scheint der Fall sonnenklar. Der Geiselnehmer kommuniziert per E-Mail mit der Polizei und fordert die Freilassung zahlreicher inhaftierter Terroristen. Auch die Bewohner müssen die Tatsachen als gegeben hinnehmen und fragen sich, wie es so weit kommen konnte. Doch dann kommen durch eine Pizzabestellung erste Zweifel auf und nun zeigt sich, wozu eine Solidargemeinschaft alles in der Lage ist...

Erzählerisches Talent in ruhigen wie in lauten Tönen

Kein einzelner Protagonist steht im Mittelpunkt des Romans. Nein, ein ganzes Dorf ist der Star der Handlung - zumindest die Dorfgemeinschaft. Auch wenn die zunächst nicht immer so einig ist. Aber in einer guten Gemeinschaft muß es auch Streit, Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen geben. Der Autor schildert dies alles unterhaltsam mit hintergründigem Humor und Augenzwinkern. Man sollte die Bewohner von Montesecco schon aus den Vorgängerromanen ein wenig kennen, um sich schnell in die Gemeinschaft einzuleben und so das volle Lesevergnügen erlangen zu können. Denn gelegentlich geht Jaumann auch auf Geschehnisse aus den Vorgängerbänden ein.

Mehr noch als in diesen rauft sich die kleine Gemeinde zusammen, um ihr Dorf gegen die Eindringlinge von außen - Verbrecher, Polizei und Medien - zu verteidigen. Dabei ist es die alte demente Costanza, einer der skurrilsten Charaktere, die den Widerstand einleitet. Auch wenn sie sich noch im Zweiten Weltkrieg wähnt und die Polizisten als SS-Einheit ansieht, gibt sie doch durch ihre Aktion so etwas wie eine Initialzündung. Da werden nun persönliche Differenzen erst einmal hintenangestellt. Wenn es darum geht, einem der ihren zu helfen, dann steht die ganze Gemeinschaft wie ein Mann dahinter.

Wie schon in den anderen Montesecco-Romanen bietet der Wahl-Italiener Jaumann wieder vergnügliche Unterhaltung im Stile eines Giovanni Guareschi oder Andrea Camilleri. Sein erzählerisches Talent sorgt dafür, dass sich der Leser mitten ins Geschehen des kleinen Dorfes hinein versetzen kann. Doch so ruhig, wie es bei den Drachen in Montesecco zuging, so laut ist es bei Medusa. Ebenso wie mit den leisen Tönen kann der Autor auch mit Action umgehen. Doch wie sich aus dem Ausgang des Geschehens ergibt, dürfte dies das letzte Mal gewesen sein, dass Montesecco zum Zentrum eines Verbrechens geworden ist. Montesecco wird seinen Lesern fehlen.

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