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Sabine Bongenberg
Ein bisschen wenig Eddie – ein bisschen viel Heldenepos

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Feb 2020

Eddie Beelitz ist einerseits Polizistin - andererseits aber auch Mutter, beste Freundin, Ratgeberin, seelische Stütze und noch vieles mehr. Es überrascht also nicht, dass sie in diesem mehrfachen Spagat aufgerieben und zermürbt wird. Ihr Leben wird auch dadurch nicht einfacher, dass sie für ihre Kollegen immer noch eine bessere Sekretärin ist.

Dennoch erhält sie eine neue Chance ihre Fähigkeiten als Ermittlerin zu beweisen, wird ihr doch ein neuer Fall zugewiesen, als eine allseits unbeliebte Mitarbeiterin einer Immobilienfirma ermordet aufgefunden wird. Eine recht normale Konsequenz – könnte man sagen. Unglücklicherweise verdichten sich im Laufe der Ermittlungen Spuren, nach denen der weitere – oder auch engere -  Bekanntenkreis ihres Lebensgefährten vermutlich in das Verbrechen verwickelt sein könnte, und dabei handelt es sich unglücklicherweise nicht nur um charmante Typen.

Eddie berichtet von den aktuellen Verwicklungen in ihrem Leben

Im dritten und letzten Band um die aus dem Mutterschutz zurückgekehrte Polizistin Eddie Beelitz berichtet die Heldin in bewährter Manier kapitelweise - abwechselnd mit ihrem Lebensgefährten Joseph (alias Joe, alias „Zombie“) - von den neuen Verwicklungen in ihrem  Lebens. Der Leser trifft dabei auf altvertraute Personen, die er aus den Vorgänger-Bänden kennt. Da sind der arrogante Kollege Adrian, der es nicht verwinden kann, dass sie nach einer gemeinsamen Liebesnacht nichts mehr von ihm wissen wollte, die Staatsanwältin, die trotz widriger Umstände immer noch auf sie setzt, und immer und immer wieder der gebeutelte Zombie mitsamt seiner Familie.

In weiteren Nebenrollen finden wir andere Personen, die in Eddies Leben eine wichtige Rolle spielen, so ihre Tochter Lotti und die Oma Edith und bereits hier werden aufmerksame Leser aufhorchen und sich fragen, wie kann es denn sein, dass die Tochter allenfalls in der Nebenrolle auftaucht? Hier wären wir dann auch schon beim Hauptmanko dieses grundsätzlich unterhaltsamen und spannenden Buches, denn im Laufe der Geschichte tritt Eddies Leben mehr und mehr in den Hintergrund, wogegen der Spot vielmehr auf die Lebensgeschichte von „Zombie“ strahlt. Von dem sonst dominanten Spagat zwischen Familie und Beruf bleibt somit recht wenig übrig. Manchmal stellte ich mir beim Lesen sogar die Frage, ob die Heldin durch eine eigenartige Fügung mittlerweile wieder zur allein stehenden Frau geworden sein konnte.

Nichts Neues in Bochum

Wer alle drei Bücher gelesen hat, der kann hier auch kritisch anmerken, dass es immer wieder dieselben Themen sind, die hier bemüht werden. Der Frauenheld Adrian, der immer noch tödlich gekränkt ist, weil die Heldin ihn abweist und bei dem man sich langsam fragt, warum er so ein Drama daraus macht, wenn er doch offensichtlich sonst so viele haben kann. Es ist immer noch der Kampf der Heldin um die Akzeptanz ihrer Kollegen und nach wie vor führt sie das Protokoll und es hat sich seit dem ersten Band nichts geändert.

Erfreulich ist dagegen der Kurzauftritt von Oma Edith, die mit ihren alternativen Heilmethoden hier interessante Aspekte einbringt und von der man gerne mehr gelesen hätte. Interessant auch die Irrungen und Wirrungen um die schwangere Nachbarin Flo, die offensichtlich immer noch fest entschlossen ist, ihr Leben vor die Wand zu fahren und die Hilfe und Unterstützung einfordert – ohne selbst etwas zu geben.

Ein bisschen weniger Zombie wäre besser gewesen

Neben diesen ganzen großen und kleinen persönlichen Dramen fragt sich der Leser fast, wie hier noch ein Krimi Raum finden kann. Tatsächlich lässt er sich noch unterbringen, aber auch hier kam ich fast zu dem Eindruck, dass er sich eher am Rande der Handlung bewegt und hinter die ganzen Verstrickungen, die insbesondere Zombies Leben bestimmten, zurücktritt. Ein bisschen weniger Zombie mit seinen sicherlich zeitgeistigen Geschichten um seine dunkle Hautfarbe hätte dem Buch hier durchaus nicht geschadet.

Dennoch treten auch immer wieder besonders gelungene und spannende Aspekte auf. Berührend zum Beispiel die Vernachlässigungen in einem Seniorenheim, das allenfalls noch als Verwahranstalt funktioniert aber auch aufweist, dass die dort Untergebrachten mitnichten nichts mehr von ihrer Umgebung mitbekommen und offensichtlich den – in diesem Zusammenhang – einfühlsamen Titel „Jenseits von Tot“ tragen.

Fazit:

Lucie Flebbe zeigt mehrfach, dass von der Erzählspannung oder auch Tragik in diesem Buch deutlich mehr drin gewesen wäre – aber so wurde es in erster Linie eine Geschichte vom gebeutelten, zerrissenen Helden mit dem goldenen Herzen, der die Prinzessin zum Schluss beschützt, aber auch von ihr gerettet wird. Mir wäre mehr Krimi dann doch lieber gewesen.

Jenseits von tot

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