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Brigitte Grahl
Showdown für Emma Carow

Buch-Rezension von Brigitte Grahl Jun 2020

„Ich kenne dich nur als die Frau, die Rache an Uwe Marquardt will. Die Frau, deren ganzes Leben sich um ihn dreht, und darum, von ihm loszukommen.“

Astrid Ule und Eric T. Hansen sind zwei Medienprofis, die gemeinsam die Thriller Reihe mit der Berliner Ermittlerin Emma Carow entwickelt haben. 2016 erschien der erste Band „Neuntöter“, 2018 der zweite „Blutbuche“, und jetzt liegt mit „Wassertöchter“ der dritte Band der Reihe vor.

Kennzeichen der Emma Carow Reihe sind bizarre Mordmethoden und deren drastische Schilderungen. Als roter Faden zieht sich Emma Carows Trauma ihrer brutalen Vergewaltigung durch die Bücher. Der Täter, Uwe Marquardt, ist für die Heldin immer gegenwärtig, auch wenn er im Gefängnis sitzt oder sich später in Freiheit geläutert gibt. Er bestimmt ihr Denken und ihr Handeln. In „Wassertöchter“ steht nun die finale Konfrontation zwischen beiden bevor.

Klassische Dramaturgie und unvorhersehbare Wendungen

Die Konstruktion der Fälle ist auch in „Wassertöchter“ wieder sehr abgedreht, aber die sich daraus entwickelnde Handlung ist logisch und der Aufbau folgt der klassischen Dramaturgie. Am Ende steht der absehbare Showdown. Erfreulicherweise sind die Wendungen davor nicht unbedingt vorhersehbar und der Fall wirft knifflige Detailfragen auf, deren Auflösung für Spannung sorgt. Die Ermittlungsarbeit und -Methoden nehmen viel Raum ein und wirken realistisch. Berlin als Schauplatz der Reihe sorgt für Lokalkolorit und interessante Handlungsorte.

Schwierige Heldin und loyale Kollegen

Die Heldin ist keine Teamplayerin, ihre Alleingänge erschüttern ihre Glaubwürdigkeit ein wenig, heizen aber dafür die Spannung weiter an. Die Handlung wird überwiegend aus der Perspektive der Heldin in der dritten Person beschrieben. Der Leser/die Leserin weiß nie mehr als die Ermittelnden bzw. Emma. Gerade am Anfang fragt man sich als Leser, ob Emma aufgrund ihres Traumas voreingenommen ist und paranoid überreagiert. Trotz ihrer Macken wirkt ihr Verhalten aber nachvollziehbar und in ihrem Charakter begründet.

Für Humor und Weisheiten sorgen die bissigen Kommentare der im Mutterschaftsurlaub befindlichen Vorgesetzten Brennemann, deren Partner Lutz als Vaterersatz für Emma fungiert. Auch Kollege Felix hat sich inzwischen vom Konkurrenten zum Love Interest gewandelt und weckt eine neue Seite in Emma.

„Ich dachte … wenn nichts mehr wehtut, bin ich glücklich.“ „Wollen Sie den Schmerz, der schon da ist, weil die Liebe fehlt? Oder den neuen, der mit der Liebe kommt?“ „Also ich stelle mir nicht vor, dass Liebe automatisch Schmerz … Im Gegenteil. Das ist ja grausam.“

Fazit:

In „Wassertöchter“ geht es um Liebe in all ihren Spielarten, um oberflächliche und tiefe, um kranke und gesunde, um Liebe zu sich selbst und zu Anderen. Emma lernt alle Arten der Liebe kennen und macht insgesamt in den drei Büchern eine beachtliche persönliche Entwicklung durch. Am Ende von „Wassertöchter“ gibt es zum ersten Mal die Hoffnung, dass sie mehr ist als ein Opfer ist, dass nur für die Rache lebt und zu anderen tiefen Gefühlen nicht fähig ist.

Wenn die beiden Autoren die Reihe weiter fortführen, darf man gespannt sein, wie sie ihre Hauptfigur neu erfinden, denn mit „Wassertöchter“ dürfte die Trilogie um Emma Carow und Uwe Marquardt abgeschlossen sein.

Wassertöchter

Wassertöchter

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Letzte Kommentare:
11.06.2020 15:23:36
Lesehexe

Eckig, holprig, kantig
Die Geschichte:
Emma Carow ist frisch verliebt und glücklich. Bis ihr ihr Vergewaltiger ausgerechnet auf ihrer Dienststelle begegnet. Er ist als verurteilter Vergewaltiger, der seine Strafe abgesessen hat, als Berater bei der Polizei engagiert. Die als Analystin arbeitende Polizistin ist davon überzeugt, dass er noch immer vergewaltigt und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.
Meine Meinung:
Ich habe mich mit dem Buch ein bisschen schwer getan, habe lange gebraucht, es zu lesen. Immer wieder war ich kurz davor, abzubrechen und es zur Seite zu legen. Die Hinführung und das erfolglose Umherirren in der Ermittlung dauern für meinen Geschmack zu lange. Bis mal richtig Schwung in die Geschichte kommt, hat man gut ein Drittel des mehr als 500 Seiten zählenden Buchs gelesen. Dafür kommt der Showdown meiner Meinung nach etwas zu kurz.
Darüber hinaus gibt es ein paar Punkte, die mir unwahrscheinlich erscheinen, wie beispielsweise
1: Das Einbinden eines verurteilten Vergewaltigers als Berater in die Polizeiarbeit, was ja vielleicht noch sein kann. Aber sicherlich nicht in einer Dienststelle, in der das einstige Opfer als Polizistin arbeitet.
2: Der Protagonistin wurden während ihrer Vergewaltigung drei Schnitte zugefügt, die während der damaligen Aufklärung des Falls schon untersucht und aufgenommen wurden. Warum also lässt sie sich mitten in der Nacht vom Pathologen auf einem der Seziertische untersuchen?
So eckig, kantig und eigenwillig wie die Kommissarin Emma Carow dargestellt wird, so holprig ist der Schreibstil der Autoren. Das Lesen der Geschichte fand ich anstrengend. Nicht nur, weil ich die Vorgeschichte nicht kenne (es handelt sich hier um den dritten Teil der Carow-Bände). Auch die ewig langen und verschachtelten Sätze fordern den Leser ganz schön. Nach wörtlichen Reden wird oft nur der Name des Sprechenden genannt. Mit Punkt dahinter. Kein „sagte, fand, rief“ oder ähnliches, das die Stimmung beschreibt. Das erinnert mehr an ein Drehbuch als an einen spannenden Thriller. Auch das Stottern des Abteilungsleiters war mir zu viel. Der Schluss erinnert mehr an einen Schüleraufsatz. Am Ende des Thrillers treffen sich die Kollegen zum Bier in einer Bar. Soweit ist das ja okay. Aber es endet mit einer unendlichen Aufzählung, die mit lauter und(s) verbunden ist. Fast wie beim Ende eines Films, der mit fröhlichem Hahaha endet. Als Journalistin wurde mir eingebläut, nie mehr als 30 Wörter in einen Satz zu packen. Alles was darüber liegt, ist für Leser zu anstrengend. Und selbst 30 Wörter sind schon recht viel. Hier sind es viel mehr.
Mein Fazit:
Vielleicht muss man erst die ersten beiden Bände lesen, um richtig in die Geschichte einsteigen zu können. Zwar wird in der Erzählung immer wieder auf frühere Geschehnisse Bezug genommen, aber das macht es nicht unbedingt einfacher. Den Schreibstil muss man mögen. Ich bevorzuge die flüssige, leicht lesbare Ausdrucksform.

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