Schneeweißchen und Rosentot

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • New York: Mysterious Press, 2006, Titel: 'A Field of Darkness', Originalsprache
  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 2008, Seiten: 2, Übersetzt: Sandra Borgmann
  • München: dtv, 2010, Seiten: 429

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Sabine Reiß
Abseits vom konventionellen Strickmuster

Buch-Rezension von Sabine Reiß Mai 2008

Cornelia Reads Krimi Schneeweißchen und Rosentot spielt nicht in der Gegenwart, also zum Lesezeitpunkt, sondern im Jahre 1988. Madeline Dare lebt mit ihrem Ehemann Dean in Syracuse, einem kleinen Provinznest, aus dem sie lieber heute als morgen verschwinden würde. Ihr Job als unterbezahlte, sogenannte Journalistin beim unbedeutenden Lokalblatt hält sie ebenso wenig dort wie die Stadt selbst. Dean ist der Grund, warum die beiden noch nicht weggezogen sind. Er ist zwar sehr häufig unterwegs, aber gerade deshalb beruhigt es ihn, dass seine Eltern in Madelines Nähe sind. Bei einem trauten Familienessen präsentiert Deans Vater dann ein kleines Geheimnis. Vor 19 Jahren geschah in der Gegend ein Mord an zwei jungen Frauen, der bis heute nicht aufgeklärt wurde. Die beiden wurden mit aufgeschnittenen Kehlen auf einem Feld drapiert, die Haare mit weißen und roten Rosen geschmückt.

Schwiegerpapa übergibt Madeline eine in der Nähe des Tatortes gefundene Erkennungsmarke, auf der der Name "Lapthorne" eingraviert ist. Madeline ist zwar ansonsten in der Redaktion nur für Cocktailrezepte und ähnliches zuständig, könnte aber doch ihr Image durch eine Reportage über den unaufgeklärten Doppelmord aufpolieren. Beim Anblick des Namens Lapthorne wird ihr heiß und kalt, denn so heißt ihr Lieblingscousin, für den sie früher schwer geschwärmt hat. Laut ihrer Meinung der einzige vernünftige in der ganzen Bagage von versnobten reichen Langweilern, die sich nur auf ihrem geerbten Geld ausruhen. Madeline selbst gehört leider nur verarmten Teil der Sippe, ihr Vater hatte seine Familie schon früh verlassen.

Erfrischend anders

Nun gilt es, den Namen ihres Cousins reinzuwaschen und sie stellt auf eigene Faust Nachforschungen an. Diese ergeben alsbald, dass Lapthorne zum Zeitpunkt der Tat zwar in der Nähe war, jedoch wegen Trunkenheit am Steuer in der Ausnüchterungszelle saß. Sie atmet auf, ist aber nun schon so weit in die Geschichte verwickelt, dass sie nicht mehr aufhören kann. Der damals ermittelnde Beamte Jack Schneider hat sich schon weit vor dem Rentenalter zur Ruhe gesetzt - und lebt auf verdammt großem Fuß. Hat sich jemand sein Schweigen erkauft? Als es einen weiteren Mord gibt, wird klar: Madeline ist auf einer heißen Spur...

Cornelia Reads Debütroman ist erfrischend. Nicht dass sich schon genügend Hobby-Detektivinnen und selbsternannte Mini-Miss-Marples auf dem Krimimarkt tummeln würden, doch die Autorin ergreift die Chance, anders an eine solche Ausgangssituation heranzugehen. Madelines Motivation, hier selbst ein wenig nachzuforschen, ist absolut verständlich.

Die Story verspricht einiges und kann dies sogar bis zu einem gewissen Punkt halten. Im Mittelteil wird der Erzählstrang zwar ein bisschen in die Länge gezogen - der Leser liegt quasi zu lange in Lauerstellung - doch am Ende dreht die Autorin tatsächlich noch mal voll auf. Obwohl sich gar nicht so viele Verdächtige am Tatort tummeln, legt sie gekonnt einige falsche Fährten aus. Konnte man es also nicht erkennen oder wollte man es beim Lesen nicht erkennen? Das Ende ist auf jeden Fall schlüssig - und wenigstens teilweise überraschend.

Dandy Dünkel lässt grüßen

Was Schneeweißchen und Rosentot jedoch auszeichnet, ist der hintergründige Humor, der sich weit entfernt vom 08/15-Niveau bewegt. Die lebendige Erzählweise und die sprachlich ausgefeilten und intelligenten Kommentare machen einfach nur Spaß. Schnoddrig (im Sinne von frech) macht sich Madeline insbesondere über die eigene Sippe lustig, nicht ohne sich über ihre eigene Misere zu beklagen, aber auch ohne Neid. Dabei bilden ihre eigene Lebenssituation sowie die Familie ihres Mannes als bodenständige Farmer den Gegenpol zum reichen, versnobten Clan mütterlicherseits. Die Figuren sind dabei zum Teil realistisch charakterisiert, auf der anderen Seite (insbesondere in Madelines Verwandtschaft) skurril und sogar überzeichnet.

Cornelia Reads Debütroman wurde zurecht für einige Preise nominiert. Für einen Volltreffer fehlen zwar ein paar Quäntchen, aber wenn sie ihren scharfen Blick, mit dem sie den Finger in die Wunde kleinerer oder größerer Unzulänglichkeiten legt, auch in ihrem nächsten Buch einsetzt, kann man gespannt auf die Fortsetzung sein, die in den USA bereits erschienen ist.

Schneeweißchen und Rosentot

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Letzte Kommentare:
06.03.2012 14:32:58
krimimadame

Anfangs hat mich das Buch enttäuscht -ich musste drei Mal die ersten dreißig Seiten lesen bis ich motiviert genug war, weiterzulesen. Manch anderer hätte das Buch schon längst zur Seite gelegt... Und damit bin ich auch schon beim Problem dieses Buches - die Geschichte an sich ist spannend, sie enthält aber viele Details über die Figuren und deren Vergangenheit, die nicht unbedingt notwendig sind. Zudem spielt dieser Krimi im Jahr 1988, so dass Handy, Internet usw. nicht existieren und somit die Recherchen der Hauptfigur Maddie sehr langsam vorangehen. Auch der wenige Kontakt zu ihrem Ehemann in Kanada könnte heute so gar nicht mehr sein, so dass es mir ab und zu schwer fiel, mich mit Maddie zu identifizieren, die auch gerade erst 25 íst und sich zum Teil auch dementsprechend benimmt.
Alles in allem ein nettes Buch, aber keinesfalls ein packender oder spannender Krimi (oder gar Thriller)!

23.09.2010 14:35:42
Grace van Pelt

Als ich angefangen habe zu lesen, war ich davon überzeugt das etwas unvorhergesehenes passieren würde. Denn die Spannung die bereits auf den ersten Seiten aufgebaut wurde, prophezeite einen Höhepunkt. Maddie, die versucht die Ehre ihres Lieblingscousins zu retten indem sie selbst Nachvorschungen anstellt.
Das Buch ist angereichtert mit einigen Verdächtigen, die nach und nach ausgeschlossen werden. Handlungsstänge verlaufen parallel und verflechten sich miteinander. Und dann der absolut unglaubliche Showdown, mit einem, so finde ich ziemlich unerwarteten Ergebnis.
Reads Schreibweise erinnert mich an Aagatha Christie, die meiner Meinung nach beste Kriminalschriftstellerin.
Ein Buch zum Mitfiebern und Selbst ermitteln. Zu empfehlen ist auch "Es wartet der Tod" von Cornelia Read.

25.11.2009 21:55:47
Dani@Leseratte

Tja, Schneeweißchen und Rosentod verspricht vom Cover und Klappentext viel, was es aber leider nicht hält. Es mag sein, dass dieses Buch zurecht Preise bekommen hat, aber meiner Meinung nach nicht unbedingt verdient.
Die ersten Seiten sind echt langamtig, von Spannung keine Spur. Wobei die Rahmenhandlung reichlich Material bietet: Ein verschlafenes ödes Nest, ein ungelöster Mordfall viele Jahre her und Maddie, deren Familie darin verwickelt scheint. Leider werden aber eben genau diese Randinfos in epischer Breite ausgemalt, ohne dass es so detailliert von Nöten wäre, um der Story zu folgen.
Zum Glück kippt ab der Mitte das Buch, als Maddie sich auf des Rätsels Lösung begibt. Raus aus der Klatsch-Kolumne bei der Zeitung, wo Maddie arbeitet, hin zu Ermittlungsarbeiten, welche Maddies Stellenwert gewisser Personen in Frage stellt. Und tatsächlich wird das Buch noch rasant und wirklich spannend, sogar noch ein paar Leichen kommen hinzu, nur leider sind dann nur noch so wenig Seiten vorhanden, dass es echt schon schade ist, denn zum Ende hin, mochte ich es kaum aus den Händen legen.
Fazit: Wer anfangs Geduld zeigt, wird am Ende belohnt.

15.11.2009 18:22:16
endorfinchen

Madeline erfährt durch Zufall von einem Mord, der nun schon mehr als 20 Jahre zurückliegt: zwei junge Mädchen wurden ermordet. Als man sie fand, hatten sie eine besonders seltene Rosensorte im Haar und hielten sich bei den Händen - genau wie in dem Märchen Schneeweißchen und Rosenrot.
Madeline wird neugierig und kann nicht verstehen, warum der Mord damals nie aufgedeckt wurde und will sich nun auf eigene Faust umhören. Als sie dann herausfindet, dass die Hundemarke ihres Cousins am Tatort gefunden wurde, will sie wissen, wer der wahre Mörder ist.

Nachdem sie jahrelang keinen Kontakt zu ihrem Cousin hatte - obwohl sie ihn in sehr guter Erinnerung hatte - sucht sie diesen nun unter einem Vorwand auf und will herausfinden, ob er tatsächlich etwas mit dem Mord an den beiden Mädchen zu tun hatte.
Kurze Zeit später ist Madeline klar, dass ihr Cousin der Mörder nicht gewesen sein kann, ober will sie das nur glauben?


Für diesen Krimi braucht der Leser einen langen Atem und Durchhaltevermögen. Denn die ersten 100 Seiten sind schlichtweg überflüssig und langweilig. Die Autorin versorgt einen mit Informationen, die für die Story an sich überhaupt nicht relevant sind.
Der Schreibstil ist auf diesen Seiten zudem noch zäh. Immer wieder wollte ich das Buch zur Seite legen, weil es mir schon zu lange gedauert hat, bis endlich der Mord "auf den Tisch kam" - aber da bei mir schon der zweite Band subbt, habe ich tapfer durchgehalten.

Der Stil wurde ab Mitte des Buches besser und dann baute sich sogar Spannung auf, denn Madeline hatte nicht nur ihren Cousin in Verdacht, sondern auch noch andere Beteiligte von damals. Und als dann noch nach und nach die Leute in ihrem privaten Umfeld sterben, hat das ganze auch endlich den richtigen Krimitouch bekommen.

Die Story an sich war super und auch die Verbindung mit den Märchen, somit machte auch der Titel des Buches Sinn.
Lächerlich ist es allerdings, wenn ich auf der Rückseite des Buches Kommentare lese wie "Ein sensationelles Debüt" oder "Hip, intelligent, spannend. Eine neue, absolut fesselnde Stimme.", denn dazu fehlten wirklich noch ein paar Schüppchen Spannung und thrill.

16.06.2008 18:53:52
Schrodo

Die Times schreibt auf dem Buchumschlag: „Erstklassig – ein gruseliger, realistischer Thriller voller Spannung“. Die müssen da wohl was verwechselt haben. Gruselig…Fehlanzeige. Realistischer Thriller….realistisch…na ja, Thriller…nie im Leben. Voller Spannung…nicht in diesem Buch. Das hört sich jetzt natürlich schlecht für Frau Read´s Roman an, aber ganz so mies ist der nicht. Für mich ist die Story etwas verwirrend, ich hab einfach keinen roten Faden durch das Buch gefunden.
Da findet einer eine Erkennungsmarke kurz nach dem Verbrechen am Tatort. Seltsamerweise hebt er sie jahrelang auf um sie dann der Hauptakteurin des Buches der etwas unsicheren Madeline zu geben. Sie soll den damaligen Mord aufklären. Im Verlauf des Buches gibt es natürlich noch einige Leichen, vermutlich um der kleinen Maddie Angst einzujagen, aber das hat nicht mal mir Angst gemacht. Fazit: Frau Read hat sich bemüht…aber Frau Gerritsen hat ja auch mal klein angefangen. Kopf hoch Conny versuchs noch einmal. (Besser wie ich kannst du das allemal)

06.06.2008 21:01:48
vargas

Ja, gar nicht schlecht. Lange Zeit hält sich die Spannung zwar in Grenzen, aber es ist trotzdem ganz unterhaltsam, dieser jungen Dame beim "ermitteln" über die Schulter schauen zu dürfen.
Der lässige Schreibstil hat mir auch gefallen, obwohl die eine oder andere Anspielung nur schwer zu verstehen ist.
Alles in allem ein etwas anderer Krimi (und vielleicht eher was für Frauen).