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Stephanie Manig
Temporeicher Actionthriller made in Germany

Buch-Rezension von Stephanie Manig Nov 2019

Ein weibliches Mordopfer, das mit seinem eigenen Haar erdrosselt wurde. Ein jahrelang vermisstes Mädchen, von dem bis heute jede Spur fehlt. Eine Kriminalistin, die sich einmischt und ihre Kompetenzen überschreitet, um das Rätsel ihres Lebens zu lösen. Das ist das Fundament, auf dem die Handlung von Lars Schütz‘ neuem Thriller „Rapunzel mein“ steht. Nach „Alphabetmörder“ erschien mit „Rapunzel mein“ nun bereits Band 2 aus der Reihe um die LKA-Profilerin Rabea Wyler und ihren (ehemaligen) Chef Jan Grall.
Ich persönlich bin in die Serie eingestiegen, ohne den Erstling zu kennen. An sich war das kein Problem, da es sich um jeweils abgeschlossene Fälle handelt. Aber in seinem aktuellen Buch nimmt der namenlose Erzähler hin und wieder Bezug auf die Ereignisse des Auftaktbandes, sodass ich empfehle, bei der Lektüre chronologisch vorzugehen.

Thriller bietet viel Tempo und Action

„Rapunzel mein“ ist ein überaus tempo- und actionreicher Thriller, der eine echte Steilvorlage für eine spätere Verfilmung bietet. Das organisierte Verbrechen findet sich in der Geschichte ebenso wieder wie psychologische Betrachtungsweisen – hier geht es speziell um die Thematik, ob man einen Menschen auf das Töten konditionieren kann. Eine interessante Fragestellung, die dem Leser auch noch eine Weile nach der Lektüre im Kopf herumschwirren dürfte. Wollte man dieses Buch in eine Unterkategorie pressen, dann wäre es in der Schublade mit der Aufschrift „Psychothriller“ sicher am besten aufgehoben.
Der Schreibstil von Lars Schütz passt in meinen Augen perfekt zu der rasant erzählten Geschichte. Freunde von kurzen, knackigen Kapiteln kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten: Ganze 74 davon hat der Autor auf 416 Buchseiten verteilt. Bedingt durch die Tatsache, dass diese abwechselnd aus den unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Handlungsstränge erzählt werden, nimmt die Story zusätzlich an Fahrt auf.
Die Schreibe von Lars Schütz ist recht prägnant und herrlich unverbraucht. Damit bringt der 1992 geborene Autor, der hauptberuflich als Texter in einer Werbeagentur tätig ist, ordentlich frischen Wind in die deutsche Krimi- und Thriller-Szene.

Rasante Ortswechsel führen zum großen Showdown in Las Vegas

Genauso rastlos wie die fieberhaft agierende Profilerin Rabea Wyler ist der Wechsel der Orte, an denen die Geschichte spielt: Von Koblenz aus geht es ins Ruhrgebiet, an den Lago Maggiore, in die Schweiz (wo Rabea Wyler ihre Wurzeln hat), nach Düsseldorf und schließlich zum großen Showdown nach Las Vegas. Geschickt baut Lars Schütz etliche Twists ein, und lässt so manche Person in einem ganz neuen Licht erstrahlen. Der Autor gestattet weder seinen Protagonisten noch seinen Lesern eine Pause zum Luftholen.

Fazit:

Beim Ende hat Lars Schütz für meinen Geschmack dann doch ein bisschen zu dick aufgetragen. Da rückt die Realität dann schon ein wenig in die Ferne. Doch das tut der durchgängig mit Spannung erzählten Geschichte mit ihren charakterstarken Darstellern keinen Abbruch. Diese interessante Reihe werde ich definitiv weiterverfolgen.

Rapunzel, mein

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Letzte Kommentare:
23.12.2019 11:17:35
gerlisch

Inhalt:
Die kleine Schwester von der Profilerin Rabea Wyler verschwand vor 20 Jahren., nur eine abgetrennte Hand wurde damals von ihr gefunden. Als in einem Theater ein Mädchen mit blonden Haaren und abgetrennten Händen gefunden wird, fürchtet Rabea sofort, dass es sich hierbei um ihre Schwester Maria handelt.

Meinung:
"Rapunzel mein" ist der 2. Teil um die Profiler Rabea Wyler und Jan Grall. Obwohl ich den 1. Teil "Der Alphabetmörder" noch nicht kenne, bin ich sehr gut ohne Vorkenntnisse in die Story reingekommen. Der Spannungsbogen wurde von Lars Schütz sehr gut bis zum Schluss gehalten. Die Protagonisten sind toll beschrieben, sodass der Leser sie sich gut bildlich vorstellen konnte. Leider fand ich Rabeas Verhalten etwas überzogen und merkwürdig. Auch passierten mir hier zu viele Dinge zu zufällig und unglaubwürdig, z.B. das Finale in Las Vegas war etwas too much.

Fazit:
Trotz der überzogenen Handlungen und unglaubwürdigen Zufälle ein echter Page-Turner. Ich werde trotzdem auch weiterhin die Thriller von Lars Schütz gerne lesen. Für "Rapunzel mein" von mir 4 Sterne.

23.12.2019 08:30:58
TochterAlice

Die Ermittler der Reihe des Autors Lars-Erik Schütz haben es hart getroffen: während im ersten Fall (Alphabetmörder) der Profiler Jan Grall so stark involviert war, dass er im Anschluss suspendiert wurde, trifft es diesmal seine ehemalige Mitarbeiterin, die Schweizerin Rabea Wyler, die inzwischen auf seinem Posten sitzt - nicht freiwillig, denn sie hat die Fähigkeiten des ehemaligen Kollegen in der kurzen Phase der Zusammenarbeit zu schätzen gelernt und hätte ihn zu gern an ihrer Seite.

Rein zufällig gerät sie nämlich an einen Fall, der sie stark an den ihrer vor Jahren verschwundenen Schwester erinnert. Es geht um die Faszination des Entführers bzw. Mörders für langes, blondes Haar. Rabea hegt immer noch die Hoffnung, dass iMarie noch leben könnte - eigentlich glaubt da niemand mehr so richtig dran, nicht einmal ihre Eltern. Die haben sich nach der Tragödie getrennt und führen jeweils eigene Leben.

Aber zurück zum Rapunzel-Mord, wie der Fall genannt wird, der Rabea nach Deutschland und zwar ins Ruhrgebiet und nach Düsseldorf führt - ganz auf sich gestellt. Oder kann sie sich doch auf Jan Grall verlassen?
Ein kraftvoller und ungewöhnlicher Thriller mit starken Charaktern, Manchmal wirkt alles ein bisschen zu überladen und zu dicht - zu viele Figuren, zu viele Erzählstränge - und einiges ist auch einfach unlogisch. Dennoch hat mich dieser Thriller in seiner Intensität durchaus fasziniert. Für Leser, die gern für ein Weilchen im Bösen versinken, um dann vom Autor rechtzeitig wieder daraus befreit zu werden.

09.12.2019 20:07:32
Annabell95

Spannende Fortsetzung

Im Grillo-Theater in Essen wird eine übel zugerichtete Frauenleiche gefunden, erdrosselt mit ihren eigenen Haaren und mit amputierten Händen. Die Profilerin Rabea Wyler wird auf diesen Mord aufmerksam und sieht sofort Parallelen zu ihrer vor langer Zeit spurlos verschwundenen Schwester Marie. Rabea ahnt, dass hinter diesem Mord noch mehr steckt und ruft ihren, vom Dienst suspendierten, Kollegen Jan Grall zur Hilfe. Gemeinsam begeben sie sich auf eine gefährliche Ermittlungstour...

Rapunzel, mein ist bereits der zweite Teil vom Ermittlerduo Jan Grall & Rabea Wyler. Aber auch wenn man den ersten Teil zuvor noch nicht gelesen hat kann man Rapunzel, mein ohne Vorkenntnisse lesen. Was aus dem Vorgängerband wichtig ist wird immer kurz aufgegriffen, sodass der Leser auf dem aktuellen Stand ist.

Der Schreibstil ist echt klasse. Er lässt sich flüssig lesen und fesseld einen sofort ans Buch. Man kann sich auch alles sehr gut bildlich vorstellen.
Klasse ist auch einfach, dass am Ende des Kapitels immer etwas spannendes passiert, was den Leser dazu verleitet weiterzulesen, um zu wissen wie es weiter geht.

In dem Buch gibt es unterschiedliche Handlungsstränge wodurch es noch spannender wird. Dazu gibt es bei den Kapiteln übersichtliche Orts- und Zeitangaben, wodurch man sofort weiß an welchem Ort die Handlung gerade passiert. Das hilft ungemein zur Orientierung. Ansonsten würde man vermutlich verwirrt.

Allerdings war für mein Empfinden die Handlung teilweise etwas vorhersehbar, was aber nicht unbedingt die Spannung rausgenommen hat, denn teilweise wurde man durch den Autor in die Irre geführt.

Dadurch, dass Manches vorhersehbar war, fand ich den Folgeband etwas schwächer als den Vorgänger. Aber er ist trotzdem sehr zu empfehlen!

27.11.2019 22:00:55
Büchermaulwurf

Der letzte Wunsch

Diesmal steht die LKA-Profilerin Rabea Wyler im Mittelpunkt des spannenden Thrillers, der mit einer temporeichen Story und viel Action punktet. Diesmal wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Als im Ruhrgebiet ein totes Mädchen ohne Hände gefunden wird, erdrosselt mit ihren eigenen, blonden Haaren, macht sie sich sofort auf den Weg. Der Fall weckt schmerzhafte Erinnerungen an ihre kleine Schwester, die vor 20 Jahren spurlos verschwand. Man fand damals nur eine Hand von ihr. Obwohl gar nicht zuständig für den Fall, beginnt sie sich in die Ermittlungen einzumischen und gerät bald in einen Strudel von Ereignissen, der den Leser vom Ruhrgebiet, der Schweiz bis hin nach Las Vegas führt. Es gelingt ihr, ihren suspendierten Partner Jan Grall zu überreden, ihr bei den Recherchen zu helfen. Bald wird klar, dass sie mehr als ein Monster jagen.

Gut gefallen hat mir der spannende, temporeiche Plot, angeheizt durch die kurzen Kapitel und die ständigen Ortswechsel. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, kein Wort erscheint überflüssig. Die Spannung bleibt dadurch gleichbleibend hoch und erfährt zum Ende hin nochmals eine Steigerung. Die zahlreichen Actionszenen machen das Buch zum Thriller. Allerdings hat der Autor es manchmal zu gut gemeint und so wirkte einiges ein bisschen überzogen. Besonders das Ende und die Rettung der beiden wirkte etwas unglaubwürdig. Hier spielte der Zufall doch einen zu große Rolle.
Die Geschichte um Rabea und ihre verschwundene Schwester in Kombination mit dem Rapunzelmord hat mir sehr gut gefallen. Ebenso wie das Thema der möglichen Konditionierung von Serienmördern.
Rabea war mir als Hauptfigur sehr sympathisch, trotz ihrer vielen unvernünftigen Alleingänge. Sie nimmt viel auf sich, um herauszufinden, was mit ihrer Schwester damals geschah und setzt ihren Job dabei aufs Spiel.
Die Zukunftspläne von Jan und Rabea am Ende finde ich spannend- damit sind weitere Fälle mit den beiden wohl geplant, worauf ich mich freue!

Lars Schütz hat mit seiner Fortsetzung „Rapunzel mein“ einen gelungenen, actionreichen und spannenden Thriller vorgelegt, der leicht und flüssig zu lesen ist. Der gut ausgetüftelte Plot mit einigen Wendungen wird am Ende gekonnt aufgelöst. Kleiner Wermutstropfen sind nur die vielen Zufälle, die zur Rettung der beiden am Schluss führen und etwas konstruiert wirken. Aber trotzdem sehr empfehlenswert und auch für Quereinsteiger der Reihe bestens geeignet.

24.11.2019 20:38:41
books4ever

Spannend, jedoch mit kleineren Logik-Lücken

„Rapunzel, mein“ von Lars Schütz ist der zweite Fall für die beiden Profiler Jan Grall und Rabea Wyler. Ein brutaler Mord an einem jungen Mädchen erinnert Rabea an ihre eigene Schwester, welche vor zwanzig Jahren spurlos verschwand. Wurden beide Taten vom selben Täter begangen? Verzweifelt setzt Rabea alles daran, endlich Licht ins Dunkel ihrer Vergangenheit zu bringen.

Auch der zweite Thriller von Lars Schütz punktet mit einer spannenden und unheimlichen Mordserie sowie einem fesselnden Schreibstil. Ich habe das Buch beinahe in einem Rutsch durchgelesen, so sehr hat mich die Geschichte gepackt. Der Autor lässt einem kaum Zeit zum Aufatmen, da die Handlung durchweg ein hohes Tempo aufweist und sich die Ereignisse nahezu überschlagen. Mehr und mehr zieht der Autor den Leser in den Bann eines skrupellosen Mörders, welcher einen perfiden Plan verfolgt und vor nichts zurückschreckt.
Jan und Rabea sind auch in diesem Band ein sympathisches Team, welches sich bei seinen Nachforschungen über so manche Grenze hinwegsetzt, um die Wahrheit aufzudecken. Beide sind dabei äußerst stur und insbesondere Rabea setzt alles daran, nach all den Jahren doch noch das Verschwinden ihrer Schwester aufzuklären.

Alles in allem ist Lars Schütz mit „Rapunzel, mein“ ein spannender Thriller mit einer äußerst düsteren und mitunter auch recht unheimlichen Handlung gelungen. An einigen Stellen (insbesondere gegen Ende hin) weist die Geschichte jedoch kleinere Logik-Lücken auf, sodass es von mir 4 von 5 Sternen gibt.

22.11.2019 13:34:22
niggeldi

Gelungene Fortsetzung

Nach dem beinahe tödlichen Ausgang des Alphabetmörder-Falls möchte Jan Grall nichts mehr mit der Fallanalyse zu tun haben und schottet sich ab. Bis seine Kollegin Rabea Wyler ihn dringlichst um Hilfe bittet: Ein neuer Fall weist erhebliche Gemeinsamkeiten mit dem Verschwinden ihrer Schwester auf.

Das Cover finde ich toll, der Titel passt gut zum Inhalt und beides weckt Interesse.

Ich habe das Buch innerhalb weniger Stunden gelesen, ich konnte gar nicht mehr aufhören, da es von Seite zu Seite spannender wurde.
Der Wechsel zwischen den Perspektiven und die Blicke in die Vergangenheit sorgen ebenfalls dafür. Die Charaktere sind authentisch beschrieben und vor allem mit Rabea fiebert man mit. Die Auflösung ist ebenfalls in sich stimmig.

Ich hoffe, es wird bald einen neuen Fall für die beiden geben. 5 Sterne.

17.11.2019 12:02:41
HexeLilli

Sehr enttäuschend.Das Cover hat mich gleich angesprochen, den Klappentext und die Leseprobe fand ich sehr spannend. Von dem Buch war ich allerdings sehr enttäuscht. Ich hatte mir mehr davon versprochen.
Die ersten 100 Seiten langatmig und sehr verwirrend. Die Handlungen sehr unglaubwürdig und teilweise an den Haaren herbei gezogen. Jetzt da ich das Buch gelesen habe, stimmt noch nicht einmal der Klappentext, denn das Mädchen wurde ja nicht in einem Turm im Märchenpark, sondern im Essener Theater gefunden. Oder habe ich da was falsch verstanden?
Als man die Tote findet klingeln bei der Profilerin Rabea Wyler alle Alarmglocken. Könnte es ihre seit 20 Jahren verschwundene Schwester sein. Sie macht sich sofort auf den Weg und bringt den Mörder in ihre Gewalt. Aber ohne die Hilfe ihres suspendierten Partners Jan Grall geht es nicht.
Zu viele Perspektivwechsel störten den Lesefluss. Hier wurde zu viel Action hineingepackt. Die Protagonistin handelt sehr unglaubwürdig und viel zu leichtsinnig, ihr Tun konnte ich nicht nachvollziehen. Auch körperliche Schäden können sie nicht abhalten. Auch die Sache mit den beiden kriminellen Organisatoren fand ich ziemlich dick aufgetragen. Treten sie doch auf, wie der Elefant im Porzellanladen.
Leichte Unterhaltung, mit wenig Tiefgang, schade.