Die Nacht des Propheten

Erschienen: August 2021

Bibliographische Angaben

- OT: Profetens sista död

- aus dem Schwedischen von Katrin Frey

- Broschur 448 Seiten

- Bd. 3/3 [Elias Krantz]

Couch-Wertung:

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Carola Krauße-Reim
Wenig überzeugender Abschluss der Trilogie

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Sep 2021

Elias muss mit den Nachwirkungen des Bootsunglücks vor Cannes fertig werden. Von Selbstvorwürfen und -zweifeln geplagt versucht er erst einmal Abstand zu bekommen, doch er ist zu sehr in die Angelegenheit verwickelt, als dass ihn der französische Geheimdienst oder die schwedische Sondereinheit in Frieden lassen würden. Eric Hands ist immer noch ein Problem und so muss Elias noch einmal ran – und das bringt nicht nur ihn in große Gefahr.

Teilzeitagent auf 450 €-Basis…

...so mutet das Leben von Elias an. Erst Doktorand mit Gehirntumor, dann angelernter Agent und jetzt, nach einem Kurzlehrgang in Spionage, Angriff und Verteidigung, mal für die Franzosen, mal für die Schweden tätig. Eine wenig glaubwürdige Biografie. Allerdings macht Elias dabei, anders als alle anderen Personen, eine, wenn auch völlig aus der Luft gegriffene, Entwicklung durch. Er ist zwar immer noch reichlich naiv, hat aber nunmehr diverse technische Kenntnisse, von den fast abgelegten Skrupeln einen Menschen zu töten ganz zu schweigen. Bei Ylva und den beiden Mitarbeiterinnen der schwedischen Sondereinheit sieht das ganz anders aus. Sie sind immer noch dieselben, wie in Band 1 der Trilogie. Ylva ist einmal mehr das bedauernswerte Opfer, während Karolina und Vendela wie eh und je tough und arbeitswütig sind.

Ein Plot, der ins Triviale abgleitet

Während mit „Der Winter des Propheten“ der Auftakt zur Trilogie sehr vielversprechend war, hat sich mit dem vorliegenden Abschluss der Trend zum Trivialen fortgesetzt. Was anfänglich Hoffnung auf einen gut konstruierten Politikthriller mit persönlicher Note machte, glitt doch zusehends weiter in den Mainstream ab. So wurde Realität, was sich in „Die Stunde des Propheten“ schon abzeichnete: Ein unlogischer Plot mit wenig Handlung, dafür aber mit umso mehr ausufernden Dialogen und Personen, die mit ihren persönlichen Befindlichkeiten jede Spannung aus dem Geschehen nehmen.

Die krampfhaften Wendungen sind so wenig realistisch oder logisch, dass man schon vor dem eigentlichen Finale mit dem Thriller abgeschlossen hat. Das Ende löst dann zwar alle Probleme, ist aber teilweise enttäuschend unspektakulär.

Fazit

„Die Nacht des Propheten“ ist ein Muss, wenn man die Vorgänger der Trilogie gelesen hat. Was jedoch vielversprechend begann, wurde mit jedem Band trivialer und verabschiedet sich nun in den Untiefen des Mainstreams. Ob Elias Krantz noch einmal als Protagonist herhalten muss, lässt Håkan Östlundh offen. Bleibt zu hoffen, dass in diesem Fall mehr Logik und Realität im Plot zu finden sein werden.

Die Nacht des Propheten

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