Spy Coast

  • Limes
  • Erschienen: November 2023
  • 2
Spy Coast
Spy Coast
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Carola Krauße-Reim
83°1001

Krimi-Couch Rezension vonJan 2024

Ein Thriller für zwischendurch.

Tess Gerritsen muss man nicht mehr vorstellen. Die US-Amerikanerin gehört zu den weltweit bekanntesten Thrillerautorinnen und ist mit ihrer verfilmten Serie rund um Jane Rizzoli und Maura Isles auch einem breiten Fernsehpublikum bekannt geworden. Jetzt beginnt sie mit „Spy Coast – Die Spionin“ eine neue Reihe. Laut eigenem Bekunden kam Gerritsen die Idee zum „Martini-Club“ und seinen ausgedienten Spionen, als ihr klar wurde, dass es scheinbar eine ganze Menge von ihnen in ihrem Heimatort gab. „Unscheinbare Rentner mit einem geheimen Vorleben haben ein faszinierendes Potential als Romanfiguren und so wurde die Idee für „SPY COAST geboren“.

Der Martini-Club

Maggie hat gedacht, endlich ihr Rentnerinnendasein genießen zu dürfen. Nur noch ihre Hühner füttern und jede Woche ein geselliges Treffen mit ihren Freunden aus Spionagetagen – das wäre der Himmel auf Erden. Doch dann liegt ausgerechnet die Frau tot in ihrer Einfahrt, die sie am Tag zuvor wieder rekrutieren wollte. Das kann nur Ärger bedeuten. Und begann vor 16 Jahren als eine Aktion für Maggie ein tragisches Ende nahm. Jetzt muss der „Martini-Club“ beweisen, dass noch so einiges in ihm steckt, denn der Fall ist für die einheimische Polizei eine Nummer zu groß. Maggie und ihre Freunde sind wieder im Rennen!

R.E.D. lässt grüßen

Die Handlung im Buch erinnert sehr stark an den Film „R.E.D. - Älter, Härter, Besser“ in dem namhafte Hollywood-Größen als pensionierte Agenten wieder aktiv werden. Auch beim „Martini-Club“ zwickt und zwackt es schon einmal, aber selbst wenn die Knie nicht mehr so richtig mitmachen – das Gehirn und der Finger am Abzug funktionieren noch sehr gut. Gerritsen baut auf eine Mischung aus Rückblenden und gegenwärtigen Aktionen um Spannung zu erzeugen. Das schafft sie auch von Anfang an, wenngleich die Geschichte doch ziemlich vorhersehbar daher kommt – trotz mehrerer Wendungen. Aber die Autorin hat den Dreh raus und es gelingt ihr aus einem wenig anspruchsvollen Plot das Allerbeste zu machen. Zwar darf man keinen Thriller erwarten, der auf hohem Niveau eine ausgeklügelte Spionagegeschichte erzählt, doch langweilig wird es dennoch nie. „Spy Coast – Die Spionin“ weiß durchaus kurzweilig zu unterhalten. Ein Lesevergnügen für zwischendurch, das nicht zuletzt durch seine Figuren lebt.

Wahrlich kein altes Eisen

Maggie steht als Protagonistin im Mittelpunkt des Geschehens. Die 60-Jährige erzählt ihren Part aus ihrer Sicht und lässt uns direkt teilhaben an allem was jetzt geschieht, aber auch an allem was in der Vergangenheit passierte. Alles andere wird von einem außenstehenden Erzähler wiedergegeben. Dennoch sind die anderen Figuren durchaus greifbar – von der leicht genervten Polizistin vor Ort, der die allzu neugierig-agilen Rentner suspekt sind bis hin zu Maggis Agenten-Freunden, die nicht nur kochen, sondern auch ermitteln können. Man verzeiht Gerritsen gerne, dass alle diese Charaktere mehr wandelnde Pauschalitäten als ausgeklügelte Figuren sind, denn sie scheinen so herrlich unkaputtbar. Mit einer guten Portion Humor und nicht zu schlagendem Aktionismus fesseln sie die Leserschaft an die Spurensuche im Schnitzeljagd-Modus von Maine über Bangkok bis Südfrankreich, die auch schon einmal blutig sein kann, aber immer sehr unterhaltsam ist.

Fazit

Tess Gerritsen hat wieder einmal bewiesen, dass sie zur 1. Liga der Thrillerautorinnen gehört. Auch wenn Plot und Figuren wenig komplex sind, macht es Spaß den spannenden Ermittlungen des „Martini-Clubs“ zu folgen. Von den agilen Spionen im (Un)-Ruhestand darf es ruhig noch viele Geschichten mehr geben!

Spy Coast

Tess Gerritsen, Limes

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