Schweigepflicht

Erschienen: April 2019

Bibliographische Angaben

Susanne Dahmann (Übersetzung)

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Sabine Bongenberg
…und irgendwann bewegt sich doch was…

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Jul 2019

Die Ausgangsgeschichte ist schnell erzählt: In einem Ferienhaus wird ein erschossener Mann aufgefunden. Wer er ist, ist nicht zu klären, da ein Dumdum-Geschoss, das in seinem Kopf explodierte, dafür sorgte, dass selbst der Gerichtsmediziner mit einer Wiederherstellung des Gesichtes überfordert ist.

Tatverdächtiger Nummer 1 ist ein junger Mann, der in der Nähe augenscheinlich in einen Autounfall verwickelt wurde, dessen verschmierte Kleidung aber nicht nur von seinem eigenen Blut befleckt ist. Aus Gründen, die nicht näher nachvollziehbar sind, beauftragt er die junge und frisch examinierte Anwältin Emelie, die gerade erst bei einer renommierten Wirtschaftskanzlei ihren ersten Vertrag unterschrieben hat, mit seiner Verteidigung. Diese Geschichte wird vom Mord bis zur Gerichtsverhandlung auf über 640 Seiten erzählt.

Beginnt Jens Lapidus noch mit einem spannenden und temporeichen Auftakt, verliert sich dieses Tempo immer mehr, bis sich dieser Anfangsschwung im Dickicht der Kleinkriminalität, Spiel-, Verschwendungs-, Medikamenten und Geltungssucht oder schlicht im Durcheinander einer Großzahl von Personen verwickelt und ausbremst, und bis der Leser meint, vor Langeweile sterben zu müssen.

Nicht jeder einzelne Gintonic muss im Buch aufgezählt werden

Es soll nicht von der Hand gewiesen werden, dass sich Lapidus im schwedischen Rechtssystem auskennt. Anzunehmen ist auch, dass er weiß, wie es auf den Partys der Rechtsanwälte abgeht. Hier hätte aber vermutlich nicht jeder einzelne Gintonic – oder GT, wie wir Trendsetter zu sagen pflegen – aufgezählt werden müssen. Zumal er gelegentlich dann doch wieder in das türkisblaue Wasser des gepflegten Swimmingpools gekotzt wird.

Gut umgesetzt ist auch die schnodderige Jugendsprache der jugendlichen Delinquenten – wenn auch das Wort „naiss“ zu oft bemüht wird, um noch „naiss“ rüberzukommen. Generell fragt sich der Leser immer häufiger – und immer genervter – wo die Story hin will, und mit welchen Verdachtsmomenten der ursprünglich Beklagte überhaupt festgehalten wird. Ist es in Schweden tatsächlich ein so massives Vergehen, wenn man das Pech hatte, in der Nähe eines Schwerverbrechens aufgefunden zu werden - und aus diesem oder jenem Grund nicht zu einer Aussage in der Lage ist? Dann allerdings sollten Epileptiker, Diabetiker oder aber auch Herzinfarkt-gefährdete einen geplanten Schwedentrip noch einmal sehr kritisch – aber sehr kritisch – überdenken.

Zum Finale kommt dann doch noch Schwung in die Handlung

Erst im allerletzten Moment kommt dann doch Fahrt in die zählflüssige Handlung, und hier endlich sieht sich die überstrapazierte Geduld des Lesers belohnt. Ob sich diese Geduld tatsächlich gelohnt hat, das mag auf einem anderen Blatt stehen. Schließlich und endlich konnte die Geschichte im Großen und Ganzen aufgeklärt werden. Ob der abschließende Paukenschlag gekonnt serviert wurde, sei dahingestellt, aber immerhin ist das „einzigartige Juwel der schwedischen Krimiszene“ (Werbetext Amazon) damit dann geschafft und abgearbeitet.

Fazit:

Natürlich sagt sich so etwas nur, wer den Epilog nicht gelesen hat und davon noch einmal in tiefste Verwirrung gestürzt wurde, offenbart sich hier doch ein Ende, das gar nicht mehr zu der vorherigen Geschichte passen will.  Laut – nicht belegter – Aussage eines Rezensenten-Kollegen handelt es sich bei diesem Band angeblich um den ersten Band einer Trilogie. Einerseits würde das diesen eigenartigen Ausklang erklären, andererseits macht das die Sache nicht besser und davon unbenommen, ist das auch mittlerweile egal.

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