Professor van Dusen riecht den Braten
- AllScore Media
- Erschienen: Juli 2026
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Ein ganz besonderes Kochduell.
Eigentlich sollte Professor van Dusen im Jahre 1904 ja einen Vortrag über die Chemie der Nahrungsmittel im Hotel Bellevue in Nizza halten. Leider gab es zu wenige Anmeldungen dafür und so landen der Professor und sein treuer Begleiter Hutchinson Hatch als Ausgleich dafür in einem gleichzeitig im Hotel stattfindenden Kochwettbewerb. In diesem tritt nicht nur die Köchin des Hotels an, sondern auch Starköche aus ganz Europa, die sich gerne den ersten Platz sichern wollen. Als Juroren konnten zwei Kritiker verpflichtet werden, die auch schon seit Jahren die Szene in Angst und Schrecken versetzen.
Mitten im Kochgeschehen kommt es plötzlich zu einem schweren Unfall. Der österreichische Meisterkoch Anton Wamprecht probiert etwas von der Sauce von van Dusen und dabei scheinbar eine allergische Reaktion gehabt. Leider kam jede Hilfe zu spät, so dass Herr Wamprecht kurz darauf verstirbt. Van Dusen ist skeptisch und entdeckt, dass der Tote vergiftet wurde. Doch wie kann das sein, denn seine Sauce war es nicht? Herr Wamprecht war als der „Schmarotzer“ bei den Mitteilnehmern bekannt und hat sich überall durchprobiert. War er wirklich das geplante Opfer, oder war es nur ein Unfall?
Professor van Dusen im gefährlichsten Kochduell der Welt
Professor van Dusen beginnt, nachdem er Hatch beruhigt hat, mit seinen Nachforschungen. Welches Gericht war denn nun das vergiftete? Professor van Dusen zieht sich in eine Labor zurück und untersucht jede der Speisen. Im Rauchersaal des Restaurants ruft er alle Beteiligten zusammen und offenbart dort seine Entdeckung. Scheinbar war Herr Wamprecht wirklich nur ein versehentliches Opfer, da sich das Gift in den Langusten befand, die Elise Garnier für ihr Gericht benutzt hat. Doch ist sie die Mörderin?
Laut van Dusen wahrscheinlich nicht, da er halt „der Schmarotzer“ war und gerne von fremden Tellern gegessen hat. Dem Juror Armand Borel kommt sofort der Verdacht, dass er das eigentliche Opfer sein sollte, da er allergisch auf Fisch und Schalentiere ist. Also bleibt nur noch der zweite Juror - Victor Bellamont, doch warum? Der Juror ist schon 90 Jahre alt und schon lange im Geschäft, warum soll er sterben?
Bellamont ist aber furchtlos, da es schon immer Morddrohungen gegen ihn gab und gibt daher nichts auf diese Vermutungen des Professors. Schon am nächsten Morgen ist es dann soweit, während Borel und Bellamont die Treppe zu Frühstück heruntergehen. Plötzlich stolpert Bellamont, stürzt die Treppe hinunter du bricht sich das Genick. War es nur ein Unfall, oder war der Mörder nun endlich erfolgreich und hat das richtige Opfer erwischt? Van Dusen nimmt seine Ermittlungen wieder auf und findet nach einigem kombinieren den wahren Mörder und das schreckliche Schicksal hinter dieser Tat.
Professor van Dusens Weltreise geht weiter
Die Weltreise geht weiter und erneut spielt dieser von Marc Freund erdachte Fall 46 der „roten“ Professor van Dusen Serie wieder zwischen den eigentlichen Erzählungen von Michael Koser. Diesmal machen van Dusen und Hutchinson Hatch Halt im schönen Nizza, welches für die beiden leider gar nicht so schön wird. Mitten in einem Kochduell müssen sie zwei Morde aufklären und dabei auch gleichzeitig die erhitzen Gemüter der Sterneköche besänftigen.
Dabei befinden wir uns im Jahre 1904, als eigentlich nur Männer in der Gastronomie gut angesehen waren und es schon eine echte Rarität war, dass Frauen als Spitzenköchinnen und alleinige Hoteleigentümerinnen agierten. So wird dieses auch mehrmals in dieser Folge angesprochen und vor allem durch die abfälligen Bemerkungen der Herren thematisiert. Doch wie so oft, sind van Dusen und Hatch von all diesem Gezanke und all den Sticheleien unbeeindruckt und beweisen wieder mal einen kühlen Kopf um den Fall zu lösen. Dieser ist definitiv nicht einfach zu knacken und das Schicksal, welches hinter der Tat steht, lässt uns Hörer eher mit dem Täter als mit dem Opfer fühlen.
Natürlich spielt Marc Freund wieder gekonnt mit den Figuren. So sind alle Sterneköche mehr als Überspitzt dargestellt, dennoch aber äußerst glaubwürdig gesprochen. Obwohl es eigentlich gar nichts damit zu tun hat, hatte ich seltsamerweise beim Hören immer die ersten Auftritte des Restaurantkritikers aus dem Pixar Film „Ratatouille“ im Kopf. Vor allem als Bellamont in seinen ersten Szenen immer sagte, dass alles versalzen sei – köstlich.
Doch nicht nur die für diesen Fall erdachten Figuren sind super. Auch van Dusen und Hutchinson Hatch agieren wieder mehr als passend miteinander und entwickeln dadurch nicht nur einmal eine gewisse Situationskomik. Sofort kommt mir da die Sache mit der Sauce und die Szene mit dem Ei in den Sinn. Doch auch Hatchs Erkenntnis, als seine Sauce möglicherweise vergiftet war, ist wirklich eine Meisterleistung des Sprechers.
Doch neben allen eher komischen Einlagen, ist diese Episode auch wieder ein wahrer „Leichenschmaus“, bei dem auf jeden Fall ein unschuldiger sterben musste… Zum Glück ist van Dusen da, der zweimal in typischer „Whodunnit“ Manier die Verdächtigen zusammenruft und schließlich auch den Mörder entlarven kann.
Die Geschichte von Marc Freund wurde wieder grandios von Gerd Naumann umgesetzt. Diesmal mussten für die Arbeit in der Küche schon ein paar mehr Soundeffekte aus dem Hut gezaubert werden, um das Hörspiel authentisch wirken zu lassen, was aber gelungen ist. Dazu kommt noch die zur Folge passende Musik von Christian Bluthardt, der schon seit Beginn der Serie mit von der Partie ist.
Bei den Sprechern konnten die Verantwortlichen wieder auf Bernd Vollbrecht als Professor van Dusen sowie Nicolai Tegeler als Hutchinson Hatch setzen, die, wie oben schon erwähnt, wieder hervorragend miteinander agieren. Dazu kommen in weiteren Rollen noch die Stimmen von Franziska Endres als Hortense Dubois, Jacob Weigert als Henri Matise, Johannes Berenz als Armand Borel, Freimut Götsch als Victor Bellamont, Martin May als Pierre Leclair, Ilona Otto als Elise Garnier sowie Peter Reinhardt als Anton Wamprecht. Zusammen ist ihnen ein hervorragendes Hörspiel gelungen, in welchem alle Sprecher in ihren jeweiligen Rollen glänzen konnten.
Fazit
Erneut ist es Marc Freund und Gerd Naumann gelungen, einen spannenden und skurrilen aber auch durchaus humoristischen Kriminalfall zu produzieren. Die „rote“ Serie aus dem Hause All Score Media macht immer wieder Spaß und bedeutet auch immer gute Unterhaltung.

Marc Freund, AllScore Media



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