Finale der Puppenspieler

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • München: Knaur, 2005, Seiten: 426, Originalsprache

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Peter Kümmel
Schmaler Grat zwischen Wissenschafts-Thriller und Agenten-Schmarrn

Buch-Rezension von Peter Kümmel Jul 2004

Die Schauplätze des Wissenschaftsthrillers sind quer über den Erdball verteilt und wechseln von Beginn an kapitelweise. Doch so nach und nach kristallisieren sich drei Handlungsstränge heraus:

Relativ harmlos beginnt das Geschehen in Köln: Paul Weilberger, Redakteur bei einem Öko-Magazin, kommt nicht so recht voran mit seinem Artikel. Zwischen Ouzo und Bett beschließt er, sich ein wenig näher mit Schöllkraut zu befassen, mit dem sich offensichtlich Warzen gut bekämpfen lassen. Seine Recherchen führen ihn zunächst in ein Institut nach Bonn. Dort kommt er von seinem eigentlichen Thema ab, als er sich fragt, wie die dortigen Forschungen finanziert werden. Die Aktionärsversammlung einer Pharmafirma führt ihn nach Berlin und von dort aus nach Aserbeidschan, wo sich seine harmlosen Ermittlungen in ungeahnte Richtungen entwickeln.

In Australien wird der ehemalige Agent Stan Lundquist von seinem früheren Chef gebeten, für ihn eine kleine Aufgabe zu übernehmen. Einem amerikanischer Biowissenschaftler wurden seine Forschungsergebnisse gelöscht. In Memphis angekommen kann Lundquist nur knapp einem Killer entgehen. Den Professor findet er ermordet vor.

In Zypern wird auf einem Luftwaffenstützpunkt ein Wachmann erstochen. Der Agent des MI6 Robert Thurso wird von Großbritannien nach Zypern geschickt, um die dortige Militärpolizei zu unterstützen. Thurso entdeckt schnell, dass die Navigationseinheit einer Rakete gestohlen wurde. Er folgt der Spur des Verbrechers quer über die Insel, doch dann verschwindet er spurlos.

Es scheint fast so, als wolle Heinlein Rekorde aufstellen mit der Anzahl der unterscheidlichen Schauplätze seines Thrillers. Außer den bereits erwähnten Orten lässt er seine Protagonisten in Schottland, London, verschiedenen Orten in Australien, Papua-Neuguinea, Calais, Oostende, im Mittelmeer, der Türkei, im Kaspischen Meer und im Indischen Ozean agieren. Und irgendwie finden sich dann irgendwo Verbindungen der Handlungsstränge und so langsam kommt man dann dahinter, wie alles miteinander verflochten ist.

Heinlein bewegt sich dabei auf einem schmalen Grat zwischen spannendem Wissenschafts-Thriller und Agenten-Schmarrn. Das Buch beginnt spannend und furios, weckt Neugier und bietet gute Action-Szenen, verflacht dann jedoch zur Mitte hin etwas, als der Autor die Nebenschauplätze ausweitet und zu viele miteinander verwobene Firmen und Personen ins Spiel bringt.

Einen zwischenzeitlichen Tiefpunkt erreicht das Buch, als sich der Agent Green absichtlich gefangennehmen lässt, um von den Verbrechern verschleppt zu werden.Daß diese mit unwichtigen Nebenfiguren kurzen Prozess machen, die wichtigen Agenten aber höchstens zusammenschlagen und fesseln, ist James-Bond-Niveau.

 

"Das waren eben die Nachteile dieses Jobs. Als Kundenberater in einer Bank zu arbeiten und den ganzen Tag lang unsympathischen Kunden das Sparbuch vorzulesen war ultralangweilig. Dafür wurde man aber am Spätnachmittag auch nicht gefoltert. Und Idwood hatte den dumpfen Eindruck, dass es genau darauf hinauslief."

 

Doch Heinlein zeigt auch, dass er sich auf diesem Niveau selber auf die Schippe nehmen kann und spart nicht mit flapsigen Sprüchen.

 

"Ich glaub, ich brauch jetzt noch einen Kaffee." -"Zucker?" [...] - "Ja bitte! Gerührt - nicht geschüttelt."

 

Zum Ende hin wird dann wieder beste Action geboten. Dschungelkämpfe, nächtliche Fallschirmabsprünge und die Überquerung einer tiefen Schlucht sind geradezu prädestiniert für eine Verfilmung des Stoffes.

Agenten-Übermenschen sind seit den 80er Jahren out, doch hier bekommt man den Eindruck, dass Heinlein diese in seinen Protagonisten Green und Lundquist sowie dem Schwulen-Paar Chester und Thurso wiedererweckt hat.

Die Hintergrundinformationen bezüglich biologischen Waffen sowie der Molekular- und Zellbiologie kann man aufgrund der beruflichen Tätigkeit des Autors mit Sicherheit als fundiert ansehen. Gut recherchiert hat Heinlein offensichtlich auch in Bezug auf Söldner, die von Organisationen im Nahen Osten als Privatarmeen angeheuert werden.

Heinlein bietet mit seinem Thriller prima Unterhaltung im Stile der Dirk-Pitt-Romane von Clive Cussler oder der besseren Romane von Colin Forbes aus den 70ern, muß jedoch aufpassen, dass er nicht in den Schwachsinn abgleitet, den Forbes in den 90ern verzapft hat.

Wer auf Agenten-Thriller dieser Art steht, für den ist "Finale der Puppenspieler" mehr als ein heißer Tip.

Finale der Puppenspieler

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Letzte Kommentare:
17.07.2005 15:29:53
mark

Wenn man nicht mehr weiß, was man lesen soll, dann sollte man die Bücher von U.A.O. Heinlein lesen. Und zwar alle. Danach wird er sich die Frage stellen, ob der Autor unbedingt auf diesem Weg seine humorlosen Macho- Allüren abarbeiten muss. Und warum ein Gen-Wissenschaftler nicht einfach ein populärwissenschaftliches Buch schreibt, statt seine schwachsinnigen Phantasien? Absolut nicht lesenswert!!!!!!

14.04.2005 09:08:50
Roland Ehrlich

U.A.O. Heinlein hat mit "Finale der Puppenspieler" einen fulminanten Thriller geschrieben, der internationalen Maßstäben gerecht wird. Seine Recherchen hat er gewissenhaft betrieben, sein Fachwissen bringt er unterhaltend ein. Besonders köstlich sind zu Beginn des Buches der Auftritt eines Kölner Gärtners im breitesten "Kölsch" und ein griechischer Restaurantbesitzer, der - wie alle Griechen - des "sch" nicht mächtig ist. Der subtile Humor des U.A.O. Heinlein ist mit dem seines Kumpels Frank Schätzing vergleichbar. Mehr als einmal fühlte Ich mich beim Lesen an diesen erinnert. Was durchaus positiv gemeint ist.

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