Late Show

Erschienen: März 2020

Bibliographische Angaben

Sepp Leeb (Übersetzung)

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Jörg Kijanski
Rasanter Cop-Thriller mit neuer Heldin

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mai 2020

Vor gut zwei Jahren wurde Detective Renée Ballard von ihrem Chef Robert Olivas sexuell bedrängt. Eine eingereichte Beschwerde musste jedoch eingestellt werden, da ihr damaliger Partner Detective Ken Chastain nicht zu ihren Gunsten aussagte, obwohl er Augenzeuge war. Olivas leitet inzwischen als Lieutenant die Robbery-Homicide-Division (kurz RHD), während Ballard in die sogenannte Late Show der Hollywood Division versetzt wurde.

Hier arbeitet sie in der unbeliebten Nachtschicht von elf bis sieben Uhr mit ihrem Vorgesetzten John Jenkins zusammen. Dabei könnten die Ermittler kaum unterschiedlicher sein. Ballard liebt ihren Job und möchte gerne eigene Fälle bearbeiten, während Jenkins nach einem Vierteljahrhundert beim LAPD nur noch eins möchte: Dienst nach Vorschrift, Berichte schreiben und die Fälle morgens zum Schichtende der zuständigen Fachgruppe übergeben, damit er sich zuhause um seine krebskranke Frau kümmern kann.

„Nein.“
„Was, nein?“
„Ich weiß, was du sagen willst. Du wirst sagen, du möchtest diesen behalten.“
„Es ist ein Vampirfall – er muss nachts bearbeitet werden. Wenn wir ihn an Sexualdelikte weiterleiten, passiert das Gleiche wie mit dem Einbruch eben – er landet in einem Papierstapel. Sie nehmen ihn sich zwischen neun und fünf vor, und es kommt nichts dabei heraus.“
„Trotzdem nein. Es ist nicht unsere Aufgabe.“

Eine gestohlene Kreditkarte ist der erste Fall der Nachtschicht, üblicher und meist langweiliger Routinekram. Dann werden die Ermittler allerdings ins Hollywood Presbyterian gerufen, da in dem Krankenhaus eine schwer verletzte Frau um ihre Leben kämpft. Ramona, die eigentlich Ramón heißt, und auf dem Straßenstrich der Dragqueens und Transgender arbeitet, wurde auf einem Parkplatz am Santa Monica Boulevard gefunden. Biss- und Schlagwunden lassen erahnen, mit welch‘ brutaler Gewalt der Täter vorgegangen sein muss.

Doch es bleibt keine Zeit sich des Falles anzunehmen, denn im „Dancers“ gab es eine Schießerei mit vier Toten. Ein fünftes, schwer verletztes Opfer ist auf dem Weg zum Krankenhaus. Dabei handelt es sich um die junge Cynthia, die in dem Lokal arbeitete. Sie erliegt noch bei ihrer Ankunft ihren Verletzungen. Im Club selbst können Ballard und Jenkins nur wenig ausrichten, da die Ermittlungen ausgerechnet von Olivas geleitet werden. Doch in der Nachtschicht ist nicht immer so viel los, und so hat Ballard Zeit, sich heimlich an den Fällen abzuarbeiten. Auch tagsüber in ihrer Freizeit; wenn sie nicht gerade paddeln ist …

Raymond Chandler als großes Vorbild

Michael Connelly hat schon zahlreiche bekannte Auszeichnungen erhalten, darunter der Edgar Award, der Diamond Dagger und der Deutsche Krimipreis, um nur einige zu nennen. Auch in Deutschland ist Connelly recht erfolgreich, nicht zuletzt dank Hieronymus „Harry“ Bosch. Immer wieder gönnt sich Connelly jedoch eine Auszeit von seiner bekanntesten Figur, um andere Werke zu schreiben. Mit „Late Show“ startet er sogar eine neue Serie wie der Hinweis auf dem Buchcover verrät: „Renée Ballard – Ihr erster Fall“.

Das ist nicht die schlechteste Nachricht, denn der Auftakt verspricht einiges. Wäre da nur nicht am Anfang die Schießerei im „Dancers“. Vier Männer sitzen an einem Tisch, es kommt zum Streit, woraufhin einer die anderen erschießt und bei seiner Flucht noch Cynthia und den Türsteher erwischt. So weit so gut, doch niemand will in dem gut besuchten Club den Täter erkannt haben, was etwas unglaubwürdig erscheint. Diesen Kritikpunkt außen vorgelassen, hat Connelly, der Raymond Chandler als sein großes Idol nennt, einen fulminanten Cop-Thriller geschrieben.

Protagonistin muss sich in einer männlich dominierten Welt beweisen

„Late Show“ orientiert sich streng an seiner Protagonistin, der toughen Renée Ballard, der einst von ihren Kollegen übel mitgespielt wurde. Nach wie vor gibt es Kräfte, die sie gerne außerhalb des LAPD sehen würden und so muss sie sich vor allem in einer männlich dominierten Welt beweisen. Da sie dabei oft auf sich allein gestellt ist und auch einen Dickkopf hat, gerät sie manchmal aufgrund ihrer Alleingänge in Schwierigkeiten. Die Actionsequenzen sind überschaubar, viel mehr Wert legt der Autor auf eine minuziöse Schilderung des Cop-Alltags.

Dabei mutet Connelly seinen Lesern einiges zu, vor allem eine Vielzahl an Abkürzungen, die exzessiv verwendet werden. Neben der eingangs erwähnten RHD gibt es beispielsweise noch die FID (Force Investigation Division) oder Örtlichkeiten wie das OCP (Office of the Chief of Police) und das PAB (Police Administration Building). Und so weiter …

Fazit:

„Late Show“ ist ein fesselnder, schneller Cop-Thriller mit viel Zeit für die täglichen Arbeitsroutinen beim LAPD. Mehrere Fälle werden von Ballard zeitgleich bearbeitet, obwohl sie streng genommen gar nicht zuständig ist. So kommt sie nicht nur einem der Täter gefährlich nahe, sondern auch ihrem verhassten Kollegen Olivas, der sich Einmischungen in seine Arbeit streng verbittet. Kritisch wird es, als ein weiterer Mord geschieht und eine heiße Spur direkt ins LAPD führt. Ein toller Serienstart.

Late Show

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Letzte Kommentare:
13.06.2020 18:54:01
Girtty

Spätestens ab der Mitte konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, so sehr hat es mich gefesselt. Mit der Hauptperson lässt sich bestimmt eine gute Reihe gestalten und ich freue mich schon auf Fortsetzungen.

Echte Täter,
wahre Ereignisse

Wir berichten über spannende Kriminalfälle und spektakuläre Verbrechen, skrupellose Täter und faszinierende Ermittlungsmethoden – historisch, zeitgeschichtlich, informativ. Aktueller Beitrag: Der große Wall-Street-Anschlag von 1920, ein Krimi-Couch Spezial von Dr. Michael Drewniok. Titel-Motiv: © istock.com/EXTREME-PHOTOGRAPHER

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