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Thomas Gisbertz
Neuer Privatdetektiv aus Südtirol

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Apr 2020

Lorenz Lovis, Mitte vierzig, Junggeselle und geschasster Beamter der Staatspolizei Brixen steht vor einer schwierigen Entscheidung: Soll er den Bauernhof seines verstorbenen Onkels weiterführen – ganz ohne Erfahrung als Landwirt? Doch bevor er seiner neuen Berufung zum Bauern folgt, sind seine ermittlerischen Fähigkeiten gefragt: Ein Unbekannter wirft tote Uhus auf das Grundstück von „Baron“ Carlo Cavagna. Ein dummer Jungenstreich oder doch ein Sabotageakt gegen Cavagnas umstrittenes Luxushotelprojekt? Als in der Jagdhütte des Barons eine Leiche gefunden wird, beginnt es im beschaulichen Brixner Talkessel ordentlich zu rumoren.

Privatdetektiv wider Willen

Kurz vor seinem Tod ringt Lovis‘ Ziehvater und Onkel Sebastian ihm das Versprechen ab, sich um den Messner-Hof zu kümmern. Auch wenn er in seiner Jugend drei Jahren auf dem Hof gelebt hat, fehlt ihm jegliche Kenntnis, was ein Bauer zu tun hat. Zumindest hat Lovis nun Zeit, sich mit Hilfe des Stallknechts Paul in die Materie einzuarbeiten, da er nach einer Auseinandersetzung mit seinem Chef den Job beim Brixner Polizeikommissariat kurzentschlossen kündigt.

Da der Hof aber hoch verschuldet ist, bleibt Lovis nichts anderes übrig, als sich einen Nebenjob zu suchen. Was läge da näher, als seine Ermittlungserfahrungen zu nutzen und es als Privatdetektiv zu versuchen. Zum Glück beauftragt ihn Carlo Cavagna, der nicht nur äußerst vermögend ist, sondern vor Arroganz und Selbstverliebtheit nur so strotzt. Doch bevor Lovis den scheinbar leichten Fall lösen kann, brennt Cavagnas Jagdhütte ab. Darin: eine Leiche. Verdächtigt wird Lorenz Lovis.

Krimi-Debüt

Die gebürtige Brixnerin Heidi Troi ist Grundschullehrerin, Theaterpädagogin und Autorin. Sie schreibt Kinderbücher, arbeitet an zahlreichen theaterpädagogischen Projekten mit und verfasst Drehbücher. Ihre kriminalistischen Kurzgeschichten sind bereits in diversen Anthologien erschienen. „Feuerteufel. Lorenz Lovis ermittelt“ ist ihr erster Kriminalroman. Die Fortsetzung ist bereits in Arbeit. Heidi Troi ist Mitglied der „Mörderischen Schwestern“ und im „Syndikat“.

Unpassender Vergleich

Natürlich möchte ein Verlag seine Autoren und deren Bücher auch gebührend anpreisen. Damit legt er aber gleichzeitig die Messlatte oftmals ungemein hoch. Auf der Website des zum Benevento Publishing gehörende Servus Verlages heißt es zu Trois Debütroman, er sei ein unterhaltsamer Regionalkrimi für Fans von Franz Eberhofer und Kommissar Kluftinger. Diesem Vergleich kann die Südtirolerin (noch) nicht standhalten. Der Roman überzeugt mit viel Lokalkolorit und durchweg sympathischen Figuren wie den aufgeweckten, aber manchmal etwas phlegmatische  Lorenz Lovis und der charmanten Krankenschwester Angelika. Aber leider ist die Handlung für eine Kriminalerzählung größtenteils zu ruhig, bodenständig und unaufgeregt. In einem beschaulichen Tempo mäandert die Geschichte um den Privatdetektiv durch Brixten und seine Umgebung, ohne dass richtig Spannung aufkommt.

Viel Charme, wenig Krimi

Weite Strecken hat man eher das Gefühl, einen Heimatroman in Händen zu halten - und das in einem durchaus positiven Sinne. Wie schon das Buchcover verrät, legt Troi viel wert auf die Beschreibung der Naturlandschaft und die Menschen in ihrer südtiroler Heimat. Es geht um Liebe und Freundschaft, um Tradition und Gemeinschaft. Die Erzählweise der Autorin und die Darstellung ihrer Figuren ist liebevoll, geradezu beschaulich - die kriminalistischen Inhalte sind es aber leider auch.

Wenn ab und an etwas Dramatik aufkommt, schweift die Handlung schnell wieder ab oder die Figuren stehen wieder zu sehr im Mittelpunkt. Wenn Lovis dann auch noch reflektierende Zwiegespräche mit seinem Lieblingshuhn Alma führt, wird das nicht jeder Leser lustig finden. Insgesamt fehlen jedoch genau der für diese Art des Krimis so typische Humor und die verschrobene Charaktere. Die ständigen Witze über Polizeibeamte, die Kneipenbesitzer Schorsch unentwegt macht, nerven den Leser irgendwann genauso wie die Hauptfigur selber.

Zu wenig Nervenkitzel

In Heidi Trois Debütroman stehen statt einer spannenden Handlung vielmehr die Figuren und ihre privaten Sorgen und Nöte im Zentrum der Geschichte. So dauert es gut hundert Seiten, bis der Leser weiß, um welches Verbrechen es geht - und da sind dahingemetzelte Uhus nicht unbedingt das Ereignis, worauf ein Krimi-Fan gewartet hat. Dass Lorenz als Privatermittler auch auf eine Clique Jugendlicher angewiesen ist, die ihm bei der Lösung des Falls behilflich ist, trägt nicht unbedingt dazu bei, die Glaubwürdigkeit der Handlung zu unterstreichen. Sicherlich berücksichtigt die Autorin wichtige Elemente eines Detektivromans, wie zum Beispiel die existenzielle Notwendigkeit der Arbeit als Ermittler, dennoch will der Funke im ersten Fall noch nicht überspringen.

Fazit:

Heidi Troi ist durchaus eine gute Romanschreiberin. Ihr gelingt es, eine atmosphärisch stimmige Geschichte zu erzählen, weil sie nah dran ist an ihren Figuren. Als Verfasserin von Detektivgeschichten hat sie aber noch deutlich Luft nach oben. Man muss abwarten, wie sich die Geschichte um Lorenz Lovis weiterentwickelt.

Feuertaufe. Lorenz Lovis ermittelt

Feuertaufe. Lorenz Lovis ermittelt

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