Bruderland

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Helsinki: Gummerus, 2003, Titel: 'Hyvä veli, paha veli', Originalsprache
  • Dortmund: Grafit, 2008, Seiten: 222, Übersetzt: Gabriele Schrey-Vasara
  • Dortmund: Grafit, 2010, Seiten: 222

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Thomas Kürten
Kriminalität aus dem Osten

Buch-Rezension von Thomas Kürten Feb 2008

Kleinkriminalität, Schmuggeleien, Hehlerei, Schwarzarbeit, aber auch illegaler Vertrieb von Medikamenten und Drogenhandel. In Finnland sind Teile der organisierten Kriminalität fest in Händen einer russischen Mafia, aber auch von Russen begangene Gelegenheitsverbrechen werden von den Finnen als "Kriminalität aus dem Osten" bezeichnet. Hier findet der finnische Nachrichtensprecher und Autor Matti Rönkä die Inspiration für seine Romane um den "Grenzgänger" Viktor Kärppä.

Der erste Roman der Serie, der unter eben diesem Titel Der Grenzgänger in Deutschland erschien, konnte überzeugen, wurde von Teilen der Kritik sogar geradezu gefeiert (KrimiWelt-Jahresbestenliste 2008 Platz 2) und mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet.

Gelegenheit macht... ja was denn?

Im Vergleich zum Debüt erleben wir Viktor Kärppä in einer etwas veränderten Lebenslage. Von wegen Detektivbüro, von wegen Suche nach Vermissten. Kärppä schafft aufm Bau. Mit seiner kleinen Baufirma nimmt er Aufträge auf großen und kleinen Baustellen an, beschäftigt für ein Taschengeld ein paar Russen, die bei ihm immer noch mehr verdienen als daheim, und lanciert dabei stets geschickt an der Bauaufsicht vorbei. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, macht er auch noch alles mögliche andere, aber von Detektivarbeit ist keine Spur mehr. Und das ist gut so, denn Kärppä wirkt nun eine ganze Portion authentischer.

Eine dieser Gelegenheiten war die Arbeit für den finnischen Skiverband: Schmuggel von Hormonpräparaten. Kärppä wird nun von der Zentralkripo unter Druck gesetzt und muss fortan mit seinen Machenschaften und Kontakten vorsichtig sein. Gleichzeitig will Kommissar Korhonen von Kärppäs Kontakten profitieren, weil er auf der Suche nach den Drahtziehern eines neuen Drogenhändlerringes ist. Aber auch Karpow, der für die russische Mafia die Geschäfte in Finnland durchzieht, und seine Hintermänner wollen wissen, woher die ungebetene Konkurrenz kommt. Zu allem Überfluss muss sich Kärppä auch noch um seinen Bruder kümmern, der gerade erst von Russland nach Finnland ausgewandert ist und sich im Alltag zurechtfinden muss.

Gratwanderung

Es ist Matti Rönkä absolut überzeugend gelungen, mit "Bruderland" den Beweis anzutreten, dass ein guter Kriminalroman hervorragende Unterhaltung auch ohne einen Mord bieten kann. Kärppä ist ein Jongleur und Verhandlungskünstler, der sich mit viel Verhandlungsgeschick und der richtigen Portion Chuzpe durchs Leben schlängelt. In jedem einzelnen Kapitel ergeben sich neue Konstellationen, in denen sich der Gelegenheitsfinne beweisen kann.

Bruderland ist kein Action-Reißer, sondern eine Geschichte aus dem finnisch-russischen Alltag mit viel Bodenständigkeit und kleinen, unsauberen Geschäften. Dennoch gelingt es dem Autor, einen überraschenden Showdown an das Ende zu zaubern, der sich nicht zu verstecken braucht. Bruderland kann noch mehr überzeugen als sein Vorgänger, denn die Figur Kärppä ist gewachsen in eine Rolle, die sich mit dem Berufsethos eines Privatdetektivs nicht mehr verbinden ließe. Applaus!

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