Elefantengold

  • Gmeiner
  • Erschienen: Januar 2006
  • Meßkirch: Gmeiner, 2006, Seiten: 325, Originalsprache
  • Daun: Radioropa, 2008, Übersetzt: Erentok, Suzan
Elefantengold
Elefantengold
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Jörg Kijanski
60°

Krimi-Couch Rezension vonJun 2008

3 in 1: Afrika-, Krimi- und Liebesroman

Nach einem Festakt in der Universität zu Tübingen aus Anlass des 80. Geburtstages des Professoers für Straf- und Prozessrecht, Marius Steyn, führt die Journalistin Linda Roloff mit diesem ein Interview. Als Jurist des Apartheidregimes habe Steyn in jungen Jahren Fehler begangen, die er nun wieder gut machen und daher nach Südafrika zurückkehren möchte. Doch schon am nächsten Tag wird seine Leiche im Märchensee gefunden, wo Linda Roloff wenig später eine Bierdose aus Afrika findet, die ihr verdächtig nach Bittermandeln riecht.

Kurz darauf erhält Linda einen Hilferuf ihres Bekannten, dem Jäger Alan Scott, der an einem Wasserloch der Farm "Elefants Gould" einen Mann namens Hendrik de Wet erschossen haben soll. Linda, die sich stark zu Alan hingezogen fühlt, ändert kurzfristig ihre Urlaubspläne und fliegt mit ihrer Tochter Sarah nach Afrika zu "Olifants Gould", wo sie als Touristin getarnt ermitteln möchte. Schon bald sind Alan und Linda in großer Gefahr und finden heraus, dass es einen Zusammenhang zwischen den Morden an Professor Steyn und Hendrik de Wet geben könnte, denn de Wet saß über 20 Jahre im berüchtigten Gefängnis von Robben Island und der damalige Richter hieß Marius Steyn...

Ein Afrikabild aus dem Katalog für Pauschalurlaubsreisen

Elefantengold bietet gleich drei Romane in einem, denn die Geschichte lässt sich sowohl als Afrikaroman wie auch als Krimi lesen und beinhaltet nebenbei eine kleine Liebesgeschichte. Wer eine Vorliebe für Afrika hat und hier insbesondere die Artenvielfalt der dortigen Tierwelt zu schätzen weis, der ist mit Elefantengold genau richtig, denn man kann sich stellenweise nicht des Eindrucks erwähnen, als wären all die Baboons, Hagedaschs und Klipbokkies die heimlichen Stars der Geschichte. Hier liegt jedoch auch gleichzeitig ein Schwachpunkt des Romans, denn Autor Edi Graf zeichnet ein Afrikabild wie aus einem Urlaubskatalog. Weites Land mit unzähligen Tierarten - alles wunderbar, alles beeindruckend. So würde man dem typischen Pauschaltouristen dieses Land wohl schmackhaft machen wollen. Kein Wort über die sozialen Zustände in den Slums der Städte, kein Wort über die erschreckend hohe Kriminalität. Nein, das passt hier nicht ins Bild und so stört fast nur der Verweis auf das frühere Apartheidsystem ein wenig die Atmosphäre. Einen ebenso bösen wie stereotypen Minenbesitzer, der das Land aus wirtschaftlichen Gründen ausplündern will, gibt es dann auch noch, aber jetzt bitte schnell wieder zurück zu den Hippos und Elefanten.

Der Krimiplot ist ordentlich, aber stark konstruiert

Der eigentliche Krimiplot ist ordentlich gelungen und bietet im Verlauf der Geschichte die eine oder andere Überraschung. Allerdings ist die gesamte Story sehr stark konstruiert, was auf Dauer den vom Ansatz her positiven Eindruck nachträglich negativ beeinträchtigt. Alles wird passend gemacht, nur leider nicht die Darstellung der blassen Charaktere und deren mitunter nur begrenzt nachvollziehbares Handeln. Klar, sonst würde die Story so nicht funktionieren, aber man kann eben auch alles ein bisschen übertreiben. Die "Ouma", um nur ein ärgerliches Beispiel zu nennen, lässt grüßen.

Für Krimi-Fans mit Afrika-Faible ist Elefantengold zu empfehlen, wobei allerdings die ersten beiden Teile der Linda-Roloff-Serie Nashornfieber und Löwenriss vorab gelesen werden sollten. Schließlich hat Linda ein Privatleben, das sich weiter entwickelt.

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