Die Nummern des Todes

  • Edition M
  • Erschienen: Juli 2022

- Ein Clare-Mackay-Krimi 1

- Übersetzung: Tanja Lampa

- Originaltitel: "See Them Run"

- Taschenbuch

Die Nummern des Todes
Die Nummern des Todes
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Thomas Gisbertz
80°

Krimi-Couch Rezension vonSep 2022

Überzeugender Start einer neuen schottischen Krimireihe

Kurz nachdem Detective Inspector Clare Mackay ihre neue Stelle im schottischen St. Andrews angetreten hat, bekommt sie es mit einem grausamen Mord zu tun. Am Rande einer Hochzeitsfeier wird ein Mann ohne Vorwarnung von einem SUV überrollt. Ein Unfall? Wohl kaum, denn er wurde gleich zwei Mal überfahren. Das Opfer war als Frauenheld verschrien, der selbst von verheirateten Frauen nicht die Finger lassen konnte. Hat sich vielleicht ein betrogener Ehemann gerächt? Der Täter hinterlässt am Tatort nicht nur Reifenspuren, sondern auch eine rätselhafte Karte mit der Zahl Fünf. Noch während Clare und ihr Team die Spuren zusammentragen und auswerten, werden sie schon zum nächsten Tatort gerufen. Erneut finden sie neben dem brutal überfahrenen Opfer eine Karte, diesmal mit der Zahl Vier. Handelt es sich dabei um einen Countdown? Während sie fieberhaft nach der Verbindung zwischen den beiden Toten suchen, ahnt Clare bereits, dass sie es wohl mit einem Serientäter zu tun haben - und es noch drei weitere Opfer geben könnte.

Schottische Autorin

Die aus Dundee stammende Schriftstellerin Marion Todd studierte Musik an der Open University und arbeitete viele Jahre lang als Klavierlehrerin und Begleitmusikerin. Ihr vorübergehendes Engagement als Pianistin in einer Hotellounge bot ihr reichlich Stoff für das Schreiben und sie begann, mit einer Vielzahl von Genres zu experimentieren. Heute ist sie hauptberuflich Schriftstellerin und lebt im schottischen North East Fife.

Als begeisterte Krimi-Leserin widmete sie sich immer mehr der Kriminalliteratur. 2020 wurde Marion Todd mit ihrem Debütroman „Die Nummern des Todes“, dem ersten Band in der Krimireihe um DI Clare Mackay, für den prestigeträchtigen Preis „Bloody Scotland Scottish Crime Debut of the Year“ nominiert.

Der zweite Teil der Reihe, „Der lauernde Tod“, erscheint bereits im Dezember diesen Jahres ebenfalls bei Edition M des Amazon-Verlags.

Packender Roman

Ein Serienauftakt, der wirklich zu begeistern weiß. Der typisch britische Kriminalroman überzeugt vor allem durch seinen wunderbaren Schreibstil. Bei Todd stehen weniger die Ermittler, sondern viel mehr der Fall im Vordergrund der Handlung. So erscheint das Ermittlerteam rund um DI Clare Mackay und ihrem Assistenten DS Chris West wohltuend normal. Alleingänge sind den beiden vollkommen fremd. Stattdessen arbeiten sie Hand in Hand mit ihren Kollegen. Man ist es als Krimileser kaum mehr gewohnt, dass ein Ermittlungsteam einfach seine Arbeit macht. Man bekommt fast das Gefühl, auf dem Polizeirevier anwesend zu sein oder Mackay und West bei den Zeugenbefragungen über die Schulter zu schauen. Dadurch weiß man stets nur das, was auch die Ermittler erfahren haben und man kann wunderbar miträtseln, wer der Täter ist und welches Motiv er hat. Es dauert dann auch etwas, bis sich nach und nach die Puzzleteilen zusammenfügen. Dass man allmählich auf die Spur des Täters kommt, liegt einfach an gute Ermittlungsarbeit und weniger an Zufällen. Dies macht die Geschichte sehr authentisch und glaubwürdig.

Starkes Ermittlerteam

Dies gilt auch für die Figurendarstellung. DI Clare Mackay ist erst seit zwei Monaten in St. Andrews. Sie hat sich bewusst für eine Klimaveränderung entschieden, nachdem sie bei einem Einsatz ihres Sonderkommandos einen Teenager erschossen hat, der sie mit einer authentisch aussehenden Waffe bedrohte. Nun droht ihr sogar eine Strafverfolgung wegen Mordes. Dies ist auch ein Grund dafür, warum DCI Gibson, der aus Edinburgh als Leiter der Einsatzgruppe zum Team stößt, seine Zweifel hat, dass Mackay dem Fall gewachsen ist. Hinzu kommt, dass Gibson mit dem zweiten Opfer seit Schultagen befreundet war und man den Eindruck bekommt, dass er nur schwer zwischen Privatleben und Beruf zu unterscheiden weiß.

Unterstützung erhält DI Mackay durch Chris West, einem Ermittler, der in seiner mal unterkühlten, mal ironischen Darstellung, aber stets loyalen Art der Figur des James Hathaway aus der TV-Serie „Lewis - Der Oxford Krimi“ ähnelt.

Todds Erzählstil ist wunderbar flüssig, wenn auch manchmal etwas zu nüchtern. Der positive Gesamteindruck wird nur dadurch etwas getrübt, dass man schon recht früh ahnt, in welche Richtung sich der Fall entwickeln wird, die Ermittler aber noch im Dunkeln tappen. Das ist aber zu verschmerzen, da es dauert, bis man den Täter überführt hat und der Fall tatsächlich abgeschlossen ist.

Fazit:

Wer Marion Todd noch nicht kennt, sollte dies schnell ändern. Die Autorin begeistert in ihrem atmosphärischen Kriminalroman mit einem starken Ermittlerteam, einer glaubwürdigen Polizeiarbeit und einem cleveren Plot. Ein Roman für Liebhaber „traditioneller“ britischer Kriminalliteratur.

Die Nummern des Todes

, Edition M

Die Nummern des Todes

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