Die Kommissarin und der lange Tod

Erschienen: Mai 2021

Bibliographische Angaben

- TB, 304 Seiten

- Bd. 1

Couch-Wertung:

78°
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Marcel Zenk
Gute Unterhaltung für entspannte Tage

Buch-Rezension von Marcel Zenk Jul 2021

Kriminalkommissarin Antje Servatius hat als alleinerziehende Mutter einer körperlich behinderten Tochter ein schwieriges Leben. Infantile Zerebralparese, eine spastische Lähmung. So lautet die Diagnose von Kira, Antjes Tochter. Als dann noch zwei Männer ermordet und deren Leichen auf rätselhafte Weise inszeniert werden, ist Antje unter Hochspannung. Sie muss die Probleme ihrer vierzehnjährigen Tochter, die ihr irgendetwas verschweigt, und die Lösung der Mordfälle unter einen Hut bringen.

„Jedes Mal, wenn sie Kira sah, wollte Antje sie vor allem Bösen dieser Welt beschützen. Leider gelang ihr das in letzter Zeit immer seltener und würde in Zukunft nahezu unmöglich werden. Kira musste allein ihren Weg im Leben finden, der für sie noch viel steiniger sein würde als für andere Mädchen in ihrem Alter.“

Servatius ermittelt zusammen mit ihrem Kollegen Rudi Seidel. Das Leben der Beiden könnte nicht unterschiedlicher sein. Seidels Leben ist harmonisch, er ist glücklicher Familienvater, ist dem Buddhismus zugewandt und sein Schreibtisch ist immer aufgeräumt. Servatius jongliert ihr Leben als Ermittlerin mit den Herausforderungen ihres Privatlebens und hat immer das Gefühl eine Rabenmutter zu sein, wenn sie ihre behinderte Tochter alleine zuhause lässt. Sie beneidet Seidel für seine einfachen Lebensumstände.

Servatius: „Sag mal...gibt es eigentlich auch Buddhas, die anders gucken?
Seidel: „Wie anders“?
Servatius: „Naja, strenger, gestresst. Nicht so lustig.“
Seidel: „Mein Buddha ist nicht lustig [...] er lacht nun mal gern.“

Neubauer (Kinderbuchautorin) und Strotmann (Dreh,- und Jugendbuchautor) vereinen ihr schriftstellerisches Können in ihrem ersten Kriminalroman für Erwachsene. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Stilistisch einwandfrei geschrieben, ein schnell voranschreitendes und abwechslungsreiches Buch mit interessanten Charakteren, die viel Entwicklungspotential für folgende Bände versprechen. Gut und gerne hätten die Autoren noch 50-80 Seiten dranhängen und den Charakteren noch mehr Tiefe geben können.

Was haben ein Fernsehpromi und ein abgestürzter Literaturwissenschaftler gemeinsam? Langsam führen die verschiedenen Handlungsstränge in diesem Buch zusammen und entlarven Geschehnisse, die weit in die Vergangenheit zurückgehen.

Fazit

Ein klassischer Kriminalroman mit steigender Spannung, jedoch kein „Page-Turner“. Mit lediglich 300 Seiten findet sich kein überflüssiges Wort, die Dialoge im Büro von Seidel und Servatius sind unterhaltsam. Wer sich einen entspannten Abend auf der Hängematte mit literarisch leichter Kost gönnen will, der greift zu diesem Buch. Geschrieben wie ein Drehbuch mit vielen Dialogen und einer Handlung, die lebensnah ist und der man sehr leicht folgen kann.

Schlussendlich ein überzeugendes Krimidebüt, das Lust auf mehr macht.

Die Kommissarin und der lange Tod

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