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Jörg Kijanski
Maigret alias Lacroix ermittelt wieder

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Aug 2020

„Maigret, Telefon für Sie.“ Mit diesen Worten begann „Lacroix und die Toten vom Pont Neuf“, das Debüt von Alex Lépic. Der zweite Band „Lacroix und der Bäcker von Saint-Germain“ endet mit dem Satz: „Bon appétit, mon commissaire Maigret.“ Erschienen sind die Bücher im noch jungen Kampa Verlag aus der Schweiz, der allerdings schon etliche weltbekannte Autoren im Programm hat, so zum Beispiel William Boyd. Bei den Krimiautoren sind es unvergessene Altstars wie die legendären Dashiell Hammett oder eben Georges Simenon, aktuell Krimiszenestars wie Michael Connelly.

Der vorliegende Band ist erneut eine Reminiszenz an den unvergessenen Georges Simenon (Gesamtauflage über 500 Millionen Bücher) und seine Jules-Maigret-Romane, sie zählen zu den erfolgreichsten Krimis aller Zeiten. Gekonnt adaptiert Alec Lépic die Szenerie aus dem letzten Jahrhundert in die Gegenwart, ohne dabei den bekannt-ruhigen Erzählstil des Originals aufzugeben.

Commissaire Lacroix, Chef der Brigade criminelle des fünften und sechsten Arrondissements, hat kein Handy und auch sonst sucht man moderne Ansätze eher vergeblich. Spurensicherung, DNA, Internetrecherche? Da lässt sich Lacroix schon lieber in seiner Lieblingsbar, dem „Chai de l’Abbaye“ anrufen, wo er täglich sein Bier trinkt und ein leckeres Essen zu sich nimmt. Apropos essen. Ein wichtiger Punkt im Leben jedes echten Franzosen sowie im aktuellen Fall.

„Stellen Sie sich vor: fast 250 Baguettes, davon noch mal über 170 in der zweiten Runde. Ihnen kann ich es ja sagen: Die Unterschiede sind marginal. Und trotzdem gewinnt zweimal in Folge dieselbe Boulangerie? Das ist wie ein Sechser im Lotto.“

In einer Blindverkostung wird das beste Baguette der Stadt gekürt, der Sieger darf den Präsidentenpalast ein Jahr beliefern. Erst einmal gelang es einem Bäcker den Preis zweimal zu gewinnen, bei rund zweihundertfünfzig eingereichten Baguette fast ein Wunder. Doch dieses Mal gibt es eine Sensation, denn Maurice Lefèvre gelingt die Titelverteidigung. Das gab es noch nie.

Allein, er hat nichts von seinem Sieg, denn am nächsten Morgen wird er tot in seiner Backstube aufgefunden. Erschlagen mit dem eigenen Brotschieber. Lacroix und seine Mitarbeiter Capitaine Rio und Commandant Paganelli nehmen die Ermittlungen auf. Sie erfahren, dass der tote Bäcker früher sehr beliebt war, jedoch nach seinem ersten Titelgewinn im letzten Jahr sich spürbar zum Negativen veränderte.

Gleiches gilt für die nachlassende Qualität seiner Baguettes. Claudine Rabaly, die für den Wettbewerb zuständige Handelssekretärin, spricht es dann offen aus, die Wahl muss manipuliert worden sein. Aber wie? Sein größter Konkurrent beschwerte sich nach der Wahl ebenfalls lautstark.

Alex Lépic setzt nicht nur auf die vertrauten Eigenschaften seines Maigret-Doubles mit Hut und Zigarre, sondern bedient sich ein wenig auch bei Martin Walker, in dem er als weiteren Schwerpunkt das Pariser Leben beziehungsweise das Leben der Pariser in den Mittelpunkt stellt. Will sagen, es wird sehr häufig gegessen und getrunken und dabei ausführlich beschrieben, was im Glas oder auf dem Teller landet.

Fazit:

Die Commissaire-Lacroix-Reihe scheint ein wenig aus der Zeit gefallen, doch wer es gerne ruhig und beschaulich mag, ist hier genau richtig. Die Zahl der Mitwirkenden ist ebenso überschaubar wie der Seitenumfang, folglich hält sich die Zahl verdächtiger Personen in engen Grenzen. Mitzuraten ist erlaubt, die Auflösung vorherzusehen aber dennoch schwierig.

Lacroix und der Bäcker von Saint-Germain

Lacroix und der Bäcker von Saint-Germain

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Letzte Kommentare:
12.08.2020 19:49:25
Der Waldschrat

Also wer die Maigret - Romane von Simenon schätzt, ist hier genau richtig. Das Erzähltempo ist eher langsamer, es wird viel auf Atmosphäre gesetzt. Diese Atmosphäre mutet altmodisch, was ich positiv sehe, an. Die Ermittlungen sind ruhig, keine Hektik, sehr interessante Charaktere runden das Buch sehr schön ab. Stilecht habe ich dies Buch bei dem ein oder anderen schmackhaften Baguette und dem ein oder anderen Glas Rotwein genossen.
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