Harko und der Kunstprofessor

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Nagold: Hsb, 2006, Seiten: 264, Originalsprache

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Eva Bergschneider
Griechisch-deutscher Krimi für ein unbeschwertes Lesevergnügen

Buch-Rezension von Eva Bergschneider Apr 2006

"Harko und der Kunstprofessor" ist der dritte Teil einer ungewöhnlichen Krimi-Reihe des Argentiniers Roberto Bardéz. Der Autor tritt hier selbst als Hauptprotagonist und Ich-Erzähler auf und ermittelt zusammen mit dem ehemaligen Stuttgarter Kriminalkommissar Hartmut Kolbe, genannt Harko. Beide haben ihre Heimatländer verlassen und leben nun auf der griechischen Insel Korfu in dem kleinen Ort Afionas. Harko und Roberto sind ganz verschiedene Typen und führen so manche hitzige Diskussion, denn der Ex-Kommissar ist der nüchterne Ermittler, der sich streng an Fakten hält, während der Krimi-Schriftsteller lieber seiner Phantasie freien Lauf lässt. Erwarten den Leser auch im 3. Band der "Der Bulle von Korfu" Reihe amüsante Wortgefechte und kuriose Ermittlungsmethoden ?

Ein streitbarer Künstler wird von seiner Kunst erschlagen

Der in Afionas lebende Münchener Kunstprofessor Xaver Hintermooser fertigt aus Holz und Edelstahl sonderbare Kunstwerke an. Er gilt bei den einheimischen Nachbarn als streitbar und stur, denn es ist ihm durch einen Trick zumindest vorübergehend gelungen, sich die Ausstellung von zwölf kuriosen und wenig geliebten Objekten genehmigen zu lassen. Der Professor selbst sieht sich als provokativer Künstler. Es ist sein Ziel, dass die Öffentlichkeit seine Werke ablehnt und er glaubt, dass sie dadurch verstanden werden.

So erscheint es beinahe wie eine Ironie des Schicksals, dass er am Morgen nach der Feier seines 70. Geburtstages regungslos unter einer seiner Stauen liegend, aufgefunden wird. "Die kalte Sophie", eine drei Meter große Plastik aus der Reihe der "Eisheiligen", hat zugeschlagen. Die griechische Polizei will den Tod des Professors möglichst schnell als Unfall zu den Akten legen. Roberto dagegen glaubt an einen Selbstmord, denn der umstrittene Künstler hat als letztes Werk ein skurriles Monument für die Ewigkeit erschaffen: einen Edelstahlsarg, in dem seine Leiche luftdicht eingeschlossen die letzte Ruhe finden soll. Hat der Professor Aktionskunst in sein letztes Werk integriert und sich selbst umgebracht? Sein Freund, der Ex-Kommissar Harko hat indes eine weitere Theorie parat, er glaubt an einen Mord. Infolge einer besonderen akustischen Lage, kann man auf seiner Terrasse weit entfernt geführte Gespräche hören. So hat Harko mitbekommen, wie unbekannte Personen einen Mord verabreden, der wie ein Unfall aussehen soll. Da es nur diesen einen, sehr zweifelhaften Hinweis gibt, versuchen Harko und Roberto den Fall auf eigene Faust zu lösen.

Eine Menge Verdächtiger und ein heikler Scherz

Nach der Geburtstagsfeier sind einige der Gäste im Haus des Professors geblieben. Darunter seine Tochter Gertrud, eine mittellose Dame mit einem teuren Geschmack und das Ehepaar Uhlmann, ein Kunsthändler und seine untreue Gattin, die mit Xaver eine Affäre hatte. Darüber hinaus käme auch des Professors Gehilfe Manni, der mit seinem Chef zahlreiche Streits ausgefochten hat und schon einmal wegen eines Gewaltverbrechens im Gefängnis saß, als potentieller Täter in Frage. Doch hatte einer von ihnen tatsächlich ein ausreichendes Motiv und die Skrupellosigkeit, einen Mord zu begehen? Oder war ein scherzhafter Gedankenaustausch über die Vergiftung des Professors als Idee für einen Krimi der Anlass ?

Eine neue Liebe und etwas Astrologie für den einsamen Literaten

Im Haus seines Freundes Konstantinos lernt Roberto die Psychologin und Hobby-Astrologin Daphni kennen, eine zunächst etwas schroffe junge Dame, die gerade eine Trennung hinter sich gebracht hat. Ihre erste Begegnung verläuft wenig harmonisch, aber mit Feinfühligkeit und Offenheit kann Roberto schließlich Zugang zu der verschlossenen Griechin finden. So erhält Roberto für die Untersuchung des Falls Unterstützung von unerwarteter Seite; den Sternen. Daphni erstellt mithilfe von Horoskopen psychologische Profile aller beteiligten Personen und gelangt zu sehr überraschenden Erkenntnissen.

Ein autobiographischer Hauptcharakter ?

Insbesondere in emotionalen Passagen wirkt der Hauptcharakter sehr authentisch, als Leser glaubt man zu spüren, dass viele autobiographische Züge in die Figur mit eingeflossen sind. Die Figur des deutschen Ex-Kommissars Harko bildet einen reizvollen Kontrast zu der des eher romantischen Literaten, ohne dass diese unterschiedlichen Eigenschaften aufgesetzt wirken. Die Streitigkeiten der beiden Freunde sind witzig und schlagfertig, ohne überdreht zu erscheinen, sie sind sympathische Typen, mit denen sich der Leser leicht identifizieren kann. Auch die anderen Charaktere, besonders die Figur des spleenigen Kunstprofessors, sind originell und glaubwürdig gezeichnet. Darüber hinaus wird dem Leser nicht nur die reizvolle Landschaft Korfus, sondern auch die Lebensart der Menschen mit ihren Eigenarten nahe gebracht.

Ein gut konstruierter Plot wird in den Hintergrund gedrängt

Der eigentliche Fall gerät zu sehr in den Hintergrund, obwohl der Plot einfallsreich konstruiert und überzeugend aufgelöst wird. Die mittels Astrologie erstellten Charakterprofile der Verdächtigen sind zwar ganz amüsant zu lesen, gehen allerdings kaum über das Niveau ähnlicher Betrachtungen in Boulevard-Zeitschriften hinaus. In dem dargebotenem Ausmaß langweilen sie den Leser schließlich. Ähnliches gilt für die entstehende Beziehung zwischen Daphni und Roberto, nett und rührend geschrieben, aber zu vordergründig positioniert. Dadurch wirkt dieser Krimi etwas seicht und weist insgesamt wenig Spannung auf.

Alles in allem ein leicht lesbarer, unterhaltsamer Krimi mit tollen Figuren, aber etwas zu viel "Küchenpsychologie".

Harko und der Kunstprofessor

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