Blutroter Sommer (Ein Carla-Seidel-Krimi 3)
- Goldmann
- Erschienen: Mai 2026
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Nicht ganz überzeugende Fortsetzung der Serie.
Sia Piotek setzt ihre Wendland-Reihe fort. Auch dieses Mal muss Carla Seidel in einem Mordfall ermitteln. Eine verkohlte Leiche wird in einer Futterkrippe gefunden. Es handelt sich um eine Jugendliche, die zu einer der Bauernfamilien der Gegend gehörte. Die Ermittlungen laufen zäh und die Zeit drängt, denn nach kurzer Zeit wird abermals eine Leiche gefunden. Carla setzt alles daran, den Täter zu finden, denn ihr ist klar, dass es nicht die letzte Tote sein wird.
Zäh und dennoch überraschend
Die Ermittlungen drehen sich lange im Kreis. Fährten gibt es genug, doch alle laufen ins Leere. Das macht zwar das Buch umfangreicher, aber die Spannung leidet enorm darunter. Hier wäre weniger durchaus mehr gewesen. Der Schluss ist dann ebenso überraschend wie plötzlich und lässt durchaus den Gedanken aufkommen, dass die Autorin selbst nicht mehr wusste, wie sie aus dem Desaster herauskommen sollte.
Die Bauern im Wendland
Das Wendland, am Ostrand der Lüneburger Heide gelegen, ist eine historische Gemarkung, die mit alten Höfen in Siedlungstyp des Rundlings trumpfen kann und in jüngster Vergangenheit durch die Vorkommnisse und Diskussionen um die Atommüll-Endlagerstätte Gorleben Schlagzeilen machte. Das Wendland ist ländlich geprägt und genau darum geht es auch in „Blutroter Sommer“. Die Arbeit und das Leben der Bauern bestimmt einen großen Teil des Krimis und der Ermittlungen. Das Recht und auch die Pflicht des oder der Erstgeborenen, den Hof zu übernehmen, gibt es hier noch verbreitet. Die Herausforderungen einen Hof zu führen sind gerade in unserer heutigen Zeit nicht zu unterschätzen. Die Umstellung auf biologische zertifizierte Produkte und die Notwendigkeit ein weiteres Standbein neben einem eventuell nicht genügend abwerfenden Hof aufzubauen, wird ebenso thematisiert, wie die Schwierigkeiten einer oft vorkommenden Mehrgenerationengemeinschaft. Das ist alles ganz interessant, hat in dem gebotenen Umfang aber in einem Krimi nichts verloren. Hier bleibt die Spannung leider auf der Strecke.
Lana ermittelt wieder mit
Obwohl die Figurenkonstellationen mehr oder weniger gleichbleiben, haben sich Lana und ihre Mutter weiterentwickelt. Carla ist endlich vom Alkohol losgekommen, obwohl sie hin und wieder versucht wird. Lana erlaubt sich mehr Vertrauen zu anderen Menschen und öffnet sich. Mutter und Tochter haben mehr zueinander gefunden und verstehen die Bedürfnisse der anderen besser. Und beide ermitteln wieder gemeinsam, wie es schon in den beiden Vorgängern der Serie war. Also für uns kaum etwas, dennoch für die Protagonistinnen einschneidend Neues.
Fazit
Natürlich für alle Fans der Wendland-Reihe ein Muss. Jedoch ist „Blutroter Sommer der bisher schwächste Teil der Serie, nicht zuletzt wegen des plötzlichen und unmotivierten Schlusses. Bleibt zu hoffen, dass Sia Piontek wieder zu alter Stärke zurückfindet und das nächste Buch spannender wird.

Sia Piontek, Goldmann



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