Wir finden Mörder

  • Ullstein
  • Erschienen: November 2025
  • 4
Wir finden Mörder
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75°1001

Krimi-Couch Rezension vonOkt 2026

Ein Detektiv, eine Schriftstellerin und eine Personenschützerin auf Mörderjagd.

Eigentlich ist Amy Wheeler mit ihrem Leben zufrieden. Sie hat einen netten Mann, der lieber allein ist und für den es (ebenso wie für sie) eher eine rationale Entscheidung war zu heiraten, und sie hat mit Steve einen netten Schwiegervater, mit dem sie jeden Tag telefoniert. Steve hat seinen Polizeidienst an den Nagel gehängt, um in einem kleinen ruhigen Dorf zur Ruhe zu kommen, was nach dem plötzlichen Unfalltod seiner Frau eher schwer war. Doch er macht das Beste daraus und hat eine kleine Detektei gegründet.

Darüber hinaus hat Amy auch noch den perfekten Job, bei dem sie die Welt bereisen kann. Amy ist Personenschützerin und aktuell muss sie auf das Leben der bekannten Krimiautorin Rosie D‘Antonio aufpassen. Rosie hat Morddrohungen von einem russischen Gangster erhalten, nachdem sie ihn in ihrem letzten Buch nicht ganz so gut dargestellt hatte. Da sie viel Geld hat, kann sie die beste Personenschützerin anheuern – und genau da kommt Amy ins Spiel. Dachte sie… doch dann dreht sich der Spieß um.

Amy, Rosie und Steve suchen Mörder

Irgendwie möchte ein ehemaliger Kunde von Amys Firma alle Verbindungen zu ihm loswerden. Er hat wohl jetzt gemerkt, dass es vielleicht nicht ganz so klug war eine Personenschutzagentur zu beauftragen, die auch dabei noch moralische Ansichten hat. Als Amys Chef von dem ehemaligen Kunden ein Angebot zur Geldwäsche bekommen hat, hat dieser höflichst abgelehnt und damit das Schicksal aller in diesem früheren Auftrag betroffenen Personen besiegelt.

So kommt es also, dass Amy während ihres Personenschutzauftrags plötzlich selbst zur Zielscheibe eines Anschlags wird. Rosies eigentlicher Leibwächter (und auch ein sehr guter Koch) geht plötzlich mit einer Waffe auf Amy los. Als sie schon dachte, dass alles vorbei und ihr Leben zu Ende ist, greift Rosie beherzt ein und schlägt den Mann nieder. Der Nervenkitzel hat ihr wohl gefehlt und sie findet Amy wirklich sehr nett.

Schon kurz darauf befinden sich die beiden auf der Flucht vor weiteren Attentätern und wie sich leider herausstellt, hat ihr gesichtsloser Gegenspieler auch falsche Fährten in bestialischen Mordfällen gelegt, die alle auf Amy hinweisen. Als einzige wirkliche Hilfe fällt Amy Steve ein, der als ehemaliger Polizist vielleicht noch den ein oder anderen Kontakt, beziehungsweise bei den Ermittlungen den richtigen Riecher hat. Obwohl er England eigentlich nicht verlassen möchte, sitzt ein übellauniger Steve kurz darauf in Rosies Privatjet, um seiner Schwiegertochter und der berühmten Schriftstellerin zu Hilfe zu eilen…

Der Auftakt zu Richard Osmans neuer Reihe

Wie es bei bekannten Autoren von beliebten Buchreihen oft üblich ist, reicht es nicht mehr, nur an einer einzigen Reihe zu arbeiten. Meist gibt es dann noch das eine oder andere Spin-off zur Hauptreihe, oder man begibt sich ins kalte Wasser und startet etwas völlig anderes.

So nun auch der britische Bestsellerautor Richard Osman, der mit seinem „Donnerstagsmordclub“ die Welt verzauberte und der Film zum ersten Roman auch auf Netflix zu sehen ist. Mit „Wir finden Mörder“ löst er sich von seinem bisherigen Kosmos, na gut nicht ganz… die Seniorenresidenz wird in diesem Roman auch erwähnt, und beginnt mit drei neuen Hauptfiguren und vielen skurrilen Nebenfiguren eine völlig neue Reihe.

Die Hauptfiguren dieser Geschichte sind Amy und ihr Schwiegervater Steve, aus deren Perspektive die Geschichte in den jeweiligen Kapiteln des Buches erzählt wird. Dazu kommt auch noch die Schriftstellerin Rosie, die aber für uns Leser ebenso wie für die beiden Hauptfiguren immer wieder eine Überraschung auf Lager hat und die uns nur durch die Beschreibungen von Amy und Steve ans Herz wächst.

Manchmal übergibt Osman auch noch die Kapitelhauptrolle an ein paar seiner Nebenfiguren, damit wir Leser auf eine falsche Fährte gelockt werden. Jeder in diesem Buch ist verdächtig, da der Oberschurke in den Kapiteln, in denen er per Mail zu Wort kommt, eine KI benutzt, um seine Sprache übertrieben britisch klingen zu lassen. So kann eigentlich jeder der Täter sein, sogar eine der drei Hauptfiguren.

Wie man es von Richard Osman schon gewohnt ist, gibt es in seiner Geschichte aber nicht nur einige bizarre Tode, sondern auch wieder viele überspitzte Figuren und eine Menge britischen Humor. Meine Favoriten bei den Figuren sind natürlich der wirklich britische Steve, seine völlig verrückten Freunde aus dem Pub sowie der taxifahrende Politiker, der die drei Freunde zu einem Waffenhändler bringt.

Doch auch Rosie und Amy haben ihre großartigen Momente und wachsen einem als Leser im Laufe der Geschichte richtig ans Herz. 

Fazit

Richard Osman hat mit seiner neuen Serie gut nachgelegt und es geschafft, inhaltlich etwas für ihn völlig anderes zu verfassen. Vom Stil her bleibt er sich aber treu und wer diesen von seinem „Donnerstagsmordclub“ mag, der wird auch bei „Wir finden Mörder“ gut aufgehoben sein.

Wir finden Mörder

Richard Osman, Ullstein

Wir finden Mörder

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