Stockholm Blues

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  • Erschienen: Mai 2026
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Stockholm Blues
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Monika Wenger
75°1001

Krimi-Couch Rezension vonJul 2026

Ungewöhnliche Sicht auf Banden- und Wirtschaftskriminalität.

Der Prolog beginnt mit dem Geburtstag von Teddys Mutter Beth Maksumic im Jahr 1995. Fünfundzwanzig Jahre später versammelt sich die Familie an ihrem Grab, um ihr, wie jedes Jahr, zum Geburtstag zu gratulieren. Später taucht ein Unbekannter am Grab auf. Wer ist er und was hatte er mit Beth zu tun?

Gefährliche Neugier

Nach acht Jahren Gefängnis ist Teddy endlich wieder auf freiem Fuß. Das Familientreffen auf dem Friedhof bedeutet für ihn, dass er seinen Sohn Lucas endlich wieder sehen kann. Ab jetzt soll Teddys Leben besser werden. Weg von kriminellen Energien. Hauptsächlich wegen seinem Sohn.

„Fatalismus. Prädisponierte Gangsterschritte, vorbestimmte Fehltritte. Es war ihm egal, ob es erblich bedingt war oder am Milieu lag, Teddy fragte sich nur, ob dies sein einziger Weg war.“

Während Teddy versucht, sein Leben neu zu organisieren, sucht seine Ex-Partnerin Emelie nach Spuren des Unbekannten. Sie will unbedingt wissen, wer er ist und was ihn mit Teddys Mutter verbindet. Teddys Vater Bojan weiß, dass der Unbekannte mit Beth zusammengearbeitet hat. Mit ihren Nachforschungen und ihrer Hartnäckigkeit kommt Emelie einer überraschenden Wahrheit auf die Spur. Ihre Suche ruft nicht nur den schwedischen Geheimdienst auf den Plan, sondern weckt auch alte Konflikte. Damit gefährdet sie sich selbst und weitere Familienmitglieder.

Ungewöhnliche Sichtweise

Das Außergewöhnliche an Jens Lapidus Roman ist die Sichtweise. Nicht die polizeilichen Ermittlungen oder die dafür Verantwortlichen stehen im Mittelpunkt. Lapidus erzählt seine Geschichte aus der Sicht von Kriminellen, Drogendealern und Geldwäschern. Im vierten Band der „Stockholm“-Reihe wechseln sich die Perspektiven verschiedener Personen in den einzelnen Kapiteln ab. Sie alle streben vergeblich nach einem besseren Leben. Doch wie man es auch dreht und wendet, schlussendlich bleibt alles beim Alten. Eine Ausnahme ist Emelie. Sie ist eine angesehene Strafverteidigerin und Teddys Ex-Partnerin. Ihr Interesse an dem Unbekannten treibt sie zu intensiven, heimlichen Nachforschungen. Den Tod von Teddys Mutter aufzuklären ist ihr erklärtes Ziel. Es ist eine heikle Aufgabe, denn der Grat zwischen Recht und Unrecht ist unglaublich schmal.

Man braucht etwas Durchhaltevermögen, bis man sich in die Geschichte eingelesen hat. Die vielen Namen und die strengen Wechsel zwischen den vier Hauptfiguren verwirren in der Anfangsphase. Und, wie bereits erwähnt, ist die Sichtweise des Autors ungewohnt. Das Tempo ist eher ruhig. Jens Lapidus versucht jedoch, die kleinsten Details der kriminellen Machenschaften in seinen Roman einzubringen. Das unterbricht zwar die Spannung, gewährt aber außergewöhnlich tiefe Einblicke in die Welt der Bandenkriege, der Wirtschaftskriminalität und der Oberschicht Schwedens.

Fazit

In seinem Roman zeichnet Jens Lapidus ein erschreckendes Bild einer hochkriminellen Gesellschaft. Geldgier, Korruption, Verrat und Überlebenskämpfe sind die bestimmenden Elemente. Es ist eine Geschichte über die Macht der Vergangenheit und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart. Ein im Schreibstil eher ruhiger Thriller, der durch seine subtile Distanziertheit und seiner durchdringenden Schwermut fasziniert.

Stockholm Blues

Jens Lapidus, btb

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