Blutiges Eis

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • New York: G. P. Putnam’s Sons, 2003, Titel: 'The Delicate Storm', Seiten: 301, Originalsprache
  • München: Droemer Knaur, 2005, Seiten: 396, Übersetzt: Anke Kreutzer
  • Augsburg: Weltbild, 2006, Seiten: 395
  • Berg: AME hören, 2009, Seiten: 6, Übersetzt: Olaf Pessler, Bemerkung: gekürzt
  • München: Knaur, 2010, Seiten: 395

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Michael Drewniok
Toter Mann + hungriger Bär = viel Arbeit für die Polizei

Buch-Rezension von Michael Drewniok Okt 2004

In Algonquin Bay, einer Kleinstadt in der kanadischen Provinz Ontario, staunt man über einen ungewöhnlich milden Januar. Für einen US-amerikanischen Urlauber war dies fatal; man findet seine von hungrigen, vorzeitig aus dem Winterschlaf gerissenen Bären zerfetzte Leiche. Detective John Cardinal und seine Kollegin Lise Delorme ermitteln allerdings rasch, dass der Pechvogel schon tot war, als ihn sein Schicksal ereilte; tatsächlich ist er ermordet worden.

Mischt die Mafia mit?

Die Polizisten verdächtigen einen Trapper, dem sie Verbindungen zur örtlichen Unterwelt nachsagen. Die Mafia hat ihre Tentakel längst bis Kanada ausgestreckt. Allerdings gibt es noch eine weitere Spur: Der inzwischen identifizierte Tote erweist sich als ehemaliges Mitglied der CIA, das vor vielen Jahren unrühmlich mit dem "Canadian Security Intelligence Service" (CSIS) zusammenarbeitete. Der Geheimdienst gedenkt sich keineswegs von zwei "Außerstehenden" in die Karten schauen zu lassen und bemüht sich nach Kräften Cardinal und Delorme in die Irre zu führen. Dabei scheint es um die Vertuschung eines Skandals aus den frühen 1970er Jahren zu gehen, als diverse kanadische Separatistengruppen systematisch infiltriert und provoziert wurden. Cardinal und Delorme lassen es auf einen Konflikt mit den Schlapphüten ankommen, als eine zweite Leiche gefunden wird. Wer hat die junge Ärztin Winter Cates ermordet? Gibt es eine Verbindung zwischen beiden Verbrechen? Harte Zeiten brechen vor allem für Cardinal an, den zusätzlich ein dunkles Geheimnis quält: Vor Jahren ließ er bei einer Razzia Geld eines Drogenbosses verschwinden. Inzwischen hat er sein Gewissen erleichtert und es zurückgezahlt. Leider imponiert dies dem eigentlichen "Besitzer" wenig. Der wird bald aus dem Gefängnis entlassen und hat bereits seinen Besuch in Algonquin Bay angekündigt ...

"Idyllisch" bedeutet längst nicht "friedlich"

Viel Ungemach also im scheinbar so idyllischen kanadischen Norden. Dabei hat die Zivilisation auch das Land der endlosen Wälder und Eisfelder längst erreicht. Die Realität sieht nicht nur was das Wetter angeht trübe aus: Skrupellose politische Blender und ihre Hintermänner nutzen ihre Ämter zur persönlichen Bereicherung. Ihre Macht setzen sie ein, um ihnen Unerfreuliches unter den Tisch kehren zu lassen. Separatistischen führen einen absurden Kampf um die Teilung Kanadas in einen "englischen" und einen "französischen" Teilstaat. Der Geheimdienst spioniert nicht mehr den Russen, sondern Terroristen hinterher, die Nordamerika über den Pol angreifen könnten. Drogenbarone schmuggeln ihre "Ware" in großem Stil via Kanada ein. Die Grenze zum Nachbarn USA ist zumindest für das organisierte Verbrechen durchlässig geworden. Zwischen den kanadischen Ordnungshütern herrschen Misstrauen und Konkurrenz. Besonders die einst so glorreiche "Royal Canadian Mounted Police" wird von immer neuen internen Skandalen erschüttert. Dieses Chaos bildet die viel versprechende Kulisse für das zweite Abenteuer der Detectives Cardinal & Delorme. Seit sie ihr geistiger Vater Giles Blunt in Gefrorene Seelen zum ersten Mal auf Mörderfang schickte, haben sie bzw. er viel gelernt. "Blutiges Eis" - den blöden deutschen Titel wollen wir gnädig ignorieren - bietet nichts wirklich Neues. Wir lesen "nur" einen sauber geplotteten, mit glaubhaften Figuren besetzten Thriller, der sich geschickt des kanadischen Schauplatzes bedient. Der ist noch nicht so bekannt, die politischen Verhältnisse und Gesellschaftsstrukturen sind andere als in den USA. Kanada ist britisch und französisch, aber auch amerikanisch: eine interessante Mischung, welche deutlich die Handlung beeinflusst.

Krimi-Spannung & Humor - eine gelungene Synthese

Enorme Fortschritte hat Verfasser Blunt als Schriftsteller gemacht. Kam "Gefrorene Seelen" dem tristen Thema entsprechend bierernst daher, fällt nunmehr ein humorvoller Unterton positiv auf. Blunt verfügt über einen trockenen Humor, den er gut dosiert einzusetzen vermag (und der die Übersetzung gut überstanden hat). Obwohl die Geschichte wiederum recht düster ausfällt, büßt sie ihre Spannung und innere Dramatik dadurch keineswegs ein. Der Autor stellt bizarre Typen, Tücken des Objekts und kuriose Episoden vor, setzt auf originelle Wortspiele und Situationskomik, was er verblüffend gut beherrscht Die eigentliche Kriminalhandlung wird trefflich ergänzt durch Cardinals Privatprobleme. In "Gefrorene Seelen" machten ihm die psychisch labile Gattin und ein kapriziöses Töchterlein sowie sein schlechtes Gewissen zu schaffen; noch mehr galt das freilich für den Leser, den diese seifenoperlichen Zwischenmenschlichkeiten irgendwann langweilten. Dieses Mal geht Blunt geschickter vor. Er knüpft an Cardinals keineswegs gelöstes Problem mit unterschlagenem Gangstergeld an und führt dies plausibel weiter, indem er ihn in das kriminalistische Geschehen integriert: Der bestohlene Schurke will sein Geld zurück und bedroht Cardinal und vor allem dessen Familie. Ein ungewöhnliches Finale, das mit sattsam bekannten Klischees spielt, um sie dann sämtlich zu ignorieren, vollendet den Eindruck eines gelungenen Thrillers.

Figuren wie aus dem Leben gegriffen

In Sachen Figurenzeichnung hat Verfasser Blunt einige behutsame Veränderungen vorgenommen. Cardinal wird nicht mehr so arg von seinen Seelennöten gepeinigt. Seiner Gattin geht es gut, die Tochter taucht überhaupt nicht auf. Dieses Mal verursacht der störrische Vater die familiären Probleme, doch auch diese Wendung ist Teil der eigentlichen Handlung, denn es ist ausgerechnet die behandelnde Ärztin des alten Mannes, die eine der Leichen dieser Geschichte repräsentiert. Ansonsten kann sich Cardinal auf die aktuellen Ermittlungen konzentrieren, was dem Roman sehr zu Gute kommt. Lise Delorme verzehrt sich nicht mehr in unausgesprochener Sehnsucht nach ihrem Kollegen. Das Duo tritt hier als Kollegen und Freunde auf - auch dies eine uneingeschränkt positiv zu bewertende Blunt-Entscheidung. Delorme profiliert sich dieses Mal als erfahrene Ermittlerin, die hervorragend mit Cardinal zusammenarbeitet, aber oft auch im Alleingang tätig wird. Um die beiden Hauptpersonen gruppieren sich Kollegen, Konkurrenten, Verdächtige und Opfer. Es ist erstaunlich, welche Dynamik Blunt den genretypischen Kompetenzstreitigkeiten, Verhören oder Laborgesprächen abgewinnen kann. Man kennt diese Szenen alle, aber sie lesen sich trotzdem frisch und flott. Außerdem ist Blunt souverän genug geworden, die Darstellerschar durch echte Originale zu bereichern. Da liefert ausgerechnet Wudky, der "Welt dümmster Krimineller", den entscheidenden Tipp, der die Handlung erst in Gang setzt. Ein skurriler Trapper im bodenlangen Pelzmantel entpuppt sich als örtlicher Vollstrecker eines Mafiabosses, der sich nur schriftlich verständigen kann, weil ihm nach exzessivem Zigarrengenuss der Kehlkopf entfernt wurde. Ehemalige Terroristen leiten einen Kinderhort. Die Kette solcher und anderer Einfälle ist erfreulich viel länger, auch sie fügen sich nahtlos in die Story ein. Auf den nächsten Fall von Cardinal & Delorme kann man sich nur freuen!

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Letzte Kommentare:
06.08.2020 20:31:37
Plusundminus

Ein interessantes Buch. Aus 2 Gründen. Zum eine einen gradlinig erzählte "Wer war es"-Geschichte. Zum andern ein unterhaltsamer Ausflug in Kanadas Sozialbiotop und Terrorismusgeschichte. Flüssig erzählt und mit sympathischen Figuren. Das Ende ist etwas überraschend. Aber wie mein alter Tennislehrer immer sagte: Überraschung findet statt, wenn man es nicht erwartet hat.

06.07.2014 15:55:57
Rita

Ich fand das Buch im großen und ganzen recht flüssig geschrieben. Der Schluss war ungewöhnlich, doch nachvollziehbar. Ein unterhaltsames Buch für Otto Normalverbraucher. Die Personen sind gut beschrieben, ohne ins Klischee abzurutschen. Die Interessenkonflikte (auch auf politischer Ebene) wurden glaubwürdig beschrieben.

04.03.2014 14:06:45
xxx

Der positiven Rezension kann ich mich überhaupt nicht anschließen. Das Buch hat Längen, man kann all den internen Streitigkeiten zwischen den verschiedenen Polizei-Organen überhaupt nicht folgen. Den Humor finde ich auch nur an einer Stelle, da wo es um das Original Wudky geht. Insgesamt ein sehr unbefriedigendes Buch.

11.11.2010 18:28:56
Chrisu

Detective John Cardinal und seine Kollegin Lise Delorme müssen in einem Leichenfund ermitteln, der sie zurück ins Jahr 1970 führt. Dabei stoßen sie auf eine Foto, auf dem eine Person spurlos verschwunden ist. Und durch Zufall entdecken sie, dass diese Person sich politisch engagiert in in Algonquin Bay lebt. Ein interessantes Buch, die Hauptprotagonisten sind gut dargestellt, auch die privaten Verhältnisse sind gut beschrieben. Manchmal waren die Ereignisse zu umfangreich beschrieben. Das hat mir nicht so gefallen. Und der Schluß läßt alles offen.

06.06.2010 13:57:06
Jenny

Ich habe das Buch anfangs als recht langweilig und langatmig empfunden. ab mitte der buches wird es immer spannender und ich hatte auch mehr lust, es zu lesen.Allerdings ist es sehr politisch gehalten (Oktoberkrise etc.), was mich persönlich zu tode gelangweilt hat. Der Klappentext verspricht wirklich mehr, als es dann letztendlich ist. Hin und wieder konnte man auch Seiten überspringen, ohne dass einem etwas von der handlung abhanden gekommen ist.

30.12.2009 18:14:25
Rainer aus Bremen

Spannung? Hhm, bei mir nicht. Der Text auf der Rückseite. der Spannung verspricht, muss zu einem anderen Roman gehören.

Ansonsten nett geschrieben, glaubwürdige Leute, zumindest überwiegend... Stärke des Romans sind eher die Nebenhandlungen und die Entwicklung der Hauptdarsteller.

Deshalb gerade noch 60° von mir

23.02.2009 17:28:48
FyaShanna

Ich habe im Buch 'Die Anstalt' hinten eine Empfehlung zu diesem Buch gelesen, und als ich es dann zufällig im Geschäft sah, hab ich es mir auch direkt mitgenommen. War für 3 Euro ja recht günstig zu haben!
Aber leider war ich auch alles andere als begeistert von dem Buch und mir ging es absolut genauso...! Ich habs auch nur fertig gebracht um die Hundert seiten zu lesen und jetzt staubt das Buch schon seid Monaten in meinem Regal rum.

Normalerweise verschlinge ich Bücher meist in 2 Tagen egal wie dick sie sind, aber dieses Buch war so ermüdend das ich es einfach nicht weiter lesen mochte!!
Villeicht kann ich mich in Zeiten großer langeweile und ohne neue Bücher doch mal dazu durchringen weiter zu lesen. Wäre ja möglich das es gen Ende noch ein wehnig Spannung aufbringt...

Ich hoffe das seine anderen Bücher besser sind wie 'Blutiges Eis' da ich mir nicht anmaßen möchte Giles Blunt als schlechten Autor zu bezeichnen weil ich selbst absolut nicht das Talent dazu habe Bücher zu schreiben. :)

Lg,

Shanna.

24.11.2008 20:46:06
Christl

Mich hat das Buch nicht so sehr angesprochen. Leider habe ich es nach den ersten 100 Seiten weggelegt und seit dem liegt es auch im Schrank.
Eventuell werde ich mich in meinem nächsten Urlaub nocheinmal aufrappeln und es erneut versuchen.
Aber es war mit Sicherheit das erste und letzte Buch von Giles Blunt dass ich glesen habe.

12.11.2008 16:44:49
D.v.D.

Dieses Buch konnte mich leider nicht wirklich überzeugen. Die Story bewegt sich mehr in der Politik, der 70ger Jahre Kanadas als in Richtung der eigentlichen Morde. Einige Fragen zu den Tathergängen bleiben meineserachtens unbaentwortet, allerdings werden die Landschaft und das Wetter sind sehr anschaulich dargestellt. Alles in allem gute kurzweilige Unterhaltung ...

02.10.2008 21:51:30
sabrina13582

Also ich fand das Buch nicht so toll, die Vorgänger waren eindeutig besser!!!
Mir gefiel dieses politische Wirr-Warr nicht, und ich hatte echt Probleme mir die ganzen Namen und die dazu passenden Personen zu merken und zu behalten!!! Musste mich zwingen dass Buch zu Ende zu lesen!!! Das positivste an diesem Buch war, (wie auch bei den Vorgängern), dass Giles Blunt die Natur und das Wetter mal wieder klasse beschreiben konnte... Man hatte wirklich das Gefühl man wäre im tiefsten verschneiten und kalten Kanada !

03.08.2008 14:04:35
naddi593

Meine Meinung zu diesem Buch ist, dass mich der ganze FRQ- Kram ein wenig genervt hat
und ich fand es auch nicht sooo wirklich spannend ,weil es mehr oder weniger etwas langweilig geschrieben wurde... ok die Geschmecker sind verschieden ...

Ich persönlich, hätte mir mehr Spannung beim Lesen erhofft. Über den Schluss kann leider noch nicht reden, da ich noch 100 Seiten vor mir habe...

Liebe Grüße eure Naddi :)

24.03.2008 11:23:37
Karl-Georg

Ein durchweg unterhaltsames und spannendes Buch mit gut gezeichneten Charakteren. Zudem bekommt man einen Einblick in die Kanadische Geschichte. Der Schluss war weniger zufriedenstellend, was die Story aber wettmacht.
Empfehlenswert!

28.11.2007 19:34:26
HelgaR

Was soll ich sagen, dieser zweite Fall war leider überhaupt nicht nach meinem Geschmack. Obwohl ich ja die Protagonisten mag, ging diesmal alles sehr schleppend dahin.

Es handelt sich um politische Dinge zwischen der USA und Kanada, dem CIA und dem kanadischen Geheimdienst.
Eine äußerst verworrene Geschichte, die sich mühsam durch das ganze Buch zieht und eigentlich keine Spannung aufkommen lässt.

Zusätzlich wird noch viel übers Wetter und andere unwichtige Dinge berichtet und das Ende hat mich dann total überrascht.

16.11.2007 17:39:53
Kaktusblüte

Ich fand das Buch spannend, teilweise sogar fesselnd. Dass es am Schluss kein "befriedigendes" Ende gibt macht nicht gerade glücklich. Irgendwie hat man das Gefühl der Autor wollte schnell zum Ende kommen, ohne eine funktionierende Lösung zu finden. Naja. auf jeden Fall nicht mein letzter "Giles Blunt".

23.10.2007 10:25:01
gowron

Hallo,

nach dem Erstling "Gefrorene Seelen" ist "Blutiges Eis" nun der zweite Teil der John-Cardinal-Reihe.

Mir persönlich gefiel dieser Band noch besser als der Erstling. Der Schwerpunkt liegt zwar auch hier wieder mehr auf Spannung und Action als auf einer tiefgründigen Story, aber dennoch konnte ich "Blutiges Eis" kaum mehr aus den Händen legen.

Das Buch bietet kurzweilige und nervenaufreibende Unterhaltung ohne größere Ruhepausen. Ein spannender Thriller, die viel zu schnell zu Ende ist. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Viele Grüße,

Gowron.

27.09.2007 18:54:41
Michael K.

Nachdem ich vom 1. Teil "Gefrorene Seelen" sehr angetan war, war ich zugleich vom 2. Teil schon recht stark enttäuscht.

Zuviel politisches Geplänkel, was man durchaus hätte kürzen können. Die Spannung war auch nicht wie im 1. Teil gegeben. Und das Ende ist äußerst ernüchternd und zugleich wieder enttäuschend.

Bleibt echt zu hoffen, dass der 3. Teil, wovon ich zur Zeit im 3. Kapitel bin, besser wird.

14.04.2007 17:13:35
Luca

Ein gutes Buch.
Gestört hat mich:das ewige gerede über die FRQ auch wenn das zur handlung gehörth fand ich es nicht wirklich spannend.
Pluspunkte:die "anderen ermittlungen und Cardinals Privatleben.
Ich werde sicherlich noch ein Buch von Giles Blunt lesen

05.12.2006 11:07:20
Peter Burkhardt

Ich Finde es ist ein sehr spannendes buch . ich lese es zum fünftenmal und ich finde es genial . Besonders Cardinals Privat leben. Tolle Sache , dieses buch. 90 grad

15.09.2006 18:52:27
martin h.

die geschichte ist mir viel zu fiktiv. ich möchte einen spannenden krimi lesen und muss mich mit nationaler geschichte der 70er jahre begnügen. nein - das ist nicht der krimi wie man sich ihn vorstellt.

16.08.2006 10:30:39
Briaire, Roger

Ich würde gerne wissen, wer diesem Buch eine Bewertung von 75 gibt, geschweige 85°.
Liebe Crimi-Couch Bewerter, normalerweiße kann man sich auf ihre Beurteilung verlassen, aber diesmal liegt liegt ihr gute 20° daneben.
Ich bin maßlos von diesem Buch enttäuscht.
Gut, das liegt wohl auch daran, dass die Lobeshymnen und der Aufkleber "Kanadas Krimiautor Nr.1" mehr versprechen, als das Buch hält.
Sorry, da habe ich schon bedeutend bessere Krimis gelesen, die nicht von der „Nr.1“ von irgendwo geschrieben worden sind.
Ach ja, ich habe ein Herz und trotzdem ist mir in keinster weiße das Blut gefroren.

Das schlimmste aber war das zu schnell runter geschriebene Ende. Äh, welches Ende.
Nein, ich bin wirklich enttäuscht.
Ansonsten will ich nicht noch mehr kritisieren, weil die meisten meiner „Vorschreiber“
schon alles geschrieben haben.
Wenn jemand als positiv in seiner Bewertung hervorhebt, dass wir etwas erfahren über die: (original Zitat) „heutigen Verhältnisse in dem Naturparadies “,
sagt doch schon alles aus, oder?
Hallo das soll doch ein Krimi sein, oder?

Zum Abschluß aber noch etwas versöhnliches.
Ich habe das Buch in kurzer Zeit verschlungen, sehr kurzweilig.
Aber auch nur, weil ich endlich zu dem spannenden Teil kommen wollte,
der leider nicht wirklich kam.

Mit freundlichen Grüßen,
ihr Roger Briaire

13.08.2006 19:53:34
Torsten

Was an dem buch spannend sein soll habe ich bis zum Schluß nicht gefunden - richtig interessant war tatsächlich nur die Verhaltensregeln beim Umgang mit Starkstromleitungen. Der ganze Plot fusst zu sehr auf die kanadische Oktoberkrise von 1970 - und was daran fiktiv und was real ist, müsste man auch noch nachlesen - wenn es denn wirklich interessieren würde. Die Krimihandlung ist leider sowohl todlangweilig, wie völlig unglaubwürdig und mit mit einem absolut dünnem Ende, von Auflösung kann man ja kaum sprechen. Insgesamt eine einzige enttäuschung und nochmal wesentlich schlechter als der Vorgänger.

19.05.2005 11:14:25
Silke Schröder

Nachdem man es geschafft hat, die Testosteron-durchtränkten ersten vierzig Seiten dieses Thrillers zu überstehen, erwartet uns ein spannender und (bis auf einige sehr offensichtlich platzierte Indizien) gekonnt geschriebener Politthriller. Er führt uns durch ein Stück kanadischer Geschichte, in der die Anti-Vietnam-Bewegung auf ihrem Höhepunkt war, der liberale Staat fast an der Separatistenbewegung auseinander gebrochen wäre und die amerikanischen und kanadischen Geheimdienste kräftig in der Politik mitmischten. Aber auch über die heutigen Verhältnisse in dem Naturparadies erfahren wir einiges – ein modernes Land, das bis heute kulturell geteilt ist und dennoch funktioniert. Macht man einen Abstrich bei den Machismen, ist der Thriller insgesamt sehr gelungen. Verwunderlich ist nur der reißerische Titel der deutschen Übersetzung, denn "Blutiges Eis" erinnert nur wenig an das Original: "The Delicate Storm". silke.schroeder@unterhaltung-themenguide.de

24.01.2005 12:39:48
Andrea

Ich muss ehrlich gestehen, das ich ebenfalls die Anleitung fürs Verhalten bei herunter kommenden Stromleitungen am Interessantesten in diesem Buch von Giles Blunt fand...auch fand ich die private Lebenssituation von John Cardinal spannender als die Leichenfunde im Wald!

22.01.2005 13:55:50
pet

Ich kann der Rezension voll und ganz beipflichten. Die angekündigte Hochspannung ist genauso brüchig wie die vom Eis überlasteten Stromleitungen.

Am spannendsten an dem Buch fand ich die Erklärungen, wie man sich verhalten soll, wenn eine Stromleitung reißt und in unmittelbarer Nähe zu Boden geht.

65 Grad

21.10.2004 00:11:09
Anja S.

Zum Glueck ist dieses Buch von Giles Blunt laengst nicht so grausam wie "Gefrorene Seelen", aber immer noch sehr spannend und gut geschrieben mit interessanten Verwicklungen, die von kanadischem Terorismus in den 70ziger Jahren zu der Ermordung einer jungen Aerztin reichen.

Echte Täter,
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