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Carola Krauße-Reim
Der Ghost ist zurück

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Feb 2020

Alex Thomas ist ein Autorenduo, das den dritten Band der Paula-Tennant-Reihe vorgelegt hat. Die amerikanische Agentin Paula befindet sich im Zwangsurlaub. Doch sie wird in die Ermittlungen rund um die brutalen Morde an drei Männern gezogen, die sie an die Taten des Ghosts erinnern, welche sie lieber vergessen würde. Eine Spur führt in den Londoner Untergrund, aber als ein geheimnisvolles Gehirnimplantat ins Spiel kommt, holt Paula die Vergangenheit endgültig ein.

Es ist durchaus von Vorteil die beiden Vorgänger dieses Buches zu kennen. Immer wieder wird Bezug auf deren Inhalt genommen. Zwar kann man auch ohne Vorkenntnisse in „So finster der Zorn“ zurecht kommen, aber der Zugang zur Geschichte wäre erleichtert und nach überstandener Lektüre, stellt sich dazu ein direkter Zusammenhang mit dem vorher Geschehenen heraus. Das kann man, ohne zu viel zu sagen, verraten.

Hier zieht sich alles wie Gummi

Anscheinend haben die Autoren auf ein Lektorat verzichtet, denn ein guter Lektor hätte schon auf den ersten Seiten den Rotstift angesetzt, nicht zuletzt, weil das Geschriebene grottenschlecht gesetzt ist. Der linke Rand ist übermäßig groß, dafür ist der rechte kaum vorhanden - ein No-Go! Dazu kommen die stilistischen Mängel. Obwohl die eingangs geschilderte Situation des bedauernswerten Opfers nicht schlimmer sein könnte, lässt sie den Leser relativ emotionslos bleiben, was nicht zuletzt an der ausgeprägt distanzierten Erzählweise liegt.

Hier wird die Situation von außen betrachtet, statt sie vom Opfer selbst durch direkte Schilderung seiner Gefühle und Gedanken zu einer persönlichen Katastrophe zu machen. Denn, das ist sie zweifellos! Und, wen interessiert es, dass es ein „gereinigte(r) Seziertisch mit positiver Diagonalprägung und zwei seitlichen Abläufen für Gewebereste und Körperflüssigkeiten“ ist, auf dem sich das Opfer befindet?. Dieser Infodump ist völlig überflüssig und zerstört den Lesefluss.

Leider geht es auf diese Weise durch das ganze Buch. Unendlich oft wird z.B. Kaffee gekocht, geholt und dann auch noch getrunken und der Leser bleibt ein anhaltend Beobachtender. Wenn die unnötigen Informationen und nervenraubenden Wiederholungen gestrichen würden, hätte das Buch locker 1/3 seines Inhaltes eingebüßt, wäre dafür aber weniger langatmig und ermüdend.

Gehirnimplantate, geheime Keller und ein narzisstischer Forscher

Gleich zu Beginn ist Paula Tennant klar, dass der abgetauchte Serienkiller „Ghost“ wieder da ist. Schnell bewahrheitet sich diese Vermutung. Genauso schnell ist dem aufmerksamen Leser klar, was eigentlich los ist und wer dahinter steckt. Dem weniger mitdenkenden Leser wird es dann auch bald unmissverständlich schwarz auf weiß präsentiert. Aber, bis zum Schluss ist es noch weit, und so plagt man sich mit einer völlig abwegigen Geschichte, die so überfrachtet nicht mal spannend ist.

Hier wird alles hervor geholt, was irgendwie in einen Thriller passen könnte. Vom Kardinal, der zwielichtiges Wissen hat, über Gehirnimplantate, die Menschen beeinflussen, bis hin zu Forschern, die jede Ethik missen lassen und ebensolchen Londonern, die ein geheimes Leben in ihren Kellern führen. Dabei muss man sich noch mit einer amerikanischen Agentin in der britischen Hauptstadt arrangieren, die eine nicht näher definierte Aufgabe hat und noch dazu anmutet wie ein Lisbeth-Salander-Double. Kommen dann noch simpler Schreibstil und ständige Wiederholungen dazu, ist Langeweile vorprogrammiert. Der Schluss kann da auch nicht mehr viel retten, ist er doch nur für Agentin Paula überraschend.

Fazit:

„So finster der Zorn“ ist ein anspruchsloser und dazu schlecht erzählter Thriller mit zahllosen Längen und Wiederholungen. Spannung kommt nicht auf, die Geschichte ist zu sehr durchschaubar und auch zu abwegig. Wer die ersten beiden Bände gelesen hat, sollte sich auch diesen gönnen, denn hier kommt die allumfassende Auflösung. Allen anderen rate ich davon ab.

So finster der Zorn

So finster der Zorn

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Letzte Kommentare:
20.02.2020 21:51:47
CanTho

Ich kann mich der Meinung der Rezensentin absolut nicht anschließen. Für mich ist die Reihe um Paula Tennant herausragend, weil sie Moral und gägngiges Rechtsverständnis in Frage stellt und man als Leser den Bösen sympathisch und seine Handlungen verständlich findet. Mich stört es nicht - im Gegenteil! - daß nicht jede letzte Minute aus Sicht des Opfers geschildert wird. Dies ist kein Psychothriller, der auf (sorry) billige, blutige Effekte setzt. Der Ansatz hier ist ein gänzlich anderer! Und gleichzeitig liebe ich den Stil von Alex Thomas GERADE wegen seiner cineastischen Fülle, die bei mir sofort Kopfkino erzeugt und mich als Leser nicht nur über den Protagonisten schweben läßt, sondern quasi neben ihnen stehen.
Ich nehme an, daß die Rezensentin die zweite Serie von Alex Thomas um die Nonne Catherine Bell nicht kennt, sonst wäre ihr der Zusammenhang und die Verbindungen und Querverweise aufgefallen.
Meines Erachtens ist die Serie absolut mit Thomas Harris' Hannibal Lecter vergleichbar und braucht diesen Vergleich nicht zu scheuen.
Klare Leseempfehlung!