Dead End

Erschienen: Januar 2004

Bibliographische Angaben

  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2004, Seiten: 430, Originalsprache

Couch-Wertung:

64°
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Sabine Reiß
Teilweise durchschaubar

Rezension von Sabine Reiß Jun 2004

Der australische Polizist Shane OConnor von der Homicide Squad in Brisbane wird mit seiner Kollegin Tamara zu einen Leichenfund gerufen. Drei Stunden entfernt von Brisbane spürte der Hund einer Fotografin die Leiche einer jungen Frau in unmittelbarer Nähe eines Polocross-Turnierplatzes auf. Die beiden Ermittler schlagen ihre Zelte für die Dauer der Ermittlungen in Chinchilla auf. Bald darauf kann die Tote identifiziert werden. Es handelt sich um Romaine Staravakis, Kellnerin in einem Lokal in der Gegend. Shane verdächtigt schnell den Exmann der Fotografin, da dieser ein Verhältnis mit Romaine hatte. Aber auch der Besitzer des Lokals, bei dem sie angestellt war, hätte ein Motiv, da er um 20.000 $ erleichtert wurde und ein Zettel im leergeräumten Safe auf Romaine als Diebin hindeutet.

Parallel hierzu wird ein kleiner Junge auf einer Straße fast von einem Truck überrollt, da er sich - total verstört - nicht von der Stelle bewegte, als der Lkw auf ihn zuraste. Die Kunsttherapeutin Joanna versucht ihm zu entlocken, was passiert ist. Es stellt sich heraus, dass seine Mutter verschwunden ist.

Und zu guter Letzt geraten zwei junge Französinnen, die mit dem Auto unterwegs sind, in große Schwierigkeiten.

Oje, Klischee

Als Leser sucht man instinktiv nach dem Zusammenhang zwischen diesen drei Handlungssträngen und es ist quasi unvermeidbar, dass man Überlegungen anstellt, was zwei Französinnen, ein kleiner Junge und eine Kellnerin gemeinsam haben könnten. Eine dieser Episoden alleine hätte aber auch ehrlich gesagt nicht das Potenzial, den Leser zu fesseln und ihn bei der Stange zu halten. Doch es ist ein Trugschluss, dass das Verquicken von mehreren Geschichten automatisch zu einem komplexen Handlungsaufbau führt. Die Auflösung ist dementsprechend nicht allzu überraschend, zumindest im wesentlichen Punkt.

Die Handlung schleppt sich trotz wechselnder Perspektiven in weiten Teilen nur so dahin und das Buch hätte gut und gerne 100 Seiten kürzer sein können. Insbesondere der Teil mit den beiden Französinnen, den ich zunächst als Nebenhandlung eingestuft und daher mit geringer Aufmerksamkeit bedacht hatte, nimmt nach und nach mehr Raum ein. Nur ärgerlich, dass gerade dieser Teil in der Schilderung irgendwie reißerisch und durchschaubar war. Ich wäre am liebsten ins Buch geklettert, um die beiden Mädels vor ihrer eigenen Dummheit zu schützen.

Die Atmosphäre stimmt

Abgesehen davon ist der Stil jedoch recht angenehm und die Person von Shane OConnor gefällt mir. Die anderen Figuren, insbesondere seine Partnerin Tamara, hätten allerdings noch eine detailliertere Charakterisierung vertragen. Was das Buch auszeichnet, ist die gelungene Beschreibung des Outbacks und die damit verbundene Faszination Australiens, die von der Autorin sehr gut transportiert wird. Die Atmosphäre stimmt und das versöhnt ein wenig. Vielleicht sollte man einem der Vorgängerromane eine Chance geben?

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