Schräge Vögel singen nicht

Erschienen: September 2019

Bibliographische Angaben

Frank Zuber (Übersetzung)

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Jörg Kijanski
Sex, Drugs & Rock’n’Roll

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jan 2020

Trond Bast ist der erfolgloseste Angler in Baerum, der eines Tages einen gruseligen Fund vor der Halbinsel Snaroya macht. Sein Angelhaken verfängt sich an einer einbetonierten Leiche und reißt dieser ein Ohr ab. Der auf der Insel Gasoya zurückgezogen lebende Rechtsreferendar Leo Vangen erfährt aus der Zeitung von dem Vorfall, wird jedoch wenig später von der Kriminalkommissarin Mariken Varden angerufen, da Bast ihn als möglichen Zeugen benannt hat.

Schließlich wurde die Leiche an Leos bevorzugtem Angelplatz gefunden. Leo weiß natürlich nichts, doch da er einmal eine kurze Beziehung zu seiner früheren Mitschülerin Mariken hatte, auch wenn diese für ihn enttäuschender Weise nur aus einer einzigen Nacht bestand, will er ihr imponieren.

„Er wollte Meerforellen angeln und dachte, der Haken hätte sich am Grund verfangen. Als die Polizei kam, irrte er mit dem Ohr in der Hand am Ufer entlang und suchte sein Toupet.“
„Wo genau war das?“

„Am äußeren Ende von Rolfstangen. Die Leiche stand in vier Metern Tiefe aufrecht am Grund. Vieles deutet auf Mord hin. Ein Selbstmörder würde sich kaum Betonbausteine an beide Füße binden.“

Da bei dem unbekannten und von den Fischen inzwischen stark entstellten Opfer einige Zloty-Münzen gefunden werden, geht man von einem polnischen Bauarbeiter aus. Von diesen gibt es viele, denn gleich mehrere Großbauprojekte auf einem stillgelegten Flughafengelände warten auf ihre Fertigstellung. Doch nicht alle Vorhaben laufen rund, so gibt es hartnäckige Gerüchte über Turbulenzen bei der Norwegian Property Developement Group, NPDG, deren Geschäftsführer Terje Klavenes heißt.

„Und was tun wir?“
„Ich habe schon ein paar Maßnahmen ergriffen.“

„Maßnahmen?“
„Wer gelernt hat, sich recht zu ängstigen, der hat das Wichtigste gelernt.“

„Was?“
„Kierkegaard. Sören Kierkegaard, schon mal gehört? Der bekannteste Philosoph des Nordens. Ein kluger Mann.“

Terje war ein Mitschüler von Leo und Mariken und nicht für seine hohe Intelligenz bekannt. Mit einigen Tricks und Gewalt schaffte er es nach oben, aber jetzt droht ihm die Pleite. Die Schuldeneintreiber Nils Haetta und Rino Gulliksen sollen seine Probleme lösen, doch vor allem Haetta ist völlig unberechenbar. Als auch noch ein Wortführer der vermeintlich betrogenen Anleger der NPDG droht sowie ein renitenter Vogelschützer für Ärger sorgt, da die Bauvorhaben in ein Vogelschutzgebiet eingreifen, sieht sich Terje zum Handeln gezwungen. Nicht ahnend, welches Ausmaß die Welle der Gewalt annehmen wird …

Der Titel nimmt es vorweg: Eine „schräge“ Geschichte

Nach „Der Lärm der Fische beim Fliegen“ ist „Schräge Vögel singen nicht“ der zweite Roman mit Leo(nard) Vangen in der Hauptrolle. Einst ein Musterschüler geriet sein Leben irgendwie aus den Fugen, seitdem lebt er mit einem skurrilen Bildhauer als einziger Bewohner ganzjährig auf der kleinen Insel Gasoya im herunter gekommenen Haus seiner Eltern. Eine gescheiterte Ehe mit zwei Teenagern gehören der Vergangenheit an, seinen Lebensunterhalt bestreitet er als der wohl dienstälteste Rechtsreferendar Norwegens.

Drei Gerichtsfälle müssen nachgewiesen werden, bevor man sich Anwalt nennen darf. Doch da der erste bereits ein Reinfall wurde, verfolgte er diese Karriere nicht weiter und hilft nur gelegentlich in einer Anwaltskanzlei aus. Auch Mariken hat ein abwechslungsreiches Leben hinter sich, zumindest in Bezug auf ihre männlichen Bekanntschaften. Da nicht zuletzt Terje Klavenes in erster Linie durch eine hohe sexuelle Potenz besticht, ist „Schräge Vögel singen nicht“ eine wilde Mischung aus Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Ginge es nach dem Protagonisten, würde jetzt im Hintergrund womöglich „Atrocity Exhibition“ von Joy Division laufen.

Schwarzer Humor trägt die teils vorhersehbare Geschichte

Immer dann wenn der drogenabhängige Terje und vor allem der durchgeknallte Nils zum Einsatz kommen, siegt ein bitterböser schwarzer Humor. Der Spannungsbogen bleibt überschaubar, aber die Erzählweise des Autors, der vor allem Angelprofi und Musiker ist, überzeugt.

Fazit:

„Schräge Vögel singen nicht“ bietet eine schräge Story, die mit schwarzem Humor und zunehmender Gewalt auf ihr teils vorhersehbares Ende zusteuert. Der Vergleich hinkt sehr stark, aber wer den grandiosen Film „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ mochte, der sollte hier versuchsweise zugreifen.

Schräge Vögel singen nicht

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