Teufels Küche

Erschienen: Januar 1985

Bibliographische Angaben

  • Frankfurt: Ullstein, 1992, Titel: 'Mördermission', Seiten: 253, Übersetzt: Wilm W. Elwenspoek
  • Frankfurt: Ullstein, 1985, Titel: 'Mördermission', Seiten: 254, Übersetzt: Wilm W. Elwenspoek
  • Berlin: Alexander Verlag, 2008, Titel: 'Teufels Küche', Seiten: 356, Übersetzt: Wilm W. Elwenspoek, Bemerkung: Bearbeitet von Jochen Stremmel und Anja Franzen. Mit einem Nachwort von Laf Überland
  • New York: Simon & Schuster, 1983, Titel: 'Missionary Stew', Seiten: 300, Originalsprache

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Thomas Kürten
Käse und Kannibalismus

Buch-Rezension von Thomas Kürten Jun 2008

"America's Best Storyteller" steht auf den Covern der Taschenbücher aus dem Berliner Alexander-Verlag. Gemeint ist in diesem Zitat aus der New York Times Book Review der 1995 verstorbene Ross Thomas, dessen Werk in lockerer Folge von dem kleinen Verlag neu aufgelegt wird. Teufels Küche aus dem Jahre 1983 (Originaltitel: Missionary Stew) ist der fünfte in dieser Edition erschienene Roman, der sich bestens zur Unterlegung der vorangestellten Aussage heranziehen lässt. Teufels Küche ist ein Paradebeispiel für die ganz große Kunst des Krimischreibens und nicht der erste Titel dieser Reihe, den es zu entdecken lohnt.

Thomas erzählt hier von einem handfesten Skandal, der Einfluss auf die nächsten Präsidentenwahlen in den USA haben kann und dessen Aufdeckung von allen Seiten und mit allen Mitteln zu verhindert versucht wird. Doch mit zwei Helden wie Draper Haere und Morgan Citron ist auch in des Teufels Küche nicht leicht Kirschen essen.

Gesteuerter Zufall

Haere übt den einkömmlichen Beruf eines Geldbeschaffers für Präsidentschaftskandidaten aus. Er schreibt Briefe, bittet um Spenden und finanziert so Wahlkämpfe. Und Geschichten, die andere Kandidaten kompromittieren, sind dabei das Kanonenfutter, was durch solche Gelder beschafft wird. Haere wird gerade eine solche Geschichte angeboten, als der Wagen mit ihm und dem Geheimniskenner von der Straße abgedrängt wird. Der Wahlkämpfer überlebt, doch der Fahrer des Wagens stirbt noch am Unfallort. Mit dem wenigen was Heare erfahren hat, macht er sich auf die Suche nach dem Informanten, doch er braucht dazu einen Mitstreiter, der einschlägige Erfahrung in den Bananenrepubliken dieser Welt hat.

Auftritt Morgan Citron: 13 Monate saß der Journalist in Afrika im Gefängnis, bevor er vom Diktator des Landes begnadigt wurde. Die Erfahrungen haben ihm die wichtigste Eigenschaft für einen Journalisten genommen, nämlich seine Neugierde. Doch sein neuer Job als Hausmeister, seine aufdringliche Nachbarin und besonders seine prekäre finanzielle Situation wecken wieder das Fieber in ihm, als er Draper Haere vorgestellt wird. Gemeinsam klammern sich die beiden an die wenigen Spuren, die sie haben, um mit der gewitterten Geschichte den Seantor Veatch zum nächsten Präsidenten zu machen.

Doch schon bald erkennen beide, dass sie sich nicht ganz zufällig begegnet sind und das gerade im näheren Umfeld Citrons noch eine Reihe anderer Menschen Interesse daran haben, dass die wahre Geschichte niemals heraus kommt. Doch deren Plan geht nicht ganz auf: Im mittelamerikanischen Kleinstaat Tucamondo kommt es zum großen Finale.

Hochgenuss

Thomas vermischt Detektiv- und Agentenroman und steigert beides zu einer fulminanten, rasanten und durchweg stimmigen Schnitzeljagd quer durch die USA und andere Bananenrepubliken. In souveränster Erzählmanier baut er seinen Hauptfiguren zuerst einen Background auf, um sie sodann gemeinsam in den Hexenkessel loszulassen. Ausgerechnet am Journalisten Citron lebt der Autor dabei immer wieder seine komödiantische Ader aus. Der lakonische Humor findet sich besonders in zwei running gags über Käse und Kannibalismus wieder, die der Autor immer wieder aus dem Hut zaubert - und immer wieder sitzen diese Pointen.

Ganz wunderbar auch die Leichtigkeit, mit der der Autor die Zusammenhänge hinter der politischen Bühne erfasst und seinen Lesern vermitteln kann. Gerade die Geheimdienste und ihr Umgang mit der organisierten Kriminalität boten dem Autor immer wieder Nährgrund für seine scharfzüngigen Geschichten. So wundert es nicht, das Widerstandskämpfer und Mafiabosse den FBI- und CIA-Agenten die Klinke ein ums andere mal in die Hand reichen. Teufels Küche wird so ein Feuerwerk guter Einfälle und höchstunterhaltsamer Wechselspiele, wobei man sich gegen Ende fragt, ob nicht die USA einfach nur die größte aller Bananenrepubliken ist.

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