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Jörg Kijanski
Bon appétit!

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Aug 2019

In den letzten Jahren erschienen zahlreiche Romane, die den berühmtesten Detektiv aller Zeiten, Sherlock Holmes, wieder zum Leben erweckten. So war es nur eine Frage der Zeit, bis auch ein anderer Kult-Kommissar erneut die Bühne betritt.

„Maigret, Telefon für Sie.“ Mit diesen Worten beginnt das Debüt von Alex Lépic,  „Lacroix und die Toten vom Pont Neuf“, erschienen im Kampa Verlag aus der Schweiz. Allein dieser erste Satz erklärt, welcher legendären Detektivfigur ein Denkmal gesetzt werden soll: Kommissar Jules Maigret. Protagonist in 75 Romanen eines der erfolgreichsten Krimiautoren überhaupt; Georges Simenon aus Belgien. Es passt nahezu alles. Hut, Pfeife, Mantel, aber letztlich doch nicht Maigret, sondern Lacroix. Vorname „Commissaire“.

Gerade kommt Lacroix, Chef der Polizei im 5. Arrondissement, aus dem Urlaub zurück, da wird er mit einem neuen Fall betraut, der eigentlich in einen anderen Bezirk fällt. Doch Arnaud Mercier, Commissaire général, will seinen besten Mann, obwohl es eigentlich „nur“ um einen Mord an einem Clochard geht. Direkt unter der Touristenattraktion Pont Neuf wurde George Maille mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden.

Aber Maille war kein gewöhnlicher Obdachloser. Er spielte hervorragend Klarinette, hatte immer ausreichend Geld bei sich. Gemeinsam mit Brigadier Adolphu Paganelli und Captaine Jade Rio stürzt sich Lacroix in die Ermittlungen. Am nächsten Morgen wird ein weiterer Clochard unweit des ersten Tatorts aufgefunden. Die Todesumstände deuten auf den gleichen Täter hin.

Von einem Obdachlosen erhält Lacroix einen Hinweis auf zwei Tschetschenen, die Brüder Pogorzelsky, die angeblich die Welt der Obdachlosen beherrschen und von diesen sogar Schutzgelder erpressen. Auch werden Erinnerungen an einen Serienmörder wach, der 1988 drei Obdachlose in drei Tagen in Paris ermordete. Auch diesen wurden die Kehle durchgeschnitten, bevor die Serie abrupt stoppte. Als in der dritten Nacht in Folge ein weiterer Mann erstochen wird, macht sich die Presse auf die Jagd nach dem „Schlächter vom Pont Neuf“.

Lacroix ist sehr nah an seinem Vorbild Maigret

Neben dem Krimiplot beherrschen drei Punkte das Setting: Die Kulisse der Stadt der Liebe, deren ausgezeichnete Küche und Weine sowie eine literarische Verbeugung vor Kommissar Maigret, dem Lacroix sehr ähnlich ist. Hut, Mantel und vor allem die Pfeife müssen sein, moderne Technik hingegen nicht. In seinem Büro hat Lacroix weder Telefon noch Computer, ein Handy für unterwegs verweigert er beharrlich. Zudem nutzt er jede Gelegenheit, seine Stadt zu Fuß zu erkunden und in einem Bistro oder Restaurant das Leben zu genießen.

Ein Rotwein oder Bier tagsüber, na klar, auch beim café crème ist Lacroix wählerisch. Das „Chai de l’Abbaye“ ist sein zweites Wohnzimmer, Wirtin Yvonne mehr als eine gute Bekannte. Sie liefert ihm Informationen und ist für zahlreiche Personen die direkte Anlaufstelle, wenn sie Lacroix telefonisch erreichen wollen. Weitere wichtige Figuren sind Pierre-Richard, Lacroix‘ Bruder, der als Priester gute Kontakte zur Obdachlosenszene hat, und Dominique, Bürgermeisterin im 7. Arrondissement und Lacroix‘ Ehefrau. Natürlich ist Dominique ähnlich präsent wie einst Madame Maigret.

Fazit:

Für alle Maigret- und Paris-Fans heißt es zugreifen und in Erinnerungen schwelgen, wenngleich der Roman natürlich in der Gegenwart spielt. Durch den weitgehenden Verzicht auf moderne Technik, das umfangreiche Genießen von Speisen und Getränken und die vielen Reminiszenzen an das große Vorbild ist „Lacroix und die Toten vom Pont Neuf“ eine willkommene Entdeckung für alle Krimi-Nostalgiker. Gekonnt wird die beeindruckende Kulisse der Stadt in die Handlung eingebunden, und am Ende werden gleich mehrere Fälle aufgelöst, wenngleich das mitunter etwas abrupt geschieht.

Lacroix und die Toten vom Pont Neuf

Lacroix und die Toten vom Pont Neuf

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Letzte Kommentare:
23.08.2019 15:27:21
Georgio

Ein unbeirrbarer und altmodischer Kommissar aus Paris, Herbst, berühmte Plätze die jeder kennt, französisches Essen und Trinken in Bistros, so authentisch wie der Eiffelturm. Alles fast zu perfekt und konstruiert. Man merkt halt, dass hier eine Zielgruppe anvisiert wurde.