Die Sommergäste (Der Martini-Club 2)

  • Limes
  • Erschienen: Mai 2025
  • 3
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Carola Krauße-Reim
75°1001

Krimi-Couch Rezension vonJul 2025

Dem Martini-Club fehlt es an Esprit.

Purity, Maine 1972: Sam Tarkin begeht auf der Main Street des kleinen Städtchens ein Massaker. Warum, das ist niemandem klar.

Purity; Main heute: Es ist Sommer und die Sommergäste fallen wie die Heuschrecken über Purity her. Auch die wohlhabende Familie Conover kommt, wie jedes Jahr, doch dieses Mal mit zwei neuen Mitgliedern: Ethans Frau Susan und deren Teenie-Tochter Zeo. Doch dann verschwindet Zeo und Maggies Freund Luther gerät in Verdacht. Da muss sich natürlich der Martini-Club einschalten. Zwischen ausreichend Alkohol und „Mitbring-Essen“ finden sie Spuren, die weit in die Vergangenheit zurückreichen und mehr sind als die ständigen Spannungen zwischen Einheimischen und Sommergästen.

Die Spannung schwächelt etwas

Nach dem fulminanten Beginn der Martini-Club-Serie lag die Messlatte für alle weiteren Folgebände ziemlich hoch. Vielleicht etwas zu hoch. „Die Sommergäste“ kommt bei weitem nicht an „Spy Coast – Die Spionin“ heran. Die Geschichte allein hat schon ihre Schwachpunkte: Manches ist vorhersehbar, anderes ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Es gibt Wendungen, welche die Spannung retten, aber hoch her geht es in dieser Beziehung dennoch nicht. Von einer renommierten Autorin, wie Tess Gerritsen, hätte ich etwas mehr Hingabe erwartet. Doch lässt sie uns ein um das andere Mal wissen, dass der Martini-Club Mitbring-Essen mag, woraus dieses besteht und dass die ganze Meute eigentlich kurz vor einer Trinker-Leber stehen müsste, so viel, wie sie Alkohol konsumieren. Die eigentliche Krimi-Handlung zieht sich dabei und verlangt schon einiges an Durchhaltevermögen. Und die Protagonisten schwächeln auch ganz schön.

Wird der Martini-Club alt?

Selbst die Mitglieder Maggie, Declan, Ben, Ingrid und Lloyd fragen sich, ob sie nicht doch schon einmal bessere Spione waren. Doch natürlich haben sie immer eine Nase Vorsprung vor der stellvertretenden Chief Jo Thibodeau. Mit ihren Verbindungen und Fähigkeiten lassen sie die alten Zeiten beim CIA noch einmal aufleben. Jedoch, anders als im ersten Band, sind ihre Möglichkeiten und ihr messerscharfes Hirn nichts Neues. Und so wirken ihre Anstrengungen dieses Mal vorhersehbar und auch etwas langweilig. Selbst die, scheinbar unbedingt notwendige, Lovestory zwischen Declan und Maggie macht das Ganze nicht packender. Erst als auch noch die „Konkurrenz“ mitmischt, wird die Geschichte etwas prickelnder und der Schluss versöhnt dann ein wenig - mit ignoranten Mitmenschen im Allgemeinen und dem vorliegenden Krimi im Besonderen.

Fazit

Die Fortsetzung der Martini-Club-Serie bleibt leider hinter den Erwartungen zurück. Schwächelnde Spannung mit zu vielen Wiederholungen und zu trägen Ex-Spionen machen „Die Sommergäste“ zu einer lesbaren aber nicht herausragenden Sommerlektüre. Bleibt zu hoffen, dass Tess Gerritsen in den kommenden Bänden wieder engagierter schreibt und das Geschehen mehr Fahrt aufnimmt.

Die Sommergäste (Der Martini-Club 2)

Tess Gerritsen, Limes

Die Sommergäste (Der Martini-Club 2)

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